Erkenntnisse der Neurobiologie deren Implikationen für die betriebliche Weiterbildung
mit speziellem Bezug auf die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1 Einleitung 1
1.1 Problemdarstellung und Ziel der Arbeit. 1
1.2 Leitfaden 2
2 Neurobiologische Aspekte des Lernens 3
2.1 Der Aufbau des Gehirns 3
2.2 Strukturelle und funktionale Elemente des Gehirns 7
2.2.1 Neurone. 8
2.2.2 Synapsen 10
2.2.3 Neurotransmitter Neuropeptide 11
2.2.4 Aktivitätsmuster der Nervenzellen 12
2.3 Biologische und psychologische Grundlagen des Lernens 13
2.3.1 Lernen - Was heißt das? 13
2.3.2 Neurodidaktik - Wie lernt der Mensch? 14
2.3.3 Die Lerntypen. 17
2.3.4 Beeinflussungsfaktoren des Lernens. 19
2.3.5 Lebenslang Lernen 22
2.3.6 Gibt es gehirngerechtes Lernen? 25
2.4 Die Bedeutung des Gedächtnisses. 26
2.4.1 Die verschiedenen Formen des Gedächtnisses 28
2.4.2 Gedächtnis und Speicherzeit 30
2.4.3 Die Kurve des Vergessens 33
3 Betriebliche Weiterbildung 35
3.1 Einordnung in die Systematik der Personalentwicklung 37
3.2 Begriff der Weiterbildung. 38
3.3 Betriebliche Weiterbildung in Zahlen 39
Y F l e r l a g e 2 0 0 5
III
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Inhaltsverzeichnis
3.4 Ziele und Funktionen der Weiterbildung. 42
3.4.1 Betriebliche Ziele und Funktionen 42
3.4.2 Individuelle Ziele und Funktionen 44
3.4.3 Gesellschaftliche Ziele und Funktionen 45
3.5 Der Funktionszyklus systematischer Weiterbildungsarbeit 46
3.6 Investition in Weiterbildung älterer Arbeitnehmer bedingt durch den
demographischen Wandel 49
3.6.1 Altersstruktur in Deutschland - eine demographische Bestandsaufnahme 50
3.6.2 Herausforderungen für die Unternehmen durch den demographischen Wandel51
4 Konsequenzen für die betriebliche Weiterbildung 54
4.1 Voraussetzungen und Bedingungen bei älteren Lernenden 54
4.2 Voraussetzungen und Bedingungen für das Unternehmen 57
4.3 Umsetzungsmöglichkeiten der betrieblichen Weiterbildung 59
4.3.1 Phasen einer erfolgreichen Personalpolitik 60
4.3.2 Kurzfristig einsetzbare Maßnahmen 62
4.3.3 Mittelfristig einsetzbare Maßnahmen 63
4.3.4 Langfristig einsetzbare Maßnahmen 63
5 Schlussbetrachtung und Zielkontrolle 65
Quellenverzeichnis 68
Literaturverzeichnis 68
Internetverzeichnis 72
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IV
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Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
⇒ Abb. Abbildung ⇒ Bd. Band ⇒ BDA Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände ⇒ Bit Binary Digit ⇒ bzw. beziehungsweise ⇒ Ebd. Ebenda ⇒ etc. et cetera ⇒ Hrsg. Herausgeber ⇒ KZG Kurzzeitgedächtnis ⇒ LZG Langzeitgedächtnis ⇒ m.E. meines Erachtens ⇒ min Minuten ⇒ sek Sekunden ⇒ UZG Ultrakurzzeitgedächtnis ⇒ Vgl. Vergleiche ⇒ z.B. zum Beispiel
© Y . F l e r l a g e 2 0 5 V
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mit speziellem Bezug auf die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 2.1: Der anatomische Aufbau des Gehirns.
Abb. 2.2: Vier Sektoren der Großhirnrinde
Abb. 2.3: Struktur eines Neurons
Abb. 2.4: Schema einer Synapse
Abb. 2.5: Myelinscheide.
Abb. 2.6: Speicherzeit und -kapazität der drei Gedächtnisspeicherstufen.
