Inhaltsverzeichnis.........................................................................Seite
1 Medienkindheit 1
2 Stellung der Medien 2
3 Kindermedien 4
3.2 Comics 5
Hörspiele 5 3 3
4 Fernsehen als Freizeitbeschäftigung 6
4.3 Soziale Folgen 7
5 Computernutzung 9
5.1 Computerspiele 9
Lernprogramme 10 5 3
6 Das Internet 11
7 Veränderte Kindheit 12
Mediatisierung der Kindheit 12 7 1
7.2 Verschwinden der Kindheit 13
8 Medienerziehung 14
8.1 Aufgaben 14
9 Medien in der Schule 17
Medienerziehung im Sachunterricht 18 9 2
10 Fazit 20
Literaturverzeichnis 21
1 Medienkindheit
Wenn man heutzutage von Kindheit spricht, dann wird diese häufig in Verbindung mit den neuen Medienwelten gebracht. Aus diesem Grund spricht man auch von einer Medienkindheit.
Eigentlich vertritt dieses Charakteristikum jede Generation von Kindern im 20. Jahrhundert. Die erste lernte das Kino kennen und danach kam das Radio. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt das Fernsehen gefolgt vom Videorecorder seinen Einzug in die Lebenswelt. Im Ausgang des vergangenen Jahrhunderts eroberten schließlich Computer und Internet die Kindheit. Vergessen werden, dürfen nicht die Printmedien, welche in Buch- oder Comicform Kinder und Jugendliche in allen Jahrzehnten erfreuten und auch heute noch Freude bringen. Aber heutzutage stehen den Kindern und Jugendlichen noch viele andere mediale Kommunikations- und Interaktionsformen zur Verfügung. So wird beispielsweise das Handy benutzt, um kurze Nachrichten – SMS – zu verschicken. Via Internetzugang wird die E-Mail – elektronische Post – genutzt, um Nachrichten und Informationen auszutauschen. Des weiteren unterhält man sich im Chat – schriftsprachlicher Kommunikationsraum – oder mittels Internet-Messenger.
Die Frage ist, ob sich Kinder in dieser Medienfülle und vor allem in den neuen medialen Kommunikations- und Interaktionformen orientieren können.
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2 Stellung der Medien
Zunehmend werden die Massenmedien zum mythischen Objekt. – Sie konstruieren unsere Wirklichkeit. Was wahr ist, entnehmen wir ihnen: Bücher, Fernsehen, Internet, Rundfunk, Zeitungen. Des weiteren bekommen etliche Ereignisse ihre Bedeutung erst durch die Präsenz in den Medien. Mit diesem Mythos wachsen Kinder und Jugendliche auf. Die elektronischen Medien sind Komponenten ihrer Jugend. Früher waren die Medien nur ein Teil der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, heute wird der Alltag nach ihnen gerichtet. Sie ergänzen nicht mehr nur, sondern sie sind Teil des Sozialisationsprozesses. Dies macht die 45 minütige Sequenz des Tagesablaufs eines neunjährigen Mädchens deutlich (Neumann 1981, S.91):
„Die LCD-Digitaluhr springt auf 6.45. Mit einem gedämpften Knackgeräusch setzt der Radiowecker flotte Morgenmusik in Gang und weckt damit Tanja. Beim Aufstehen tritt Tanja beinahe auf Fred, den superschlanken Dressmann, der von seinem Platz neben Teddy und dem Kopfkissen über Nacht heruntergefallen sein muß. Neuigkeiten im Bad: ‘Das Schlürfgespenst‘ – Blendis Abenteuer Nr. 6, ein Kurz-Comic auf der Schachtel der neuen Zahncreme. Nach dem Ankleiden nochmalige Kontrolle des Ranzeninhalts; ach ja, heute ist der Rückgabetermin in der Schulbibliothek, ‘Ferien auf dem Ponyhof‘ muß zurück. Dann noch die Kassette mit der Gruppe ‘Dschingis-Khan‘, die Katja zum Überspielen haben wollte. Am Frühstückstisch haben die natürlich wieder `n anderen Sender. Tanja erregt Vaters Unwillen, als sie ihm den Zeitungsteil mit den Familienanzeigen wegzieht. Mutter bekommt von Vaters Gereiztheit auch etwas ab, weil sie am Abend zuvor das Fernsehen wieder einmal nur per Fernsehschalter und nicht mit der Schlüsseltaste abgeschaltet hat. Wer hat denn die Sammelbilder aus der neuen Cornflakes-Packung herausgenommen? Und wie ist der ‘Tatort‘ ausgegangen? Die Stimme des Nachrichtensprechers bedeutet für Tanja, schleunigst den Schulweg anzutreten.“
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In der heutigen Zeit sind viele Kinder für längere Zeit sich selbst überlassen, da die Eltern arbeiten oder sich nicht um sie kümmern wollen. Diese sogenannten Schlüsselkinder bezeichnen oft den Fernseher oder Computer als ihren besten Freund. – Wenn Kinder und Jugendliche ein eigenes Fernsehgerät, einen Videorecorder bzw. DVD-Player oder einen Computer besitzen, dann werden vielfach soziale Kontakte dem Umgang mit Medien untergeordnet. – Auf der anderen Seite nimmt das soziale Ansehen bei Gleichaltrigen sowie die sozialen Kontakte für einige Zeit zu, wenn die Kinder neue Medien erhalten haben. Kinder und Jugendliche sind für die Gerätehersteller gute Einnahmequellen, weshalb es zu einer kinder- und jugendspezifischen Gruppierung kommt. So werden beispielsweise für die Zielpersonen ansprechende tragbare modische Radiorecorder und CD-Player hergestellt.
