Inhaltsverzeichnis
Die Elementenlehre in der Antike. 2
Elementenlehre im Mittelalter. 4
Weltbild 4
Alchemie. 6
Biologie und Medizin 7
Temperamentenlehre 8
Astrologie 10
Die Elementenlehre im "Buch der Natur. 12
Bibliographie 19
Die Elementenlehre in der Antike
Der griechische Philosoph Thales (624-544 v.Chr.) betrachtete das Wasser, Aximedes (588-524 v.Chr.) die Luft und Heraklit (535-475 v.Chr.) das Feuer als den wichtigsten Grundstoff aller Dinge. Die Chinesen unterschieden schon 600 v.Chr. die fünf Elemente Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde. Als erster erwähnte aber der Grieche Empedokles (ca. 492-432 v.Chr.) die vier Wurzeln des Seins, von denen auch Konrad von Megenberg in seinem "Buch der Natur" ausgeht: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Durch Mischung und Trennung sei aus ihnen alles entstanden.
Das Wort "Element" kommt vom lateinischen "elementum=Urstoff". Das Wort stammte vielleicht aus dem Etruskischen oder stellt eine Zusammenziehung der Mittelbuchstaben LMN des lateinischen Alphabetes dar.
Empedokles stammte aus Akragas, dem heutigen Agrigento in Sizilien. "Er war teils Reinigungspriester, Seher und Mystiker, teils Wanderprediger und Wundermann, und dann wieder Politiker, Arzt, Dichter und nüchterner Wissenschaftler." 1 ) Wie Konrad von Megenberg schrieb er ein Werk über die Natur, wenn auch in Versen. Er sah in seinen vier Elementen zugleich etwas Dämonisch-Göttliches und nannte sie auch Zeus (Feuer), Here (Wasser), Nestis (Luft) und Adoneus (Erde). Später werden diese "Elementargeister" bei Paracelsus (14931541) Salamander, Undine, Sylphe und Kobold genannt und treten als solches auch in Goethes "Faust" auf, wo Faust den Mephistoteles beschwört. 2 ) 1 Hirschberger, a.a.O., S.39
2 "Handwörtbuch des deutschen Aberglaubens", a.a.O., S.766
Nur eine Ortsveränderung der Elemente, eine neue Mischung derselben, waren Werden und Vergehen in der Vorstellung von Empedokles. Den vier Stoffen stellte Empedokles die bewegenden Urkräfte der Liebe und des Hasses an die Seite: "Ein Doppeltes will ich dir künden; bald wächst ein Einziges aus mehreren zusammen, bald scheidet es sich wieder ... und dieser beständige Wechsel hört niemals auf. Bald vereinigt sich alles zu einem in Liebe, bald auch trennen sich die einzelnen Dinge im Hasse des Streites." 1 ) Dieser Wechsel erfolge aber nicht willkürlich, sondern wenn die Zeit dafür gekommen sei. Diesem Wandel sah Empedokles auch die Welt unterworfen und er unterteilte ihre Entwicklung in vier Perioden des Werdens und Vergehens, die, einmal vollzogen, wieder von vorn begännen.
In der ersten herrsche nur die Liebe, alles sei eins. In der zweiten mische sich der Streit ein und die Vielheit entstehe und somit auch die Welten. In der dritten siege der Streit und es gebe nur noch Verschiedenes ohne jede Einheit. Dann aber setze wieder die Liebe ein, und wenn sie sich am Ende durchgesetzt hätte, herrsche wieder Einheit und Harmonie. 2 ) Indem die Liebe die getrennten Elementarteilchen in einem Wirbel zusammenführe, sei es zur Bildung der ersten Weltkörper gekommen. Durch weitere Wirbelbildung hätten sich das Himmelsgewölbe abgesondert und durch den Umschwung aus der Erde das Wasser. Durch Einwirkungen der Sonnenstrahlen seien auf der Erde die ersten Lebewesen entstanden, Ihre Urformen wären Ungeheuer gewesen; erst später hätten sich die heutigen Formen herausgebildet. 3
1 Hirschberger, a.a.O., S.40
2 vgl. Hirschberger, a.a.O., S.40 3 vgl. Hirschberger, a.a.O., S.41
Mit diesen Auffassungen suchte er zwischen Heraklit und der eleatischen Seinslehre zu vermitteln.