Abb. 2.7: Die Kurve des Vergessens
Abb. 3.1: Systematik der Personalentwicklung
Abb. 3.2: Formen der betrieblichen Weiterbildung
Abb. 3.3: Kosten der betrieblichen Weiterbildung in 2001 je Mitarbeiter in
Abb. 3.4: Ziele betrieblicher Weiterbildung
Abb. 3.5: Älter werdende Erwerbsbevölkerung
Abb. 4.1: Längerfristige Orientierung des Personalmanagements.
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VI
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Einleitung
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung und Ziel der Arbeit
„Wie kommt die Welt in den Kopf?“ 1 - Was macht der Kopf mit der Welt? 2
Das Gehirn ermöglicht es dem Menschen, Dinge zu tun, die andere Lebewesen nicht tun können, die Menschen sind dank des Gehirns flexibel. Tiger z.B. haben zwar schärfere Zähne, Eisbären vertragen besser die Kälte und Elefanten sind stärker, aber im Gegensatz zu diesen Tieren ist der Mensch nicht auf eine Eigenschaft im Besonderen spezialisiert, sondern kann sich auf seine Umgebung einstellen und Probleme lösen. Kurz gesagt: Er kann lernen! Und das Organ, mit dem das Lernen geschieht ist das Gehirn. 3
Die eingangs gestellten zwei Fragen stellen die Basis dieser Arbeit. Es geht darum, wie das Gehirn anatomisch und physiologisch aufgebaut ist und wie es in welchen Altersstufen lernt und erinnert. Vor diesem Hintergrund wird eine Verbindung zu lernenden Unternehmen hergestellt. Es stellt sich an dieser Stelle die Frage, wie Unternehmen und deren Mitarbeiter die betriebliche Weiterbildung umsetzen. Hierbei stellt der demographische Wandel einen sehr wichtigen Bereich dar, den es näher abzugrenzen und zu erläutern gilt, denn die Menschen werden immer älter und es gibt immer mehr ältere Arbeitnehmer, die weitergebildet werden wollen und sollten.
Ziel dieser Examensarbeit ist es, die neurobiologischen Grundlagen des Lernens, insbesondere im erwachsenen bzw. fortgeschritteneren Alter, näher darzustellen, zu erörtern und darauf aufbauend die Voraussetzungen, Bedingungen und Konsequenzen für die betriebliche Weiterbildung aufzuzeigen.
SCHNABEL, SENTKER (1997), Titelseite 1
Vgl. STELZER, http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/23753.html, 30.03.2005 2
Vgl. SPITZER (2003), Seite 14 3 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 1
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mit speziellem Bezug auf die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer
Einleitung
Bezogen auf die betriebliche Weiterbildung, soll der Fokus der Betrachtung bei den älteren Arbeitnehmern liegen.
1.2 Leitfaden
Im Anschluss an die Einleitung, soll das zweite Kapitel dieser Arbeit darstellen, wie das Gehirn anatomisch und neurophysiologisch aufgebaut ist. Diese Ausführungen werden genutzt, um den Fragen nachzugehen, wie der Mensch überhaupt lernt, welche verschiedenen Lerntypen es gibt, welche Faktoren das Lernen beeinflussen, wie sich das Lernen in den verschiedenen Altersstufen darstellt und ob es überhaupt gehirngerechtes Lernen gibt. Des Weiteren wird an dieser Stelle auf die Bedeutung des Gedächtnisses in seinen verschiedenen Ausprägungen und divergenten Speicherzeiten eingegangen.
Der dritte Abschnitt, die betriebliche Weiterbildung, ordnet den Begriff in die Systematik der Personaltentwicklung ein, grenzt ihn ab und zeigt Ziele und Funktionen der betrieblichen Weiterbildung auf. In dem Kontext dieses dritten Kapitels wird die Entwicklung der Weiterbildung seit 1990 bis heute in Zahlen aufgezeigt. Ein weiteres sehr wichtiges Subkapitel ist die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer bedingt durch den demographischen Wandel in Deutschland.
