Thema III/2 Price-Cap-Regulierung
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. III
Abk ürzungs- und Symbolverzeichnis. III
1 Einleitung. 1
2 Regulierung. 1
2.1 Einordnung. 1
2.2 Natürliche Monopole. 2
2.3 Ramsey-Preise. 4
2.4 Möglichkeiten der Preisregulierung. 5
3 Price-Cap-Regulierung. 7
3.1 Überblick. 7
3.2 Der Price-Cap-Mechanismus. 8
3.2.1 Die Anwendung bei einem Einproduktunternehmen. 8
3.2.2 Die Erweiterung auf Mehrproduktunternehmen. 10
3.3 Die Festlegung des X-Faktors im Zeitablauf. 11
3.3.1 Schwierigkeiten der Regulierungsbehörde. 11
3.3.2 Auswirkungen und strategisches Verhalten. 12
3.3.3 Erweiterung der Price-Cap Formel durch cost pass-trough. 13
3.4 Praktische Erfahrungen mit der Price-Cap-Regulierung. 14
4 Schlussbetrachtung. 15
Anhang. 16
Literaturverzeichnis 19
Thema III/2 Price-Cap-Regulierung III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung A1: Natürliches Monopol bei zwei Unternehmen.................................................. 16 Abbildung A2: Verluste bei der Realisierung der first-best Lösung........................................ 16 Abbildung A3: Wohlfahrtsverlust bei der Realisierung von Ramsey-Preisen......................... 17 Abbildung A4: Langfristige Investitio nen und Regulierung.................................................... 17 Abbildung A5: Kostenverläufe von Elektrizitätswerken.......................................................... 18
Symbol- und Abkürzungsverzeichnis
AC Durchschnittskosten BT British Telecom D Nachfrage DEA Data Envelopment Analysis DTAG Deutsche Telekom AG e Elastizität der Nachfrage K b Betriebskosten KS Kapitalstock M kostenminimale Preis/Mengenkombination MC Grenzkosten P/p Preis P cap festgelegter Höchstpreis P m Preis des Monopolisten PC Price Cap Q/q Menge RegTP Regulierungsbehörde für Telekom und Post RPI Retail Price Index s Rendite TFP Total Factor Productivity X Produktivitätsanforderung (Steuerungsvariable des PC Mechanismus) Y Inputpreis Konstante λ
Thema III/2 Price-Cap-Regulierung 1
1 Einleitung
„(...) In einem Monopolmarkt muss die Regulierungsbehörde und nicht der private Monopolist die Preise festsetzen“ 1 , Alois Rhiel (CDU), hessischer Wirtschaftsminister zur momentanen Diskussion über geplante Strompreiserhöhungen.
Die Versorgung mit Infrastruktur, also z.B. Gas, Wasser, Strom oder Telekommunikation, ist für jeden Menschen notwendig und für den Konsum dieser Güter muss ein gewisser Anteil des monatlichen Budgets aufgewendet werden, so dass Preiserhöhungen oftmals öffentliche Diskussionen hervorrufen. Der Staat hat dabei ein Interesse, sowohl die Versorgung sicher zu stellen als auch mit Hilfe von sozialen Preisstrukturen zu gewährleisten, dass für jeden der Zugang möglich wird. Das Angebot dieser Güter erfolgte in Deutschland früher oftmals durch staatliche Monopolisten, die heute teilweise privatisiert wurden aber in ihrer Preisfestlegung weiterhin einer staatlichen Aufsicht unterliegen. 2 Doch in welcher Art und Weise sind solche Eingriffe möglich bzw. gerechtfertigt ohne bisherige Netzbetreiber in ihrer Existenz zu gefährden und wie kann Wettbewerb zwischen den Anbietern ggf. solche Eingriffe ersetzen? Diese Problematik ist bei jeder Form von Regulierung möglichst optimal zu lösen. 3 Das o.g. Zitat stellt eine mögliche Vorgehensweise dar. Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst Regulierung im Allgemeinen betrachtet werden (vgl. Kap. 2), wobei nach der Beschreibung von natürlichen Monopolen sowie einer second-best Lösung in Form von Ramsey-Preisen besonders verschiedene Varianten d er Preisregulierung kurz vorgestellt werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Preisregulierung mit Hilfe von Price-Caps (PC) bei netzgebundenen Infrastrukturen (vgl. Kap. 3), bei dem die Preise durch das Setzen von Obergrenzen reguliert werden. Dabei wird der Mechanismus, die Schwierigkeiten bei der ex ante Festlegung von Produktivitätsverbesserungen sowie die bisher gesammelten Erfahrungen aufgezeigt.
