Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Hauptteil 2
2.1 Biographisches 2
a) Karl Marx 2
b) Ferdinand Lassalle 4
2.2 Das Verhältnis von Karl Marx und
Ferdinand Lassalle 6
a) Ideologische Differenzen 7
b) Persönliche Differenzen 8
c) Der endgültige Bruch des Verhältnisses
von Marx und Lassalle 11
3. Schluß 13
4. Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
„Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, - von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (w enn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.“ 1 Diese vor Antisemitismus und Rassismus geradezu strotzende Aussage stammt nicht, wie man es vielleicht vermuten könnte, aus der Zeit des Nationalsozialismus, es war eine Meinung des ideologischen Todfeindes der Nationalsozialisten, Karl Marx. Die Person, der dieser Angriff galt, war Ferdinand Lassalle, neben Marx einer der großen sozialistischen Revolutionäre des 19. Jahrhunderts, Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins 1863 und Zeitgenosse von Karl Marx. Marx titulierte Lassalle noch mit diversen anderen antisemitischen und rassistischen Ausdrücken, über „Jüdel Braun“ 2 , „Ephraim Gescheit“ 3 bis hin zu der obigen Aussage. Dabei war ihr Verhältnis anfänglich noch sehr gut. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, das Verhältnis von Marx und Lassalle von Beginn ihrer Bekanntschaft und Freundschaft bis zum Bruch und dem Ende der Freundschaft zu skizzieren. Dabei wird auch kurz auf die biographischen Eckdaten beider eingegangen, um individuelle
Charakterstärken und -schwächen eventuell besser verständlich machen zu können.
Die Literaturlage zu diesem Themenbereich ist exzellent. Arbeiten über die Arbeiterbewegung gibt es mengenweise schon seit dem organisierten Auftreten der Arbeiterschaft im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Schwieriger ist es, Literatur explizit zu dem Verhältnis Marx - Lassalle zu finden.
1 K. Marx an F. Engels am 30. Juli 1862. In : Karl Marx in seinen Briefen. Ausgewählt und kommentiert von Saul K. Padover. München 1981. S. 518.
2 Brief Marx an Engels am 25. Februar 1859. In: Marx in seinen Briefen. S. 483.
3 Brief Marx an Engels am 2. Juli 1858. In: Marx in seinen Briefen. S. 478.
Hier stützt sich der Autor vor allem auf biographische Werke und den Briefwechsel zwischen Karl Marx, seinem Freund Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle.
2. Hauptteil
2.1 Biographisches
a) Karl Marx
Karl Marx wurde am fünften Mai 1818 als Sohn des Justizrates Heinrich Marx und seiner Frau Henriette in Trier geboren. Obwohl er jüdischer Abstammung war, wurde er am 26. August 1824 protestantisch getauft. Sein Vater, Nachkomme einer alten und traditionsreichen Rabbinerfamilie, hätte ansonsten seine Stellung als Advokat verloren und die Familie somit ihren Lebensunterhalt. Seine Mutter entstammte einer ebenfalls traditionsreichen jüdischen Familie aus Holland. „Karl Marx hatt e eine umsorgte und sorgenlose Kindheit, die Lebensumstände waren günstig , die Ehe der Eltern glücklich...“. 4 Aber „[...] er war, wie die ganze Familie, gesundheitlich schwer belastet, [...] der Katalog seiner Leber - und Gallenkrankheiten, Furunkulosen, B rechdurchfälle, Hämorrhoiden, dazu noch schwere Zusammenbrüche aus psychosomatischen Gründen [...]“ 5 scheint endlos zu sein. Diese Tatsache sowie der Tod von fünf seiner Geschwister läßt die Sorge der Mutter um ihren Sohn verstehen, deren Verhältnis zueinander sich mit zunehmendem Alter immer weiter verschlechterte.
Von 1830 bis 1835 besuchte Karl Marx das humanistische Gymnasium in Trier. Er war ein einzelgängerischer und sehr guter Schüler. Lediglich in Mathematik plagten ihn Probleme. Der Direktor der Sc hule war der für damalige Verhältnisse liberale Johann Hugo Wyttenbach. Schon zu dieser Zeit zeigten sich Anfänge von sozialkritischem Verhalten. „Die Schulzeit
4 Friedenthal, Richard: Karl Marx. Sein Leben und seine Zeit. München 2 1990. S. 31.
5 Friedenthal: Karl Marx. S. 29.
war für Marx ein Puppenstadium. Es regte sich schon ungeduldig unter der Decke.“ 6
1835 bis 1841 studierte er Rechtswissenschaft und Philosophie in Bonn (bis 1836) und in Berlin. Er lebte sein Studentenleben in vollen Zügen aus und fiel des öfteren negativ auf. Exzessive Trinkgelage prägten diese Zeit ebenso wie exzessive Arbeit für sein Studium. Spätestens seit November 1837 war Marx Teil des Berliner „Doktorklubbs“, in denen sich Intellektuelle, Privatdozenten, Publizisten und Lehrer trafen und Probleme der Zeit kontrovers diskutierten. Der preußische Staat wurde als reaktionär empfunden. Hier fiel Marx durch seinen besonders scharfen Verstand vor allem einem Privatdozenten für Theologie, Bruno Bauer, auf. Dieser, selbst ein aufstrebender junger Akademiker und wie Marx Anhänger der Philosophie Hegels, sollte zum außerordentlichen Professor nach Bonn berufen werden und wollte Marx nach dessen Promotion mit nach Bonn ziehen. Politische Gründe verhinderten dies allerdings. 7 Marx promovierte daher auch nicht in Berlin, sondern 1841 in Jena über die „Differenz der demokritischen und epikuräischen Naturphil osophie“. 1842 bis 1849 arbeitete Marx an verschiedenen Projekten. Er wurde Mitarbeiter der „Rheinischen Zeitung“ in Köln, Mitherausgeber der „Deutsch-Französischen Jahrbücher“ und beteiligte sich aktiv an der Revolution von 1848/49. Im Herbst 1842 vollzog sich der Bruch mit seinem damaligen Freund Bruno Bauer. 8 1844 begann die lebenslange Zusammenarbeit und Freundschaft mit Friedrich Engels. 1849 wurde er im Zuge der gescheiterten Revolution und der nun einsetzenden Reaktion aus Preußen und seiner damaligen Wahlheimat Paris ausgewiesen und begab sich ins Londoner Exil, das er bis zu seinem Tod am 14. März 1883 nicht mehr verlassen sollte.
Marx litt Zeit seines Lebens neben gesundheitlichen Problemen ständig unter Geldmangel. Obwohl aus diversen Erbschaften und Zuwendungen seitens der Familie - einer seiner niederländischen Onkel, Lion Philips, ein
6 Friedenthal: Karl Marx. S. 37.
7 vgl. Euchner, Walter: Karl Marx (= Beck`sche Schwarze Reihe; Bd. 505: Große Denker). München 1983. S. 14f.
8 Euchner: Karl Marx. S. 19.
Arbeit zitieren:
Thorsten Mohr, 2002, Karl Marx und Ferdinand Lassalle. Das Verhältnis der großen Revolutionäre des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag GmbH
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