Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung 3
1 Offener Unterricht 4
1.1 Problemstellung 4
1.2 Begriffserklärung Offener Unterricht 4
1.3 Öffnung der Schule 5
1.3.1 Inhaltliche Öffnung 5
1.3.2 Methodische Öffnung 5
1.3.3 Organisatorische Öffnung 5
1.4 Merkmale des Offenen Unterrichts 6
1.5 Ausgestaltung verschiedener Lernbedingungen 6
1.6 Formen des Offenen Unterrichts 7
1.6.1 Wochenplan 7
1.6.2 Freiarbeit 8
1.6.3 Stationenlernen 9
1.6.4 Projektunterricht 9
1.6.5 Werkstattunterricht/Atelierunterricht 10
1.6.6 Gesprächskreis 11
2 Motive und Grundlagen Offenen Unterrichts 11
2.1 Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen 11
2.1.1 Familiäre Lebenswirklichkeit 12
2.1.2 Elterliche Erziehungsmethoden 12
2.1.3 Umgang mit Medien 13
2.1.4 Spiel- und Freizeitverhalten 13
2.1.5 Die multikulturelle Gesellschaft 14
2.1.6 Umweltbedingungen 14
2.1.7 Industrie und Wirtschaft 14
2.2 Ziele des Offenen Unterrichts 15
2.2.1 Raum und Zeit schaffen für die Durchführung der vom Kind selbst gewählten
Aktivitäten 15
2.2.2 Förderung der Selbständigkeit und Eigenverantwortung 16
2.2.3 Stärkung des Selbstvertrauens und der Persönlichkeitsbildung 16
2.2.4 Entwicklung des Problembewusstseins 16
2.2.5 Erhaltung bzw. Entwicklung der kindlichen Neugier und Lernfreude 16
2.2.6 Ganzheitliches Lernen 17
2.2.7 Soziales Lernen 17
3 Bedarf Offener Unterricht einer Planung? 17
3.1 Offene Unterrichtsplanung 17
3.2 Prinzipien Offener Unterrichtsplanung 18
3.2.1 Offenheit des Planes für notwendig werdende Veränderungen 18
3.2.2 Alternativen für vorgesehene Vorgänge 18
3.2.3 Offenlegung der Entscheidungsvorgänge 19
3.2.4 Kooperation von Lehrer und Schüler 19
3.2.5 Personalität der Beteiligten 19
4 Fazit 20
5 Literaturverzeichnis 21
2
0 Einleitung 1
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema „Offener Unterricht und Unterrichtsplanung“. Da sich die deutsche Grundschulpädagogik seit den 1980er Jahren verstärkt auf Konzepte der Reformpädagogik vom Anfang des 20. Jahrhunderts besinnt, sucht man unter dem Schlagwort „Öffnung von Unterricht“ nach Möglichkeiten, Unterricht so zu gestalten, dass Kinder ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechend ihren Lernprozess individuell und aktiv mitbestimmen können. Im ersten Kapitel erfolgen eine Begriffserklärung des Offenen Unterrichts sowie eine Beschreibung der Merkmale Offenen Unterrichts. Darüber hinaus werden geeignete Unterrichtsformen betrachtet, die das selbständige Lernen und eigenverantwortliche Handeln der Schüler 2 fördern. Das zweite Kapitel enthält Ausführungen über die Motive und Grundlagen Offenen Unterrichts, wobei veränderte gesellschaftliche und individuelle Rahmenbedingungen sowie die daraus folgenden Aspekte der veränderten Kindheit skizziert werden. Die aus diesen Veränderungen resultierenden Zielsetzungen des Offenen Unterrichts werden im Anschluss dargelegt. Im dritten Kapitel wird die Offene Unterrichtsplanung thematisiert, wobei die Prinzipien dieser Form der Planung umrissen werden.