2 Regulierung
2.1 Einordnung
Regulierung bedeutet staatliches Eingreifen in den Entscheidungsraum von Marktteilnehmern aufgrund von öffentlichen Beweggründen. 4 Doch warum sind solche Aktionen notwendig? Bei vollständige r Konkurrenz agieren unzählige Wettbewerber auf demselben transparenten
1 Süddeutsche Zeitung, Nr. 216, Seite 21 vom 17.09.2004.
2 Vgl. hierzu Blankart (1998), S. 427- 438.
3 Vgl. hierzu Knoll (2001), S. 1f.
4 Vgl. hierzu Chang (1997), S. 704.
Thema III/2 Price-Cap-Regulierung 2
Markt, der durch keinen Teilnehmer dominiert wird. Dadurch ergibt sich ein optimales Ergebnis im Sinne von Pareto, denn die Preise entsprechen den Grenzkosten und damit wird eine maximale Wohlfahrt erreicht. 5 Leider ist die Vorstellung des Polypols ein Modell und in der Realität sind eher Formen von Marktversagen anzutreffen. Dies entsteht z.B. durch natürliche Monopole, bei denen mit zunehmenden Skalenerträge n die Durchschnittskosten konstant bei steigender Produktionsmenge sinken, wodurch der Markteintritt für Konkurrenten erschwert wird. 6 Gerade bei netzabhä ngigen Infrastrukturen, wie Strom, Gas, Wasser oder Telekommunikation, ist eine solche Marktform anzutreffen. Dies stellt neben der Minderversorgung mit öffentlichen Gütern, Ausübung von Marktmachtmissbrauch oder die Belastung Dritter mit externe n Effekten eine Form von Marktversagen dar, wodurch der Allgemeinheit Wohlfahrtsverluste entstehen, die der Staat versucht mit Hilfe seiner Regulierungspolitik zu reduzieren. 7
Wie ist staatliche Regulierung gekennzeichnet? Unternehmen, aber auch Privatpersonen sind von dem Eingreifen des Staates in vielen verschiedenen Bereichen des Alltags berührt. So unterliegen Produktqualitäten, Gesundheitsschutz oder Arbeitssicherheit einer staatlichen Aufsicht. Besonders entscheidend ist aber die Regulierung von Preisen, Mengen oder der Anzahl der Marktteilnehmer. 8 Dabei wird zwischen einer ex ante Regulierung und einer ex post Aufsicht unterschieden. Beides ist in Deutschland anzutreffen. So unterliegen die Tarife der Deutschen Telekom AG (DTAG) der vorherigen Genehmigung der Regulierungsbehörde für Telekom und Post (RegTP). Im Gegensatz dazu brauchen bisher Strom- oder Gasanbieter ihre Preise nicht genehmigen lassen, aber im Nachhinein kann das Bundeskartellamt einen Marktmissbrauch feststellen. 9 10
2.2 Natürliche Monopole
Wie in Kap. 2.1 schon angedeutet, entstehen natürliche Monopole, wenn ein Unternehmen als Monopolist jede Menge eines Gutes effizient im Gegensatz zu Oligopol- oder Polypolsituationen herstellen kann. Dies ergibt sich bei einem Einproduktunternehmen durch economies of scale und bei einem Mehrproduktunternehmen durch economies of scale sowie economies of scope. Gerade bei netzgebundenen Infrastrukturen entstehen erhebliche Kosten
5 Vgl. hierzu Viscusi et al (1997), S. 2f.
6 Vgl. hierzu Neumann (2000), S. 190.
7 Vgl. hierzu Knoll (2001), S. 3f.
8 Vgl. hierzu Viscusi et al (1997), S. 1f sowie S. 308.
9 Vgl. hierzu Haucap und Kruse (2004), S. 266f.
10 Ab 2005 übernimmt die RegTP die Aufsicht über die Energieanbieter in Deutschland. Dabei sieht der
Gesetzentwurf bisher eine nachträgliche Missbrauchsaufsicht vor. Bis 2007 soll entschieden werden, ob nicht
doch eine ex ante Regulierung für diesen Sektor eingeführt werden soll. Vgl. Handelsblatt vom 31.08.2004.
