Inhalt
Einleitung 3
1. Begriffsklärung 4
1.1 Die Identität 4
1.2 Das Jugendalter 6
1.3 Die Sozialisation 9
2. Eine Sozialisationstheorie der Jugendforschung - Der 11
Symbolische Interaktionismus
2.1 George Herbert Mead 11
2.2 Das Signifikante Symbol 12
2.3 Me , I und der verallgemeinerte Andere 15
2.4 Was bedeutet der symbolische Interaktionismus für die
Lebensphase Jugend? 17
3. Zusammenfassung 19
Literaturverzeichnis 21
3
Einleitung
Nach Hurrelmann erhält das Individuum während der Jugendphase zum ersten Mal die Möglichkeit, eine eigene Ich-Identität zu entwickeln. 1 Die Jugendphase gilt dann als abgeschlossen, wenn eine Identität aufgebaut und die vollkommene Autonomie als Erwachsener erreicht wurde.
Somit könnte man behaupten: »Die Identitätsentwicklung stellt einen zentralen Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter dar. « Ob dies zutrifft, soll im Folgenden untersucht werden. Bevor jedoch die Identitätsentwicklung genauer betrachtet wird, ist es sinnvoll die Begriffe »Identität«, »Jugendalter« und »Sozialisation« zu definieren.
Anschließend soll die Sozialisation im Jugendalter betrachtet werden. Dies wird mit Hilfe der Theorie des »symbolischen Interaktionismus« nach Mead geschehen.
1 Vgl. Hurrelmann. 1997. S. 73
4
1. Begriffsklärung
Bevor die Identitätsentwicklung im Jugendalter genauer betrachtet wird, sollten zunächst die Begrifflichkeiten geklärt werden. Was sind Identität, Jugendalter und Sozialisation?
Im Folgenden wird versucht werden, Definitionen für diese Begriffe aufzuführen.
1.1 Die Identität
Der Begriff »Identität« ist ein vielschichtiger Begriff, der nicht klar zu umschreiben ist. Im allgemeinen Sinn bezieht er sich „auf die einzigartige Kombination von persönlichen, unverwechselbaren Daten des Individuums wie Name, Alter, Geschlecht und Beruf“ 2 . Aufgrund seiner Identität ist das Individuum von anderen Menschen zu unterscheiden. In diesem allgemeinen Sinn bezieht sich der Begriff allerdings auch auf Gruppen oder Kategorien von Personen. 3
»Identität« ist ein psychosozialer Terminus für das Phänomen, dass das Individuum sich über einen bestimmten Zeitraum als ein und dasselbe bewusst ist. 4 Der Begriff bezeichnet im engeren psychologischen Sinn die einzigartige Persönlichkeitsstruktur eines Individuums zusammen mit dem Bild, das andere von dieser Persönlichkeitsstruktur haben. 5
Somit beschreibt der Begriff das „Streben des Menschen nach Einheitlichkeit und Unverwechselbarkeit der eigenen Person (Individualität), sein Streben nach Selbsterkenntnis und Selbstgestaltung“ 6 . Demnach ist die Identität die Antwort auf die Frage: »Wer bin ich?«
2 Oerter/Montada. 2002. S. 290
3 Vgl. Oerter/Montada. 2002. S. 291
4 Vgl. Pädagogik-Lexikon. S. 268
5 Vgl. Oerter/Montada. 2002. S. 291
6 Pädagogik-Lexikon. S. 268
5
Diese Meinung vertritt auch Erik H. Erikson, auf den der Identitätsbegriff zurückgeht. 7 Es ist die Fähigkeit, „sich trotz ständiger Veränderungen sowohl als in Übereinstimmung mit seinem früheren Selbst zu erleben […] als auch in Übereinstimmung mit dem Bild, das sich andere von einem machen“ 8 Außerdem will sich das Individuum von den Anderen abgrenzen. Diesen Aspekt nennt Erikson »persönliche Identität«. Es gibt auch eine Gruppenidentität, die sich auf die Solidarität mit der Gruppe, also die Bemühungen den Anforderungen und Erwartungen der sozialen Umgebung gerecht zu werden, bezieht. 9
Mit dem Begriff der Identität ist das Selbst verwandt bzw. größtenteils deckungsgleich. Mit »Selbst« wird zum einen der Kern des Persönlichkeitssystems einer Person bezeichnet. Zum anderen ist das Selbst der Träger einer Handlung. 10 Der Begriff des Selbst geht auf James zurück, der es in I (Ich) und Me (Mich) unterscheidet. Das I ist der Erkennende und das Me der Erkannte 11 Diese Unterscheidung wird von Mead noch erweitert. I und Me sind nach Mead unterschiedliche Aspekte des Selbst und keine unabhängigen psychischen Instanzen. Ihr temporäres Zusammenspiel konstituiert individuelles Handeln und die Identität des Individuums. 12
Das Me besteht aus den Haltungen der Gesellschaft, die das Individuum übernimmt. So bildet sich die Ich-Identität, derer sich das Individuum bewusst wird 13 . Das I ist es, das auf das Me reagiert. 14 Die Theorie Meads wird im Folgenden noch Beachtung finden, deshalb findet sie hier nur kurz wegen der Vollständigkeit Erwähnung. Im Weiteren gibt es die Unterscheidung in soziale und personale Identität, wie sie bei Hurrelmann zu finden ist. Die personale Identität bezeichnet das Gefühl eine einzigartige Persönlichkeit, mit eigenen Wünschen und Interessen, zu besitzen. Die