Leitendes Interesse bei der Erstellung dieser Arbeit war, aus der komplexen Thematik des Offenen Unterrichts die wichtigsten Inhalte darzustellen und ihre Bedeutung für die Unterrichtsplanung und die praktische Durchführung des Unterrichts zu beleuchten.
1 Die vorliegende Arbeit wurde nach den Regeln der neuen Rechtschreibung verfasst.
2 Die Bezeichnung „Schüler“ umfasst in der gesamten Seminararbeit stets beide Genera, sowohl feminin als auch maskulin.
3
1 Offener Unterricht
1.1 Problemstellung
Besonders in den letzten zehn Jahren entfachte sich eine schulpolitische und pädagogische Diskussion, die den Offenen Unterricht, Öffnung von Schule, offene Curricula etc. thematisierte, wobei die Subjektivität des Kindes und die Kritik an geschlossenen Curricula in den Mittelpunkt rückten. Die weitgehende Ausklammerung der Schülersubjektivität wird hauptsächlich der Dominanz des lernzielorientierten Unterrichts zugeschrieben. 3 Die teilweise übertriebene Kritik an der lernzielorientierten Didaktik löste erhebliche Missverständnisse in der Praxis aus. Offener Unterricht wurde häufig mit laissez faire verbunden. Man verstand diesen als Unterricht, der unkontrolliert bzw. unkontrollierbar ablaufen müsse, und bei dem jegliche lernzielorientierte Unterrichtsplanung abgelehnt werden müsse. Nach wie vor muss jedoch die Forderung nach
Lernzielorientierung von Unterricht für jeden schulischen Unterricht erfüllt werden, das heißt, die Kritik am lernzielorientierten Unterricht bedeutet nicht, dass der Begriff des Offenen Unterrichts ein Synonym für lernzielfreien Unterricht ist. 4
1.2 Begriffserklärung Offener Unterricht
Es existiert bislang keine eindeutige Definition für den Begriff des Offenen Unterrichts, was folgendes Zitat JÜRGENs deutlich machen soll. „Den Offenen Unterricht gibt es nicht! Man kann "Offenen Unterricht" als einen Ober- bzw. Sammelbegriff oder [...] als eine "Bewegung" bezeichnen, so wie man auch von der "Reformpädagogik" als eine (internationale) Bewegung spricht.“ 5 Auch WALLRABENSTEIN charakterisiert Offenen Unterricht als „Sammelbegriff für unterschiedliche Reformansätze in vielfältigen Formen inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Öffnung mit dem Ziel eines veränderten Umgangs mit dem Kind auf der Grundlage eines veränderten Lernbegriffs.“ 6 Folglich stellt der Ausdruck Offener Unterricht eine Begriffseinheit für „verschiedene Reformansätze“ 7
3 Vgl. Jürgens, E.: Die ?neue? Reformpädagogik und die Bewegung Offener Unterricht. Theorie, Praxis und Forschungslage, Sankt Augustin, 1994. S. 11.
