- 2 -
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung Seite 3
2. Die Geschichte der kurdischen Bevölkerung Seite 4
3. Die Gründung der PKK Seite 7
4. Die Struktur der PKK Seite 10
5. Der kurdisch-türkische Krieg Seite 11
5.1. Die Vorbereitungen der Offensive vom 15. August 1984 Seite 11
5.2. Der Verlauf des Krieges 1985 - 1999 Seite 13
6. Aktuelle Entwicklungen Seite 14
7. Fazit Seite 15
8. Literaturverzeichnis Seite 16
- 3 - 1.Einleitung
Der ehemalige Irakische Diktator Saddam Hussein ging mit Giftgas gegen sie vor. Die türkische Re gierung hat den Ausnahmezustand über ihr Siedlungsgebiet verhängt und schickt ihre Armee zu sogenannten Säuberungsaktionen in deren Dörfer. Millionen Kurdinnen und Kurden werden seit Jahrzehnten unterdrückt.
Sie leben in der Türkei, im Irak, im Iran und in Syrien. Als politisch autonomes Gebiet hat es Kurdistan aber niemals gegeben. Bis vor einigen Jahren war sogar die Sprache der Kurdinnen und Kurden in der Türkei verboten, offiziell gelten sie schlicht und ergreifend als Bergtürken. Wer es wagt, sich für ihre Rechte einzusetzen, lebt gefährlich. 1 In meiner Arbeit geht es um den Widerstand der kurdischen Bevölkerung gegen den türkischen Staat. Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung ist die Geschichte des kurdischen Volkes, welche ich abrisshaft vorstellen werde. Hauptaugenmerk meiner Arbeit liegt auf der kurdischen Arbeiterpartei Partiya Karkeren Kurdistan (PKK) auf deren Gründung, politische Ziele und ihren Kampf gegen die Türkei ich auf den nächsten Seiten eingehen werde. Die spärliche Quellenlage, welche zudem oftmals stark ideologisch eingefärbt ist, machte meine Recherche nicht einfach, nichtsdestotrotz ist es mir gelungen einen kurzen Abriss - mehr lässt der Rahmen einer solchen Arbeit nicht zu - des Kampfes der PKK in der Türkei vorzulegen. Nachdem ich die Auseinandersetzungen zwischen der PKK und der Türkei beleuchtet habe, werde ich noch auf die aktuellen Entwicklungen des Geschehens eingehen, ehe ich das Fazit der Untersuchung ziehe.
1 Vgl.: Metzger, Albrecht: Zum Beispiel Kurden, Göttingen 1996. S. 98.
- 4 - 2.Die Geschichte der kurdischen Bevölkerung
Die Kurdinnen und Kurden sind Teil der Gruppe der autochtonen Völker des Mittleren Ostens. Auf einem Gebiet von über 500 km² leben über 35.000.000 Einwohnerinnen und Einwohner. 2
Das kurdische Volk ist eines der ältesten Völker der Welt und das kurdische Siedlungsgebiet wird als Wiege der menschlichen Zivilisation angesehen. 3 Im unteren Teil von Mesoapotamien lebten unter anderem die BabilonerInnen und die AsurInnen, im oberen Teil die MettInnen und KurdInnen sowie einige andere Völker. Von den damaligen Völkern existieren heute nur noch wenigem darunter die KurdInnen, ArmenierInnen und AurerInnen. Erst viel später begannen die ArerInnen und TürkInnen mit der Besiedlung von Mesopotamien. 4 Mit dem Aufbruch des Islams nach Norden versuchten die AraberInnen erst die KurdInnen zu unterwerfen und zu islamisieren. Dieser Versuch blieb jedoch erfolglos und in der Folge versuchte man sie zu vertreiben. Trotz großen Widerstandes gelang es den AraberInnen das kurdische Volk zu zwangsislamisieren. Zahlreiche Aufstände des kurdischen Volkes prägten die folgende Geschichte, welche zur Gründung des kurdischen Königreiches von Mervani zwischen Van und Urfadem heutigen Grenzgebiet zwischen der Türkei und dem Irak- im Jahre 982 führte, welches bis zum 13. Jahrhundert bestand hatte.
