Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Textpräparation 4
3. Literarkritik 5
3.1 Erläuterung der Literarkritik 5
3.2 Kontextanalyse 6
3.3 Kohärenzanalyse 7
3.4 Synoptischer Vergleich 8
4. Formgeschichte 11
4.1 Erläuterung der Formgeschichte 11
4.2 Bestimmung der Gattung 11
4.3 Sprachliche Intention des Textes 12
4.4 Sitz im Leben 13
5. Traditionsgeschichte
5.1 Erläuterung der Traditionsgeschichte 14
5.2 Durchführung der Traditionsgeschichte 14
5.2.1 Himmelreich 14
5.2.2 Hochzeit 15
5.2.3 König 16
6. Redaktions- und Kompositionskritik 16
6.1 Erläuterung der Redaktions- und
Kompositionskritik S. 16
6.2 Redaktionelle Eingriffe 17
6.3 Analyse der Großgattung nach Niebuhr 17
6.4 Theologisches Profil 20
6.4.1 Geschichtliche Einordnung 20
6.4.2 Situation und Adressaten 21
6.4.3 Theologie des Matthäus 22
7. Resümee 23
8. Literaturverzeichnis 25
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1. Einleitung
Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Text Mt 22, 1-14, dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl. Diese Perikope soll anhand ausgewählter Schritte der historisch- kritischen Exegese bearbeitet werden.
Die historisch- kritische Exegese bildet die Grundlage zur wissenschaftlichen Interpretation biblischer Texte und ist zu dem auch deren älteste Auslegungsart 1 . Die historisch - kritische Exegese versucht herauszuarbeiten, welche Bedeutung der biblische Text in seiner damaligen Situation innehatte. Diese Erarbeitung erfolgt durch überprüfbare Methoden 2 .
Im Seminar haben wir exemplarisch sieben Methoden zur historisch - kritischen Exegese durchgeführt. Begonnen haben wir mit der Textkritik, die sich mit der Rekonstruktion des Originaltextes anhand der Handschriften beschäftigt. Da der Kurs aber nicht über Griechischkenntnisse verfügte, haben wir uns auf einen Vergleich verschiedener Übersetzungen des Bibeltextes beschränkt. Danach folgte die Literakritik, die den Text auf Kohärenz und Stimmigkeit untersucht und ihn mit dem vorangehenden und nachfolgenden Text in einen Zusammenhang bringt. Der nächste Schritt war die Linguistik, die das Ziel hat, die individuelle Gestalt des Textes zu ermitteln. Danach folgte die Formgeschichte, in der Fragen nach dem Aufbau, dem Inhalt, der Intention und der Funktion beantwortet werden sollen. Anschließend folgte die Traditionsgeschichte, welche die in den Text aufgenommen Traditionen der damaligen Zeit untersucht. Danach wurde die Methode der Überlieferungsgeschichte durchgeführt, die nach der mündlichen Vorgeschichte des Textes und der Erfassung der Veränderungen des Textes während der mündlichen Überlieferung sucht. Als letzte Methode folgte die Redaktions- und Kompositionskritik, die versucht Fragen nach dem Autor, dessen Eingriffe in den Text und die Stellung des Textes im Gesamtwerk zu klären.
Von den gerade aufgeführten sieben Methoden werde ich in dieser Hausarbeit nur vier durchführen. Diese vier Schritte sind die Literarkritik, die Formgeschichte, die Traditionsgeschichte und die Redaktions- und Kompositionskritik, die ich im Folgenden weiter ausführen werde.
1 Vgl. Berg, Ein Wort wie Feuer, S. 456
2 Vgl. Fenske, Arbeitsbuch zur Exegese, S. 17
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Außerdem möchte ich in dieser Hausarbeit zeigen, welche Hintergründe und Überlegungen hinter dieser Textstelle stecken, die beim einfachen Lesen nicht deutlich geworden wären.
2. Textpräparation von Mt 22, 1-14
1 a Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis:
2 a Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, 2 b der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. 3 a Er schickte seine Diener,
3 b um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. 3 c Sie aber wollten nicht kommen. 4 a Da schickte er noch mal einmal Diener 4 b und trug ihnen auf: 4 c Sagt den Eingeladenen: 4 d Mein Mahl ist fertig, 4 e die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, 4 f alles ist bereit. 4 g Kommt zur Hochzeit! 5 a Sie aber kümmerten sich nicht darum, 5 b sondern der eine ging auf seinen Acker, 5 c der andere in seinen Laden, 6 a wieder andere fielen über seine Diener her, 6 b misshandelten sie 6 c und brachten sie um. 7 a Da wurde der König zornig; 7 b er schickte sein Heer, 7 c ließ die Mörder töten 7 d und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. 8 a Dann sagte er zu seinen Dienern: 8 b Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, 8 c aber die Gäste waren es nicht wert (eingeladen zu werden). 9 a Geht also hinaus auf die Straßen 9 b und ladet alle,
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9 c die ihr trefft, 9 d zur Hochzeit ein. 10 a Die Diener gingen auf die Straßen hinaus 10 b und holten alle, 10 c die sie trafen, 10 d Böse und Gute,
10 e und der Festsaal füllte sich mit Gästen. 11 a Als sie sich gesetzt hatten 11 b und der König eintrat, 11 c um sich die Gäste anzusehen, 11 d bemerkte er unter ihnen einen Mann, 11 e der kein Hochzeitsgewand anhatte. 12 a Er sagte zu ihm: 12 b Mein Freund,
12 c wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? 12 d Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. 13 a Da befahl der König seinen Dienern: 13 b Bindet ihm Hände und Füße, 13 c und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! 13 d Dort wird er heulen 13 e und mit den Zähnen knirschen. 14 a Denn viele sind gerufen, 14 b aber nur wenige auserwählt.
