Eine stabile Landwirtschaft ist die Lebensgrundlage jeder eigenständigen Gesellschaft. Sie ist für die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichenden und gesunden Lebensmitteln verantwortlich. Ihr strategischer und volkswirtschaftlicher Einfluss ist so enorm, dass die Agrarpolitik bei der Schaffung der europäischen Marktordnung und bei der europäischen Integration nicht hätte außen vor bleiben können. Man hätte sich eine Abhängigkeit von Drittländern auch nicht leisten können. Sie war außerdem ein nicht zu unterschätzender Bestandteil der europäischen Einigung und stellte in den Anfangsjahren den Motor der Integration dar. Das außerordentliche Gewicht der Agrarpolitik wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass fast die Hälfte der rund 95 Mrd. Euro des EU-Haushaltes für den Agrarsektor gebraucht wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedeutung der Agrarpolitik
2. Entstehung der gemeinsamen Agrarpolitik
3. Ziele der GAP
3.1 Steigerung der Produktivität
3.2 Gewährleistung einer angemessenen Lebenshaltung der landwirtschaftlichen Bevölkerung
3.3 Stabilisierung der Märkte
3.4 Sicherstellung der Versorgung
3.5 Gewährleistung angemessener Preise für die Verbraucher
4. Konzept der GAP
4.1 Die Grundprinzipien der GAP
4.1.1 Einheit des Marktes
4.1.2 Das Prinzip der Gemeinschaftspräferenz
4.1.3 Der Grundsatz der finanziellen Solidarität
4.2 Gemeinsame Organisation der Agrarmärkte
5. Die gemeinsame Fischereipolitik
6. Der Agraraußenhandel und GATT- Uruguay Runde
7. Reformschwerpunkte und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept, die Zielsetzungen und die ordnungspolitische Bewertung der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union unter Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung, internen Mechanismen und globalen Auswirkungen.
- Historische Genese und Bedeutung der europäischen Agrarpolitik.
- Analyse der primären Ziele der GAP und ihrer Umsetzungsmechanismen.
- Ordnungspolitische Prinzipien der Marktorganisation und finanziellen Solidarität.
- Einfluss des internationalen Handelsrahmens und der GATT-Verhandlungen.
- Reformschwerpunkte und zukünftige Herausforderungen (Agenda 2000).
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Einheit des Marktes:
Grundsätzlich, sollen in der Gemeinschaft landwirtschaftliche Erzeugnisse frei zirkulieren können. Dies setzt voraus, dass die nationalen Märkte durch einen europäischen Binnenmarkt ersetzt werden. Um dies zu realisieren mussten zuerst alle Zölle, Handelshemmnisse und wettbewerbsverfälschende Maßnahmen abgeschafft und ein gemeinsames Agrarpreissystem und gemeinsame Wettbewerbsregeln ausgearbeitet werden. Im Anschluss daran wurden die Verwaltungs- und Gesundheitsbestimmungen in allen Mitgliedsländern harmonisiert. Mit diesen Maßnahmen schuf man gleichzeitig einen gemeinschaftlichen Außenschutz, der gekennzeichnet war durch einen einheitlichen Zoll gegenüber nicht EU- Ländern und gemeinsamen Regeln für den In- und Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
Vorteil eines gemeinsamen Marktes ist, dass er das Angebot von landwirtschaftlichen Gütern erweitert, dass man so auf Produktionsschwankungen besser reagieren kann und dass man größere Mengen zu einem geringeren Preis gewinnen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedeutung der Agrarpolitik: Beschreibt die fundamentale Rolle der Landwirtschaft für die Gesellschaft und ihre historische Funktion als Integrationsmotor der EWG.
2. Entstehung der gemeinsamen Agrarpolitik: Erläutert die Anfänge durch den EWG-Vertrag und die Konferenz von Stresa zur Sicherung der Lebensmittelversorgung und Landwirteeinkommen.
3. Ziele der GAP: Analysiert die fünf Hauptziele der Agrarpolitik, von der Produktivitätssteigerung bis zur Preissicherung für Verbraucher.
4. Konzept der GAP: Detaillierte Darstellung der Grundprinzipien wie Markt-Einheit und Gemeinschaftspräferenz sowie der Organisation der Agrarmärkte.
5. Die gemeinsame Fischereipolitik: Behandelt die Integration der Fischereipolitik in die GAP und das Ressourcenmanagement durch Fangquoten.
6. Der Agraraußenhandel und GATT- Uruguay Runde: Diskutiert die Stellung der EU im Welthandel und die Auswirkungen der GATT-Verhandlungen auf die Agrarpolitik.
7. Reformschwerpunkte und Ausblick: Erörtert die Auswirkungen der Agenda 2000 und die notwendige Abkehr von produktionsbezogenen Subventionen.
Schlüsselwörter
Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, EWG, Marktordnung, Preisstützung, Produktivität, EU-Haushalt, Agenda 2000, Fischereipolitik, GATT, Agraraußenhandel, Subventionen, Strukturpolitik, Cross-Compliance, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Strukturen, Zielsetzungen und historischen Reformprozesse der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) innerhalb der Europäischen Union.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Schwerpunkte sind die Entstehung der GAP, ihre ordnungspolitischen Grundprinzipien, die Steuerung der Agrarmärkte sowie der Einfluss internationaler Handelsabkommen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Konzept der GAP kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich die Politik von der reinen Produktionsförderung hin zu einer nachhaltigeren, multifunktionalen Landwirtschaft entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Untersuchung basiert auf einer politik- und rechtswissenschaftlichen Analyse unter Einbeziehung relevanter EU-Verträge, Kommentare und agrarpolitischer Reformdokumente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der GAP-Ziele, die Erläuterung der Grundprinzipien wie Markt-Einheit und Solidarität sowie die Analyse spezifischer Bereiche wie Fischereipolitik und Außenhandel.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Marktordnung, Gemeinschaftspräferenz, Produktionsquoten, Agenda 2000, Strukturfonds und Liberalisierung des Welthandels.
Warum war der EAGFL für die Agrarpolitik essenziell?
Der Europäische Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL) war notwendig, um die finanziellen Mittel für Marktinterventionen und Strukturverbesserungen innerhalb der EU zu verwalten.
Was bedeutet das Prinzip der „Cross-Compliance“ in den Reformvorschlägen?
Es bezeichnet die Bindung von Prämienzahlungen an die Einhaltung gesetzlicher Standards in den Bereichen Umwelt-, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit.
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- Laura Weiß (Author), 2004, Die gemeinsame Agrarpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42971