I n n h ha a l l t t s sv v e e r r z ze e i ic c h hn ni i s s
I
1Einleitung……………………………………………………………………………………………………...3
2 Verlauf der Politeia - Buch I bis VII………………………………………………………......…..…..4
2.1 Auf der Suche nach Gerechtigkeit 5
2.2 Das Sonnengleichnis 5
2.3 Das Liniengleichnis 6
3 Das Höhlengleichnis 6
3.1 Die Handlung 7
3.2 Die Situation in der Höhle 8
3.2 Der Aufstieg aus der Höhle 9
3.3 Die Verpflichtung zum Abstieg 11
4 Das Fazit und die heutige Sicht der Dinge 13
Literaturverzeichnis………………………………………………….………………………………………15
Seite 3
1 E E i i n nl l e e i i t t u un ng g
1
"Die Geschichte der abendländischen Philosophie besteht aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon" 1 . Dieses Zitat scheint durch seine große Aussagekraft zu übertreiben, doch steckt viel Wahrheit in ihm. Platon, ein Schüler des Sokrates, war einer der größten Philosophen der abendländischen Weltgeschichte. Seine Werke befassten s ich sowohl mit politischen und philosophischen als auch ethischen und gesellschaftlichen Anschauungen. Meist spielten mehrere Betrachtungen zusammen. Die Ideenlehre, die von Platon entwickelte Philosophie, ist ebenfalls sehr berühmt. Sämtliche Schriften Platons, bis auf die Briefe, sind in Dialogform verfasst. Platon tritt niemals selbst in Erscheinung, sondern lässt andere Hauptfiguren Sprachrohr für seine Gedanken und Argumente sein. Die Dialogform dürfte er wahrscheinlich aufgrund seines Lehrers Sokrates und dessen Art des dauernden Fragens verwendet haben. Der Protagonist in Platons wohl bekanntestem Werk, der „Politeia“, ist Sokrates. Die „Politeia“ zeigt Platons großes Interesse an Politik und Staatsgeschehen. Sein Ziel war es den Zustand der Politik zu verbessern und den ein Modell des „wahren“ Staates zu entwickeln. Das Kernstück des Werkes sind drei Gleichnisse, das Sonnengleichnis, das Liniengleichnis und das Höhlengleichnis. Das Interesse dieser Arbeit widmet sich dem Höhlengleichnis. Jenes gilt als Höhepunkt der „Politeia“, bisweilen gar als Zentrum von Platons philosophischem Denken überhaupt. So wird in dieser Arbeit speziell auf das Höhlengleichnis und seine Interpretation eingegangen.
Zunächst werden die Kernaussagen der ersten Bücher der „Politeia“ kurz dargestellt um auf die Gleichnisse hinzuführen und ihre Einordnung in das Gesamtwerk zu ermöglichen. Nach Sonnen- und Liniengleichnis wird im dritten Kapitel die Handlung des Höhlengleichnisses erläutert. Daraufhin erfolgt dessen Auslegung. Die Interpretation wird gegliedert in die einzelnen Stationen des Gleichnisses. Die Lage in der Höhle, der Aufstieg und der Abstieg werden also gesondert betrachtet. Im Fazit werden Widersprüche und Unklarheiten kritisch betrachtet. Außerdem wird dargestellt, wie das Höhlengleichnis auf die heutige Zeit projiziert werden könnte.
1 Ein Zitat des Logikers Alfred North Whitehead
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2 D D e e r r V Ve e r r l la a u uf f d de e r r „ „ P P o o l li i t t e e i ia a “ “ – – B B u uc c h h I I b b i i s s V V I I I I
2
2.1 Auf der Suche nach Gerechtigkeit
„Was ist Gerechtigkeit?“ Mit der Erörterung dieser Frage beginnt Platons Werk. Der Sokrates des
platonischen Dialogs diskutiert mit interessierten Griechen unterschiedliche Ansichten von
Gerechtigkeit. Er schließt eine Analogie vom Wesen des Einzelnen auf das Wesen des Staates um
auf diese Weise zu einer allgemeingültigen Definition von Gerechtigkeit zu kommen. Im Staat ist
die Gerechtigkeit seiner Meinung nach leichter festzuhalten. Platon will schrittweise ein
Musterbild des vollkommen gerechten Staates entwerfen. Eine Voraussetzung ist die
Spezialisierung der Arbeitskräfte. Im vollkommen gerechten Staat existiert Idiopragie. Jeder tut
das Seine, nämlich das was er am besten kann (370b f.). Dies ist auch die sich herausstellende
Definition von Gerechtigkeit (434c).
Platon unterteilt die Bevölkerung seines Musterstaates in drei Stände, Philosophenkönige, Wächter
und den dritten Stand, der Bauern und Handwerker. Es ergeben sich vier Tugenden, Weisheit,
Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit. Jede Tugend ist sowohl einem Stand, als auch einem
Teil der Seele zugeordnet. Besonnenheit und Gerechtigkeit ist allen drei Ständen gleich
zugeschrieben, was die folgende Tabelle veranschaulicht.
Des Weiteren ist die geglückte Erziehung der Herrscher zu Philosophen Bedingung der
Verwirklichung der imaginären Polis (473d). Diese Erziehung verdeutlicht Platon anhand von drei
Gleichnissen, die die nötigen Ausbildungsstufen der Philosophenherrscher darstellen sollen. Die
Handlung der drei Gleichnisse wird im Folgenden aufgezeigt.
2.2 Das Sonnengleichnis (484a-509b)
Im Sonnengleichnis stellt Platon die Zweiteilung der Welt in eine sichtbare und eine denkbare Welt
dar. Es ist der Angelpunkt für das Verständnis von Platons Lehre vom Guten. Die Zweiteilung, bei
der die Sonne über das Sichtbare und die Idee des Guten über das Denkbare herrscht, bildet das
Fundament aller drei Gleichnisse.
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In der Welt des Sichtbaren ist der Sehsinn das Kostbarste. Ohne eine weitere Kraft, die der Sonne, kann der Sehsinn jedoch nichts sehen. „Die Sonne ist nicht die Sehkraft, wohl aber ihre Ursache und wird von ihr gesehen“ (508b). Die Sonne ist die Ursache des Sichtbaren, sie bewirkt das Werden. Sie ist auch Ursache dafür, dass sie gesehen werden können.
In der Welt des Denkbaren ist die Idee des Guten der bedeutsamste Erkenntnisgegenstand. Der wertvollste Besitz ist das Gute selbst. Die Frage nach dem Wesen des Guten will Platon nicht beantworten. Das Gute ist ihm zu göttlich, er will dessen Spross, nämlich die Idee des Guten, beschreiben (506e). Die Idee des Guten ist der größte Lehrgegenstand für Philosophen. Wenn sie herrschen, müssen sie verstehen, was ein Staat zu einem guten Staat macht. Der Philosoph der diese Ideen erfasst, wird schließlich zum vollen Verständnis des Übrigen gelangen. 2 Das Gute ist die Ursache der gedachten Dinge, sie bewirkt das Sein. Sie ist auch Ursache dafür, dass sie gedacht werden können. Das Gute verhält sich zum Bereich des Denkbaren wie die Sonne zum Bereich des Sichtbaren. Die zwei Welten, die des Sichtbaren und des Denkbaren, werden in der folgenden Tabelle gegenübergestellt.
Das Sonnengleichnis veranschaulicht in einem der Natur entnommenen Bild, den mittleren Schnitt, den die Linie im Liniengleichnis fordert 3 .
2.3 Das Liniengleichnis (509c-511e)
Das Liniengleichnis dient der Weiterführung des Sonnengleichnisses. Es ist ohne die Ergebnisse des Sonnenbildes nicht verständlich, denn seine Grundlage ist wieder die Teilung der Welt in das Sichtbare und das Denkbare. Genau genommen liegt bei der Linie gar kein echtes Gleichnis vor, sondern eher eine „graphische Darstellung einer Proportion“ (Leisegang in Utermöhlen, 1967). Eine viergeteilte Linie wird als weitere Aufteilung der beiden Welten eingeführt. Parallel zu vier
2 vgl. Redhead, Starbatty, 1988
3 vgl. Utermöhlen, 1967
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M.A. Jana Antosch-Bardohn, 2005, Das Höhlengleichnis in Platons Politeia, Munich, GRIN Publishing GmbH
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