,,QKDOWVYHU HLFKQLVV
1. Problemstellung ------------------------------------------------------------------------------------------------------- 4
2. Ziel und Aufbau der Arbeit ------------------------------------------------------------------------------------------ 4
3. Transaktionskostentheorie------------------------------------------------------------------------------------------ 5
3.1 Entwicklung der Transaktionskostentheorie ------------------------------------------------------- 5
3.2 Phasen und Arten der Transaktion------------------------------------------------------------------- 6
3.3 Determinanten der Transaktion ----------------------------------------------------------------------- 7
4. Die Kooperation ------------------------------------------------------------------------------------------------------ 12
5. Arten von Kooperationen ------------------------------------------------------------------------------------------ 15
6. Ziele der zwischenbetrieblichen Kooperation ----------------------------------------------------------------- 19
7. Vorteile von Kooperationen---------------------------------------------------------------------------------------- 21
8. Gefahren von Kooperationen ------------------------------------------------------------------------------------- 24
8.1 Transaktionskostenspezifische Vorteile------------------------------------------------------------ 24
8.2 Allgemeine Vorteile----------- -------------------------------------------------------------------------- 28
9. Virtuelle Unternehmen - Fallbeispiel I -------------------------------------------------------------------------- 29
9.1 Definition und Einsatzbereiche ----------------------------------------------------------------------- 29
9.2 'Virtuelle' Transaktionskosten' ------------------------------------------------------------------------ 30
9.3 'Virtuelle Transaktionskosten' im Detail ------------------------------------------------------------ 31
10. E-commerce - Fallbeispiel II ------------------------------------------------------------------------------------- 32
10.1 Definition und Einsatzbereiche --------------------------------------------------------------------- 32
10.2 Transaktionskosten des E-Commerce im Detail ----------------------------------------------- 34
11. Zusammenfassung ------------------------------------------------------------------------------------------------ 36
12. Literaturverzeichnis ------------------------------------------------------------------------------------------------ 38
,, EELOGXQJVYHU HLFKQLV
Abbildung 1: Transaktionskosten in Abhängigkeit von der Spezifität
Abbildung 2: Informationsverkeilung als Konsequenz der Annahmen
Abbildung 3: Dimensionen von Transaktionskosten und Implikationen auf
Koordinationen
Abbildung 4: Abgrenzung Markt - Kooperation - Hierarchie
Abbildung 5: Startseite der Homepage „expedia.com“
2
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Tabelle 1: Kooperationsformen im Vergleich zur Hierarchie und Markt im Transaktionskostenvergleich Tabelle 2: Virtuelle Transaktionskosten im Detail Tabelle 3: Transaktionskosten E-Commerce im Detail
3
3UREOHPVWHOOXQJ
In der letzten Zeit sehen sich immer mehr Unternehmen veränderten Wettbewerbssituationen gegenüber, die aus der Globalisierung der Märkte, der Steigerung der fixen Kosten, der immer unsicherer werdenden Umwelt und dem oftmaligen Wandel der Kundenbedürfnisse resultieren. Neben Diversifikations- und Akquisitionsstrategien bieten sich in diesem Zusammenhang auch noch die Kooperationsstrategien als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen an. Mit dieser Arbeit wollen wir versuchen, die zwischenbetriebliche Kooperation als alternative Organisationsform mit Hilfe des Transaktionskostenansatzes zu erklären. =LHOXQG$XIEDXGHU$UEHLW
Im ersten Teil der Arbeit wollen wir zunächst die Grundlagen der zwischenbetrieblichen Kooperation festlegen, wobei wir etwas genauer auf die verschiedenen Kooperationsvarianten, wie zum Beispiel „Keiretsu“, „Joint Venture“ usw. eingehen werden. Darauf folgend werden wir kurz den Transaktionskostenansatz im allgemeinen vorstellen, und danach diesen Ansatz als Grundlage für das Entstehen von Kooperationen anwenden. Wir wollen jedoch der heutigen Zeit - mit der Informations-und Kommunikationstechnologie, als „driving force“ zur Transaktionskostenersparnis - Rechnung tragen, und deshalb die virtuellen Organisationen und den E-Commerce ausführlicher behandeln.
