Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Zum Begriff des Kolonialismus 2
3. Geschichte des afrikanischen Kolonialismus 4
4. Die Möglichen Auswirkungen der Kolonialen 6
Vergangenheit
5. Die Unterschiedlichen Kolonisierungspraktiken 11
und ihre Auswirkungen
6. Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Sucht man nach den Gründen für den wirtschaftlichen Zustand Afrikas, kommt man um das Thema des Kolo nialismus nicht herum. Vor allem weil nahezu alle Länder Afrikas eine koloniale Vergangenheit haben, die zudem auch nicht lange zurückliegt.
Die zentrale Frage dieser Arbeit ist, ob der Kolonialismus Schuld an der desolaten Lage der afrikanischen Volkswirtschaften ist, oder ob die betroffenen Länder ausreichend Gelegenheit gehabt haben, um die Erblasten ihrer Vergangenheit zu überwinden, oder anders ausgedrückt, ob das Wachstum dieser Volkswirtschaften pfadabhängig ist.
Wie die entwicklungspolitischen Diskussionen zu diesem Thema vermuten lassen, wird sich diese Frage aber nicht völlig klären lassen. Auch aufgrund der Unbekanntheit einer alternativen Entwicklung. Es gibt praktisch kein afrikanisches Land, welches ein Beispiel völlig freier Entwicklung darstellen könnte. Diese Arbeit versucht deswegen verschiedene Aspekte des kolonialen Einflusses auf Wirtschaft und Gesellschaft zu beleuchten, um so einer Antwort näher kommen zu können.
Prinzipiell lassen sich die Hindernisse aus einer kolonialen Vergangenheit überwinden. So stand zum Beispiel Argentinien lange Zeit unter Kolonialherrschaft, konnte sich aber nach seiner Unabhängigkeit im Jahre 1816 so weit entwickeln, dass es vor allem zwischen 1900 und dem Ende der 20er Jahre sich durch wirtschaftliche Prosperität auszeichnete. [vgl. Waldmann (1992), S.147f ] In den Afrikanischen Ländern lassen sich aber bis jetzt keine eindeutigen Tendenzen feststellen, die auf eine erfolgreiche Überwindung der kolonialen Erblasten hin arbeiten.
Noch schwieriger gestaltet sich die Frage nach dem Erkenntniswert. Denn eine gewisse politische Brisanz birgt diese Fragestellung in der Hinsicht, dass wenn der Kolonialismus uneingeschränkt Schuld wäre somit auch die ehemaligen Kolonialmächte bzw. die jeweiligen Profiteure bis zu einem bestimmten Grad Afrikas Lage zu verantworten hätten. Diese müssten sich dann mit der Frage nach ihrer Vergangenheitsbewältigung auseinandersetzen und gegebenenfalls Reparationsforderungen gerecht werden.
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Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass viele Politiker aus Entwicklungsländern gerne Schuldzuweisungen an die Industrieländer machen, um von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken. Denn unbestreitbar ist, dass viele Fehlentwicklungen nach der Zeit der Dekolonisation von einheimischen Machthabern zu verantworten sind. So trat zum Beispiel der haitianische Präsident Aristide erst vor kurzem an die französische Regierung mit der Forderung nach Reparationszahlungen, dass aber ausgerechnet zu einer Zeit, in der seine Macht zunehmend von der eigenen Bevölkerung in Frage gestellt wurde. Wenn man die Unfähigkeit der politischen Institutionen in den betroffenen Ländern aber auch als Resultat des Kolonialismus betrachtet, wird eine Schuldzuweisung noch weiter erschwert.
Für die Entwicklungspolitik wäre eine Kl ärung dieser Frage wichtig, wenn sie sich an den Ursachen der Unterentwicklung orientieren will. Sind die Ursachen einer Unterentwicklung auf die Folgen des Kolonialismus zurückzuführen, so sollte die Entwicklungspolitik dann gezielt an diesen Folgen ansetzen.
2. Zum Begriff des Kolonialismus
Der Begriff des Kolonialismus geht mit einer terminologischen Ungenauigkeit einher, denn es gibt eine unermeßliche Vielfalt jener Erscheinungen, die man unter Kolonialismus versteht.
Verschiedene Haupttypen der Kolonisation kann man wie folgt systematisieren, wobei es in der Praxis auch zu Mischformen kommt: [vgl. Osterhammel (1995) ] - Beherrschungskolonien:
Hier wurde die Herrschaft eines Volkes über ein anderes errichtet. Zweck war die wirtschaftliche Ausbeutung, die strategische Absicherung imperialer Politik und nationaler Prestigegewinn. Es hing von den politischen Traditionen der erobernden Macht ab wie die unterworfenen Gebiete in den jeweiligen Reichsverband eingegliedert wurden. Oft wurden die neu gewonnenen Gebiete an die bestehenden Territorialregierungen des Reiches angeschlossen (Provinzialprinzip).
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- Stützpunktkolonien:
Beim Aufbau von Militär - oder Handelsstützpunkten gab es kaum Bestrebungen zur binnenländischen Kolonisation oder zur großräumigen Landnahme. Sie sollten Handel ermöglichen oder einen Beitrag zur Logistik maritimer Machtentfaltung und informeller Kontrolle über formell selbständiger Staaten leisten. So sollte zum Beispiel der Seeweg nach Indien über den Afrikanischen Kap durch Stützpunktvernetzung gesichert werden. - Siedlungskolonien:
Emigranten der Kolonialmacht siedelten in den Kolonien und wurden zu permanent ansässigen Farmern. Oft regierten die Kolonisten sich selber. Bei einer Siedlungskolonie des „neuenglischen“ Typs wurde die indigene Bevölkerung nicht der Kolonie im Untertanenstatus eingegliedert oder zur Arbeit gezwungen, sondern gewaltsam zurückgedrängt. Der klassische Fall sind die Anfänge der englischen Besiedlung Nordamerikas. Die Siedler waren weder auf Nachschub aus dem Mutterland noch auf Handel mit der einheimischen Bevölkerung existenziell angewiesen.
Beim sogenannten „afrikanischen“ Typ bleibt die politisch dominante Siedlerminderheit auf die Arbeitsleistung der einheimischen angewiesen. In den Kolonien „karibischen“ Typs wurde der Arbeitskräftebedarf mit Import von Sklaven gedeckt.
Die Kolonialherrschaften über Afrika, die hier zum Gegenstand gemacht werden, haben die Gemeinsamkeit dass die Herrschaft einer fremden Kultur über eine einheimische Bevölkerung errichtet wurde, wobei eine Gesellschaft ihrer historischen Eigenentwicklung beraubt, fremdgesteuert und auf die vor allem wirtschaftlichen Bedürfnisse und Interessen der Kolonialherren hin ausgerichtet wurden. „Periphere“ Gesellschaften wurden also den „Metropolen“ dienstbar gemacht. Von den Kolonisierten wurde eine weitgehende Anpassung an die Werte und Gepflogenheiten Europas erwartet, ohne selbst den unterworfenen Gesellschaften entgegenzukommen. Stets lag die Überzeugung von der eigenen kulturellen Höherwertigkeit zugrunde.
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Arbeit zitieren:
Ulas Ersoy, 2005, Die Bedeutung des Kolonialismus für die Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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