Das vierte Kapitel stellt die Verknüpfung Symbiose des zweiten und dritten Abschnitts dar. Auf der Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse aus den vorhergegangenen Kapiteln soll dargestellt werden, welche Konsequenzen sich für die betriebliche Weiterbildung ergeben. Welche Voraussetzungen und Bedingungen im Unternehmen und beim Mitarbeiten machen die betriebliche Weiterbildung effektiv und nachhaltig? Wie können diese Erkenntnisse umgesetzt werden?
Im fünften und letzten Teil dieser Arbeit sollen die Ergebnisse der vorangegangenen Abschnitte dargestellt und zusammengefasst werden. An dieser Stelle wird die Frage gestellt, ob das das Ziel dieser Arbeit erreicht wurde.
© Y . F l e r l a g e 2 0 5 2
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Neurobiologische Aspekte des Lernens
2 Neurobiologische Aspekte des Lernens
2.1 Der Aufbau des Gehirns
Das menschliche Gehirn wiegt bei Männern durchschnittlich 1,35 Kilogramm und bei Frauen durchschnittlich 1,22 Kilogramm. Dieser Unterschied ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen in der Regel ein geringeres Körpergewicht haben als Männer und steht in keinerlei Verbindung mit dem Intelligenzquotienten. 4 Jedoch verbraucht es, obwohl es nur circa 2% des Körpergewichts ausmacht, 20% der Energie des gesamten Körpers. Dass heißt also 20% der Nahrung, die wir zu uns nehmen sind nur für das Gehirn. 5
Wie alle anderen Organe des Körpers besteht das Gehirn aus Zellen, genauer aus Nervenzellen, die Neurone genannt werden und Gliazellen. Nervenzellen sind die direkten Funktionszellen des Gehirns, während Gliazellen eine Unterstützungs- und Ernährungsfunktion haben. Bevor im nächsten Kapitel auf die genauere Funktionsweise dieser Zellen eingegangen wird, folgt nun ein kurzer Überblick zum Aufbau des Gehirns. 6
Das Gehirn der Wirbeltiere und einschließlich das der Menschen gliedert sich in fünf Teile: Das verlängertes Mark (Nachhirn, Medulla oblangata), das Kleinhirn (Cerebellum), das Mittelhirn (Mesencephalon), das Zwischenhirn (Diencephalon) und das End- oder Großhirn (Telencephalon). 7
Abb. 2.1 gibt einen Überblick über den anatomischen Aufbau des Gehirns und diejenigen Areale, die im Folgenden bezüglich ihrer Funktion näher erklärt werden.
Vgl. ROTH (2003), Seite 11 4
Vgl. SPITZER (2003), Seite 14 5
Vgl. ROTH (2003), Seite 12 6
Vgl. Ebd., Seiten 9-11 7 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 3
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mit speziellem Bezug auf die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer
Neurobiologische Aspekte des Lernens
Abb. 2.1: Der anatomische Aufbau des Gehirns.
Quelle: http://www.math.uni-muenster.de/SoftComputing/lehre/material/
Das verlängerte Rückenmark (Nachhirn, Medulla oblangata) ist die direkte Fortsetzung des Rückenmarks. Es dient als motorisches Koordinationszentrum für das Gesicht, die Zähne, die Hörempfindung, das Gleichgewichtssystem, die Zunge, den Schlund, das Geschmackssystem sowie für die Nackenmuskulatur. Ebenso gibt es hier Nervenzentren, die die Kontrolle über lebenswichtige Funktionen wie Schlafen und Wachen, Blutkreislauf und Atmung übernehmen. 8
Das Kleinhirn (Cerebellum) ist das allgemeine motorische Koordinationszentrum, es befasst sich mit der Feinregulierung der Muskeln und ist ein äußerst wichtiger Ort des motorischen Lernens. Weiterhin dient es zur Erstverarbeitung von Reizen bezüglich des Gleichgewichtssystems, der Muskeln, der Hautsinnes-rezeptoren, dem Auge und dem Ohr. Bei Wirbeltieren, die sich dreidimensio-
