Inhalt
Seite
1. Intention der Arbeit 1
2. Übersetzungswahl 2
2.1 Vergleich der Übersetzungen 2
2.2 Begründung der Übersetzungswahl 5
3. Abgrenzung des Textes als Perikope 7
4. Syntaktisch-Narrative Analyse 8
4.1 Schematische Darstellung der Handlungsträger 8
4.2 Handlungsträger 10
4.3 Narrative Programme 10
5. Semantische Analyse 13
5.1 Oppositionen 13
5.2 Textsemantische Analyse 14
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse der semantischen 16
Und syntaktisch-narrativen Analyse
6. Analyse der Funktion der Perikope im unmittelbaren Kontext 16
7. Analyse der Funktion der Perikope im Makrotext 17
8. Intertextualität 17
8.1 Der Prophet Elia 17
8.2 Auferstehung von den Toten 18
9. Synoptischer Vergleich 19
9.1 Betrachtung der Perikope unter wirkungsgeschichtlichen 22
Gesichtspunkten
10. Textpragmatische Erwägungen 23
10.1 Position des Autors mittels der Perikope im Zusammenhang 23
mit der Aussageabsicht des Makrotextes
10.2 Kirchengeschichtliche Wirkung der Perikope 24
11. Schlussbetrachtung 24
11.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 24
11.2 Hermeneutische Reflexion 25
12. Literaturverzeichnis 27
II
1. Intention der Arbeit
Für meine exegetische Hausarbeit zum Neuen Testament werde ich die Perikope Mk 6, 14-34 „Das Ende Johannes des Täufers“ bearbeiten.
Bei der ersten Begegnung mit dieser Perikope drängten sich mir folgende Fragen auf: Herodes ist betrübt, als er das Versprechen einlösen und Johannes töten lassen muss. Muss er ihn denn wirklich töten lassen?
In welchem Verhältnis steht Herodes zu seiner Frau, die er laut Johannes gar nicht haben darf?
In welcher für mich eigenartig oder befremdlich wirkenden Beziehung stehen Herodes und Herodias Tochter zueinender? Weshalb lässt er sich so von dem Mädchen beeinflussen und akzeptiert somit den Tod einer Person, der, wenn es nach ihm ginge, nicht notwendig gewesen wäre?
Diese persönlichen Fragen weckten bei mir das Interesse, mich näher mit dieser Perikope mittels einer neutestamentlichen Exegese zu befassen.
Im Wesentlichen erhoffe ich mir bei der Bearbeitung der Perikope einen detaillierten Einblick in das Markusevangelium als Grundlage für ein Verständnis des gesamten Neuen Testaments. Außerdem erachte ich es für sehr wichtig - auch im Hinblick auf mein weiteres Theologie-Studium- neue Erkenntnisse über Vorgehensweisen und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens zu erlangen. Dabei scheint es mir sinnvoll, zunächst keine Sekundärliteratur heranzuziehen, um so zu einem ersten eigenen Textverständnis zu gelangen. Eine besondere Perspektive klammere ich für die Analyse meiner Perikope trotz der oben angeführten persönlichen Fragen aus. Meines Erachtens ist es von großer Wichtigkeit sich uneingeschränkt dem Text gegenüber zu öffnen, um die gesamte Sinnweite angemessen erfassen zu können, statt bereits im Vorfeld determiniert zu sein.
1
2.2 Begründung der Übersetzungswahl
Ich habe folgende Übersetzungen der Perikope Markus 6, 14-29 miteinander verglichen, um einen angemessenen Text zur Anfertigung meiner Exegese auszuwählen:
-Die Bibel, nach der Übersetzung Martin Luthers
-Die Zürcher Bibel
-Die Einheitsübersetzung
-Das Neue Testament, nach der Übersetzung Friedolin Stiers
Um mich für eine der vier Übersetzungen zu entscheiden, habe ich diese in der vorangegangenen Tabelle nebeneinander angeordnet und Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede herausgearbeitet und hervorgehoben.
Auf diese Weise war es mir möglich, einen umfassenden Blick auf die verschiedenen Texte und ihre Eigenheiten zu erlangen.
Schon das äußere Erscheinungsbild weist Unterschiede zwischen den Perikopen auf: Bei der Übersetzung von Fridolin Stier wurde gänzlich auf eine der Perikope vorangehende Überschrift verzichtet, während bei der Einheitsübersetzung noch eine zusätzliche Überschrift nach Vers 16 eingefügt wurde, die den gleichen Titel trägt wie die Perikope in der Zürcher Ausgabe (Die Enthauptung Johannes des Täufers). Vers 1-16 stehen unter dem Titel Das Urteil Herodes über Johannes.
Durch das Weglassen einer Überschrift bei Stier ist dem Leser die Möglichkeit eröffnet, den Inhalt des Textes als solchen und vor allen Dingen seine Aussage eigenständig zu erarbeiten, statt von einem bereits interpretierten Titel beeinflusst, im schlimmsten Fall sogar fehlgeleitet zu werden. In der eigentlichen Übersetzung überzeugt mich Stier allerdings nicht. Es scheint beinahe so, als habe er durch die z.T. schwer verständliche Satzkonstruktion versucht, seinem Text eine unverkennbare stilistische Note zu verleihen. So schreibt er z.B. in Vers 26: “Und ward auch tief betrübt der König“. Bei Luther dagegen liest man: „Und der König wurde tief betrübt“.
