2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Definition „Rhetorik“
2.2. Die Produktionsstadien der klassische Rede
2.2.1 Inventio
2.2.1.1 Topik
2.2.1.2 Die drei Redegattungen
2.2.2 Dispositio
2.2.2.1 Ordo naturalis und ordo artificialis
2.2.2.2 Die drei Aufgaben des Redners (officia oratoris)
2.2.2.2.1 Docere
2.2.2.2.2 Delectare, conciliare
2.2.2.2.3 Movere, concitare
2.2.2.3 Die Redeteile (partes orationis)
2.2.2.3.1 Der Redeanfang (exordium)
2.2.2.3.2.1 Einleitung (prooemium)
2.2.2.3.3.2 Die Einschmeichelung (insinuatio)
2.2.2.3.2 Narratio
2.2.2.3.2.1 Propositio und digressio
2.2.2.2.3.3 Argumentatio
2.2.2.2.3.4 conclusio, peroratio
2.2.3 Elocutio
2.2.3.1 Die vier Tugenden der sprachlichen Darstellung
2.2.3.1.1 Latinitas
2.2.3.1.2 Perspicuitas
2.2.3.1.3 Aptum
2.2.3.1.4 Ornatus
2.2.2.3.1.4.1 Tropen
3
2.2.3.1.4.1.1 Periphrase 2.2.3.1.4.1.2 Metonymie 2.2.3.1.4.1.3 Synekdoche 2.2.3.1.4.1.4 Metapher 2.2.3.1.4.1.5 Katachrese 2.2.3.1.4.1.6 Hyperbel 2.2.3.1.4.1.7 Emphase 2.2.3.1.4.1.8 Ironie 2.2.3.1.4.2 Figuren (ornatus in verbis coniunctis) 2.2.3.1.4.2.1 Wortfiguren 2.2.3.1.4.2.1.1 Quantitätsfiguren per adiectionem 2.2.3.1.4.2.1.2 Quantitätsfiguren per detractionem 2.2.3.1.4.2.1.2.1 Asyndeton 2.2.3.1.4.2.1.3 Worstellungsfiguren per transmutationem 2.2.3.1.4.2.1.3.1 Parallelismus und Chiasmus 2.2.3.1.4.2.1.3.2 Hyperbaton 2.2.3.1.4.2.2 Sinnfiguren (figurae sententiae) 2.2.3.1.4.2.2.1 Apostrophe 2.2.3.1.4.2.2.2 Rhetorische Frage 2.2.3.1.4.2.2.3 Entgegenstellung (Antithese) 2.2.3.1.4.2.2.4 Widersprüchlichkeit (Oxymoron) 2.2.3.1.4.2.2.5 Anheimstellung 2.2.3.1.4.2.2.6 Personifikation 2.2.3.1.4.2.2.7 Allegorie 2.2.3.1.4.2.2.8 Wortfügung
2.2.4 Memoria
2.2.5 Actio 3. Schluß
Literaturverzeichnis
4
1. Einleitung
Das System „Rhetorik“, dessen Ursprünge im 5. vorchristlichen Jahrhundert in Gri e-chenland zu finden sind, ist ein System, das dazu dienen soll, die Redeproduktion zu verbessern. Hierfür wurden Regeln geschaffen, deren Anwendung und Kenntnis zu einer angemessenen Rede führen. Die vorliegende Arbeit stellt dieses System anhand der 5 Produktionsstadien einer klassischen Rede dar.
2. Hauptteil
2.1 Definition „Rhetorik“
Die Rhetorik ist ein System von Regeln, das die Theorie und Praxis der menschlichen Beredsamkeit beschreibt. Beredsamkeit umfasst hierbei öffentliche und private Äußerungen, die mündlich, schriftlich und auch durch technische Medien wie Film oder Internet, vermittelt werden. Die Theorie beschäftigt sich mit der Analyse sprachlicher Kommunikation, die den Adressaten von einem bestimmten Ziel zu überzeugen soll. Ziel ist es, die Wirkungsweise persuasiver Kommunikation empirisch beschreiben zu können.