Vgl.FH WOLFENBÜTTEL (OHNE AUTOR), http://www.fh-wolfenbuettel.de/fb/s/mitarbeiter/ 8
otto/beratung.pdf, 14.03.2005 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 4
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mit speziellem Bezug auf die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer
Neurobiologische Aspekte des Lernens
nal bewegen, ist das Kleinhirn aus diesem Grund besonders gut ausgebildet. 9
Das Mittelhirn (Mesencephalon) gliedert sich in einen oberen und einen unteren Teil. Der obere Teil, das TECTUM, enthält wichtige visuelle, auditorische und somatosensorische Zentren, der untere Teil, das TEGMENTUM, enthält Zentren, die für die Umwandlung von sensorischer in motorische Erregung wichtig sind. 10
Das Zwischenhirn (Diencephalon) gliedert sich in drei Teile: Epithalamus, Thalamus und Hypothalamus. Der EPITHALAMUS spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Tag-Nacht-Rhythmus. Der THALAMUS ist für die visuelle, auditorische und somatosensorische Erregungsverarbeitung und auch für die Bewegungssteuerung zuständig. Der HYPOTHALAMUS ist ein Zentrum zur Koordination sehr wichtiger Körperfunktionen und Verhaltensweisen, wie z.B. Schlafen und Wachen, Atmung, Kreislauf. Des Weiteren steuert dieser über die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) den Hormonhaushalt. 11
Das End- oder Großhirn (Telencephalon) ist der am höchsten entwickelte Teil des Gehirns. Es besteht aus zwei gefurchten Halbkugeln (Hemisphären), die durch einen tiefen Einschnitt voneinander getrennt sind. Der oberflächlich stark gefaltete Teil des Großhirns ist die Großhirnrinde, sie enthält rund 14 Milliarden Zellkörper der Nervenzellen. Funktionell lassen sich in bestimmten Rindenfeldern bestimmte Leistungen lokalisieren. Abb. 2.2 zeigt die Aufteilung der Großhirnrinde in vier Sektoren: Stirn-, Scheitel,- Schläfen- und Hinterhauptslappen. Der Stirnlappen (A) steht in enger Beziehung zur Persönlichkeitsstruktur, der Schläfenlappen (C) enthält Hörzentren und der Hinterhauptslappen (D) Sehzentren. An der Grenze zwischen dem Stirn- und dem Scheitellappen (B) liegen zwei Gebiete mit den motorischen Zentren für die
Vgl. Ebd. 9
Vgl. Ebd. 10
Vgl. Ebd. 11 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 5
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Neurobiologische Aspekte des Lernens
einzelnen Körperabschnitte und einem Zentrum für die Sinneseindrücke aus der Körpergefühlsphäre. Das Großhirn ist der Sitz unseres Bewusstseins, unseres Willens, der Intelligenz und der Lernfähigkeit. Weiterhin gehört zum Großhirn auch das limbische System, das das emotionale Verhalten beeinflusst und mit der Speicherung und dem Abruf von Gedächtnisinhalten zu tun hat. 12
Abb. 2.2: Vier Sektoren der Großhirnrinde
Quelle: SCHULZ-SCHAEFFER, http://www.geo.de/GEO/medizin_psychologie/
2001_08_GEO_gehirn_index/?linkref=geode_teaser_related&SDSID=, 16.05.2005.
Beide Hemisphären zeigen eine hochgradige Spezialisierung. Die linke Hemisphäre regiert die rechte Hand und umgekehrt, wobei aber die Oberarme von beiden Hirnhälften gesteuert werden können. Jede Hälfte hat seine eigenen Kompetenzen, das linke Hirn führt bei Sprache und Sprechen Regie und das rechte Hirn bei visuell-motorischen Anforderungen.
