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2.1 DIE WURZELN DER KANONIKER 7
2.2 VON DER KANONIKERREFORM ZU DEN AUGUSTINER-CHORHERREN. 8
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4.1 NORBERT VON XANTEN UND DIE GRÜNDUNG VON PRÉMONTRÉ. 14
4.2 DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN PRÉMONTRÉ, MAGDEBURG UND CÎTEAUX. 16
6.1 ABKÜRZUNGEN 19
6.2 BIBLIOGRAPHIE 20
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Die Entwicklung des christlichen Mönchtums begann im 4. Jahrhundert in den Wüsten Ägyptens und Syriens. In jener Zeit fingen Eremiten an, zur Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und „XPJHLVWOLFKHQ(LQIOXDXIGLH*HVHOOVFKDIWDXVEHQ]XN|QQHQ.“ 1 mit der Bildung von Gemeinschaften an. Sie verzichteten dabei jedoch nicht auf ihre asketische Lebensweise. Meist scharten sie sich um Persönlichkeiten, die als heilig betrachtet wurden, wie Antonius d.Gr., Pachomius und Basilius d.Gr. Dieses Phänomen fand sich später auch bei den Reformorden des 11. und 12. Jahrhunderts 2 .
Der hl.Athanasius († 373) brachte die Ideen des östlichen Mönchtums in den Westen des Römischen Reiches, wo seine Schriften nachhaltigen Einfluß auf den hl.Augustinus hatten. Nach und nach verbreitete sich das Mönchtum in den verschiedensten Varianten über Europa (Italien, Gallien, Irland) 3 . Wobei für diese Zeit noch keine scharfe Trennung zwischen Mönchen und Kanonikern anzunehmen ist.
Im frühen 6. Jahrhundert verfaßte schließlich Benedikt v. Nursia (ca. 480-547) für das um 529 von ihm gegründete Kloster Montecassino eine Mönchsregel. Als Vorlagen dienten ihm dabei die Augustinusregel und die sogenannte Magisterregel (Regula Magistri). Seine Regula Sancti Benedicti (RSB) wurde im Mittelalter, dank ihrer weisen Mäßigung, zur wohl bedeutendsten Ordensregel. Nach der Zerstörung Montecassinos (577) geriet die Benediktsregel jedoch fast in Vergessenheit bzw. vermischte sich mit anderen Mönchs- und Kanonikerregeln (z.B. Eugippiusregel, Kolumbans-Regel), was jener Zeitspanne die Bezeichnung als Mischregelzeitalter einbrachte. Erst auf der Aachener Reichssynode von 816/17 kam das Ende für diese Mischformen. Hier setzte der Reformabt Benedikt von Aniane, mit der Unterstützung von Kaiser Ludwig dem Frommen, eine eindeutige Trennung zwischen Mönchen und Kanonikern
1 Jacques Le Goff, Das Hochmittelalter. Fischer Weltgeschichte Bd.11 (Frankfurt a.M. 1994) 147.
2 vgl. Leben des hl. Benedikt, Gründung von Molesme etc.
3 Detailierter: Georg Schwaiger, Armut, Keuschheit, Gehorsam. Klöster und Orden - ein Überblick. In: Damals 29/1 (1997) 12-19. — Mönchtum, Orden, Klöster. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Ein Lexikon, ed.Georg Schwaiger (München 1993) 9-43 {Kurzzit.:Schwaiger, Mönchtum} — Ambrosius Schneider, Die Geschichte der Cistercienser. In: Ambrosius Schneider u.a., Die Cistercienser. Geschichte - Geist - Kunst . ed. Ambrosius Schneider (Köln 3 1986) 3-17.{Kurzzit.: Schneider, Cistercieser} — Jürgen Sydow, Die Zisterzienser ein Orden in der Blütezeit hochmittelalterlichen Mönchtums. In: Jürgen Sydow u.a., Die Zisterzienser. (Stuttgart - Zürich 2 1991) 11-45 {Kurzzit.: Sydow, Zis} — Gert Wendelborn, Bernhard von Clairvaux. Ein großer Zisterzienser in der ersten Hälfte des 12.Jahrhunderts. (Frankfurt a.M. u.a. 1993) 7-14 {Kuzzit.:Wendelborn, Bernhard}.