Während der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert verbündeten sich die kurdische und die islamisch-arabische Armee im Kampf gegen die Kreuzritter. Der Glaube an die Zugehörigkeit an den Islam rückte in den Vordergrund und ließ die nationalen Interessen in den Hintergrund rücken.
Die TürkInnen kamen erst im 11. Jahrhundert in größerer Anzahl nach Mesopotamien und Anatolien, nach dem der Seltschucken-Sultan Alparslan 1071 auch mit Hilfe der kurdischen Fürsten den byzantinischen König Romanos
2 Vgl. Celik, Selahattin: Den Berg Ararat versetzen. Die politischen, militärischen, ökonomischen
und gesellschaftlichen Dimensionen des aktuellen kurdischen Aufstandes,
Frankfurt am Main 2002, S. 17.
3 Vgl. Demirkol, Mursit / Solmaz, Erdem: Die PKK und die Kurdenfrage in der Türkei.
Entstehung - Entwicklung - Lösung, Berlin 1997.S. 7.
4 Vgl. ebd. S. 9.
- 5 -Diogenes besiegte. Danach geriet Kurdistan nach und nach unter die Herrschaft der Seltschucken.
Im 13. und 14. Jahrhundert herrschte das mongolische Volk über Kurdistan. Dann kamen Stämme der Ak- und Karakoyunlu-TürkInnen aus Mittelasien nach Anatolien. Ihre Herrschaft dauerte bis zum Überfall des osmanischen Volkes im Jahre 1514. Dieses eroberte den größten Teil Kurdistans. Da die türkische Republik als Nachfolger der Osmanen anzusehen ist, kann man sagen, dass ihre Herrschaft bis heute reicht. Der Freiheitskampf des kurdischen Volkes ist also ein Kampf gegen die osmanischen und türkischen Unterdrückenden. Das kurdische Volk konnte oft unterworfen werden, auch weil sie nicht einträchtig handelten. Divergierende Stammesinteressen und die
Religionszugehörigkeit zum Islam bildeten das Fundament ihrer Unterwürfigkeit und Spaltung. Dieses Schicksal ist immer noch Teil des kurdischen Problems und erklärt, warum das kurdische Volk eines der wenigen Völker ohne Unabhängigkeit und Eigenstaatlichkeit sind. 5
Doch als Mustafa Kemal - der spätere Staatsgründer Atatürk - 1919 den Kampf gegen den Osmanischen Sultan in Istanbul aufnahm, waren zahlreiche kurdische Stämme seine Verbündeten. Kemal versprach ihnen die Erfüllung ihres ureigenen Traumes: Die Schaffung des Staates Kurdistan.
Als die Alliierten im Jahres 1918 das osmanische reich unterwarfen, wurde im Friedensvertrag von Sevres die Gründung eines kurdischen Staates angekündigt. Im Vertrag von Lausanne, welcher im Jahre 1923 die entgültigen Grenzen in der Region festlegte, war davon jedoch keine Rede mehr. Das Gebiet der Kurden wurde in einen türkischen, einen iranischen, einen irakischen und einen sysrischen Teil zersplittert. Auch Mustafa Kemal verkündete bei der Ausrufung des türkischen Staates die bis zum heutigen Tag gültige Staatsdoktrin: „Im Vaterland Türkei leben nur Türken“. 6
5 Vgl. ebd. S. 9ff.
6 zitiert nach: Stein, Gottfried: Endkampf um Kurdistan? Die PKK, die Türkei und Deutschland,
München 1994.S. 15.
Arbeit zitieren:
Daniel Gollasch, 2005, Der Kampf der PKK in der Türkei, München, GRIN Verlag GmbH
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