In der Praxis dient Rhetorik als Anleitung zur Herstellung eines wirkungsorientierten Sprechaktes. Hierbei spielt neben der lautlichen Äußerung des Redners (orator) auch das körpersprachliche Verhalten eine große Rolle. „Wir müssen uns vor Augen halten, dass Rhetorik auf den griechischen Ausdruck für Redekunst zurückgeht, dass die konventionelle Rhetorik also das beschreibt, was ein Redner mit der Sprache anfangen kann.“ 1
Die Grundlagen dieser Wissenschaft wurden bereits in der Antike von Aristoteles, Cic ero, Quintilian und vielen anderen Rhetoren herausgearbeitet. Grundannahme ist, dass der Mensch eine naturgegebene Veranlagung zum Sprechen (natura) besitzt und diese durch Nachahmung (imitatio) und Einübung (exercitatio) zu einer Kunst der guten Rede (ars bene dicendi), vervollkommnen kann. Hierdurch unterscheidet sich die Rhetorik von der Grammatik, denn „die virtus der Grammatik besteht in der Korrektheit, die der Rhetorik im bene.“ 2
1 Helmut Bonheim: Für eine Modernisierung der Rhetorik. S.120, in: Rhetorik. Kritische Positionen zum Stand der Forschung. Hgg. Von Heinrich F. Plett, München 1977.
2 Heinrich Lausberg,: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der Literaturwissenschaft. (2. Auflage) München. 1960, S. 40.
5
2.2 Die Produktionsstadien der klassische Rede
Die Aufgaben des Redners (officia oratoris) werden in den fünf Produktionsstadien einer Rede (rhetorices partes) beschrieben. Sie führen von der rohen materia zum fertigen Werk (opus). Dieses besteht aus der Dualität der Gedanken um die Sache (res) und den benutzten Worten (verba). Die Arbeitsschritte sind in inventio, dispositio, elocutio, memoria und schließlich der actio gegliedert.
2.2.1 Inventio
Das Auffinden der Gedanken (argumenta), die nötig sind um das Thema überzeugend präsentieren zu können.
Der erste Schritt der hierfür nötig ist, liegt in der Erkenntnis (intellectio) der zu behandelnden Sache. Voraussetzungen hierfür werden zur natürlichen Veranlagung (natura) gezählt. Es sind der natürliche Scharfsinn und ein großes Allgemeinwissen, das eine Einordnung in einen bestimmten Zusammenhang ermöglicht. Fleiß (studium) ermöglicht es dann diese Talente zu aktivieren. Die Kunst (ars) kommt beim Aufsuchen der notwendigen Beweise ins Spiel.
„Diese Stoffmomente sind nicht einem zufälligen Suchen anheimgegeben, sondern befinden sich an vorgegebenen Fundstätten.“ 3 Als Leitfaden zu den Fundorten dient die Lehre von den loci bzw. topoi (lat. gr.= Örter). Die quaestiones entsprechen den 7 W-Fragen wer, was, wo, wodurch, wie, wann (quis, quid, ubi, quibus, cur, quomodo, quando).
2.2.1.1 Topik
Die Topik ist in viele weitere Subkategorien unterteilt. Die Forschung hält sich hier meist an die Darstellung Quintilians, der zwischen topoi, die die Person behandeln (loci a persona) und solchen, die von der Sache abstammen (loci a re) unterscheidet.
3 Heinrich F. Plett: Einführung in die systematische Textanalyse. Essen 1978, S. 12.
6
2.2.1.1 Die drei Redegattungen
Auch die Zuordnung zu einer der drei Redegattungen zählt zur Topik. „Die Unterscheidung der drei Redegattungen (...) geht auf früheste Überlegungen z urück und fand durch Aristoteles ihre Kanonisierung.“ 4 Er unterschied die Gerichtsrede (genus iudiciale) die Beratungsrede (genus deliberativum) die Lobrede (genus demonstrativum).