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im Frankenreich durch. Während man für das Mönchtum auf eine möglichst authentische Fassung der Benediktsregel als alleingültige Observanz zurückgriff, wurde für die Kanoniker eine neue Regel (Aachener Regel) zusammengestellt. Die Kanoniker durften im Gegensatz zu den Mönchen „(LJHQWXP EHVLW]HQ OLQQHQH .OHLGXQJ WUDJHQ XQG )OHLVFK HVVHQ [...] VROOWHQ WURW] GHPµEHVFKHLGHQJHNOHLGHWVHLQZHGHU]XYRUQHKPDXV(LWHONHLWQRFK]XVFKOHFKWDXV+HXFKH OHL¶ [...]2EZRKO'RUPLWRULXP6FKODIVDDOXQG5HIHNWRULXP6SHLVHVDDODXFKEHLGHQ.DQR QLNHUQ DOOHQ JHPHLQVDP VLQG NDQQ MHGHU HLQ]HOQH .DQRQLNHU DOOHUGLQJV LQQHUKDOE GHV &ODXVWUXPVDXHUGHPHLQHHLJHQH:RKQXQJEHDQVSUXFKHQ.“ 4 In der Folge wurden Mönche und Kanoniker, wie auch andere Kirchenstrukturen mit Bedrohungen von außen (Ungarn -und Normanneneinfällen) konfrontiert und in den Niedergang des Reiches gezogen. Erst im 10.Jahrhundert konnte diese Kirchenkrise, die zu einem Verfall der klösterlichen Lebensweise führte, durch monastische Reformbewegungen, allen voran Cluny, langsam überwunden werden. Hauptziele der Cluniazensischen Reform waren: „6WUHQJH %HIROJXQJ GHU %HQHGLNWXV 5HJHOLQGHU7UDGLWLRQ%HQHGLNWVYRQ$QLDQHHLQYRQZHOWOLFKHQXQGELVFK|IOLFKHQ(LQIOVVHQ XQDEKlQJLJHV .ORVWHUOHEHQ 8QWHUVWHOOXQJ XQWHU SlSVWOLFKHQ 6FKXW] =HQWUDOLVDWLRQ LQ HLQHP 5 Forderungen, die auch von den nachfolgenden .ORVWHUYHUEDQG XQWHU GHU /HLWXQJ &OXQ\¶V.“
Kirchenreformern übernommen wurden. Neben den Zönobiten (von griech. koinos bios = "gemeinschaftliches Leben") traten nun aber auch die Eremiten mit ihren neu entdeckten Idealen wieder verstärkt auf. Diese Art zu Leben hatte gemeinsam mit dem benediktinischen Mönchtum starken Einfluß auf die Gründer der neu entstehenden Reformorden. Besonders ausgeprägt war diese Mischung bei Kamaldulensern (vor 1027, Romuald v. Ravenna), Vallombrosanern (1037/39, Johannes Gualbertus) und Kartäusern (1084, Bruno v. Köln). Aber auch die Zisterzienser und Teile der Prämonstratenser waren stark von eremitischen Idealen beeinflußt, was sie dazu veranlaßte ihre Klöster in möglichst großer Abgeschiedenheit anzulegen. Die Zisterzienser vertrieben dabei häufig die bereits im Gründungsgebiet ansässige Bauern (Bauernlegen) 6 .
4 Joachim Angerer, Stifte und Klöster in Bayern, Österreich und der Schweiz. (Wien 1987) 197. {Kurzzit.: Angerer, Stifte} 5 Schwaiger, Mönchtum S.147
6 Zur Reaktion der Vertriebenen vgl. Georges Duby, Der heilige Bernhard und die Kunst der Zisterzienser {frz.Orginaltitel: L'Art Cistercien (Paris 1979)}.(Frankfurt a.M./Augsburg 1991) 121.: "[...]GDV/DQGYRONZHQ GHWH VLFK DOV HUVWHV YRP 2UGHQ DE GHU LKP GDV /DQG QDKP XQG HV DXV VHLQHQ :HLOHUQ YHUWULHE ,Q *HUPDQLHQ
6
Die drei Orden, deren Geschichte hier behandelt werden soll, stellen somit nur einen Teil der kirchlichen und monastischen Erneuerungsbewegung, die ebenso von reformfreudigen Päpsten, Bischöfen und Laien getragen wurde, dar. Sie bildeten aber zweifellos den Höhepunkt des abendländischen Klosterlebens. Besonders den Zisterziensern, aber auch den beiden anderen, gelang es aus der Fülle von Reformansätzen vor ihnen zu schöpfen, sie den Bedürfnissen der Zeit anzupassen und unter Hinzugabe von Neuem erfolgreich zu „vermarkten“. Alte festgefahrene Traditionen wurden zum Teil scharf angegriffen, abgeschafft oder umgestaltet. Cluny, das führende Reformkloster des 10. und 11. Jahrhunderts wurde nun von vielen (z.B. Bernhard v. Clairvaux 7 ) selbst als verweltlicht und vom Geiste der Reform abgekommen, kritisiert.
Da eine umfassende Darstellung der monastischen Reformbewegung, den Umfang dieser Arbeit sprengen würde, soll im Folgenden versucht werden Unterschiede und Parallelen in Entwicklung und Organisation von Augustiner-Chorherren, Prämonstratensern und Zisterziensern aufzuzeigen. Wie der Titel bereits andeutet sollen dabei im wesentlichen die Entwicklungen des 12.Jahrhunderts betrachtet werden. Zwar sind lediglich die Prämonstratenser wirklich in diesem Jahrhundert der Umbrüche gegründet worden, doch bildeten alle drei zu jener Zeit ihre wesentlichen Charakteristika aus. Auch erreichten sie um die Jahrhundertmitte ihre wohl größte Stoßkraft und Blüte.
HUKREHQ VLFK JDQ]H '|UIHU JHJHQ GLH 8QWHUGUFNXQJ GXUFK GLH ZHLHQ 0|QFKH XQG GLH %DXHUQEDQGHQ [...] YHUEUDQQWHQLP9RUEHL]LHKHQGLH.RUQVSHLFKHUGHU=LVWHU]LHQVHUMHQH6\PEROHLKUHU(QWHLJQXQJ
7 Ein Brief Bernhards an seinen von Clairvaux nach Cluny übergetretenen Vetter lößte einen Konflikt zwischen ihm und Cluny aus. Im Laufe der Auseinandersetzungen verfaßte Bernhard seine „Apologia ad Guillelmum Sancti Theoderici Abbatum“, die von den Cluniazensern mit teils scharf formulierten Streitschriften beantwortet wur- de. (Ausführlicher: Wendelborn, Bernhard S.41-49)
Arbeit zitieren:
Michael Grundner, 1997, Die Reformorden des 12. Jahrhunderts - Zur Geschichte der Zisterzienser, Prämonstratenser und Augustiner-Chorherren, München, GRIN Verlag GmbH
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