4
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(QWZLFNOXQJGHUU7UDQVDNWLRQVWKHRULH
Den Anstoß zur Transaktionskostentheorie gab 5RQDOGG + &RDVH. Er fragte, warum Transaktionen in Marktwirtschaften in beträchtlichem Umfang von Unternehmen mittels unternehmerischer Anweisungen und nicht, wie von der Neoklassik gefordert, über Märkte und Preise abgewickelt 1 Coase erkannte, daß sich unternehmensinterne und unternehmensexterne Verträge und werden.
Verfahren unterscheiden. Die unternehmensinterne Steuerung besteht, gegründet auf einmalig geschlossenen und eher unspezifizierten Arbeitsverträgen darin, daß Aktivitäten und Beziehungen fallweise per Anweisung oder laufender Einigung koordiniert werden. Dagegen liegen den externen Austauschbeziehungen relativ spezielle und ständig neu abzuschließende Verträge zwischen 2 unabhängigen Tauschpartnern zugrunde. Die im Verlaufe dieser Abstimmungsprozesse
entstehenden Kosten nannte &RDVH Transaktionskosten. An jenem Punkt, wo sich die Grenzkosten der Transaktionsformen Markt und Hierarchie annähern, befinden sie sich im Gleichgewicht, was effizient ist.
Williamson hat Anfang der 70er Jahre die Transaktionskostentheorie aufgegriffen und wesentlich weiterentwickelt. Sein Verdienst ist es, die Bestimmungsfaktoren der Transaktionskosten zu 3 konkretisieren und die Bedingungen zu nennen, die die Höhe der Transaktionskosten bestimmen. (vgl. Kapitel 3.3 Determinanten der Transaktionskosten) Dabei bestätigt er die Auffassung, „dass Markt und Hierarchie alternative Formen der Koordination von wirtschaftlichen Aktivitäten sind und dass ihre relative Effizienz darüber entscheidet, ob eine Transaktion über den Markt oder organisationsintern durchgeführt wird.“ 4 Darüber hinaus erweitert er den Theorierahmen um die Faktoren Verhaltensannahmen und Umweltfaktoren.
Aus diesem Grund sind die Transaktionskosten sind die Grundlage der Transaktionskostentheorie, die erklären möchte „warum bestimmte Transaktionen in bestimmten institutionellen Arrangements mehr 5 oder weniger effizient abgewickelt und organisiert werden können.“ Dabei werden die 6 bezeichnet. Transaktionskosten als die „Kosten der Koordination wirtschaftlicher Aktivitäten“
Erfolgt der Leistungsaustausch zwischen den einzelnen Unternehmensteilen, so spricht man von einer internen Transaktion, und erfolgt der zwischen selbstständigen Unternehmen auf dem Beschaffungs-
1 vgl.(Adolphs, 1996) [S.117]
2 vgl. (Dietrich, 1994) [S. 17]
3 vgl. (Fontanari, 1994) [S. 97]
4 (Weder, 1989) [S. 90]
5 vgl. (Kieser, 1999) [S. 225]
6 vgl. (Vetschera, 1998) [S. 7]
5
oder auf dem Absatzmarkt wird von einer externen Transaktion gesprochen. Dabei kann man jede 7 Transaktion in verschiedene Phasen zerlegen:
3KDVHQQXQGG$UWHQQYRQ7UDQVDNWLRQVNRVWHQQ
'LHH 3ODQXQJVSKDVH Dies ist die vorvertragliche Phase der eigentlichen Transaktion, die wiederum eingeteilt werden kann in:
Anregungsphase: Ein Bedarf an zusätzlichen Gütern oder Leistungen wird festgestellt
Suchphase: Suche nach potentiellen Partnern
Auswahlphase: Wahl des geeigneten Transaktionspartner und Festlegung einer adäquaten
'LH9ROO]XJVSKDVH In dieser Phase wird die eigentliche Transaktion ausgeführt
Abschlussphase: Der Abschluss mit dem gefundenen Partner
Durchführungsphase: Der Austausch von Leistung und Gegenleistung
Kontrollphase: Kontrolle, ob der Austausch korrekt durchgeführt wurde
Aus diesen Phasen können die Transaktionskosten gegliedert werden in: 8
• Suchkosten
• Anbahnungskosten • Vereinbarungskosten • Abwicklungskosten • Kontrollkosten • Durchsetzungskosten • Anpassungskosten
7 vgl. (Vetschera, 1998) [S. 8]
8 vgl. (Vetschera, 1998) [S. 8/9]
6
Das zugrundeliegende Problem ist also nicht die ökonomische Aktivität an sich sondern die Form ihrer Abwicklung. Dabei beruhen die Transaktionskosten im wesentlichen auf den folgenden Faktoren:
'HWHUPLQDQWHQQGHUU7UDQVDNWLRQVNRVWHQ
Verhaltensannahmen:
Eingeschränkte Rationalität Unter der begrenzten oder eingeschränkten Rationalität versteht man das „Unvermögen von Individuen, alle Informationen für eine Transaktion aufzunehmen, zu speichern, zu verarbeiten und zu übertragen.“ 9 Daher verhindert sie somit beim Abschluss eines Vertrages die Erfassung aller Elemente eines komplexen und differenzierten
Sachverhaltes. 10 Angesichts der begrenzten Rationalität im realen Leben müssen daher Planungskosten und die Anpassung und Kontrolle von Transaktionen in die Diskussion miteinbezogen werden.