Demokrit (ca. 460-370 v.Chr.) hingegen ging nicht von einem zusammenhängenden Ganzen aus, sondern von lauter kleinsten Teilchen, die nicht mehr teilbar seien und deshalb Atome heißen. In seiner Vorstellung übernahmen diese die Aufgaben der vier Elemente. Er lag vielleicht aus heutiger Sicht näher an der Wahrheit, aber lange Zeit herrschte die Vorstellung der vier Elemente nach Empedokles vor.
Elementenlehre im Mittelalter Weltbild
Bestimmend für das Weltbild im Mittelalter waren jedoch nicht die Überlegungen der griechischen Philosophen, obwohl sie durchaus immer wieder als Autoritäten Erwähnung finden, sondern der christliche Theismus, wenngleich in einer durchgeistigten Form bei den gebildeten Kreisen des Bürgertums, Adels und Klerus.
Als unterste Stufe des Kosmos wurde die aus den vier Elementen zusammengesetzte, kugelförmige Erde angesehen, die den unbeweglichen Mittelpunkt des Weltalls bildete (ptolomäisches Weltbild). 2 ) Die vier Abschnitte der Welt wurden den vier Elementen zugeordnet und mit dem Aufbau eines Eies verglichen: Dotter/Erdkugel, Eiweiß/Wasser, Häutchen/Luft und Schale/Feuer. 1 vgl. Meyer, a.a.O., S.71 2 vgl. Meyer, a.a.O., S.71
Konrad von Megenberg modifiziert in seinem "Buch der Natur" dieses Bild in der Weise, daß er im Dotter Erde und Wasser zusammenfaßt, und dafür die Luft als Eiweiß zu gelten hat. Gleich Thomas von Cantimpr6 glaubt er dieses der Tatsache schuldig zu sein, daß die Erde ja nicht vollständig vom Wasser umgeben ist, beide aber durch die Luft. 1 ) Diese Abweichung geschehe "durch der tyr willen die in wazzer niht geleben muegen."2) Anders als Aristoteles (384-322 v.Chr.), der glaubte, daß die Erde aus einem Urstoff (Protyl) bestehe, der die-vier Grundeigenschaften heiß, kalt, trocken und feucht habe, und daß auch der Äther als fünftes Element (Quintessenz) zu den anderen gehöre, denn er halte alles zusammen, nimmt Konrad von Megenberg den Äther nicht als gleichgestelltes fünftes Element an. In seiner "Deutschen Sphära" erläutert er den Aufbau der Welt und legt dar, daß der ätherische/geistliche Bereich liege, welcher sich wiederum in neun Himmel gliedere. "Umb daz elementisch reich ist daz himelisch leuhtend reich" 3 ) In diesem Bereich liegen auch die einzelnen Planeten, die die gleichen Qualitäten 4 ) wie die Elemente haben und mit diesen parallelisiert werden. Wie bei Empedokles die Elemente mit griechischen Göttern / Dämonen verglichen wurden, so nun die Planeten aufgrund ihrer Namensgebung mit römischen Göttern. Damit wurde durchaus auch eine Mystifizierung vorgenommen, die im weiteren noch erläutert werden wird.
1) vgl. Deschler, a.a.D., S.76
2) vgl. Deschler, a.a.O., S.78 3)Konrad v. Megenberg "Deutsche Sphära", a.a.O., S.7 4) heiß, kalt, trocken und feucht
Arbeit zitieren:
Almut Heimbach, 1997, Die Elementenlehre im Mittelalter und in Konrads von Megenberg "Buch der Natur", München, GRIN Verlag GmbH
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