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I. Vorwort III
1. Quellen zur Biographie Mohammeds 1
1.1 Der Koran 1
1.2 Der Hadith
1.3 Die Sira 2
2. Die religiösen Gegebenheiten in Zentralarabien vor dem Islam 3
3. Das Leben Mohammeds
3.1 Die Geburt 3
3.2 Die erste Station im Leben des Propheten -Aufwachsen in Mekka 4
4. Mohammed, der Prophet 7
4.1 Die Berufung 7
4.2 Die Geburt einer Sekte 10
4.3 Die Umsetzung der Lehren des Koran und die Gesellschaft 10
5. Die Opposition 11
6. Die hidschra (Wanderung nach Medina) 12
7. Festigung der muslimischen Gesellschaft-
Leben und Wirken in Medina 13
8. Der Heilige Krieg 14
8.1 dschihad 14
8.2 Wendepunkte 17
8.3 Friede im Angesicht des Todes 17
II. Nachwort IV
III. Quellen- und Literaturverzeichnis V
II
I. Vorwort
Die vorliegende Arbeit behandelt im Rahmen eines Proseminars zum Mittelalter die Entstehung des Islam, die in die Zeit des frühen Mittelalters, nämlich das 6. Jahrhundert nach Christus fällt.
Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Person des Mohammed gelegt, der für die Gründung einer neuen Religion in Arabien maßgeblich verantwortlich ist. Im ersten Kapitel werden die Quellen kurz dargestellt, die zur Rekonstruierung heutzutage herangezogen werden können.
Das zweite Kapitel schildert in aller Kürze die voris lamischen religiösen Verhältnisse. Das dritte Kapitel zeichnet einen kurzen Lebenslauf Mohammeds, bevor er schließlich im Alter von 40 Jahren seine Berufung zum Propheten durch Gott erhielt. Die ereignis - und gesellschaftspolitischen Aspekte der neuen Religion werden vom vierten bis zum siebten Kapitel erläutert. Dieser Abschnitt stellt somit die zentrale Aussage dieser Arbeit dar.
Das achte Kapitel zeigt die Entwicklung von den ersten Heiligen Kriegen bis zum Tode Mohammeds.
Die Arbeit soll in einer Zeit, die geprägt ist von der Auseinadersetzung der westlichen Welt mit der Tradition des Islam, erste Eindrücke vermitteln, wie es zur Entstehung dieser Religion kam, die nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in aller Munde ist. Allerdings muss beachtet werden, dass eine Arbeit, die mit dem Tode Mohammeds endet den Anspruch der Vollständigkeit nicht annähernd erfüllen kann.
III
1. Quellen zur Biographie Mohammeds
1.1 Der Koran
Um es vorweg zu nehmen, Mohammed ist durchaus keine mythische, sondern eine definitiv historische Person. Die sicherste Quelle zu seinem Leben ist der Koran, das Heilige Buch aller Moslems, auch wenn darin viele Hinweise und Anspielungen unklar bleiben 1 . Der Name „Koran“ (qara´an) bedeutet „das zu Rezitierende, das zu Lesende“ 2 . Die Kapitel des Korans heißen Suren (suwar). Zentrales Thema ist die Lobpreisung der Einzig artigkeit al-Lahs (arab. „der eine Gott“), seiner Taten, seinem Willen und der prophetischen Sendung Mohammeds. Der Koran ist die Hauptquelle des religiösen Gesetzes und deckt alle menschlichen Handlungsfelder ab. Somit ist der Islam keine reine Glaubensreligion, sondern eher eine Gesetzesreligion. Der Koran bezieht sich nicht nur auf Kommendes, sondern behandelt auch Dinge des alltäglichen Lebens und zeigt nicht zuletzt die Bedeutung Mohammeds für den Islam und die Gemeinschaft (umma), wie die folgenden Auszüge zeigen: „Gehorchet Gott und seinem Gesandten, wenn ihr Gläubige seid.“ 3 „…haltet euch fern von euren Frauen während der Menstruation und nähert euch ihnen nicht, bis sie rein sind. Sobald sie rein sind, geht zu ihnen, wie euch Gott befohlen.“ 4 „Die Menschen befragen dich über die Stunde [des Jüngsten Gerichts]. Sprich: Bei Gott nur ist ihre Kenntnis, und er gibt sie dir kund; vielleicht, daß die Stunde nahe ist.“ 5
