Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 FAST 2015 Studie 2
2.1 Allgemeines 2
2.2 Prognose Automobilhersteller 2
2.3 Prognose Automobilzulieferer 4
3 Supply Chain Management 5
3.1 Schnittstellen 5
3.2 Erweiterung der Handlungsspielräume 6
3.3 Fertigungstiefe und Beschaffungsvolumen 7
4 Vernetzte Fabrik 8
5 Lieferantenansiedlung 9
Literaturverzeichnis 11
I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Internationale Autopatente 2003 ................................................................1 Abbildung 2: Wertschöpfungsmodell FAST 2015............................................................3 Abbildung 3: Investitionsbedarf .......................................................................................5 Abbildung 4: Lieferantenpyramide ..................................................................................7
Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung
Die deutsche Automobilindustrie zählt zu einer der wichtigsten Branchen unseres Landes. Nicht zuletzt handelt es sich hierbei um eine der Traditionsreichesten und eine der ältesten Branchen unseres Landes. In den vergangenen Jahren hat sich die Automobilbranche immer wieder als eine zuverlässige Stütze der deutschen Konjunktur erwiesen. Zählt man alle direkten und indirekten Bereiche der Automobilindustrie zusammen, so finden heute ca. 5,3 Mio. Menschen Arbeit in diesem Industriezweig. 1
Mit einem Betrag von rund 140 Mrd. Euro in 2003 hat die Automobilindustrie mehr als 80 % des gesamten deutschen Exportüberschusses erwirtschaftet. Hierzu hat vor allem die hohe Investitionstätigkeit in F&E beigetragen. Mit rund 13 Mrd. Euro entfiel 2003 mehr als ein Drittel der deutschen Industrieinvestitionen auf die Automobilbranche. 2
Nachfolgende Grafik zeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich der Patentanmeldungen führend ist.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Inhalt der FAST 2015 - Studie und versucht die Auswirkungen auf die logistischen Prozesse in der Automobilindustrie aufzuzeigen. Zunächst möchte ich die Kernaussagen der FAST 2015 - Studie für die Automobilhersteller und die Zulieferindustrie erörtern. Anschließend werde ich auf damit zusammenhängende Veränderungen eingehen.
1 Vgl. VDA: Autojahresbericht 2004, Frankfurt 2004, S. 13
2 Vgl. VDA: Autojahresbericht 2004, Frankfurt 2004, S. 12
1
2 FAST 2015 - Studie
2.1 Allgemeines
Die FAST 2015 - Studie wurde von der Firma Merger Management Consulting zusammen mit den Fraunhofer Instituten für Produktionstechnik und Automatisierung, sowie für Materialfluss und Logistik erarbeitet und im 2. Halbjahr 2003 veröffentlicht. Die Studie beschäftigt sich mit der zukünftigen Ausgestaltung der Automobilindustrie bis ins Jahr 2015.
Die Studie besagt, dass es in Zukunft zu markanten Strukturanpassungen kommen wird. Als Ergebnis hieraus resultiert eine neue Arbeitsteilung zwischen Automobilherstellern und Zulieferbetrieben. Bei den Automobilherstellern entwickelt sich das Markengeschäft zunehmend zum Kerngeschäft, da das Image eines Autos eine immer größere Rolle beim Kauf darstellt. Die Entwicklung und die Produktion von nicht markenprägenden Komponenten wird auf die Zulieferbetriebe verlagert.
Die FAST 2015 - Studie basiert auf 80 Interviews mit Entscheidungsträgern der ersten und zweiten Ebene bei Automobilherstellern, Zulieferern und Dienstleistern, sowie auf einer umfangreichen Analyse aller verfügbaren Datenquellen und Modellpolitik aller Marken. 70 wesentliche PKW - Marken wurden analysiert und ihre markenprägende Fahrzeugmodule und Wertschöpfungsschritte identifiziert.
Die Studie trifft detaillierte Aussagen zu den Entwicklungen einzelner Segmente und Regionen. Hierbei werden 20 neue Zusammenarbeitsformen identifiziert, mit denen sich eine neue Qualität der Zusammenarbeit von Automobilherstellern, Zulieferern und Dienstleistern realisieren lässt. 3
2.2 Prognose Automobilhersteller
Für die Automobilhersteller prognostiziert die FAST 2015 - Studie einen Anstieg des Produktionsvolumens von heute 57 Mio. auf 76 Mio. Fahrzeugen weltweit. Auch in Zukunft wird die Automobilbranche ein treibender Motor sein. In den nächsten elf Jahren wird die Automobile Wertschöpfung um jährlich 2,6 Prozent wachsen, von heute 645 Mrd. Euro auf 903 Mrd. Euro im Jahr 2015.
