Gliederung:
1. Einleitung
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2. Die Bedeutung und der Aufstieg der Auslandschinesen in Asien 4
2.1. Die heutige Bedeutung der Auslandschinesen für den asiatischen 04
Kontinent
2.2. Die Geschichte der Auslandschinesen am Beispiel Südostasien 05
2.3. Die Erfolgsfaktoren der Auslandschinesen 07
3. Das heutige China - Auf dem Weg zur Wirtschaftsmacht? 19
3.1. Chancen für die wirtschaftliche Weiterentwicklung Chinas 19
3.2. Risiken für die wirtschaftliche Weiterentwicklung Chinas 15
4. Fazit 17
Abbildungsverzeichnis 18
Literaturverzeichnis 19
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1. Einleitung
„The world’s fastest growing economy? China. The market you can’t afford not to be in? China. The source of the funds to keep the U.S. economy from going bust? China. The engine behind global trade growth? China.
The unfair trader manipulating the value of its currency at the expens e of Europe and the United States? China.
The giant Gorilla siphoning off jobs from the West? China. The indifferent employer pushing labor standards lower throughout the developing world? China.” (Pfanner, 2004)
Mit diesen Fragen eröffnete Eric Pfanner, Journalist des Herald Tribune, seinen Bericht über das Weltwirtschaftsforum 2004 in Davos, auf dem neben Terrorismus und Sicherheitsfragen China das wichtigste Thema war.
In der Tat ist die wirtschaftliche Entwicklung Chinas rasant. Mit den Reformen unter Deng Xiaoping im Jahre 1978 öffnete sich China dem Westen und zieht seitdem internationale Konzerne sowie Investitionskapital an. Ein durchschnittliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts seit 1978 von jährlich 9%, ein Anstieg des Außenhandelsvolumens im gleichen Zeitraum von 15% p.a. und Direktinvestitionen aus dem Ausland in Höhe von 53,2 Milliarden Dollar im Jahre 2002 drücken den Aufstieg der chinesischen Wirtschaft in Zahlen aus (vgl. Lieberthal, 2004). Umso erstaunlicher ist es, dass noch vor 30 Jahren das heutige Boomland China von kommunistischer Misswirtschaft, Hunger und Armut in der Bevölkerung geprägt war. Die vorliegende Arbeit beleuchtet in erster Linie die Bedeutung der sogenannten Auslandschinesen in Asien sowie ihre Rolle am wirtschaftlichen Aufschwung Chinas. Ferner werden die allgemeinen Chancen und Risiken für die künftige Weiterentwicklung der Volksrepublik China betrachtet.
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2. Die Bedeutung und der Aufstieg der Auslandschinesen in Asien
Parallel zu den Wirren im China des 19. und 20. Jahrhunderts und im Gegensatz zur Armut und der katastrophalen Lage der chinesischen Bevölkerung während dieser Zeit, schafften Chinesen, die während dieser Periode ihr Heimatland verließen , im Ausland einen beeindruckenden Aufstieg, der in diesem Kap itel beleuchtet werden soll.
2.1. Die heutige Bedeutung der Auslandschinesen für den asiatischen Kontinent
“Asia’s overseas Chinese are the most commercially successful minority group the world has ever seen. Much of what happens in Asia happens because they make it happen. Its rise, its fall, and its rise again is in their hands” (Backman, 1999, S. 207).
Das Geschäftsleben in Asien, mit Ausnahme der Volkswirtschaften Koreas und Japans, wird heutzutage maßgeblich von Chinesen dominiert, die im 19. und 20. Jahrhundert ihr Heimatland in der Hoffnung verließen, ihre damaligen teils katastrophalen Lebensumstände zu verbessern. Vor allem in Südostasien erreicht die wirtschaftliche Macht der sogenannten Auslandschinesen heute beeindruckende Ausmaße. In den fünf bedeutendsten südostasiatischen Staaten (Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Singapur und Thailand) kontrollieren die dort lebenden chinesischstämmigen Bürger geschätzte 70% des gesamten Privat - und Firmenkapitals, obwohl ihre Gruppe nur sechs Prozent der Gesamtbevölkerung in den genannten Ländern (siehe Abb. 2-1) repräsentiert. Laut der jährlich erscheinenden Forbes-Liste der reichsten Menschen der Erde, stellte die Minderheit der Auslandschinesen im Jahre 1997 zudem 90% der in Südostasien lebenden US$-Milliardäre (vgl. Backman, 1999).
Die Angaben, wie groß die Anzahl der im Ausland lebenden Chinesen ist, schwanken zwischen 40 Millionen (vgl. Bartsch, 2004) und 55 Millionen (vgl. Seagrave, 1995). Es wird ferner geschätzt, dass alleine in Südostasien 29 Millionen Chinesen leben (vgl. Backman, 1999).
