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Inhalt Seite
1. Einleitung 3
2. Die Geographie Ägyptens 3
3. Die Abhängigkeit Ägyptens vom Nil 5
3.1 Klima und Wasserressourcen. 5
3.2 Das Bewässerungssystem. 7
3.2.1 Der Assuan-Staudamm 8
3.2.2 Weitere Projekte der Neulandgewinnung. 10
3.2 Die demographische Entwicklung und Landwirtschaft 12
4. Außenpolitik: Das Verhältnis zu Äthiopien und Sudan 14
5. Ausblick 16
6. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
In dieser Arbeit werde ich über die Wassersituation in Ägypten berichten. Dem Nil kommt dabei eine herausragende Stellung zu. Er ist die wichtigste Ressource für Ägypten und bildet die Lebensader des Landes. Seine Wasserführung bestimmte seit Urzeiten den Lebensrhythmus der Menschen. Das Nildelta zählt zu den ertragreichsten Gebieten der Welt. 96 Prozent der Ägypter leben im Delta und in einem 20 km breiten Tal entlang des Nil. Daraus errechnet sich eine der höchsten Bevö lkerungsdic hten der Welt. 1 Das Land beiderseits des Tals ist unfruchtbare Wüste. Aus dieser Konstellation ergeben sich einige wichtige Konsequenzen für Ägypten. Einerseits ist trotz des längsten Stroms der Welt die Trinkwassersituation in Ägypten angespannt, weil sauberes Trinkwasser knapp ist und viel Wasser für die Bewässerung der Felder für eine stetig steigende Bevölkerung gebraucht wird. Andererseits ist, weil der Nil für Ägypten eine exogene Wasserressource darstellt, es abhängig von den Oberanrainern des Nil und muss sich mit diesen, vor allem mit dem Sudan und Äthiopien, über die Wassernutzung und Aufteilung einigen. Mein Ziel ist es, die oben geschilderte Situation und die Probleme näher zu betrachten und Maßnahmen vorzustellen, die Ägypten zur Lösung der Probleme rund ums Wasser unternommen hat. Hierbei habe ich besonderen Wert darauf gelegt, möglichst genaue und aktuelle Daten zu verwenden. Dies war möglich, da einige Organisationen, wie das World Resources Institute WRI, die Food and Agr iculture Organisation FAO der Vereinten Nationen und das Zentrum für Umwelt und Entwicklung für die arabische Region und Europa CEDARE, ihre Ergebnisse im Internet zur Verfügung gestellt haben.
Ich werde in meinem Überblick nicht auf innenpolitische und wirtschaftliche Sachthemen eingehen.
2. Die Geographie Ägyptens
Der Nil ist die Lebensader Ägyptens. Mit insgesamt 5.588 km vom Victoriasee bzw. 6693 km von der entlegensten Quelle ist er der längste Fluss der Welt. Von seiner „offiziellen“ Hauptquelle, dem Victoriasee in Zentral-Ostafrika, fließt der
1 Vgl. Brunotte, Ernst:, Art. Ägypten, in: Lexikon der Geographie : in vier Bänden, Bd. 1, Heidel- berg 2001, S. 97-99.
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Weiße Nil nordwärts durch Uga nda in den Sudan, wo er den Blauen Nil bei Kharthoum trifft, der im äthiopischen Hochland entspringt. Nach dem Zusammenfluss des Weißen und Bla uen Nil fließt der Fluss nordwärts nach Ägypten. 86 Prozent des Wassers, was in Ägypten eintrifft, stammt vom Blauen Nil. 2 Der ägyptische Nil hat eine Länge von 1.545 km. 3 Im Verlauf seines meist kastenförmig in die Wüstentafel eingesenkten, streckenweise tektonischen Leitlinien fo lgenden Tals, das sich nördlich von Kairo zu einem 24.000 km² großen Delta weitet, wird der Strom von einer fruchtbarsten Flussoasen der Erde begleitet. 4 Das Land beiderseits des Tals ist unfruchtbare Wüste. Im Westen erstreckt sich die zur Sahara gehörige Libysche Wüste (Westliche Wüste), ein eintöniges Tafelland, das nur im Südwesten gebirgige Züge annimmt. Bei ihr handelt es sich um eine ausgedehnte Sandwüste. Hier befinden sich mehrere Senken, die unterhalb des Meeresspiegels l iegen. D azu gehört die Kattarasenke mit einer Fläche von etwa 18.100 km² , die 133 m unter Meereshöhe liegt und damit der tiefste Punkt des afrikanischen Kontinents ist. 5
Der größte Teil der Arabischen Wüste (Östliche Wüste) gehört zu einem Plateau, das allmählich vom Nil aus nach Osten hin ansteigt und schließlich eine Höhe von etwa 610 m erreicht. Es ist ein kahles, zerklüftetes Hochplateau, das zum Roten Meer hin durch eine schroffe Bergkette begrenzt wird. Die kultivierbare Fläche der 995.450 km² großen Landmasse Ägyptens beträgt 3 Prozent, wovon das Niltal eine 32.460 km² große Fläche bietet. 6 Über die Hälfte des Ackerlandes liegt am verzweigten Unterlauf des Nil, im Nildelta. 7 Damit ist so gut wie das gesamte Kulturland Ägyptens ein Geschenk des Nil. Rund 84 Mrd. m³ Wasser im Jahr bringt der Nil im langjährigen Durchschnitt nach Ägypten, von denen allein etwa zwei Drittel in den Hochflutmonaten August, September und Oktober (55 Mrd. m³) zuflossen, die jetzt aber vom Assuan-Staudamm aufgefangen werden. 8