7 Vgl. Pädagogik-Lexikon. S. 268
8 Trautner. 1997. S. 80f.
9 Vgl. Trautner. 1997. S. 81 und Neuenschwander. 1996. S. 46
10 Vgl. Oerter/Montada. 2002. S. 291
11 Vgl. Oerter/Montada. 2002. S. 291
12 Baumgart. 1997. S. 123
13 Mead in Baumgart. 1997 S. 135
14 Oerter/Montada. 2002. 291
6
soziale Identität dagegen ist die anerkannte gesellschaftliche Mitgliedsrolle eines Individuums. 15
Die erstmalige Chance zur Bildung einer Ich-Identität erhält das Individuum im Jugendalter, so Hurrelmann. 16
1.2 Das Jugendalter
Für die Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter gibt es verschiedene Bezeichnungen. In der einen Wissenschaft heißt sie »Jugend«, in der anderen »Adoleszenz«.
Zum Teil werden die beiden Begriffe unterschiedlich verwendet. Allerdings kann sich ihre Bedeutung auch überschneiden. Oftmals werden die Begriffe sogar synonym verwendet. Meistens wird der Adoleszenz-Begriff gebraucht um die „‚verlängerte’ oder ‚moderne’ Jugend“ zu beschreiben bzw. zu benennen. 17
In der Psychoanalyse hat sich der Begriff »Adoleszenz« fast durchgehend durchgesetzt. In der Erziehungs- und Sozialwissenschaft wird der Begriff »Post-Adoleszenz« verwendet, der gleichbedeutend mit Hurrelmanns »Nachjugendalter« oder »Nachjugendphase« ist. Er bezeichnet die zeitliche Ausdehnung der Jugendphase. 18 Tillmann beschreibt Pubertät, Jugend und Adoleszenz wie folgt: „Vereinfacht lässt sich Pubertät vor allem als biologische, Jugend vor allem als soziologische und Adoleszenz vor allem als psychologische Kategorie begreifen.“ 19
Der sozialwissenschaftliche Jugend-Begriff ist für die vorliegende Arbeit entscheidend und soll deshalb genauer definiert werden.
15 Hurrelmann. 1997. S. 74
16 Vgl. Hurrelmann. 1997. S. 73
17 Vgl. Hurrelmann. 1997. S. 21
18 Vgl. Hurrelmann. 1997. S. 22
19 Tillmann. 1989. S. 186
Arbeit zitieren:
Birgit von Eicken, 2004, Identitätsentwicklung als zentraler Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Angststörungen und Depression in Kindheit und Adoleszens - Intervent...
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Soziologische Theorien des Sozialisationsprozesses - Einflussreiche so...
Soziologie - Kinder und Jugend
Essay, 13 Seiten
Die Kultivierungshypothese George Gerbners
Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Hausarbeit, 23 Seiten
Non-Profit-Organisationen in der Wohlfahrtsproduktion
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 14 Seiten
Mead, Blumer und der symbolische Interaktionismus
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Seminararbeit, 18 Seiten
Depressionen bei Kindern und Jugendlichen - ein Einblick
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit, 13 Seiten
Identitätsentwicklung in der Adoleszenz - Eine empirische Untersuchung...
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit, 36 Seiten
Individuum und Gesellschaft in den Konzepten von Georg Herbert Mead
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 33 Seiten
Einflussfaktoren auf den Gewichtsstatus von Kindern und Jugendlichen -...
Biologie - Krankheiten, Gesundheit, Ernährung
Magisterarbeit, 133 Seiten
Die Wirkung der Werbung aus der Sichtweise des Symbolischen Interaktio...
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit, 23 Seiten
Biographieforschung und biographische Lernprozesse
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Seminararbeit, 23 Seiten
Adipositas im Kindes- und Jugendalter - Prävention und Intervention du...
Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Examensarbeit, 98 Seiten
Wie entsteht die Identität im Rahmen des Sozialisationsmodells nach G....
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 22 Seiten
Politische Kommunikation im Wahlkampf - Kommunikationsmanagement polit...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Die Identitätsentwicklung als zentrale Aufgabe des Jugendalters
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit, 21 Seiten
Sozialisationstheorie des Symbolischen Interaktionismus
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 13 Seiten
Das Hartz-Konzept und seine Umsetzung in der neuen Arbeitsmarktreform
Skript, 127 Seiten
Birgit von Eicken's Text Identitätsentwicklung als zentraler Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Birgit von Eicken hat den Text Identitätsentwicklung als zentraler Bestandteil der Sozialisation im Jugendalter veröffentlicht
Birgit von Eicken hat einen neuen Text hochgeladen
Abschlussprüfung Englisch. Jahrgangsstufe 10 - Zentrale Prüfung Typ B ...
Arbeitsheft
David Christie
Abschlussprüfung Englisch. English G 21. 10. Schuljahr. Zentrale Prüfu...
Arbeitsheft mit Lösungsheft un...
David Christie
0 Kommentare