13
Vgl. MEYERS LEXIKONREDAKTION (1999), Seiten 1198f 12
Vgl. GAZZANIGA (2004), Seiten 28-31 13 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 6
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2.2 Strukturelle und funktionale Elemente des Gehirns
Wie kann man sich das Gehirn vorstellen? Eine einfache Metapher ist die der Schrift, wobei Buchstaben die Nervenaktivitäten darstellen. Diese einzelnen Buchstaben haben als solches keine Bedeutung, sie erhalten erst einen Sinn, wenn sie über Silben, Wörter und Sätze zusammengefügt werden. So machen die Neurone für sich nicht die kognitive Leistung unseres Gehirns aus, sondern erst durch die Vielfalt und Anzahl ihrer angeregten Verbindungen. Über die verschiedenen Nervenverbindungen steht das Gehirn in Kontakt mit dem ganzen Körper. Man kann also den Körper, den Organismus, der das Gehirn umgibt als den Kontext des Textes beschreiben. 14
Im Herzen arbeiten die Herzmuskelzellen, im Blut die Blutkörperchen und in der Haut die Hautzellen. Alle Zellen haben an diesen Orten spezifische Aufgaben zu erfüllen. Im Gehirn arbeiten die Nervenzellen, und sie sind spezialisiert auf die Speicherung und Verarbeitung von Informationen. 15
Der Anfang der Verarbeitung jeglicher Information liegt bei unseren Sinnesorganen, die mit Sinnenrezeptoren ausgestattet sind.
Die Sinneszellen in Auge, Ohr, Haut, Nase und Mund sind darauf spezialisiert, Licht, Schall, Druck oder chemische Eigenschaften in Impulse umzuwandeln. 16 Diese Sinnesrezeptoren haben eine ganz besondere Funktion, denn sie wandeln die physikalischen und chemischen Einwirkungen von außen so um, dass die Nervenzellen in ihrem Aktivitätszustand verändert werden können. 17
Roth (2001), Seite 75f 14
Vgl. SPITZER (2003), Seite 41 15
Vgl. Ebd. 16
Vgl. FH WOLFENBÜTTEL (OHNE AUTOR), http://www.fh-wolfenbuettel.de/fb/s/mitarbeiter/ 17
otto/beratung.pdf, 14.03.2005 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 7
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2.2.1 Neurone
Abb. 2.3: Struktur eines Neurons
Quelle: Multimedia-Lexikon 2002 - Wissen im 3. Jahrtausend, CD-ROM,
10.04.2004.
Abb. 2.3 zeigt die Struktur eines Neurons. Das Gehirn besteht aus rund 100 Milliarden Neuronen. 18 Sie sind die elementaren Bausteine der Erregungsverarbeitung im Gehirn. Ein Neuron besteht immer aus einem Zellleib (Soma) mit Zellkern, von dem sich in der Regel zwei verschiedene Fortsätze abzweigen. Die Dendriten und das Axon. Die Dendriten sind verzweigte Fortsätze des Zellkörpers, die sich immer weiter verfeinern. Sie nehmen an ihren Enden, den dendritischen Dornen, Erregungen von anderen Zellen auf und führen sie der Zelle zu. Das Axon (Neurit) ist ein gleich bleibender Fortsatz, der entweder direkt vom Zellkörper oder von einem stärkeren Dendritenast abgeht. Das
Vgl. ROSENBACH, http://bebis.cidsnet.de/weiterbildung/sps/allgemein/bausteine/lernen/ 18
grundlagen/funktionen/filter, 11.03.2005 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 8
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Axon ist der Ausgangskanal, über den die Zelle Erregungen an andere Zelle weiterleitet. Das Axon zweigt sich am Ende stark auf und kontaktiert andere Nervenzellen. 19 Dieser Kontaktpunkt zu anderen Nervenzellen wird als Synapse bezeichnet.
Versucht man die Nervenzellen nach Funktionen einzuteilen, so ergeben sich drei verschiedene Kategorien: 20
Unterscheidung nach der Sendungsentfernung: Es gibt PROJEKTIONSNEURONE, die ihre Axone zu weit entfernten Zielgebieten entsenden und INTERNEURONE, deren Axone in der näheren Zellumgebung bleiben.
Unterscheidung nach der Art der Erregung: Es wird unterschieden nach SENSORISCHEN NEURONEN, die ihre Eingänge an den Sinnesorganen haben, nach MOTORNEURONEN, die Axone zu den Muskeln haben und nach ZENTRALEN VERARBEITUNGSNEURONEN oder NEUROENDOKRINEN NEURONEN, die die Hormonproduktion steuern.
Unterscheidung nach der Funktion: Hier gibt es EXITATORISCHE NEURONE, die erregenden Funktion haben und INHIBITORISCHE NEURONE, die sich durch eine hemmende Funktion kennzeichnen.