2 Vgl. Brunotte, Ernst:, Art. Nil, in: Lexikon der Geographie : in vier Bänden, Bd. 3, Heidelberg 2001, S. 317.
3 Vgl. ebd., S. 317.
4 Vgl. ebd., S. 317.
5 Vgl. Brunotte, Ernst:, Art. Ägypten, in: Lexikon der Geographie : in vier Bänden, Bd. 1, Heidelberg 2001, S. 97-99.
6 Vgl. CIA (Hrsg.), The World Factbook 2002,
7 Vgl. Brunotte, Ernst:, Art. Nil, in: Lexikon der Geographie : in vier Bänden, Bd. 3, Heidelberg 2001, S. 317.
8 Postel, Sandra, Der Kampf ums Wasser. Die Chancen einer bedarfsorientierten Verteilungspolitik, übers. von Gerd-Hermann Susen, Schwalbach 1999, S 36.
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3. Die Abhängigkeit Ägyptens vom Nil
3.1 Klima und Wasserressourcen
Das Klima in Ägypten wird von einer heißen Jahreszeit zwischen Mai und September und einer kühlen Jahreszeit von November bis März bestimmt. Vorherrschende Nordwinde sorgen dafür, dass es in beiden Jahreszeiten kaum zu Extremtemperaturen kommt. In der Küstenregion liegen die Temperaturen zwischen einem durchschnittlichen Höchstwert von 37,2 °C und einem durchschnittlichen Tiefstwert von 13,9 °C. In den Wüstengebieten kann es zu extremen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht kommen. Die niederschlagsreichsten Gebiete befinden sich an der Mittelmeerküste, wo die jährliche Niederschlagsmenge etwa bei 200 mm liegt. Weiter nach Süden hin nimmt die Niederschlagsmenge rasch ab, in Kairo beträgt sie nur mehr etwa 28 mm pro Jahr, und in vielen Wüstengebieten kommt es nur alle paar Jahre zu Niederschlägen. 9 Mit einem Abhängigkeitsgrad von 97 Prozent hat Ägypten die höchste Abhängigkeit von exogenen Wasserressourcen aller Staaten der Welt (außer Turkmenistan mit 98 Prozent). 10 Nach dem Nilwasserabkommen von 1959 zwischen Ägypten und dem Sudan steht Ägypten ein Anteil von 55.5 km³ Wasser im Jahr zu. Das 1959er Abkommen basiert auf der durchschnittlichen Wassermenge des Nil von 1900-1959, welche bei 84 km³/Jahr bei Assuan betrug. 11 Die durchschnittliche jährliche Verdunstung und andere Verluste durch den Nassersee (Stausee des Assuan-Staudamms) werden auf 10 km³/Jahr g eschätzt, was eine Menge von 74 km³/Jahr übrig bleiben lässt, wobei 18,5 km³/Jahr dem Sudan zugesprochen waren und 55,5 km³/Jahr Ägypten. Endogenes Oberflächenwasser (z.B. Seen) wird auf 0,5 km²/Jahr geschätzt. Das ergibt insgesamt 56,0 km³/Jahr verfügbares Oberflächenwasser für Ägypten. Dieser Wert ist aber jährlich starken Schwankungen ausgesetzt. Im Jahr 2000 betrug beispielsweise die Menge 66,7 km³. 12
9 Vgl. Brunotte, Ernst:, Art. Ägypten, in: Lexikon der Geographie : in vier Bänden, Bd. 1, Heidelberg 2001, S. 97-99.
10 Postel, Sandra, Der Kampf ums Wasser. Die Chancen einer bedarfsorientierten Verteilungspolitik, übers. von Gerd-Hermann Susen, Schwalbach 1999, S. 46.
11 Vgl. Brunotte, Ernst:, Art. Nil, in: Lexikon der Geographie : in vier Bänden, Bd. 3, Heidelberg 2001, S. 317.
12 Vgl. WRI Earthtrends, Egypt, 2002
Arbeit zitieren:
Marc Haufe, 2002, Die Trinkwassersituation in Ägypten. Die besondere Rolle der Wasserressourcen des Nil für Ägypten, München, GRIN Verlag GmbH
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