Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Grundsätze der musisch-ästhetischen Erziehung in der Grundschule 4
3. Was ist Phantasie 4
4. Die Gestaltung eigener Welten im Kunstunterricht 5
5. Die Geschichte als Einstieg in eine Kunststunde 5
5.1 Anmerkungen zu der von uns verwendeten Geschichte 7
Die Geschichte 7
5.1.1 Unsere Geschichte im Kontext der vorbereiteten Unterrichtseinheit 8
5.1.2 Kritik an unserer Geschichte 9
5.1.3 Weiterführende Gedanken zur durchgeführten Unterrichtseinheit 9
6. Motivation im Kunstunterricht 10
7. Schlussbemerkungen 13
Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung Diese Arbeit behandelt das Thema „Bilder in den Köpfen der Kinder erzeugen“ im Zusammenhang mit der im Seminar „Kunstunterricht in der Grundschule für Fachstudenten“ erarbeiteten und durchgeführten Unterrichtsstunde, die sich mit dem Oberthema „Jahreszeiten“ beschäftigte.
Zunächst werde ich zwei Definitionen zu den Grundsätzen der musisch- ästhetischen Erziehung in der Grundschule und zur Begrifflichkeit der Phantasie geben, um die Voraussetzungen, unter denen ich diese Arbeit schreibe, zu verdeutlichen. Es folgt ein allgemeinerer Teil über die Gestaltung eigener Welten im Kunstunterricht, welcher zum spezielleren, auf unsere durchgeführte Unterrichtsstunde hin ausgerichteten Teil, überleitet. Eingeführt wird die kritische Reflexion über die Geschichte, welche wir als Einstieg in die Unterrichtsstunde in einer zweiten Klasse an der Johannisschule Osnabrück durchgeführt haben, durch eine grundsätzliche Diskussion darüber, was bei Geschichten als Einstieg allgemein vom Lehrer bedacht werden sollte. Nach der Vorstellung der Geschichte, ihrer Einordnung in die Unterrichtseinheit, einer rückblickenden kritischen Betrachtung derselben und nach einer weiterführenden Überlegung, wie diese Unterrichtseinheit in ein weiteres Unterrichtsgeschehen eingefügt werden kann, gehe ich abschließend auf die Motivation im Unterricht ein, welche für mich die Basis darstellt, auf der mit Kindern kreative Arbeit ermöglicht werden kann.
2. Grundsätze der musisch-ästhetischen Erziehung in der Grundschule
Als einen Grundsatz für die vorliegende Arbeit möchte ich den von FAUST- SIEHL, GARLICHS, RAMSEGER, SCHWARZ und WARM definierten besonderen Auftrag von musisch-ästhetischer Erziehung zitieren:
Der besondere Auftrag d es musisch-ästhetischen Lernbereichs liegt darin,
Wahrnehmungsfähigkeit, Empfindungsfähigkeit und Ausdrucksfähigkeit über das bloße
Nützliche, instrumentell Verwertbare hinaus zu entfalten und in den Individuen jenes Moment
an Freiheit anzuregen und zu stärken, von dem allein kulturelle Praxis lebt und kulturelle
1
Entwicklungen ausgehen können.
1 Faust-Siehl, Gabriele / Garlichs, Ariane / Ramseger, Jörg / Schwarz, Hermann / Warm, Ute: Die Zukunft
beginnt in der Grundschule – Empfehlungen zur Neugestaltung der Primarstufe. Hamburg, 1996. (Im
Folgenden zitiert als: Faust-Siehl/Garlichs/Ramseger/Schwarz/Warm 1996.) S. 92
3
Diese Definition ist besonders treffend formuliert und soll vor allem für den, von uns ausgeführten, praktischen Teil der Arbeit gelten, der in dieser Arbeit an Hand der Einleitung in die Unterrichtsstunde durch eine Geschichte geschildert wird.
3. Was ist Phantasie?
Die Phantasie ist einer der Schlüsselbegriffe für den Kunstunterricht in der Grundschule und wird im folgenden Text mehrfach verwendet, daher soll dieser Begriff hier erläutert werden.
WOLF beschreibt die Phantasie wie folgt:
Die Phantasie ist eines der rätselhaftesten menschlichen Vermögen. Sie durchdringt die
Lebenswelt und manifestiert sich in sehr unterschiedlichen Formen. Greifbar wird sie nur in
ihren Konkretisierungen. Sie selbst entzieht sich einer eindeutigen Bestimmung. Phantasie
umfaßt die Fähigkeit, Bilder wahrzunehmen, auch wenn das Abgebildete nicht anwesend ist.
2
Sie bezeichnet das Vermögen des inneren Sehens.
Ein besonderer Bezug, speziell zur kindlichen Phantasie, ist bei FATKE zu finden:
[...] Es handelt sich bei der Phantasie um Vorgänge, bei denen das Kind ganz spontan,
meist auf einen auslösenden Reiz hin, konkret-bildlich sich solche Ereignisse vorstellt, zu
denen es eine innere, gefühlsmäßig betonte Beziehung hat und die es in der
Lebenswirklichkeit des Kindes in dieser Form im Augenblick nicht gibt oder gar bisher
3
überhaupt noch nicht gegeben hat.
Die zweite Definition von FATKE beschreibt die Situation im Kunstunterricht besonders gut, indem er auf den auslösenden Reiz verweist, den der Lehrer den Kindern anbietet um die Phantasie anzuregen und eigene Welten zu kreieren. Auf diesen Aspekt möchte ich im nächsten Punkt der Arbeit näher eingehen.
4. Die Gestaltung eigener Welten im Kunstunterricht
Das Anregen von Phantasie, und das damit zusammenhängende Erzeugen von Bildern in den Köpfen der Kinder, ist eines der Hauptziele im Kunstunterricht in der Grundschule und somit eine wichtige Aufgabe des Lehrers. Dieser muss
2 Wolf, Christoph: Bild und Phantasie. In: Schäfer, Gerd / Wulf, Christoph (Hrsg.) Bild – Bilder – Bildung. Weinheim 1999. S. 331
3 Fatke, Reinhard: Kinder erfinden Geschichten – Erkundungsfahrten in die Phantasie. In: Duncker, Ludwig / Maurer, Friedemann / Schäfer, Gerd E. (Hrsg.): Kindliche Phantasie und ästhetische Erfahrung
– Wirklichkeit zwischen Ich und Welt. Langenau-Ulm, 1993. S. 53
4
sich u. a. mit der Umwelt und den Interessen der Kinder auseinandersetzen, um zu erfahren, was den Kindern wichtig ist und auf welches, schon vorhandene Wissen er bei ihnen zurückgreifen kann. Hierauf kann er seine Unterrichtsvorhaben aufbauen und die Kinder zu eigenen schöpferischen Prozessen anleiten. Diese eigenen schöpferischen Prozesse müssen vom Lehrer im Fach Kunst besonders bedacht werden, denn
Angesichts der Allgegenwart vorgefertigter, klischeeartiger optischer und akustischer Reize
darf die Schule nicht bei der Reproduktion und Imitation beliebter Musikstücke, schöner
Formen und Gesten stehen bleiben, sondern muß besonderen Wert auf schöpferische
4
Prozesse legen, um die Subjekte zu stärken.
Diese schöpferischen Prozesse haben wir in unserer Unterrichtsstunde mit dem Einstieg über eine Geschichte bei den Kindern angeregt.
5. Die Geschichte als Einstieg in eine Kunststunde
Eine Möglichkeit unter vielen ist die Geschichte als Einstieg in eine Kunststunde.
Bei der Verwendung literarischer Vorlagen als Bildanlass, seien es Märchen, Szenen aus Geschichten oder, wie in unserem Fall, eine ausgedachte Geschichte speziell zu dieser Unterrichtseinheit, müssen einige Punkte klar beachtet werden.
• Der gewählte oder der ausgedachte Text muss wirklich bildhaft sein und sollte nicht zu stark vom Motiv abschweifen, so dass die Intention des Lehrers, genau dieses Motiv gewählt zu haben, für den Schüler klar nachvollziehbar bleibt.
• Das Motiv muss sich, gemessen an den bildnerischen Fähigkeiten des Kindes, umsetzen und lösen lassen.
• Der Text muss so anschaulich vorgelesen, oder besser noch erzählt werden, dass das Kind ohne größere Probleme eine Bildvorstellung aufbauen kann.
• Der Lehrer muss den Schülern nach dem Vortragen des Textes trotzdem noch eine eingrenzende Aufgabenstellung an die Hand geben in der er klar seine Zielvorstellungen artikuliert, damit beim Schüler keine
4 Faust-Siehl/Garlichs/Ramseger/Schwarz/Warm 1996. S. 93
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Katja Staats, 2004, Bilder in den Köpfen der Kinder erzeugen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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