INHALTSVERZEICHNIS:
1. Einführung: Iber-Romanisch im westlichen romanischen Komplex Seite 3
2. Die Entstehung des kastilischen Dialekts Seite 3
3. Phonologische Veränderungen Seite 5
4. Morphologische Veränderungen Seite 7
4.1. Das Nomen-System Seite 7
4.2. Die Pronomen Seite 7
4.2.1. Pronomen der 1 /2 /3. Person Seite 7
4.2.2. Possesivpronomen Seite 8
4.2.3. Der bestimmte Artikel und die Demonstrativa Seite 8
4.3. Das Ver-System Seite 8
Literaturverzeichnis Seite 10
Anhang: Handout des Referats Seite 12 /13
2
1. Einführung: Iber-Romanisch im westlichen romanischen Komplex:
Die Sprache des späten weströmischen Reiches war durch die regionalen und sozialen Unterschiede charakterisiert. Da das Schrifttum "klassisches Latein" blieb, ist es schwierig herauszufinden, welche sprachlichen Erscheinungen typisch für eine Region waren. Die Rechtschreibung wurde nicht den lautlichen Veränderungen angepaßt und wir finden nur kurze Hinweise darauf, wie gesprochene Sprache gewesen sein könnte. Im allgemeinen sind wir angewiesen auf: (1) Fehler in geschriebenen Texten, die von Personen gemacht wurden, die nicht so erfahren im klassischen Latein waren und daher Wörter so aufschrieben, wie sie von der Aussprache her glaubten, daß diese so geschrieben werden und (2) einige nicht literarische Arbeiten oder Glossen, die ungebräuchliches Vokabular erklärten und auch mehr Phänomene des gesprochenen Romanisch aufweisen könnte. 1
2. Die Entstehung des kastilischen Dialekts:
Wenn wir die Veränderung der Sprache betrachten, müssen wir auch den sozialen Kontext berücksichtigen, müssen wir auch den sozialen Kontext berücksichtigen, da bestimmte Veränderungen durch den Kontakt zu Sprechern einer anderen Sprache bestimmt werden. Der kastilische Dialekt, der später zur spanischen Sprache wurde, wurde auch durch solche Einflüsse verändert:
Zum einen kam es zur maurischen Invasion, die Spanien in zwei Teile teilte. Das späte westgotische Reich wurde politisch geschwächt und 711 nach Christus kam es zum Zerfall des Westgoten Reiches.
Die erste Reaktion der Mehrheit der Einwohner der Halbinsel auf die maurische Invasion war anscheinend ziemlich mild. Die Eroberer waren im allgemeinen liberal in ihrer Behandlung der hispano-romanischen und gotischen Bevölkerung. Von den Christen wurde keine Konvertierung zum Islam erzwungen und für die arme Bevölkerung, die schon unter der gotischen Herrschaft gelitten hatte, war ein Wechsel von einer Oberherrschaft zur anderen kaum ein Grund des Bedauerns. Deren Leben setzte sich unter einem Emir genauso vor wie unter einem christlichen König. Zum anderen war die Situation im Norden anders. Die meisten nördlichen gebiete waren unter römischer und westgotischer Herrschaft nicht besonders zivilisiert. Romanische Kultur war zwar auch schon im Norden verbreitet, aber sicherlich abgeschwächter durch die Verspätung der
1 Lloyd 1989, 171f
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Verbreitung und durch das Fehlen - zumindest in den meisten Gebieten - der Urbanisierung sowie im Süden oder an den Küstengebieten. Im Vergleich zu anderen Gebieten der Halbinsel war der Norden wohl nur halb romanisiert. 2
Wann die einheimischen Sprachen durch Latein verdrängt worden sind, ist nicht sicher. Das Weiterbestehen des Baskischen in den Pyrenäen und in den angrenzenden Gebieten ist ein Beweis dafür, daß Latein nicht überall die dominante Sprache wurde. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die einheimischen Sprachen in anderen nördlichen Gebieten bis zum Beginn des Mittelalters in Gebrauch blieben. Zur Zeit der maurischen Invasion dürfte es jedenfalls noch ziemlich viele Sprecher einer vorromanischen Sprache gegeben haben. Wahrscheinlich war der entscheidende Schlag gegen diese Sprachen die Konvertierung der vorromanischen Sprecher zum Christentum. In jenen Gebieten, in denen weiterhin Baskisch gesprochen wurde, war die alte Tradition anscheinend stark genug, um auch nach dem Übertritt der Basken zum Christentum zu existieren. Die Region, die kastilisch wurde, hatte während römischer und westgotischer Zeiten keine spezielle Wichtigkeit. Weder war das Gebiet einheitlich noch die einheimischen Völker, die dieses Gebiet bewohnten.
Der Norden wurde nicht gleich von den Mauren besetzt, und es kam auch zu keiner dauernden maurischen Besiedelung. In der Mitte des 8. Jahrhunderts etablierte sich in Olviedo eine unabhängige Monarchie und dessen König Alfonso I. betrieb eine Politik der Konzentrierung der Bevölkerung in den Bergen, schuf dabei eine unbewohnte Zone im Tal des Flusses Duero, um eine Art Niemandsland zischen seinem Gebiet und dem Süden zu schaffen. Die Bevölkerung dieser Monarchie wuchs an, und die christlichen Könige konnten daran denken, ihre Grenze nach Süden zu verschieben. - Die "Reconquista" konnte beginnen.
Das Gebiet, das kastilisch wurde, war ursprünglich eine kleine Region südlich des Kantabrischen Gebirges. Da dieses Gebiet außerhalb der natürlichen Schutzzone des Gebirges lag, wurden die Siedlungen durch Burgen befestigt. Die Zahl der Burgen war anscheinend so hoch, daß zu Beginn des 9. Jahrhunderts dieses Gebiet allgemein als "Platz der Burgen" - lateinisch "CASTELLA" - bezeichnet wurde, von dem sich der Name Kastilien ableitet. Trotzdem blieb das kastilische Gebiet, nachdem es sich nach Süden ausgedehnt hatte, ein Grenzgebiet. Im Westen, also in León, waren die Siedlungen mehr oder weniger unter der Kontrolle des Königs, den hohen Adligen und anderen verschiedenen kirchlichen und monastischen Einrichtungen. In Kastilien war aber die Besiedelung eher von zivilem Charakter. Daher war es einem Mann niedriger Herkunft, der aber ehrgeizig war, möglich, die Ränge des niedrigen Adels zu erreichen und seine Kinder als fijos dalgo zu etablieren, falls es ihm gelang, militärische Erfolge und Schläge gegen den Süden zu erringen.
Einer der Effekte dieser sozialen Mobilität, die die frühe kastilische Gesellschaft charakterisierte, war eine größere Einheit der Sprache, nachdem die Bevölkerung von verschiedenen Regionen in einer neu besiedelten Zone zusammengemischt war, und drängte isolierte dialektische
2 Sánchez Albornoz 1956, 74
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Birgit Hittenberger, 1998, Vom Altlatein zum Altspanisch, Munich, GRIN Publishing GmbH
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