1.2 Der Hadith
Die zweite wichtige Quelle stellen die Hadith-Sammlungen. Die Überlieferungen sind ergiebiger als der Koran, aber auch weniger zuverlässig. Der Koran ist in einer begrenzten Gemeinschaft entstanden und kann daher nicht alle Fragen beantworten, die in der Vielvölkergemeinschaft des riesigen islamischen Reiches aufgeworfen wurden. Im Hadith zieht man die sunna des Propheten heran, also die überlieferten Taten, Worte und Entscheidungen Mohammeds. Der Hadith ist deshalb hoch einzuschätzen, da er die sog. Überlieferungskette (isnad), also die Kette der Zeugen und Berichterstatter, ausführlich dokumentiert. Diese Kette muss zurückgehen bis zu einem persönlichen Zeugnis eines Zeitgenossen, über das was er gesehen oder gehört hat. Die Kenntnis über die Hadithe ist eine Wissenschaft für sich. Die beiden relevantesten Hadithe für die Forschung sind die Werke von al -Buhari (810-870) und Muslim (817-875). Die Sammlungen dieser aus Mittelasien stammenden Gelehrten enthalten nach Ansicht ihrer Verfasser nur sicher
1 Vgl. Dérmenghem, Émile: Mohammed in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Hamburg, 1960, S. 7f.
2 Vgl. Armstrong, Karen: Kleine Geschichte des Islam, Berlin 2001, S. 17.
3 Zit. nach Der Koran, Frechen 2000, Sure 8,1.
4 Ebd.2, 222.
5 Ebd. 33, 63.
1
verbürgte Hadithe und sind dadurch unter dem Namen sahih (echt) bekannt geworden. 6 Hadithe können von unterschiedlicher Länge sein, haben entweder ein knappes Zitat oder eine Geschichte zum Inhalt. Fest ist immer nur die zweiteilige Form, bestehend aus dem isnad und dem matn (dem Inhalt). Der sahih des al-Buhari beispielsweise enthält eine Aussage über den Tod Mohammeds, die folgendermaßen aussieht: „I. isnad Es überlieferte uns `Abdallah Ibn Yusuf, daß uns (Überlieferungskette) al-Lait von `Uqail von Ibn Sihab von `Urwa Ibn
II. matn Daß der Prophet (Gott segne ihn und spende ihm (Inhalt) Heil!) im Alter von dreiundsechzig Jahren gestorben ist.“ 7
1.3 Die Sira
Die dritte Quelle ist die sira, das „Leben des Propheten“. Diese traditionelle Biogra phie Mohammeds wurde von vielen Berufsschreibern und -erzählern verfasst, um das Andenken Mohammeds, das Vorbild seiner Taten sowie die von ihm getroffenen Rechtsregeln (scharia) zu bewahren. Die Sira steht gewissermaßen am Ursprung des Hadith und wurde ca. ein Jahrhundert nach dem Tod des Propheten verfasst. Die Grundlage waren Berichte seiner Zeitgenossen. Dadurch enthält die Sira teilweise auch Legenden. Der Einfluss des Judentums lässt sich genauso feststellen wie der christlicher Heiligenviten. Die bedeutendste und wahrscheinlich verlässlichste Sira ist die des Ibn Ishaq, der 704 in Medina geboren wurde und erst in Ägypten und dann im Irak lebte. Er starb gegen 767/68 in Bagdad. Sein Werk ist durch Ibn Hisham aus Basra überliefert, der ca. ein halbes Jahrhundert nach Ibn Ishaq starb. 8
2. Die religiösen Gegebenheiten in Zentralarabien vor dem Islam
Warum Mohammed mit dem Islam so einen großen Erfolg hatte, warum die Zeit quasi „reif“ war für eine Veränderung und warum somit auch eine derart rasche territoriale Ausbreitung der neuen Religion (von der später noch die Rede sein wird) möglich war, ist heute schwer zu beurteilen. 9 Aber die Frage, woraus der Islam hervorging, lässt sich sicher beantworten.
