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(LQOHLWXQJ %HJULIIVNOlUXQJ 2.1. Definition Ethik 2.2. Definition Pflegeethik 2.3. Definition Gewalt 2.4. Definition Aggression *UXQGEHJULIIHGHU3IOHJHHWKLN
4.1. Die Vernachlässigung
4.2. Die Misshandlung
8UVDFKHQYRQ*HZDOW 'DUVWHOOXQJGHU*HZDOWLQ3IOHJHHLQULFKWXQJHQ 6.1. Eigene Erfahrungen 6.2. Betroffenenberichte 9RUVFKOlJH]XU9HUPHLGXQJYRQ*HZDOW 5HVPHH /LWHUDWXUYHU]HLFKQLV
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„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ 1
Aber ist die Würde des Menschen auch wirklich unantastbar?
Meine eigenen Erfahrung als Krankenpfleger und die gehäuften Pressemitteilungen zeigen uns, dass das besonders in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und im Rahmen der familiären Betreuung nicht immer der Fall ist.
Zur Zeit leben ca. 660.000 Menschen 2 in Heimen. Sie sind dorthin gezogen, weil sie nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung leben können oder wollen. Die Gründe für einen Umzug in ein Heim sind vielfältig. Zum einen benötigen die Heimbewohner ständige Hilfe, Pflege und Betreuung in Folge schwerwiegender Erkrankungen oder sie wollen nicht mehr allein sein, sondern die Gesellschaft anderer Heimbewohner genießen. Es kommt aber auch vor, dass den Hilfebedürftigen von den eigenen Angehörigen suggeriert wird, nicht mehr in der Lage zu sein, sich selbst zu versorgen und aus falscher Scham und ihrer Hilflosigkeit heraus Niemanden zur Last fallen zu wollen und aus Unwissenheit über die Möglichkeiten der ambulanten Betreuung, sei es der fahrbare Mittagstisch oder hauswirtschaftlichen Hilfen bis hin zur umfassenden ambulanten medizinischen und pflegerischen Betreuung, entscheiden sich viele vor allem ältere Bürger für einen Umzug in ein Heim.
So viele Gründe wie es für einen Umzug in ein Heim gibt, gibt es Gesichter für physische und psychische Gewalt. Dabei steht körperliche Gewalt gar nicht so sehr im Vordergrund. Häufiger werden die kranken und alten Menschen seelisch gequält, eingesperrt, vernachlässigt, finanziell ausgebeutet oder mit Medikamenten ruhig gestellt und so in ihrem freien Willen eingeschränkt. Oft wird dadurch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit verletzt.
Sind nicht auch Wörter wie Rentnerschwemme, Alterslawine, Überalterung versteckte Gewaltwörter, die alte Menschen diskriminieren und Symbole, die Denken und Handeln destruktiv beeinflussen und kollektive Vorurteile schaffen und dadurch Gewalt gegen Alte fördern?
1 Artikel 1, Abs. 1 , Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
2 entnommen dem Memorandum der Aktion gegen Gewalt in der Pflege (AGP),
http://www.selbsthilfe-online.de/sonstiges/agp.shtml
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"In den meisten Fällen geschieht die Gewalt jedoch nicht aus Willkür oder Bösartigkeit, sondern ist das Endprodukt einer langen Kette von Störungen in der Beziehung zwischen Helfendem und Hilfebedürftigem." 3 Betroffen sind in der Regel alle Beteiligten. Es werden Gründe hervorgebracht wie fehlendes Betreuungspersonal, Kostendruck, Zeitmangel, mangelnde Ausbildung, Überlastung.
Aber können das Entschuldigungen sein, um anderen Menschen und vor allem den Menschen, die unserer Hilfe bedürfen Leid zu zufügen? Haben wir uns nicht den Beruf der Krankenpflege gewählt, um Leiden zu lindern? Wollen wir nicht mit unseren Werten und Normen, welche uns von Staat und der christlichen Kirche vorgegeben werden und mit dem in der Krankenpflegeausbildung Erlernten für die, die unsere Hilfe benötigen eine Stütze sein, und die uns anvertrauten Menschen wieder auf den Weg der Gesunden führen? Im nun Folgenden möchte ich versuchen, Ursachen für diese Ausbrüche, wie zum Beispiel mechanische Fixierungen, verbale Schikanen, überdosierter Einsatz von Psychopharmaka aber auch Ohrfeigen, Tritte, Ignoranz, zu finden und mit Hilfe der pflegeethischen Grundregeln die Defizite aufzeigen und erläutern. Ich wünsche mir, dass jeder der diese Arbeit liest und mit der Betreuung anderer Menschen beauftragt ist, sich selbstkritisch mit seinem Tun und Handeln, aber auch mit dem seiner Kollegen auseinandersetzt, um diese Ausbrüche zu minimieren und zu verhindern.