Opportunistisches Verhalten: Die Menschen verhalten sich nur beschränkt rational und dafür opportunistisch. Deshalb können sich Verhandlungspartner nicht völlig gegenseitig vertrauen. Deshalb werden die Geschäftspartner bemüht sein, sich nicht auf solche unsicheren Geschäfte einzulassen. Es kann aber auch passieren, dass es keine andere gleichwertige Alternative gibt, weil nur wenig Transaktionspartner zu Verfügung stehen. Dieses Problem bezeichnet man in der Literatur als „small-numbers“-Situation, das heißt, die Anzahl der für eine bestimmte Transaktion in Frage kommenden Marktpartnern ist gering. 11 Folglich sind rechtliche Absicherungen und Kontrollmaßnahmen beim Vertragsabschluß nötig. Dabei entstehen aber in
9 (Paquin, 2000) [S. 104]
10 vgl. (Jung, 1999) [S. 34]
11 vgl. (Weghaupt, 1995) [S. 27]
7
Abhängigkeit von der Art der Transaktion, wie zum Beispiel bei der Anpassung der Leistung im Hinblick auf die sich ändernden Umweltbedingungen zusätzliche Kosten. Es ist aber nicht unbedingt entscheidend, ob der Transaktionspartner eine Gelegenheit zum opportunistischen Verhalten wahrnimmt, sondern dass er einfach die Möglichkeit dazu hat, was wiederum im vorhinein schwer feststellbar ist, auch aufgrund der beschränkten Rationalität der einzelnen Transaktionspartner. 12
Umweltfaktoren:
Unsicherheit und Komplexität: Das Ausmaß an Umweltunsicherheit hat erheblichen Einfluss auf den Einigungsprozess zwischen den
Transaktionspartnern. 13 Sofern man die Transaktionsleistungen anpassen muss, ergibt sich jedes Mal von vorne ein Verhandlungsbedarf, „entweder zur Anpassung an die neuen Verhältnisse oder zur Neugewinnung von Partnern.“ 14 Je stabiler die Rahmenbedingungen sind, desto niedriger fallen die Kosten aus. Das Vorhandensein von Komplexität ermöglicht es dem Transaktionspartner den anderen über das Produkt zu täuschen oder einen zu hohen Preis zu verlangen. Es setzt auch den Konkurrenzmechanismus außer Kraft, da die Leistung nur mehr schwer vergleichbar ist. 15
Spezifität: Das Konzept der Spezifität ist als der zentrale Bestimmungsgrund für Transaktionskosten anzusehen. „It is...true that asset specificity is the big locomotive to which transaction cost economics owes much of its predictive content.” 16 Dabei unterscheidet Williamson fünf verschiedene Arten transaktionsspezifischer Investitionen:
1. Standortspezifität: („site specificity“)
2. Sachkapital-Spezifität: („physical asset specificity“)
12 vgl. (Leitermann, 1996) [S. 50]
13 vgl. (Vetschera, 1998) [S. 11]
14 vgl. (Michaelis, 1985) [S. 196]
15 vgl. (Vetschera, 1998) [S. 11]
16 (Williamson, 1985) [S. 56]
8
Arbeit zitieren:
Wolf Brandstötter, 2002, Kooperationen aus Sicht der Transaktionskostentheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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