3 Vgl. Kleinhans, C.: Zulieferer auf der Gewinnerseite, in: Automobil Produktion 04/2004; S. 4
2
Auslöser dieser Tendenz sind neue Technologien, eine stark steigende Modellvielfalt und eine erhöhte Fahrzeugkomplexität. Automobilhersteller konzentrieren sich daher verstärkt auf markenspezifische Elemente wie Design, Markenerlebnis, Vertrieb und Servicestrategien, sowie auf Technologien die markenprägend sind. Durch diese Merkmale wird es für Autobauer leichter sich langfristig von ihren Konkurrenten zu differenzieren.
Mit der Verlagerung nicht markenprägender Fahrzeugkomponenten auf die Zulieferindustrie geben die Automobilhersteller 10 % Ihrer Wertschöpfung ab. Heute beträgt der Anteil der Eigenfertigung je Durchschnittsauto rund 35 % und bis zum Jahr 2015 wird er nur noch 23 Prozent betragen. Besonders betroffen durch die Verlagerung auf die Zulieferer sind die Bereiche Karosserie, Blech, Lackierung und Fahrwerk. Auch aus der Fertigung von Modulen und Montage werden sich die Automobilhersteller zurückziehen. 4
Nachfolgende Übersicht zeigt die Wertschöpfung im Jahr 2015.
Dieser anhaltende Strukturwandel führt laut FAST 2015 zu einer weltweiten Konsolidierung der Automobilhersteller. So wird es im Jahr 2015 nur noch 10 OEM´s geben, die mehrere Marken unter einem Dach vereinigen. Die Premium - Marken werden zu Leitbildern ihrer
4 Vgl. Kleinhans, C.: a.a.O., S. 5 - 6
3
Konzerne. Hier sind die Kernkompetenzen angesiedelt und hier wird der Management Nachwuchs ausgebildet. Das Technik Know-how fließt von den Premium zu den Massen -Marken. Einzig in den Bereich der Elektronik werden die Automobilhersteller auch zukünftig tatkräftig investieren.
Automobilhersteller benötigen zukünftig:
• klare Wertschöpfungsstrategien, mit den notwendigen Eigenleistungsprofilen, Kompetenzen und Kapazitäten
• klare Schnittstellen zu den Zulieferern, um fließende Übergänge der Modell- und Innovationszyklen zu ermöglichen
• Netzwerke mit klaren Rollenverteilungen und langfristigen Partnerschaften 5
2.3 Prognose Automobilzulieferer
Europa, bzw. die Zulieferindustrie ist der große Gewinner der FAST 2015 - Studie. Durch die Verlagerung von Produktion und Entwicklung auf die Zulieferindustrie wird die Wertschöpfung in diesem Geschäftsbereich von derzeit 417 Mrd. € auf 700 Mrd. € jährlich ansteigen. Ein Anteil von 30 Mrd. Euro wird dabei auf die Vor- und Serienentwicklung entfallen.
Dieses enorme Wachstum ist jedoch nicht ohne neue Arbeitsplätze zu bewältigen. Die FAST - Studie schätzt, dass die Zulieferindustrie bis ins Jahr 2015 weltweit rund 3,3 Mill. neue Arbeitsplätze schaffen muss. 6
Diese Entwicklung gehen mit einem erhöhten Leistungsanspruch einher. Die Zulieferindustrie leidet heute schon unter zu geringen Eigenkapitalquoten und die Finanzierung von Prototypen, Produktanläufen wird vor Serienbeginn auch auf ihren Schultern getragen. Mögliche Auswege sind Börsengänge, Investorengruppen, Venture Capital oder Anschubhilfen von Seiten der Automobilhersteller. 7
5 Vgl. Kleinhans, C.: a.a.O., S. 8
6 Vgl. Kleinhans, C.: ebenda, S. 5
7 Vgl. Kleinhans, C.: ebenda, S. 8
4
logistischen Aktivitäten. Das SCM beinhaltet die unternehmensübergreifende Prozessverbesserung, da Kunden, Lieferanten und weitere Dienstleister in die logistische Kette, oder auch Wertschöpfungskette einbezogen werden. Hierbei wird versucht durchgängige, übergreifende Prozesse zu realisieren. 8 Der Materialfluss verläuft in der Regel entlang der Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Kunden. Der Informationsfluss hingegen kann in beide Richtungen laufen, ausgelöst durch gegenläufige Informationsbeziehungen, wie z.B. Bestellungen und Rechnungen.