6 Vgl. Bobzin, Hartmut: Mohammed, München 2002, S. 29.
7 Zit. nach ebd. S. 25.
8 Vgl. Halm, Heinz: Der Islam. Geschichte und Gegenwart, München 2004, S. 17.
9 Vgl. Bobzin 2002, S. 51ff.
2
Der Islam ist eine Synthese aus Altem und Neuem, aus verschiedenen Elementen des Judentums, Christentums, des Judenchristentums und altarabischen Traditionen. In vielerlei Hinsicht ist der Koran eine Auseinandersetzung mit den „alten“ Religionen; er entwickelt aus alten Gedanken neue Riten, deren Elemente sich nicht ableiten lassen, die unerklärlich sind. Bei den frühen Beduinen Zentralarabiens hatte sich schon eine Art „Hochgott“ herausgebildet, der den Namen „allahu“ erhielt, was schlicht „Gott“ heißt. Er galt schon den Beduinen als der Schöpfer der Erde und alle anderen Götter unterstanden ihm. Der Islam hingegen richtet sich streng gegen jede Art von Polytheismus. So heißt es im Koran: „ (…) geselle Gott keine Wesen bei, wahrlich die Abgötterei ist gewaltige Sünde.“ 10 Damit ist der Koran mit seinem Monotheismus wieder in bester Gesellschaft mit der Lehre in den anderen Buchreligionen, dem Christentum mit der Bibel und dem Judentum mit der Thora.
3. Das Leben Mohammeds 3.1 Geburt
Der Tag der Geburt Mohammeds ist nicht genau bekannt. Allerdings kann man auf Grund der sicheren Daten der hidschra (Mohammeds Auswanderung von Mekka nach Medina im Jahr 622) sowie seines Todesjahres 632 annähernd das Geburtsjahr berechnen, indem man auch andere Daten und Quellen mit einbezieht. 11 So heißt es beispielsweise im Koran: „Sprich: Wollte es Gott, ich würde ihn [den Koran] euch nicht vorgetragen und euch damit belehrt haben. Bereits weilte ich zuvor ein Lebensalter unter euch.“ 12 Als Lebensalter galten 40 Jahre und man kann auf Grund des Zitats davon ausgehen, dass zwischen der Geburt und dem ersten Vortrag der ihm offenbarten Korantexte dieser Zeitraum lag. Ein anderer Beleg findet sich bei Ibn Ishaq in seinem Bericht über die Sendung Mohammeds:
„Als Mohammed, der Gesandte Gottes, vierzig Jahre alt geworden war, sandte ihn Gott, aus Barmherzigkeit für die Menschheit, und für die Menschen insgesamt.“ 13 Ibn Ishaq zitiert ein Gedicht, in dem Mohammeds Wirken in Mekka beschrieben wird:
Wenn man von zehn Jahren Aufenthalt in Mekka ausgeht, kann man für die Berufung Mohammeds durch Gott etwa di e Jahre 610 bis 612 annehmen. Zieht man davon ca. vierzig
10 Zit. nach Koran, 31,12.
11 Vgl. Bobzin 2002, S. 76f.
12 Koran, 10,17.
13 Zit. nach Bobzin 2002, S. 68.
14 Ebd.
3
Arbeit zitieren:
Yvonne Zeitler, 2005, Der Prophet Mohammed und die Entstehung des Islam, München, GRIN Verlag GmbH
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