Inhalt
Einleitung 3
1. Das Gedicht 4
2. Interpretation 6
3. Schluss 16
Literatur -Verzeichnis 17
3
Einleitung
Eines der wohl am meisten bekannten und interpretierten Gedichte von Eduard Mörike ist das Gedicht ‚Auf eine Christblume’. Dieses besteht aus zwei Teilgedichten, die zunächst getrennt veröffentlicht, später allerdings aneinandergereiht wurden und gemeinsam den genannten Titel tragen.
Viele Autoren haben das Gedicht in Bezug auf das Leben und den Tod Christi interpretiert. Das Gedicht besitzt viele Bilder aus der christlichen Religion. Welche Bedeutung diese für das Gedicht haben, soll im Folgenden Betrachtung finden. Weisen die Bilder auf den Lebensweg Christi oder beschreiben sie lediglich eine außergewöhnliche Blume? Auch die Tatsache, dass dieses Gedicht aus zwei Teilen besteht, und die damit verbun- dene Bedeutung soll genauer betrachtet werden.
4
1. Das Gedicht
Das Gedicht ‚Auf eine Christblume’, das aus zwei Teilen besteht, ist 1841 entstanden. Am 26. November 1841 schickt Mörike den ersten Teil des Gedichts an seinen Freund Wilhelm Hartlaub 1 , mit dem Kommentar: „Hälst Dus für gut so kann ich zwischen die letzte und vorletzte Strophe noch eine einschieben. Bis jetzt schien mirs aber so recht.“ 2 Hier könnte möglicherweise der Grund für das zweite Gedicht gelegen haben. Dieses schickt Mörike am 3./4. Dezember an Hartlaub 3 . Die beiden Gedichte wurden am 26. Januar 1842 im ‚Morgenblatt für gebildete Leser’ gedruckt. Das erste Stück trägt den Namen ‚Die Christblume’, das zweite den späteren gemeinsamen Titel ‚Auf eine Christblume’. 4
Tochter des Walds, du Lilienverwandte,
So lang von mir gesuchte, unbekannte, Im fremden Kirchhof, öd und winterlich, Zum erstenmal, o schöne, find ich dich! Von welcher Hand gepflegt du hier erblühtest, Ich weiß es nicht, noch wessen Grab du hütest; Ist es ein Jüngling, so geschah ihm Heil, Ists eine Jungfrau, lieblich fiel ihr Teil. Im nächtgen Hain, von Schneelicht überbreitet, Wo fromm das Reh an dir vorüberweidet, Bei der Kapelle, am kristallnen Teich, Dort sucht ich deiner Heimat Zauberreich. Schön bist du, Kind des Mondes, nicht der Sonne; Dir wäre tödlich andrer Blumen Wonne, Dich nährt, den keuschen Leib voll Reif und Duft, Himmlischer Kälte balsamsüße Luft. In deines Busens goldner Fülle gründet Ein Wohlgeruch, der sich nur kaum verkündet; So duftete, berührt von Engelshand, Der benedeiten Mutter Brautgewand.
1 Eduard Mörike: Werke und Briefe. Band 13. S. 223ff
2 Eduard Mörike: Werke und Briefe. Band 13. S. 225
3 Eduard Mörike: Werke und Briefe. Band 13. S. 225
4 Wild: Mörike-Handbuch, S. 136
5
Dich würden, mahnend an das heilge Leiden,
Fünf Purpurtropfen schön und einzig kleiden: Doch kindlich zierst du, um die Weihnachtszeit, Lichtgrün mit einem Hauch dein weißes Kleid. Der Elfe, der in mitternächtger Stunde Zum Tanze geht im lichterhellen Grunde, Vor deiner mystischen Glorie steht er scheu Neugierig still von fern und huscht vorbei. II
Im Winterboden schläft, ein Blumenkeim, Der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel In Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel; Nie soll er kosten deinen Honigseim. Wer aber weiß, ob nicht sein zarter Geist, Wenn jede Zier des Sommers hingesunken, Dereinst, von deinem leisen Dufte trunken, Mir unsichtbar, dich blühende umkreist? 5
Nach Wild beruhen beide Teile des Gedichts auf einer Kirchenliedstrophe. 6 Im ersten Teil antwortet jeweils ein betontes Reimpaar auf ein unbetontes. Mörike verwendet fünffüßige Jamben. Diese „werden im Auftakt oft durch schwebende Betonungen, im antikisierenden Eingangsvers choriambisch überspielt“ 7 . Der zweite Teil besteht ebenfalls auf fünffüßigen Jamben, die genau wie im ersten durch schwebende Betonungen überspielt werden. Allerdings benutzt er hier einen umarmenden Reim mit betonten Kadenzen in den Versen 1 und 4 und unbetonten in den Versen 2 und 3 8 .
5 Mörike: Sämtliche Werke. Band 1, S. 119f.
6 Wild: Mörike-Handbuch, S. 136; um welche es sich genau handelt, war nicht herauszufinden.
7 Wild: Mörike-Handbuch, S. 136
8 Wild: Mörike-Handbuch, S. 136
Arbeit zitieren:
Birgit von Eicken, 2004, Zu Eduard Mörikes Gedicht 'Auf eine Christblume', München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Interpretation des Gedichts "Um Mitternacht" von Eduard Möri...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 18 Seiten
Die Substantivflexion im Deutschen in verschiedenen Grammatiken
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Das "Berliner Modell" von Paul Heimann
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Hausarbeit, 16 Seiten
Die kritisch-konstruktive Didaktik als Bildungstheorie
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 20 Seiten
Der Konflikt zwischen Liebe und Ehe im Hohen Mittelalter
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Die Macht der Minne und die Gewalt der Ehe: Am Beispiel der Erzählung ...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 20 Seiten
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 16 Seiten
Birgit von Eicken's Text Zu Eduard Mörikes Gedicht 'Auf eine Christblume' ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Birgit von Eicken hat den Text Zu Eduard Mörikes Gedicht 'Auf eine Christblume' veröffentlicht
Birgit von Eicken hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare