Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
2 POLITISCHER ZUSTAND IN FRANKREICH 2
2.1 DIE INNEREN ZUSTÄNDE IM 9. UND 10. JAHRHUNDERT 2
2.2 DIE FRANZÖSISCHE KIRCHE IN DER ZEIT FEUDALER ZERSPLITTERUNG 3
3 DIE ENTWICKLUNG DER KIRCHLICHEN FRIEDENSBEWEGUNGEN 4
3.1 VON DER PAX 4
3.2 ZUR TREUGA DEI. 5
3.3 DAS ÜBERGREIFEN NACH NORDFRANKREICH 5
3.4 EXKURS: CAMBRAI 6
4 DIE NORDFRANZÖSISCHE KOMMUNEBEWEGUNG 8
4.1 DIE ENTSTEHUNG DER KOMMUNEN 8
4.2 DIE KOMMUNEENTWICKLUNG IN CAMBRAI. 9
5 SCHLUSS. 11
Literaturverzeichnis
1 Einleitung
Der zu betrachtende Raum ist Frankreich und zwar im wesentlichen das Gebiet des modernen Frankreichs. Diese Absteckung des Themas erklärt sich einerseits aus der Forschungssituation, andrerseits aus dem Gang der Geschichte. Der Gottesfriede ist keine allgemein- abendländische Erscheinung gewesen. Seine Heimat liegt im westfränkischem R aum. Von dort strahlte er in die westliche Lombardei, nach Unteritalien und nach Deutschland aus. Die Friedensbewegung in Spanien, Italien und Deutschland haben andere Züge angenommen, daher wird nur gelegentlich auf diese Verhältnisse zurückgegriffen.
Friedenswahrung ist in heutiger Sicht Sache des Staates. Aber zu einer Zeit, da dieser als festgefügte Institution noch nicht bestand, teilte sich die geistliche Gewalt mit der weltlichen in vieles, was nach modernen Begriffen allein der letzteren zukommt.
Warum ist es überhaupt im 11./ 12. Jahrhundert zu diesen markanten Veränderungen in den Städten gekommen? Welche Voraussetzungen und Vorstellungen verbinden sich mit dem Prozess der Friedensbewegung? Wie konnte es überhaupt in einer stark herrschaftlich g eprägten Gesellschaft wie der des Mittelalters zum Durchbruch gelangen? Diese Fragen zu beantworten wird das Ziel der folgenden Hausarbeit sein.
Am Beginn der modernen Erforschung des Gottesfriedens steht August Kluckhohns „Geschichte des Gottesfriedens “. Er liefert einen knappen Entwurf, der seine Dissertation zugrunde lag. Später hat das Thema dann vielfältige Beachtung gefunden.
Die Quellen sind recht spärlich. Die Konzilsakten liefern meist die Basis für die Erkenntnis. Hinzu kommen Mitteilungen aus Historiografie und Hagiografie, aus Briefen und Urkunden.
1
2 Politischer Zustand in Frankreich
2.1 Die inneren Zustände im 9. und 10. Jahrhundert
Es ist eine Zeit, die für Frankreich die traurigste Epoche der mittelalterlichen Ära ausmacht. Nach dem Tod Karl I., des Großen 814 übernahm dessen Sohn Ludwig der Fromme die Herrschaft im Karolingerreich. Unter Ludwig und dessen Nachkommen zerbröckelte das große Reich. Resultat war der Zerfall des
fränkischen Gesamtreiches in fünf Teile: das ostfränkische Reich, das westfränkische Reich, Niederburgund, Hochburgund und Italien.
Nach dem gänzlichen Aussterben der ostfränkischen Linie der Karolinger wählten die Sachsen, die Franken, die Bayern und Alemannen Konrad, den Herzog von Franken, zum König, er regierte bis 918. Diese Zeit weist Erscheinungen auf, die eine Umwälzung der politischen, sozialen und rechtlichen Verhältnisse anzeigt. 1
Eine entscheidende Wende in der französischen Geschichte trat mit dem Tode Ludwig V. ein. Es tauchte die Frage auf, ob die westfränkischen Großen an dem Stamme der Karolinger festhalten sollten oder nicht. 987 wählte der Adel den Kapetinger Hugo Capet, einen Nachfolger Odos, zum König. Als Herzog von Franzien war er einer der mächtigsten Fürsten in Frankreich. Die Thronbesteigung Hugo Capets bezeichnet den Anfangspunkt einer neuen Ordnung der Dinge. Es ist eine Zeit „fortschreitender Umwandlung und Verschmelzung gallo- romanischer, christlich- kirchlicher und heidnischgermanischer Rechtsansichten und Einrichtungen“ 2 . Somit kommt es zur Auflösung des Reiches in eine Menge von einander getrennten Feudalstaaten. 3
1 Vgl. Huberti, Ludwig: Die Entwicklung des Gottesfriedens in Frankreich. S. 3-6.
2 Huberti, Ludwig: Die Entwicklung des Gottesfriedens in Frankreich. S. 7.
3 Vgl. Kluckhohn, August: Geschichte des Gottesfriedens. S.1-3.
2
2.2 Die französische Kirche in der Zeit feudaler
Zersplitterung
Die soeben geschilderten Verhältnisse wurden im 10. Jahrhundert von französischen Historikern als „siècle de fer“ 4 bezeichnet. Diese Zustände wirkten sich auch auf die französische Kirche, besonders auf die Bistümer und Abteien, aus. Die hohe Geistlichkeit wie auch der weltliche Adel waren zu feudalen Großgrundbesitzern geworden. Somit wurden besonders die reichen, mit staatliche Rechten ausgestatteten Bistümer aktive Teilnehmer an den inneren Auseinandersetzungen der herrschenden Klasse. 5
In eben dieser Verflechtung mit dem Lehnswesen lag der Keim des Verderbens für die Kirche, denn dort muss man den Grund der argen Verweltlichung suchen. Die weltlichen Großen mochten mit gewaffneter Hand die ihnen zugefallenen Gebiete verteidigen; die Geistlichen dagegen bedurften fremden Schutzes und dadurch gerieten sie in Abhängigkeit. Und dieser Beistand bot Gelegenheit zur Unterdrückung und Raub.
Und so ruft Bischof Fulbert folgendes über seine Amtsgenossen aus:
„Ich wage nicht, sie Bischöfe zu nennen, um nicht der Religion Schmach anzutun; als Tyrannen möchte ich sie bezeichnen, die von zahlreichen Kriegsscharen umgeben - besser als weltliche Fürsten sich aufs Kriegshandwerk verstehen - um den Frieden der Kirche zu stören und das Blut der Christen zu vergiessen.“ 6
Nicht weniger verfügten die Könige willkürlich über die Bistümer und Abteien, erhoben unwürdige Menschen zu bischöflichen Würden und drangen Klöstern Laien als Äbte auf. So musste alle geistliche Zucht verfallen, das kirchliche Leben entarten und die allgemein herrschende Sittenlosigkeit sich auch über den Stand der Geistlichen erstrecken. 7
4 Hoffmann, Hartmut: Gottesfriede und Treuga Dei. S. 11.
5 Vgl. Hoffmann, Hartmut: Gottesfriede und Treuga Dei. S. 10-12.
6 Kluckhohn, August: Geschichte des Gottesfriedens. S. 15.
7 Vgl. Töpfer, Bernhard: Volk und Kirche. S. 7-9.
3
Arbeit zitieren:
Ramona Burkhardt, 2004, Die Friedensbewegung in Frankreich - Pax - Treuga Dei - Kommune, München, GRIN Verlag GmbH
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