Gliederung
1. Einleitung
2. Sprintspezifische Energiebereitstellung
3. Überlegungen zur Beeinflussung der sprintspezifischen
Energiebereitstellung
4. Kreatin als Supplement
4.1 Kreatin im menschlichen Organismus
4.2 Optimales Applikationsschema
5. Versuch
5.1 Versuchsdurchführung
5.2 Versuchsergebnisse
5.3 Auswertung
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Die Leistungssteigerung im Sport ist ein Thema, über welches sich jeder leistungsorientierte Sportler regelmäßig Gedanken macht. Das Training unterliegt einem ständigen Optimierungsprozess, die Ernährung wird bis ins Detail durchdacht und selbst die Regenerationspausen werden speziell geplant. Des Weiteren wird versucht, mit allen zur Verfügung stehenden legalen Mitteln die sportliche Leistung zu optimieren, um am Wettkampftag bestmöglich vorbereitet zu sein. Eines der bekanntesten Mittel ist Kreatin.
Ebenso wie der zermürbende Gedanke an das anstehende harte Training ist jedem Sportler auch der geheime Wunsch an eine Leistungssteigerung ohne Training vertraut. Ob dieses mit dem Supplement Kreatin machbar ist, möchte ich in dieser Facharbeit anhand eines 70m-Sprints untersuchen.
2. Sprintspezifische Energiebereitstellung
Zunächst betrachte ich den Energiestoffwechsel bei einen 70m-Sprint, um Rückschlüsse über eine eventuelle Wirksamkeit von Kreatin ziehen zu können. Muskelkontraktionen können nur erfolgen, wenn Energie bereitsteht. Diese Energie wird durch die Spaltung von Adenosintriphosphat (ATP) in Adenosindiphosphat (ADP) und ein freies Phosphat (Pi) gewonnen. Jedoch sind nicht nur Muskelkontraktionen energieabhängig, sondern auch Muskelrelaxationen. Folglich ist ohne verfügbarem ATP keine Muskelarbeit möglich.
Die Menge an ATP im menschlichen Muskel beträgt ca. 5 mmol/kg Muskelmasse und ist somit nur sehr begrenzt vorhanden. Diese Menge reicht für 3-4 maximale Kontraktionen mit einer Dauer von jeweils unter einer Sekunde. Ein Sprint mit 70m Laufdistanz fordert maximale Muskelkontraktionen über einen relativ kurzen Zeitraum, der jedoch nicht mit 3-4 maximalen Muskelkontraktionen zu bewältigen ist. Deshalb muss der Körper das bereits aufgespaltete ATP (ADP + Pi) zu neuem ATP resynthetisieren. Dies erfolgt über eine Zusammenfügung von zwei ADP-Molekülen, oder einem ADP- und einem Kreatinphosphat-Molekül zu einem ATP-Molekül. Hierbei handelt es sich um die anaerob-alaktazide Energiebereitstellung. Innerhalb dieses Energiebereitstellungsweges unterscheidet man wiederum zwischen Myokinase-Reaktion und Lohmann-Reaktion (vgl. Rost et al. 2002, 26).
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Bei der Myokinase-Reaktion handelt es sich um den bereits erwähnten Vorgang: ADP + ADP ATP + AMP
Bei der Lohmann-Reaktion kann von einem Kreatinphosphat-Molekül ein Phosphatrest auf ein ADP übertragen werden. Somit entsteht ein neues ATP-Molekül. ADP + KrP ATP + Kr
Grundsätzlich gibt es zwei weitere Möglichkeiten der Energiebereitstellung: die anaerob-laktazide und die aerobe ATP-Resynthese (vgl. Rost et al. 2002, 27).
Dabei darf nicht vergessen werden, dass es keine Energiegewinnung über nur einen einzigen Prozess gibt. Während der Energiegewinnung treten immer Mischformen der einzelnen Prozesse auf, die sich nur in ihrem Anteil an der gesamten Energiegewinnung unterscheiden. Wird in dieser Facharbeit von einem einzigen Prozess gesprochen, so ist davon auszugehen, dass dieser im entsprechenden Kontext als Prozess mit höchstem Anteil an der gesamten Energiegewinnung anzusehen ist.
Ich erachte es nicht als notwendig, die anaerob-laktazide und aeroben Resynthesewege im Rahmen der Facharbeit näher zu betrachten, da während der kurzen Dauer eines 70m-Sprints hauptsächlich der anaerob-alaktazide Energiebereitstellungsweg aktiv ist. Im Übrigen haben wir bereits mit der Lohmann-Reaktion (Kreatinkinase), die für etwa 7s maximaler Muskelkontraktionen genügt und bei einem guten Sprinter ca. für die ersten 50m ausreicht, den für uns relevanten Energiebereitstellungsprozess gefunden.
3. Überlegungen zur Beeinflussung der sprintspezifischen
Energiebereitstellung
Um den Einsatz der anaerob-laktaziden ATP-Resynthese hinauszuzögern, müsste der Zeitraum der Energiegewinnung über die Kreatinkinase verlängert werden. Gelingt dieses, so verschiebt sich der Zeitpunkt des Übergangs von der Energiegewinnung durch Kreatinkinase zur Energiegewinnung durch Glykolyse zu Gunsten einer länger andauernden Kreatinkinase. Das wäre für unseren Fall von Vorteil, da die Energiegewinnung über die Kreatinkinase eine höhere chemische Energie innerhalb einer sehr kurzen Zeit bereitstellt als die anaerobe Glykolyse. In diesem Fall würde die
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Arbeit zitieren:
Ronald Kimmerle, 2005, Ist eine Verbesserung der Sprintleistung unter Kreatinsupplementation und ausbleibendem spezifischem Training möglich?, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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