Das Versehen der Perikope mit zwei Überschriften bei der Einheitsübersetzung gibt dem Text eine zusätzliche Struktur. Die Titel verraten dem Leser im Voraus, worum es sich in dem Textabschnitt handelt und erleichtern somit das Textverständnis.
Befasst man sich mit der Verständlichkeit der Texte, so fällt auf, dass die Einheitsübersetzung
- ganz besonders im Vergleich zu Stier - viele leicht verständliche Formulierungen enthält
5
(z.B. „Hofbeamte“, „Offiziere“, „vornehmste Bürger“ statt „Große“, „Obristen“, „erste Männer“) und teilweise den Stil einer Geschichte annimmt: „Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit...“. In besonders auffälliger Weise tritt in Erscheinung, dass Herodes laut der Einheitsübersetzung sogar mit Johannes sprach (V. 20), während er ihm bei Luther, Zwingli und Stier nur zuhörte. Diese ungenaue Übersetzung des griechischen Aorist- Partizips a???sa? a?t?? kann zu einem falschen Textverständnis führen, da ein Gespräch zwischen Herodes und Johannes dem Leser eine engere Bindung suggeriert als sie in Wirklichkeit existiert. Möglicherweise kann sich durch die Darstellung des Geschehens im Stile einer Geschichtserzählung bei der Einheitsübersetzung die Chance ergeben, neue Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Schüler etc.) für die Bibel zu interessieren bzw. deren Inhalt und Botschaft als nach wie vor zeitgemäß zu präsentieren. Obwohl die katholische Einheitsübersetzung als offizielle Übersetzung anerkannt ist, schließe ich persönlich sie jedoch für meine Anfertigung einer Exegese aus, da es meiner Ans icht nach Ziel der Übersetzung sein sollte, sich möglichst nah am griechischen Original zu orientieren, um somit die wahre Intention des Autors zu erkennen.
Die Übersetzung von Martin Luther und der Zürcher Bibel weisen bei näherer Betrachtung keine gravie renden Unterschiede auf. Der Sinn der Texte ist in beiden Übersetzungen der gleiche, nur wurden des öfteren unterschiedliche Formulierungen gewählt. Beide werdenwie auch die katholische Einheitsübersetzung- im deutschen Sprachraum in den großen Kirchen als offizielle Übersetzung verwandt. Die Übersetzung der Zürcher Bibel gilt weitgehend als sehr präzise und fundiert. Dennoch habe ich für die Anfertigung meiner neutestamentlichen Exegese die Übersetzung Martin Luthers gewählt. Meine Entscheidung basiert weniger auf syntaktischen Formalien als auf persönlich-emotionalen Eindrücken. Martin Luther beeindruckt mich als Persönlichkeit. Sowohl im Geschichts- bzw. im Religionsunterricht als auch im weiterführenden Studium wurde mir die historische Tragweite seines Handelns für die Verbreitung des Christentums aufgezeigt. Binnen kürzester Zeit übersetzte er das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche und schaffte damit die Voraussetzungen für einen überregionalen reformatorischen Wandel. Endlich hatte auch das „gemeine“ Volk die Möglichkeit, die Heilige Schrift zu lesen und die Lehre Jesu Christi in ihrem ursprünglichen unverfälschten Sinne zu verstehen.
6
Arbeit zitieren:
Birte Hundhammer, 2004, Neutestamentliche Exegese zur Perikope Markus 6, 14-29, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Frage des Herodes, Mk 6,14-16
Verschiedene Analyseansätze
Theologie - Biblische Theologie
Seminararbeit, 21 Seiten
Freies Schreiben heißt eigene Wege kennen
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 21 Seiten
Verhaltensauffälligkeiten bei Jugendlichen
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Unterrichtsentwurf, 40 Seiten
Spezielle gesundheitliche Probleme im Jugendalter: Essstörungen
Seminararbeit, 24 Seiten
Das Problem der Magersucht und schulische Präventionsmöglichkeiten
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Examensarbeit, 95 Seiten
Der Zusammenhang von sexuellem Missbrauch und Essstörungen
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Diplomarbeit, 109 Seiten
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 23 Seiten
Birte Krüger hat den Text Neutestamentliche Exegese zur Perikope Markus 6, 14-29 veröffentlicht
Birte Krüger hat einen neuen Text hochgeladen
Neutestamentliche Exegese im 21. Jahrhundert
Grenzüberschreitungen. Für Joa...
Thomas Schmeller
Neutestamentliche Exegese im Dialog
Hermeneutik - Wirkungsgeschich...
Peter Lampe, Moisés Mayordomo, Migaku Sato
Apollonios von Tyana in der neutestamentlichen Exegese
Forschungsbericht und Weiterfü...
Erkki Koskenniemi
Einführung in die graphologische Methode von Moretti
Giancarlo Galeazzi, Fermino Giacometti, Nazzareno Palaferri, Elisabeth Stipanek Klauer
0 Kommentare