Thema III/2 Price-Cap-Regulierung 3
beim Aufbau dieser Netze z.B. Errichtung von Kraftwerken oder Vermittlungsstationen bzw. die folgende Verbindung mit den Endkunden. Diese Aufwendungen werden dem entstehenden Output angerechnet, so dass jede Einheit bei einer Vollkostenrechnung zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Steigt nun die produzierte Menge konstant an, nimmt der Fixkostenanteil j e Einheit proportional ab. Dadurch sinken die Durchschnittskosten, und die Skalenerträge nehmen zu. Aufgrund der Menge hat dabei ein Monopolist bei konstant fallenden Kostenverläufen zu jeder Zeit g eringere Durchschnittskosten als bei einer Aufteilung des Marktes. Neben den Skalenerträgen stellt die Anfangsinvestition sowohl eine Hürde für den Markteintritt als auch den Marktaustritt dar. Potenzielle Wettbewerber scheuen diese Aufwendungen und Marktteilnehmer wollen die „versunkenen“ Kosten solange wie möglich nutzen. Wirken diese beiden Tatsachen zusammen, entstehen natürliche Monopole. 11 In der Realität sind Einproduktunternehmen selten, aber natürliche Monopole können sich auch bei Mehrproduktunternehmen ergeben. Denn zum einem wirken auch hier zunehmende Skalenerträge bei steigenden Output und zum anderem sind daneben Verbundeffekte möglich. Diese entstehen, wenn Einrichtungen in einem Unternehmen z.B. Maschinen für die Herstellung mehrer Produkte verwendet werden können. Durch economies of scope verringern sich die Kosten im Vergleich zur der getrennten Produktion durch unterschiedliche Firmen. Wirken im Mehrproduktfall sowohl economies of scale als auch scope sind die Durchschnittskostenkurven beider Produkte subadditiv, und es existiert ein natürliches Monopol, das aber auch durch nur einer der beiden Effekte entstehen kann. 12 Wie in Abb. A1 zu sehen ist, muss dies nicht konstant für jede Outputmenge gelten, ab Q * sind die Wirkungen eines natürlichen Monopols aufgehoben, da aufgrund abnehmender Skalenerträge AC ansteigt und die beiden Durchschnittskurven somit nicht mehr subadditiv sind. Doch warum stellen natürliche Monopole eine Form von Marktversargen dar?
Bei vollständiger Konkurrenz werden Güter zu einem Preis, der den Grenzkosten entspricht, angeboten, wodurch sich eine pareto-optimale Kombination von Menge und Preis ergibt und sowohl Produzenten- als auch Konsumentenrente maximiert werden. Dies kennzeichnet eine „first-best“ Situation. In einem natürlichen Monopol ist die first-best Lösung bei Angebot aller Güter zum gleichen Preis nicht erreichbar, da das entsprechende Unternehmen, wie in Abb. A2 zu erkennen, einen permanenten Verlust in Kauf nehmen müsste. Mit Hilfe von Preisdifferenzierung könnte dieser allerdings verringert werden. Dies bedingt aber die Kenntnis der genauen Zahlungsbereitschaften der Konsumenten. Mit zunehmenden Skalenerträgen sinken die Durchschnittskosten, wobei die Grenzkosten
11 Vgl. hierzu Train (1994), S. 5-7.
12 Vgl. hierzu Viscusi et al (1997), S. 353-358.
Arbeit zitieren:
Jens-Oliver Schünzel, 2004, Der Mechanismus und die Schwierigkeiten von Price-Cap-Regulierung, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Regulierungsmechanismen - kostenbasierte Regulierung
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