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Um das pflegeethische Problem der Gewalt und der Aggression in der Krankenpflege genauer betrachten zu können, bedarf es einer genauen Definition der Begriffe Ethik, Pflegeethik Gewalt und Aggression.
2.1. Definition Ethik
Unter Ethik (griechisch: Ethos = Sitte, Charakter) versteht man die wissenschaftliche Betrachtung moralischer und sittlicher Fragestellungen. Sie kann uns Antwort geben auf
3 Diakonie Report 1/2000: Gewalterfahrung,
http://www.diakonie.de/publikationen/diakonie_report/2000-1/gewalt.htm
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Fragen: Wie sollen wir leben, was sollen wir tun? 4 Ethik wird auch als die Lehre vom sittlichen Wollen und Handeln des Menschen in verschiedenen Lebenssituationen gesehen. Sie gibt Normen und Maxime vor, die sich aus der Verantwortung gegenüber anderen herleiten. 5 Was unter richtigem Verhalten verstanden wird, hängt davon ab, welche Werte ein ethisches System für das menschliche Leben als zentral ansieht. Beispiele hierfür wären Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden, Entfaltung der Persönlichkeit. Ohne verbindliche Werte und Normen ist ein förderliches Miteinander weder im Privat- noch im Berufsleben möglich.
2.2. Definition Pflegeethik
Ethik spielt besonders in der Pflege eine große Rolle, vor allem in ethisch problematischen Situationen kommen Grundüberzeugungen zum Tragen. Diese problematischen Situationen zwischen Hilfebedürftigen und Pflegenden machen spezifischer Einstellungen notwendig, die für alle Pflegenden charakteristisch sind. Werden diese Einstellungen verfehlt, kann auch nicht die Zuwendung und das angemessene Verhalten seinem Gegenüber aufgebracht werden, welches aber als notwendig erachtet wird. 6 An diesem Punkt kann uns die Pflegeethik weiterhelfen, da sie die Charaktereigenschaften und Fähigkeiten der Pflege beschreibt, die eine menschliche Pflege ausmachen. Zu diesen Eigenschaften zählt beispielsweise die Fähigkeit hinzuhören und darauf zu achten, was Patienten mitteilen wollen.
Die Pflegeethik ist eine Berufsethik, welche sich mit den Fragen und Problemen, die sich aus dem Aufgabenbereich der Pflege ergeben, beschäftigt.
Der ICN (International Council of Nurses) hat dazu Grundregeln entwickelt, auf die ich im Abschnitt 3 besonders eingehen werde.
Pflegeethik soll pflegerisches Urteilen und Handeln unter moralischen Gesichtspunkten untersuchen, kritisch hinterfragen und auf mögliche Fehler hinweisen. 7 Schwester Hilde-Dore Abermeth unterteilt Pflegeethik in die allgemeine Pflegeethik und die christliche Pflegeethik. Die allgemeine Pflegeethik definiert sie wie folgt:“ Menschliches Leben hat seine Würde in sich. Ihr Ursprung liegt darin, dass der Mensch als Mensch geboren wurde.“ Die christliche Pflegeethik beschreibt sie so:“ Menschliches Leben ist von Gott
4 entnommen aus Schwester Hilde-Dore Abermeth, Ethik in der Krankenpflegeausbildung,
http://ausbildung-krankenpflege.de/ARTethik_in_der_krankenpflegeausbil.de 5 Duden, Deutsches Universallexikon A – Z, 2. Auflage, 1989, Dudenverlag Mannheim / Wien / Zürich 6 Uwe Fahr, Positionen der Ethik, http://ethik-info.de/Inhaltsverzeichnis/Pflegeethik_1/pflegeethik_1.html 7 Berliner Medizinische Schriften, Heft 9, Irmgard Hofmann, Aufgaben einer Pflegeethik, Humanitas Verlag Dortmund, 1. Auflage 1996
Quote paper:
Ricco Freyberg, 2001, Gewalt in der Pflege, Munich, GRIN Publishing GmbH
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