INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung
2
II. Erklärungsansätze
4
1. Der ökonomische Ansatz
4
a. Das Rational-Choice-Modell 4
b. Die Fertilitätsökonomik 5
2. Der soziologische Ansatz
7
III. Empirische Befunde
8
1. Historische Entwicklung der Fertilität
8
2. Zusammenhänge zwischen
Bildung bzw. Einkommen und Fertilität
9
IV. Fazit
10
V. Literaturverzeichnis
11
1
I. Einleitung
In der Fernesehansprache, in der Bundespräsident Horst Köhler seine Entscheidung für die vorgezogenen Neuwahlen verkündete und begründete, sprach er auch von „gewaltigen Aufgaben“, denen „unser Land“ gegenübersteht: „Wir haben zu wenig Kinder, und wir werden immer älter.“ 1
Damit hat er eines der wichtigsten und aktuellsten Themen angesprochen. Denn dadurch entsteht eine ungleichgewichtige Alterstruktur, die die Ursache für v iele Probleme ist, die derzeit diskutiert werden: Renteneintrittsalter, Krankenversorgung, Generationenvertrag, das Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland. Allgemein gehen die durchschnittlichen Kinderzahlen in modernen Industrienationen zurück. In den kommenden 30 bis 50 Jahren wird das auch auf alle anderen Länder der Welt zutreffen. Die relativen Geburtenraten werden dann überall unter das Bestandhaltungsniveau von durchschnittlich 2,1 Kindern pro Frau fallen. 2 In Deutschland nehmen die Geburtenraten schon seit 1875 ab, nach einer Erholung nach dem Zweiten Weltkrieg sind sie seit Mitte der 1960er Jahre drastisch gefallen und seit ungefähr zehn Jahren haben sie sich auf einem niedrigen Niveau von 1,4 Kindern pro Frau eingependelt. Und dieser Verlauf verhält sich in anderen westlichen Industrienationen kaum unterschiedlich. 3
Stellt sich also die Frage, wo die Ursachen liegen, dass immer weniger Kinder zur Welt kommen: Warum werden immer weniger Schwangerschaften herbeigeführt? Warum entscheiden sich die Menschen dazu, weniger Kinder zu bekommen? Aus welchen Gründen entscheiden sich Menschen überhaupt, sich zu reproduzieren?
Zu diesem Thema haben sich viele Soziologen Gedanken gemacht. Aber auch Ökonomen haben sich dieser Fragestellung angenommen, denn möglicherweise ist die Entscheidung ein Kind zu bekommen ja eine rational nachvollzieh- und begründbare.
1 Köhler, Horst: „Fernsehansprache von Bundespräsident Horst Köhler am 21. Juli 2005“, 21.07.2005, http://www.bundespraesident.de/-,2.625010/Fernsehansprache-von-Bundespra.htm (01.08.2005)
2 vgl. Hradil, Stefan: „Die Sozialstruktur Deutschlands im internationalen Vergleich“, Wiesbaden 2004, S. 83
3 vgl. ebenda, S. 48 f.
2
So wird im Rahmen dieser Hausarbeit zunächst auf die Grundidee des Rational-Choice-Modells eingegangen, um sich dann mit der Fertilitätsökonomie wie Gary S. Becker 4 sie unter anderen formulierte zu beschäftigen.
Sodann soll geprüft werden, ob nicht unter Umständen auch andere, soziologische Theorien das Entscheidungsmuster zur Reproduktion ergänzen können oder ob sie dies zu erklären sogar besser in der Lage sind. Abschließend wird die Entwicklung der Fertiliät dargestellt sowie empirische Befunde über den Zusammenhang zwischen selbiger und rational messbarer Größen wie Einkommen oder formaler Bildungsgrad angeführt, um diese Erkenntnisse in Relation zu den zuvor vorgestellten Theorien zu stellen.
4 Becker, Gary S.: „An Economic Analysis of Fertility. Demographic and Economic Change in Developed Countries, Princeton 1960
3
Arbeit zitieren:
Tilman Scheipers, 2005, Kinderkriegen als rationale Entscheidung, München, GRIN Verlag GmbH
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