Durch den in der FAST - Studie beschriebenen Strukturwandel kommt es zu einer neuen Arbeitsteilung in der Automobilindustrie. Große Teile der Entwicklung und der Produktion, die nicht markenprägend sind, werden auf die Zulieferer verlagert. Betrachtet man diese Veränderungen im Gesamtkontext, so kommt es zu einer Verlagerung der Prozesse auf die Zulieferer, also retrograd entlang der Wertschöpfungskette. Die Verantwortung und auch die Aufgaben der Zulieferer steigen, während die OEM bei der Integration und der Schaffung neuer Kooperationsnetzwerke gefragt sein werden.
3.1 Schnittstellen
Innerhalb der Wertschöpfungskette arbeiten eine Vielzahl von Lieferanten, Vorlieferanten und Dienstleistern zusammen. Aus Prozesssicht entstehen verschiedene Schnittstellen bei der Material- oder Informationsübergabe zwischen den Unternehmen. Logistische Entscheidungen basieren auf zweckneutralen Daten (z.B. Kapazitäten, Termine) und den
8 Vgl. Thaler, K.: Supply Chain Management: Prozessoptimierung in der logistischen Kette,
Köln 1999
5
daraus gewonnenen zweckgerichteten Informationen (z.B. verspätete Anlieferung führt zu Fehlmengen in der Produktion). Daten über unternehmensinterne und -externe Sachverhalte stellen somit die Grundlage für Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse in der Logistik dar. 9 Von großer Bedeutung ist deshalb auch in Zukunft die Standardisierung der Informations- und Materialschnittstellen zwischen den Partnern innerhalb der Wertschöpfungskette.
Zukünftige Lieferanten können als Systemintegratoren angesehen werden, deren Aufgabe in der Planung, Steuerung und im Management von Lieferketten und -netzwerken besteht. Sie planen Lieferketten, das Netzwerkmanagement, die IT-Integration einschließlich des Angebots von ASP für die Netzwerkbetreiber, die Tourenplanung und -optimierung, das Lager- und Bestandsmanagement über die verschiedenen Lieferstufen im Netzwerk, die Auftragsverfolgung, das Dokumentenmanagement und die Beratung von Netzwerkpartnern.
Eine Hürde bei der Standardisierung der Informationsschnittstellen ist die Tatsache, dass die Zulieferindustrie häufig nicht nur an einen Abnehmer liefert, sondern mehrere Geschäftspartner hat. Ein großer Schritt in Richtung Partnerschaft könnte sein, die Zulieferer bei der Anschaffung von IT - Anlagen und den zugehörigen Programmen zu unterstützen, um so einen durchgängigen Prozess zu realisieren.
3.2 Erweiterung der Handlungsspielräume
Diverse Bereiche der Automobilproduktion sollen zukünftig komplett auf die Zulieferer verlagert werden. Heute greifen viele OEM noch erheblich in die Planung und Umsetzung der Prozesse bei den Zulieferern ein. Teilweise sind die Vorlieferanten oder die Produktionswerkzeuge durch die OEM schon im Vorfeld festgelegt. Dies führt oft zu einem nicht optimal gestalteten Prozess, da dieser nicht ganzheitlich beim Zulieferer geplant wurde. Zukünftig werden die Logistikketten in Eigenverantwortung durch die Zulieferer definiert.
Die Bedeutung und Rolle, die einer Fabrik in der Kunden - Lieferanten - Kette zukommt, wird maßgeblich geprägt von ihrer Position in der Lieferantenpyramide.
9 Schulte, C.: Logistik, 3. Auflage, Vahlen Verlag, München 1999, S. 55
6
Quote paper:
Christian Steczek, 2005, Auswirkungen der FAST Studie auf die logistischen Prozesse in der Automobilindustrie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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