Inhaltsverzeichnis
1. Abkürzungsverzeichnis. S.II
2. Einleitung: Subventionen im Forschungssektor. S.1
3. Das Modell. S.3
3.1 Die privaten Optima der Unternehmen. S.3
3.1.1 Grundlagen. S.3
3.1.2 Der Markteintritts- und Marktaustrittszeitpunkt. S.6
3.1.3 Die Investitionen. S.8
3.1.4 Der F E-Wettbewerb. S.9
3.2 Die sozialen Optima der Volkswirtschaft. S.10
3.3 Vergleich der privaten und sozialen Optima. S.12
3.4 Das optimale Steuer/Subventionssystem. S.13
4. Fazit: Modellkritik. S.15
5. Anhang. S.16
5.1 Die Produktion des Monopolisten. S.16
5.2 Das Investitions-Problem: Gleichung (4) zu Gleichung (5) S.17
5.3 Die Höhe der Abschreibungsrate. S.18
5.4 Zeitpunkt Beginn F E-Wettbewerb: Gleichung (6) zu Gleichung (7) S.18
5.5 Zeitpunkt Beginn F E-Wettbewerb: Variationen. S.21
5.6 Die sozialen Optima: Gleichung (8) zu Gleichungen (9) und (10) S.23
5.6.1 Die sozial optimale Abschreibungsrate: Gleichung (8) zu Gleichung (9) S.23
5.6.2 Der sozial optimale Markteintritt: Gleichung (8) zu Gleichung (10) S.24
5.7 Optimale Produktionssubvention: Gleichung (1) zu Gleichung (11) S.26
5.8 Optimale Gewinnbesteuerung: Gleichungen (3) und (10) zu Gleichung (12) S.28
5.9 Optimale Investitionsbesteuerung: Gleichungen (5) und (9) zu Gleichung (13) S.29
6 Literaturverzeichnis. S.31
I
1. Abkürzungsverzeichnis
Y : Menge des produzierten Gutes (Produktionsumfang)
Y
ˆ
: sozial optimaler Produktionsumfang
Y S : Konsumentenrente bei Produktionsumfang Y
Y P : Inverse Nachfragefunktion nach dem Gut Y
K : Kapital
G : Abschreibungsrate des Kapitals
~ : Für die Unternehmen optimale Abschreibungsrate
G q : Preis für eine Einheit Kapital
L : Arbeit
W : Lohn
C : Kosten der Produktion
S : Gewinn
F&E: Forschung und Entwicklung
W : Zeit, zu der der Wettbewerb um F&E beginnt
W ~ : Zeit, zu der der Wettbewerb um F&E endet
R : Summe der Ressourcen, die die Firmen im Wettbewerb um F&E verbrauchen
N : Anzahl der Firmen, die am F&E-Wettbewerb beteiligt sind
z : Kosten von F&E pro Zeiteinheit
Z : Gesamtkosten von F&E
e T : Zeitpunkt des Markteintritts
x T : Zeitpunkt des Marktaustritts
V : Wert einer Technologie
r : Diskontrate (im Sinne: Gegenteil einer Wachstumsrate)
V : Rate, mit der die Produktion subventioniert wird
u : Rate, mit der der Bruttogewinn besteuert/subventioniert wird
D : Rate, mit der die F&E-Ausgaben besteuert/subventioniert werden
J : Rate, mit der die anfängliche Kapitalinvestition besteuert/subventioniert wird
II
Die oben erläuterten Variablen werden in den weiteren Ausführungen des öfteren mit
folgenden hoch- und tiefgestellten Symbolen versehen:
1 i : Technologie i-1
i : Technologie i
1 i : Technologie i+1
j : Eine beliebige Firma j
t : Zeit
c : Gleichgewicht im Mengenwettbewerb nach Cournot
m : Gleichgewicht im Monopol
* : soziales Optimum
m Beispiel: = Gleichgewichtiger Produktionsumfang im Cournot-Wettbewerb zur Zeit Y
it
t, wobei mit Technologien i produziert wird.
III
2. Einleitung: Subventionen im Forschungssektor
Die Subventionierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) wird
meistens mit der Existenz sogenannter positiver externer Effekte begründet. Der
Wirtschaftswissenschaftler Adam B. Jaffee definiert sie als „excess of the social rate of
return over the private rate of return enjoyed by the innovating firm“ 1 . Dies kann man
sich folgendermaßen vorstellen: Wenn man davon ausgeht, dass alle
Wirtschaftssubjekte danach streben, ihren Eigennutzen zu maximieren (Annahme des
homo oeconomicus), besteht das Ziel eines wirtschaftlich tätigen Unternehmens darin,
langfristig die größtmöglichen Gewinne zu erreichen. Auf dieser Grundlage trifft es
auch seine Entscheidung ob bzw. mit was für einer Intensität es F&E betreibt. Das
Unternehmen wird versuchen die Kosten, die F&E mit sich bringen, gegen die
zukünftigen Profite abzuwiegen, die die Innovation für die Firma erschließen könnte.
Ignoriert wird in dieser Kosten/Nutzen-Kalkulation allerdings, dass die Innovation auch
Vorteile für die Gesellschaft als Ganzes mit sich bringt. Wenn es einer Firma durch
F&E beispielsweise gelingt, ihre Produktionskosten zu senken, wird sie in der Regel
auch ihre Produkte zu günstigeren Preisen anbieten. Diese kommen dann den
Konsumenten zugute. 2
Der private Nutzen des forschenden Unternehmens an der Innovation ergibt zusammen
mit dem Vorteil, der für die Konsumenten entsteht, den sozialen Nutzen von F&E. Da
das forschende Unternehmen durch das Marktgeschehen nicht für seine
„gemeinnützigen“ Aktivitäten kompensiert wird, ist nur der private Nutzen Messlatte
seiner F&E-Aktivitäten. Die Konsequenz: „They (the firms) will fail to undertake some
projects that are socially desirable, and they will generally pursue the projects that they
do undertake at a level of resource commitment that is lower than is desirable from the
point of view of society as a whole“ 3 . Es liegt also ein Fall von Marktversagen vor, da
weniger Ressourcen auf den F&E-Prozess verwendet werden als sozial erwünscht. Dies
rechtfertigt nach gängiger Meinung ein Eingreifen des Staates, der mit dem Mittel der
Subvention die Unternehmen für ihre gemeinnützigen Forschungsaktivitäten
entschädigt und so die positiven externen Effekte internalisiert. 4
Viele Wirtschaftswissenschaftler haben schon versucht, das Ausmaß dieser positiven
externen Effekte zu messen, also mit der Forschung anzusetzen, wenn die Innovation
schon auf dem Markt ist. Jean-Francois Tremblay, der Autor des Workingpapers
1 Jaffee, National Bureau of Economic Research (1996), Executive Summary (S.2).
2 Vgl. ebd., Introduction and Overview sowie Economic Analysis of R&D Spillovers (S.4-8).
3 Ebd., Introduction and Overview (S.4).
4 Vgl. ebd., Introduction and Overview (S.4-5).
1
„Taxation and Technology Adoption in the Presence of Strategic Investment“, das in
dieser Seminararbeit analysiert werden soll, geht indes einen Schritt zurück. Ihn
interessiert vielmehr der Prozess mit dem neue Produktionstechnologien in den Markt
eingeführt werden.
Vereinfacht lassen sich seine Überlegungen so zusammenfassen: Der Zeitpunkt wann
ein Unternehmen eine neue Technologie anwendet ist in Tremblays Modell abhängig
von der Entwicklung der Faktorpreise und dem strategischen Investitionsverhalten der
Firmen. Normalerweise würde man annehmen, dass eine neue, kostengünstigere
Technologie sofort in der Produktion angewendet wird sobald sie entdeckt ist, denn dies
bringt dem Unternehmen Vorteile im Wettbewerb. Wenn sich die Faktorpreise aber
ständig ändern, kann es von Nutzen sein, eine neu entdeckte Technologie erst einmal
zurückzuhalten. Zum Beispiel ist es nicht profitabel, das Unternehmen auf eine
kapitalintensivere Technologie umzurüsten, wenn das Kapital gerade relativ teuer im
Vergleich zum Faktor Arbeit ist. Ratsamer wäre es abzuwarten bis der Faktor Arbeit
relativ teurer wird.
Ein weiterer Grund, aus dem neue Technologien eventuell erst verzögert angewendet
werden, ist der Wettbewerb, der zwischen der Firma, die mit einer neuen Technologie in
den Markt eintritt, und der Firma, die mit der alten Technologie produziert, entsteht.