2.2. Die Geschichte der Auslandschinesen am Beispiel Südostasien Vor dem Beginn ihres unaufhaltsamen Aufstiegs stand großes Leid, dem die späteren Auslandschinesen in ihrem Heimatland China ausgesetzt waren. Sie wurden verstärkt im 19. und 20. Jahrhundert „durch Bürgerkriege, den Niedergang des Kaiserreichs, das Chaos der ersten Republikjahre, Überbevölkerung und Hungersnöte aus dem Land getrieben“ (Krüger, 2004, S. 120). Als Beispiele für die katastrophale Situation Chinas in dieser Zeit nennt Seagrave die Fremdbestimmung des chinesischen Volkes durch die Kolonialmächte vor allem im 19. Jahrhundert, Hungerskatastrophen hauptsächlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und während der Zeit der Massenbewegung „Der große Sprung nach vorn“ (1957 - 1962) unter Mao Zedong, den Bürgerkrieg in den Jahren 1911 bis 1949 sowie die
Besatzungszeit durch die Japaner in den Jahren 1931 - 1945 (vgl. Seagrave, 1995). Die Auswanderer setzten sich in erster Linie aus Bewohnern der südchinesischen Provinzen Guangdong, Fujian und Hainan zusammen (vgl. Backman, 1999). Daraus ergibt sich laut Backman, dass die insgesamt 29 Millionen in Südostasien lebenden Chinesen nur mit wenigen der 1,3 Milliarden Chinesen der Volksrepublik China „kulturelle, familiäre und sprachliche Gemeinsamkeiten haben “ (Backman, 1999, S. 209). Seagrave liefert mögliche Gründe, warum vor allem Bürger aus Südchina nach Südostasien ausströmten. Zum einen herrschten in den südlichen Provinzen die mächtigen Familien-Clans und verwalteten sich dort de facto selbst. Dies missfiel den Machthabern im fernen Peking, welche versuchten, mit Gewalt und Härte die Machstrukturen dieser Familien zu zerstören. Auch wurden die Bewohner Südchinas durch Nordchinesen aus ihren Heimatprovinzen verdrängt, als diese aufgrund von Wasserknappheit im Norden Chinas mehrmals in der Geschichte in den Süden strömten. Auch die geographische Nähe zwischen den südlichen Regionen Chinas und Südostasien spielt verständlicherweise eine wichtige Rolle, warum sich verstärkt Südchinesen im südostasiatischen Raum niederließen (vgl. Seagrave, 1995).
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Die Emigranten erreichten, sofern sie die strapaziöse und gefährliche Reise überlebten, verarmt ihre neuen Heimatländer und begannen sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Da den Chinesen der Zugang zu zahlreichen Berufen durch die einzelnen südostasiatischen Regierungen untersagt war, waren sie förmlich gezwungen, sich auf den Handelssektor zu konzentrieren (vgl. Seagrave, 1995). Diese Konzentration auf den Handel war die Basis für die Erlangung von Macht und Reichtum. Die genaueren Umstände und Gründe für den enormen wirtschaf tlichen Erfolg der Auslandschinesen werden später, im Kapitel 2.3., beleuchtet. Der wirtschaftliche Aufstieg der Übersee-Chinesen blieb nicht ohne negative Folgen. Die Emigranten waren bis in die jüngste Vergangenheit hinein das Ziel heftiger Anfeindungen seitens der einheimischen Bevölkerungen Südostasiens, welche meist auf Neid und Missgunst basierten. So brachte beispielsweise König Rama IV. von Siam zu Beginn des 20. Jahrhundert zahlreiche antichinesische Hetzkampagnen auf den Weg. Das bekannteste Beispiel ist hierbei sein Werk „Die Juden des Orients“, in dem er die Au slandschinesen, „ähnlich wie Antisemiten die Juden, für die Urheber von Kapitalismus, Moderne und Sittenverfall“ verantwortlich machte (Krüger, 2004, S. 123).
Ein besonders grausames Kapitel der Pogrome in Südostasien ist die Verfolgung der Chinesen in Kambodscha durch die Truppen der roten Khmer (1975 bis 1979) , der die Hälfte aller in Kambodscha lebenden Chinesen zum Opfer fiel (vgl. Backman, 1999).
Sogar unter General Suharto, der sich 1965 in Indonesien an die Macht putschte und in seinem Land den Aufstieg chinesischer Geschäftsleute förderte, war es den Chinesen verboten, ihre Sprache und Schrift in der Öffentlichkeit zu benutzen. Lau t Krüger erfüllten die Chinesen für Suharto, hier stellvertretend für weitere Machthaber in der Region, eine wichtige Funktion: „Sie bildeten eine Schicht von Geschäftsleuten, die einerseits tüchtig und zuverlässig war, andererseits kulturell isoliert. Das machte sie angreifbar und damit für die Regierenden ungefährlich“ (Krüger, 2004, S. 120).
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Arbeit zitieren:
Markus Schwarzkopf, 2005, Die Rolle der Auslandschinesen in Asien und die Zukunftsperspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung in der Volksrepublik China, München, GRIN Verlag GmbH
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