Vom 6. bis 10. Lebensjahr nimmt die Ausstattung mit eigenen medialen Geräten allmählich zu. Seit den 90er-Jahren verfügen etliche 9- bis 10jährige über ein eigenes Fernsehgerät, wobei es sich in der Regeln entweder um das ausgemusterte Erstgerät der Familie handelt oder um einen billigen kleinformatigen Fernseher.
Die Tabelle (Glogauer 1998, S.24) macht deutlich, dass nicht nur der Umgang mit Geräten in den Familienhaushalten selbstverständlich geworden ist, sondern auch das Nutzen der Medien durch Kinder. Die Vielzahl von Medien lassen das Kinderzimmer zu einer Mediothek werden. Eingesetzt werden die unterschiedlichen Medien meist im Wechsel. – Aus diesen Gründen werden die Kinder heutzutage auch als Multimediakonsumenten bezeichnet.
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3 Kindermedien
3.1 Bücher
Die meisten Kinder kommen schon ein- bis zweijährig mit Bilderbüchern in Berührung. Danach lesen meist die Eltern ihren Kindern einfache Kindergeschichten vor, bis sie später in der Grundschule selbst lesen lernen und sich somit an das selbstständige Lesen von Kinderbüchern machen können.
Die charakteristische Kinderliteratur hat sich seit dem 18. Jahrhundert entwickelt. Ursprünglich waren sie dazu gedacht, die Kinder auf die Erwachsenenwelt vorzubereiten. Erst allmählich gesellten sich Märchen und Abenteuerbücher hinzu, um die Kinder zu unterhalten. Heutzutage ist nicht mehr wichtig, was für eine Botschaft den Kindern vermittelt werden soll, sondern dass die Bücher gute Verkaufszahlen erreichen. – Bücher stehen an 7. Stelle der Freizeitbeschäftigungen von Kindern. – Mit dem Schulbeginn nimmt das Interesse am Lesen zu und im Laufe der Schulzeit nimmt es ab. Dabei ist anzumerken, dass die Zahl der gerne lesenden Mädchen größer ist, als die der Jungen. Des weiteren sind Kinder aus der Mittelschicht eher lesend anzutreffen, als Kinder aus der unteren Schicht. Denn das Leseverhalten eines Kindes ist eng mit der Familie verknüpft. Dabei geht es nicht nur um die gewählte Lektüre der Eltern, sondern auch um deren Vorbild- und Kommunikationsverhalten. „Heutige Kinderbücher sind dünner geworden, und in Anlehnung an die elektronischen Medien werden Fotos, comicartige Formen und viele ‘Action‘-Elemente verwendet“ (Rolff/ Zimmermann 1997, S.87). Sehr beliebt sind Bücher, welche in ihrer Aufmachung stark an Fernsehsendungen erinnern bzw. Fernsehserien nacherzählen. Die Kinder wollen sich nicht in neue, noch unbekannte Welten, sondern an Erinnerung an bekanntes aus der Fernsehwelt anknüpfen. Die Kinder lesen in der heutigen Medienwelt viel unkonzentrierter. Sie richten ihren Blick mehr auf das kommende Bild, als auf den davor stehenden Textabschnitt. – Deshalb werden Kinderbücher in der Regel mit einem reduzierten und vereinfachten Wortschatz sowie mit einfacher Grammatik in einer Text-Bild-Form hergestellt.
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Quote paper:
Mareike Böhler, 2003, Kindliche Lebenswelt: Medien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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