Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - Globalisierung als Phänomen der modernen Weltwirtschaft? 3
2. Hauptteil - Die globalisierende Funktion der Seidenstraße 4
2.1 Globalisierung - Begriff und Merkmale 4
2.2 Die Seidenstraße - Begriff und Entstehung des interkontinentalen Ost-West
Handels 4
2.3 Aufstieg und Niedergang der Seidenstraße - kurze Einführung in die
Geschichte 5
2.4 Globalisierungsansätze der Seidenstraße 6
2.4.1 Intensivierung und zunehmende Verflechtung des Handels über nationale
Grenzen hinweg. 6
2.4.2 Beschleunigung und Intensivierung der Kommunikation. 7
2.4.3 Fortschreitende Technologien und zunehmender Wissens - und
Technologietransfer. 8
2.5 Die Rolle der Seidenstraßen im mittelalterlichen Weltsystem. 9
2.6 Der Niedergang der Seidenstraße. 11
3. Schluss - Zusammenfassung und Ausblick auf moderne Bestrebungen 12
4. Anhang - Abbildungsteil 14
5. Literaturverzeichnis 16
5.1 Abbildungen. 16
5.2 Literatur 16
5.2.1 Gedruckte Literatur 16
5.2.2 Literatur aus dem Internet. 17
2
1. Einleitung - Globalisierung als Phänomen der modernen Weltwirtschaft?
Die Globalisierung ist ein Phänomen, das gegenwärtig große Aufmerksamkeit in der Gesellschaft erzielt und äußerst kontrovers diskutiert wird. Häufig w ird der Begriff Globalisierung als Charakterisierung für das gegenwärtige Zeitalter verwendet. 1 Tatsache ist jedoch, dass bereits globalisierende Prozesse aufgetreten sind und Einflüsse auf das heutige globale Weltsystem genommen haben, be vor der Begriff Globalisierung überhaupt existierte. 2 Derartige Entwicklungen waren beispielsweise unter den Schlagwörtern Entstehung der Weltwirtschaft oder wachsende weltwirtschaftliche Verflechtungen bekannt. 3 Thema dieser Seminararbeit ist es, die globalisierende Funktion der Seidenstraße zu untersuchen. 4 Darauf aufbauend stellt sich die Frage, ob im Mittelalter bereits eine Weltwirtschaft bzw. ein Weltsystem existiert hat und welche Rolle die Seidenstraße in diesem System spielte. Dabei liegt der Fokus der Untersuchung im Hochmittelalter. 5 Im Folgenden wird zunächst der Begriff der Globalisierung näher definiert und die wichtigsten Merkmale der Globalisierung dargestellt und erläutert. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der Ausdruck Seidenstraße erklärt und auf die Entstehungsgeschichte näher eingegangen. Daraufhin wird untersucht, welche globalisierenden Merkmale mit der Seidenstraße in Verbindung gebracht werden k önnen und welche Rolle diese im mittelalterlichen Weltsystem gespielt hat. Abrundend werden die Ursachen für den Niedergang der Seid enstraße aufgeführt. Eine Zusammenfassung der Antworten auf die zu klärenden Fragen und ein Ausblick auf die modernen Ansätze zur Wiederbelebung d er alten Seidenstraße bilden den Schluss der Arbeit.
1 Vgl. Osterhammel, Geschichte (2003, S. 7).
2 Vgl. Osterhammel, Geschichte (2003, S. 8f.).
3 Vgl. Osterhammel, Geschichte (2003, S. 16-19).
4 In der neueren Literatur wird von Seidenstraßen im Plural gesprochen, da die es eine Vielzahl von
Routenverläufen gab. Der Plural des Begriffs Seidenstraße wird hier verwendet, wenn von allen
Seidenstraßen (Überlandrouten und maritime Routen) die Rede ist. Die Singularform steht für die
ursprüngliche Überlandroute durch Zentralasien.
5 Aufgrund des eingeschränkten Umfangs der Seminararbeit, beschränkt sich die Betrachtung auf die Zeit des
Hochmittelalters.