Wenn die neue Technologie der innovativen Firma große Kostenvorteile bringt, schafft
sie es vielleicht das Unternehmen mit der alten Technologie aus dem Markt zu
verdrängen. Da dieser Umstand von den Firmen antizipiert wird, wählen sie das
Ausmaß ihrer Investitionen strategisch, um den Ausgang dieses Wettbewerbs zu
beeinflussen. So könnten die Firmen zu viel Kapital (verglichen mit dem sozialen
Optimum) in den Ausbau ihrer Produktionstechnologie investieren um hohe „sunk
costs“ zu haben. Auf diese Weise halten sie beim Eintritt einer mit neuer Technologie
ausgestatteten Firma länger auf dem Markt durch. Da es für das Unternehmen mit der
neuen Technologie nicht profitabel ist, in den Markt einzutreten wenn es nicht die
etablierte Firma vertreiben kann, wird es seinen Markteintritt verzögern.
Dieses strategischen Verhalten der Unternehmen führt zu sozial ineffizienten
Investitionsvolumina. Da sich die Firmen - wie schon im Abschnitt über die positiven
externen Effekte erläutert - bei ihren Entscheidungen über Markteintritt und
Marktaustritt nur von ihrem privaten Nutzen leiten lassen, kommen die Technologien
auch nicht zur sozial optimalen Zeit zum Einsatz. 5
5 Vgl. Tremblay (2002a), S.1-4.
2
Tremblay ist in seinem Paper deshalb der Frage nachgegangen, wie man Unternehmen
besteuern/subventionieren müsste, damit die Investitions-und
Markteintrittsentscheidungen wieder sozial optimal getroffen werden. Seine Ergebnisse
sind sehr überraschend. Sein Modell zeigt nämlich, dass eine Besteuerung der
Unternehmensgewinne die Einführung neuer Technologien in den Markt beschleunigt
und deshalb wohlfahrtsfördernd sein könnte. Damit legt Tremblay natürlich
automatisch nahe „that policy instruments typically used to encourage technology
progress, such as R&D subsidies, may be inappropriate“ 6 .
Da diese Schlussfolgerung das gesamte System der bisherigen Forschungsförderung in
Frage stellt, soll das Ziel dieser Seminararbeit sein nachzuvollziehen, wie Tremblay zu
derartig ungewöhnlichen Ergebnissen kommen konnte. Dabei beschränke ich mich in
den folgenden Ausführungen größtenteils auf eine verbale Erläuterung des Modells und
vollziehe erst im Anhang die einzelnen Rechenschritte nach. Zunächst werde ich die für
die Unternehmen optimalen Entscheidungen über Markteintritt und Marktaustritt sowie
über Investitionsumfang und das Timing des F&E-Prozesses darstellen. Danach folgt
eine Analyse, wie diese Entscheidungen vom Standpunkt der gesamten Volkswirtschaft
aus betrachtet getroffen werden sollten. Durch den Vergleich des laissez-faire-Gleichgewichts mit dem sozialen Optimum kann man anschließend die Ineffizienzen in
den privaten Optima der Unternehmen herausstellen und auf dieser Basis ein
Steuer/Subventionssystem entwickeln, das diese Ineffizienzen beseitigt. Neben einer
Darstellung des Modells ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit den
Ergebnissen angebracht, was im Fazit dieser Arbeit geschehen wird.
3. Das Modell
Die nachfolgenden Rechnungen und Argumentationen stammen aus dem Paper
„Taxation and Technology Adoption in the Presence of Strategic Investment“ (S.1-13).
3.1 Die privaten Optima der Unternehmen
3.1.1 Grundlagen
Zunächst sollen die grundlegende Annahmen von Tremblays Modell erläutert werden:
Produktionstechnologien: Die Technologien der Unternehmen unterscheiden sich
bezüglich der zur Produktion notwendigen Faktorintensitäten, die exogen festgelegt
sind: Eine Firma, die mit Technologie i produziert, benötigt Einheiten Kapital um K
i
6 Tremblay (2002a), S.2.
3
Arbeit zitieren:
Diplom-Volkswirtin Friederike Krieger, 2005, Subventionen im Forschungssektor - Subventionsabbau in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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