Vgl. FH WOLFENBÜTTEL (OHNE AUTOR), http://www.fh-wolfenbuettel.de/fb/s/mitarbeiter/ 19
otto/beratung.pdf, 14.03.2005
Vgl. Ebd. 20 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 9
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2.2.2 Synapsen
Eine Synapse ist der Kontaktpunkt zu einer anderen Nervenzelle, sie ist der Ort der Erregungsübertragung. Sie besteht aus der Endverdickung der Axone (Präsynapse) und dem Punkt einer anderen Nervenzelle, an dem das Axon ansetzt (Postsynapse), dieser Punkt ist ein Dendritenast eines Neurons. 21
Abb. 2.4: Schema einer Synapse
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/synapse, 12.04.2005. Es gibt chemische und elektrische Synapsen, weil aber die meisten Synapsen chemisch sind, wird an dieser Stelle aus Gründen der Übersichtlichkeit nur auf die chemischen Synapsen eingegangen. Die chemischen Synapsen werden so bezeichnet, weil die elektrische Ladung durch chemische Botenstoffe weitergeleitet wird.
An chemischen Synapsen wird ein elektrisches Signal in ein chemisches umge-wandelt. Wie in Abb. 2.4 zu sehen ist, ist die axonale Nervenendigung der Informationssender (Präsynapse). In dem Axon wird durch eine Erhöhung der Kalzium-Konzentration eine elektrische Ladung erzeugt, die dazu führt, dass Neurotransmitter ausgeschüttet werden. Diese Auslösung der Neurotransmitter durch elektrische Ladung nennt man Aktionspotenzial. Die chemischen Boten- Vgl.ROTH (2003), Seite 14 21 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 10
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mit speziellem Bezug auf die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer
Neurobiologische Aspekte des Lernens
stoffe der Neurotransmitter regen die empfangende Zelle an. An der postsynaptischen Membran befinden sich Rezeptoren, an die die Neurotransmitter gebunden werden, wodurch Ionenkanäle an der Postsynapse geöffnet werden, die eine Änderung des Membranpotenzials (elektrische Spannungsänderung) an der Postsynapse zur Folge haben. Abbauende Enzyme sorgen für die Repolarisation der Membran, sodass eine neue Übertragung stattfinden kann. 22
Die Synapse ist folglich der Ort der Erregungsübertragung, diese Übertragung kann mehr oder weniger stark sein. Es hängt von der Stärke der synaptischen Verbindung ab, ob ein Erregungsimpuls einen großen oder kleinen Effekt auf die Erregung des nachfolgenden Neurons hat. Also kann der gleiche Impuls an verschiedenen Synapsen eine unterschiedliche Wirkung haben. Die Information aus den Impulsen wird von den Neuronen dann gewichtet, dass heißt mehr oder weniger stark übertragen, und je nach Stärke der Übertragung kann der gleiche Impuls ein Neuron erregen, ein anderes aber nicht. 23
2.2.3 Neurotransmitter & Neuropeptide
Wie bereits erwähnt sind Neurotransmitter chemische Übertragungsstoffe zwischen der prä- und postsynaptischen Membran. Ein Großteil dieser Stoffe hat erregende Wirkung, es gibt aber auch Stoffe mit hemmender Wirkung. Ebenso können sie eine Doppelfunktion haben, wie z.B. schnell erregend oder langsam hemmend. Der wichtigste erregende Botenstoff ist Glutamat und die beiden häufigsten hemmenden Transmitter sind Gamma-Amino-Buttersäure und Glycin. Diese drei Stoffe sorgen für die schnelle Übertragung. Schnell
Vgl. WIKIPEDIA (OHNE AUTOR), http://de.wikipedia.org/wiki/synapse, 12.04.2005 22
Vgl. SPITZER (2003), Seite 44 23 © Y . F l e r l a g e 2 0 5 11
Arbeit zitieren:
Betriebswirtin Yvonne Flerlage, 2005, Erkenntnisse der Neurobiologie und deren Implikationen für die betriebliche Weiterbildung mit speziellem Bezug auf die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer, München, GRIN Verlag GmbH
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