4 Vgl. ebenda, S. 13.
5 Zit. n. Jürgens, E.: a.a.O., S. 24.
6 Zit. n. Wallrabenstein, W.: Offene Schule - Offener Unterricht, Re inbek, 1994. S. 54.
7 Zit. n. ebenda, S. 54.
4
dar, die sich auf unterschiedliche Theorien beziehen - von PESTALOZZI bis MONTESSORI, von den deutschen Reformpädagogen wie PETERSEN oder GAUDIG bis hin zum französischen Reformpädagogen FREINET. Der Begriff des Offenen Unterrichts wurde aus den in England gebräuchlichen Ausdrücken „open education“ und „informal education“ sowie aus dem in den USA verwendeten Begriff „open classroom“ entwickelt. 8
1.3 Öffnung der Schule
Offener Unterricht ist weitgehend im Zusammenhang mit der Öffnung der Schule zu verstehen. Er schließt die inhaltliche, methodische und organisatorische Öffnung der Schule ein. 9
1.3.1 Inhaltliche Öffnung
Die inhaltliche Dimension beinhaltet die Bereitstellung vielfältiger Lernangebote und das Einbeziehen lebensrelevanter Lerninhalte und Erfahrungen der Kinder. 10
1.3.2 Methodische Öffnung
Die methodische Dimension schließt die Wahl neuer Unterrichtsformen zur Erschließung der Thematik sowie die Mitgestaltung des Unterrichts durch die Kinder ein. 11
1.3.3 Organisatorische Öffnung
Die organisatorische Dimension betrifft die Organisation von Lehr- und Lernprozessen, wobei eine Öffnung für veränderte Unterrichtsabläufe und Organisationsformen des Unterrichts, wie z.B. Freie Arbeit, Projekte und Wochenpläne, erfolgen soll. 12
8 Vgl. Wallrabenstein, W.: a.a.O., S. 54.
9 Vgl. Von Martial, I.; Bennack, J.: Einführung in schulpraktischen Studien. Vorbereitung auf Schule und Unterricht, 6. Auflage, Baltmannsweiler, 2000. S. 129.
10 Vgl. Wallrabenstein, W.: a.a.O., S. 54.
11 Vgl. ebenda, S. 54-55.
12 Vgl. ebenda, S. 55.
5
1.4 Merkmale des Offenen Unterrichts
Offener Unterricht ermöglicht den Schülern Mitbestimmung an unterrichtlichen Entscheidungen bezüglich der Inhalte, Arbeitsweisen und Materialien. Zudem werden Erfahrungen, Bedürfnisse und Fragen der Schüler einbezogen sowie die unterschiedliche Ausgangslage der Schüler berücksichtigt. Offener Unterricht bietet ein vielfältiges Angebot an Arbeitsmaterialien und Lernsituationen. Darüber h inaus werden soziale Beziehungen und kooperatives Verhalten gefördert. 13 Die Lehrerrolle verändert sich dahingehend, dass die Dominanz eingeschränkt wird und der Lehrer 14 eine Berater-, Moderator- und Helferrolle einnimmt. Demgemäß wird den Schülern größere Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit übertragen. 15
1.5 Ausgestaltung verschiedener Lernbedingungen
- Lernumwelt: z. B. Klasse mit Werkstattcharakter, offene Lernflächen und -zonen, Leseecke, Karteienregale, Forschertisch, Klassendruckerei, Bastelecke, Fördermaterialien etc.
- Lernorganisation: z.B. Freie Arbeit, flexible Tages- und Wochenpläne, Projekte, individuelle Zeiteinteilung, wenig
Frontalphasen, Lernberatung, Sitzkreis, Klassenrat etc.
- Lernmethoden: z.B. reichhaltige Formen entdeckenden, praktischen Lernens, Freiheit bei individueller Arbeit,
Selbstkontrolle, freie Entscheidungen für Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe, Möglichkeiten für Experimente etc.
- Lernatmosphäre: individuelle Lernvoraussetzungen der Lerner akzeptieren, Förderungsorientierung, Vertrauen und gegenseitige Offenheit, deutliche Abmachungen und Regeln, Förderung des Gemeinschaftsgefühls etc.
- Lerntätigkeiten: Kinder arbeiten praktisch, stellen etwas her, untersuchen, entscheiden über Inhalte, stimmen über gemeinsame Vorhaben ab, experimentieren, verfassen freie Texte,
dokumentieren, besprechen Konflikte, diskutieren etc.
13 Vgl. Peterßen, W. H.: Handbuch Unterrichtsplanung: Grundfragen, Modelle, Stufen, Dimensionen, München, 1982. S. 144.
14 Die Bezeichnung „Lehrer“ umfasst in der gesamten Seminararbeit stets beide Genera, sowohl feminin als auch maskulin.
15 Vgl. Bennack, J.: Schulaufgabe: Unterricht, a.a.O., S. 64.
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Christina Weiser, 2005, Offener Unterricht und Unterrichtsplanung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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