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2. Hauptteil - Die globalisierende Funktion der Seidenstraße
2.1 Globalisierung - Begriff und Merkmale
„In den meisten Definitionsangeboten [von Globalisierung, Anm. d. Verf.] spielen die Ausweitung, Verdichtung und Beschleunigung weltweiter Beziehungen eine zentrale Rolle.“ 6 Dieser Prozess der zunehmenden globalen Verflechtung von Handels- und Fina nzströmen wird von menschlicher Innovationskraft und dem technologischen Fortschritt vorangetrieben. Globalisierung bezeichnet auch die internationale Mobilität von Menschen und Wissen. 7 Kulturelle und ökologische Dimensionen der Globalisie rung sind nur im eingeschränkten Maß Gegenstand dieser Seminararbeit. Schwerpunktmäßig werden im Kontext der Seidenstraße folge nde Merkmale der Globalisierung wie, die Intensivierung und zunehmende Verflechtung des Handels über nationale Grenze n hinweg, die Ausdehnung des Wettbewerbs, die Beschleunigung und Intensivierung der Kommunikation und die Entwicklung des technologischen F ortschritts betrachtet. 8 Im Verlauf der Seminararbeit wird deutlich gemacht, dass der Globalisierungsprozess im historischen Verlauf stets im hohen Maße von politischen Rahmenbedingungen abhängig war und immer wieder aufgehalten und zurückgeworfen wurde.
2.2 Die Seidenstraße - Begriff und Entstehung des interkontinentalen Ost-West Handels
Als Seidenstraße bezeichnet man ein ausgedehntes Netzwerk von Handelsrouten zwischen China, Zentralasien, dem mittleren Osten und Europa, die ihre Wurzeln bereits in der Antike hatten. Der Begriff Seidenstraße ist kaum hundert Jahre alt und entstammt dem deutschen Geograph und Geologen Ferdinand Freiherr von Richthofen, der im Rahmen einer Ostasienexpedition diese Bezeichnung erstmals verwendet hat. Wie bereits der Name besagt, wurde auf diesem ausgedehnten Wegesystem mit Seide, Chinas bekannteste
6 Osterhammel, Geschichte (2003, S. 10).
7 Vgl. [Online im Internet, URL: http://www.imf.org/external/np/exr/ib/2000/deu/041200g.htm; Stand:
10.08.2004.].
8 Vgl. [Online im Internet, URL:
http://www.bmz.de/de/service/infothek/fach/spezial/spezial083/spezial083_10.html; Stand: 10.08.2004].
4
Handelsexport ware der damaligen Zeit, gehandelt. Die Seide war in Zentralasien und Europa, speziell in Rom ein begehrtes Prestigeobjekt der elitären Gesellschaft. Da China in dieser Zeit ein Monopol über die Seidenherstellung hatte, ließen sich hohe Profite für alle beteiligten Akteure erzielen. Neben der stetigen Ausweitung der transkontinentalen Handelsrouten entwickelten sich zudem maritime Seidenstraßen, die sich g leichermaßen vernetzt über das Südchinesische Meer, den Indischen Ozean, den Persischen Golf und dem Roten Meer erstreckten. 9 Dafür maßgebend waren äußerliche Rahmenbedingungen wie z.B. politische Machtwechsel mit destabilisierender Wirkung aber auch Veränderungen des Klimas und der wachsende technologische Fortschritt. China verlor im 6. Jahrhundert n. Chr. die Monopolstellung über die Seidenproduktion, da die Seidenkokons von den Syrern aus China hinausgeschmuggelt worden waren. Aus diesem Grund wurde Chinas Exportgut Seide zunehmend durch den Handel mit Porzellan ersetzt. Im Laufe der Zeit wuchs der Handel mit voranschreitender Entwicklung der Transportmöglichkeiten und damit auch die Anzahl der verschiedenartigen Produkte. 10 Im 13. Jahrhundert wurden neben der Seide und dem Porzellan beispielsweise auch Tauschgeschäfte mit Kupfer, Eisenwaren, Leinen, Chemikalien, Zucker, Reis und Gewürzen betrieben. 11 Durch den Handel über die Seidenstraße standen eine Vielzahl von Regionen miteinander in Verbindung und partizipierten allesamt an diesem blühendem Austauschsystem. 12
2.3 Aufstieg und Niedergang der Seidenstraße - kurze Einführung in die Geschichte
Der Handel über die Seid enstraße wurde während der zweitausendjährigen Geschichte oftmals unterbrochen und durch Turbulenzen erschüttert. Als Ursache dessen sind die zahlreichen Macht veränderungen zu nennen, die direkten Einfluss auf die politische Stabilität einer Region hatten. Während der frühen Han-Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) wuchs und florierte zunehmend der Handel entlang der Seidenstraße, bis politische Veränderungen diese zum Stillstand brachten. In China war die Han-Dynastie gestürzt
9 Vgl. Kulke, Seidenstraße (2001, S. 1f.) ; vgl. Frank, World (1993, S. 86).
10 Vgl. Abu-Lughod, European (1989, S. 327).
11 Vgl. Abu-Lughod, European (1989, S. 11).
12 Vgl. Abu-Lughod, European (1989, S. 3).
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Arbeit zitieren:
Katrin Altmann, 2004, Die globalisierende Funktion der Seidenstraße im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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