Diese drei Formen der Rede unterscheiden sich nach den möglichen Wirkungen beim Zuhörer. Die Lobrede dient dem Genuß, die Beratungs- und Gerichtsrede wird in der Versammlung bzw. im Gerichtssaal gehalten, um eine Entscheidung fällen zu können. Dabei zielt die Beratungsrede auf zukünftiges Handeln, die Gerichtsrede betrachtet und analysiert vergangenes Handeln und die Lobrede kann als gegenwärtiges Handeln aufgefaßt werden, denn ihr Genuß fällt ja in die Gegenwart. Es sei erwähnt, dass die Lobrede auch umgekehrt als Tadelrede verwendet werden kann. Das genus demonstrativum wird angewandt, wenn etwas sicher (certum) ist. Eine Beratungsrede kann nur über einen zweifelhaften Gegenstand (dubium) geführt werden. „Soll über das Zweifelhafte von anderen entschieden oder gerichtet werden, so erhalten wir die gerichtliche Gattung der Rede.“ 5
Im Normalfall erscheinen in einer Rede Elemente aus verschiedenen Gattungen. In einer Verteidigungsschrift werden sich wahrscheinlich neben iudicialen Elementen auch Teile finden, die dem genus demonstrativum zu zuordnen sind, wenn zum Beispiel von der Rechtschaffenheit des Angeklagten die Rede ist. Bereits in der Inventio wird Partei ergriffen: „Es wird das aus der res herausgeholt, was der eigenen Partei nützt“ 6 (utilitas).
2.2.2 Dispositio
In der dispositio werden die in der inventio nach den Suchformeln gefundenen Gedanken gegliedert und miteinander verknüpft. In der Literatur wird immer wieder betont, dass die Anordnung des Stoffes nicht streng von den Arbeitsschritten der inventio und elocutio abzutrennen sind 7 .
4 Karl-Heinz Göttert: Einführung in die Rhetorik. Grundbegriffe-Geschichte-Rezeption (3. Auflage). München 1991, S. 17.
5 Gert Ueding und Bernd Steinbrink: Grundriß der Rhetorik. Geschichte. Technik. Methode. Stuttgart
1986, S. 236.
6 Lausberg, S. 146.
7 Vgl. ebd., S. 197, Plett II, S. 16, Ueding, S. 207.
Quote paper:
Jörg Hartmann, 2001, Rhetorik: Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Rhetorik - Eine Einführung in Historie und Systematik
Termpaper, 20 Pages
Das Arena-Modell der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit, öffentliche Mein...
Communications - Journalism, Journalism Professions
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Soziale Arbeit in der industriellen Risikogesellschaft
Scholary Paper (Seminar), 26 Pages
Dienstleistungsmarketing für die Arztpraxis mit Fokus Customer Relati...
Master's Thesis, 110 Pages
Organisierte Interessen und Interessenorganisationen in der Bundesrepu...
Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Ein Überblick über die Entwick...
Termpaper, 17 Pages
Die Courage als weibliche Hauptfigur des "Trutz Simplex"
Die Ansicht des Autors: "...
Termpaper, 28 Pages
Führen Frauen anders als Männer?
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Kollektive Identität in Deutschland und Japan
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Termpaper, 16 Pages
Magie in Weltbild, Heilkunde und Alltag vergangener Jahrhunderte
German Studies - Modern German Literature
Termpaper, 20 Pages
Garcilaso de la Vegas dritte Ekloge als dichtungs- und kunsttheoretisc...
Romance Languages - Spanish Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 23 Pages
Die Forschung mit embryonalen Stammzellen im Öffentlichen Recht
Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Markenbildung bei Krankenkassen
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Diploma Thesis, 107 Pages
Joerg Hartmann has published the text Rhetorik: Die 5 Produktionsstadien der klassischen Rede
Joerg Hartmann has uploaded a new text
expert-Wörterbuch der strategischen Rhetorik und Kommunikation
2444 Begriffe zur zielwirksame...
Eberhard Wadischat
0 comments