3. Literarkritik
3.1 Erläuterung der Literarkritik
Die Literarkritik befasst sich laut Fenske mit der Frage nach dem historischen Wachstums eines Textes. Dabei geht sie der Frage nach, ob der Text eventuell aus mehreren Quellen entstand oder durch Streichungen oder Hinzufügungen verändert wurde. Um dieses herauszufinden untersucht man den Text anhand von drei Methoden. Der erste Schritt ist die Kontextanalyse, bei der der Text von dem vorangehenden und nachfolgenden Text abgegrenzt wird, indem Veränderungen des Ortes, der Personen,
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Gattungen, Inhalt und der Zeit herauszustellen. Danach folgt die Kohärenzanalyse, bei der der Text auf Brüche und Spannungen im Darstellungsverlauf untersucht wird. Der letzte Schritt ist der synoptische Vergleich, bei dem die synoptischen Evangelien miteinander verglichen werden, um herauszustellen, welche schriftlichen Quellen dem Text zugrunde liegen. 3
3.2 Kontextanalyse
Anhand der Kontextanalyse erkennt man, dass sich das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl nahtlos an das vorangehende Gleichnis von den bösen Winzern
3 Vgl. Fenske, Arbeitsbuch zu Exegese, S. 27 f.
4 Vgl. Luck, Das Evangelium nach Mt, S. 239.
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anschließt. Die Einleitung von Mt 22,1 bezieht sich auf den Schluss des vorangegangenen Gleichnis, denn es gibt weder einen thematischen Wechsel, da auch dieses Gleichnis vom Reich Gottes handelt, noch gibt es einen Wechsel in der Personenkonstellation, denn eingeleitet wird es durch die Worte, dass Jesus ihnen ein weiteres Gleichnis erzählt 5 . Auch die Formulierung „antwortend“ zu Beginn des Gleichnisses lässt erkennen, dass mit dieser Perikope Be zug auf das vorangegangene Gleichnis von den bösen Winzern genommen wird 6 . Ein weiterer Beleg dafür, dass die Perikopen zusammengehören besteht darin, dass es inhaltliche Übereinstimmungen gibt. Denn in beiden Texten werden die Knechte mehrmals ausgesandt und bei der letzten Aussendung von Untertanen gequält und getötet. Man erkennt also, dass diese beiden Gleichnisse zusammen gehören.
Anders ist es mit dem nachfolgenden Text um die Frage nach der kaiserlichen Steuer. An dieser Stelle gibt es einen Personenwechsel, denn im ersten Teil geht hauptsächlich um die Pharisäer, deren Jünger und die Anhänger des Herodes. Jesus kommt erst an späterer Stelle hinzu. Außerdem treten in diesem Text die Pharisäer nicht persönlich mit Jesus in Kontakt, sondern schicken ihre Jünger. Auch der Beginn des Textes mit dem Wort „damals “ lässt darauf schließen, dass zwischen dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl und der Frage nach der kaiserlichen Steuer einige Zeit vergangen ist. Ein weiterer Aspekt, der darauf hinweist, dass diese beiden Texte nicht aneinander anschließen, ist der Gattungsunterschied, denn die Frage nach der kaiserlichen Steuer ist nicht, wie der vorangehende Text ein Gleichnis, sondern ein Streitgespräch 7 .
3.3 Kohärenzanalyse
Der Text Mt 22,1-14 weis t einige Spannungen und auch Brüche auf. Die erste fragliche Textstelle lässt sich in Vers 3c finden. Es ist seltsam, dass alle geladenen Gäste die Einladung eines Königs zurückweisen. Hinzukommt, dass auch keine Gründe für die Zurückweisung der Einladung genannt werden. Auch ist es sehr unwahrscheinlich, dass jemand öffentlich die Diener des Königs misshandelt oder sogar tötet, wie es in Vers 6a-6c der Fall ist.
Ein deutlicher Bruch innerhalb des Textverlaufes stellt auch die Aussendung des königlichen Heeres in Vers 7b-7d dar. Denn zu Beginn des Textes wird berichtet, dass
5 Vgl. Matthäus 22,1.
6 Vgl. Vögtle, Gott und seine Gäste, S. 47 f.
7 Vgl. Luck, Das Evangelium nach Mt, S. 239.
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Arbeit zitieren:
Nathalie Echterling, 2003, Das königliche Hochzeitsmahl (Mt 22, 1-14). Erarbeitung des matthäischen Gleichnistexts anhand der Methoden der historisch-kritischen Exegese, München, GRIN Verlag GmbH
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