Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Die Schule der Annales Seite 4
3. Die wundertätigen Könige
3.1 Was sind Skrofeln? Seite 9
3.2 Zusammenfassung von „Die wundertätigen Könige“ Seite 9
3.3 Wie konnten die Menschen so lange an das Wunder glauben? Seite 13
4. Fazit - Welches Bild von Geschichte entwirft Bloch? Seite 15
5. Literatur Seite 18
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1. Einleitung
Mit der Veröffentlichung ihrer Zeitung „Annales d’histoire économique et sociale“ läuteten Marc Bloch und Lucien Febvre eine völlig neue Epoche und Art der Geschichtsschreibung ein - die so genannte „Schule der Annales“. Auch wenn die spezielle Methode in der Geschichtsschreibung heute in dieser Form nicht mehr praktiziert wird, so hat diese Methode die Art der Geschichtsschreibung doch entscheidend beeinflusst und revolutioniert.
Marc Blochs Bild von Geschichte wird an seinem Buch „Die wundertätigen Könige“ am deutlichsten. Bloch untersucht in diesem Werk, dass sich die englischen und französischen Könige fast 800 Jahre lang damit brüsteten, Skrofeln durch bloßes Handauflegen heilen zu können. Bloch fragt letztlich nicht, wie die Heilung möglich war, sondern vielmehr warum die Menschen so standhaft jahrhundertelang an das vermeintliche Wunder gla uben konnten.
Die Schule der Annales mit Marc Bloch als eine Art geistigem Vater entwirft ein spezielles Bild von Geschichte, auch wenn sich dieses Bild im Lauf der Jahre etwas geändert hat. Ziel dieser Arbeit ist es, das Geschichtsbild der „Gründerjahre“ um Bloch und Febvre herauszuarbeiten und aufzuzeigen, warum es sich grundlegend vom bis dato geltenden Bild von Geschichte unterschied. Zunächst werde ich die Grundzüge der Schule der Annales darstellen, inklusive deren Grenzen.
Nach einer kurzen Zusammenfassung des Buches werde ich im nächsten Schritt Blochs Argumentation wiedergeben. Abschließend werde ich als Fazit anfügen, welches Bild von Geschichte Bloch in seinem Buch entwirft. Letztlich spiegelt dieses Bild die Ansicht der ersten Anhänger der Schule der Annales um die Gründungszeit wieder.
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2. Die Schule der Annales
Die französische Schule der Annales trägt ihren Namen augrund von zwei Tatsachen. Zum einen entleiht diese Schule den Namen von einer im Jahr 1929 erstmals veröffentlichten Zeitschrift mit dem Titel „Annales d’histoire économique et sociale “ von Marc Bloch und Lucien Febvre. Zum anderen bezeichnet der Name eine Bewegung, die sich um diese Zeitschr ift gebildet hat. Diese Bewegung verfolgte die Veränderungen und Erneuerungen in der Wissenschaft (Revel 23).
Das Hauptziel der Annales ist es, die sozialhistorische Konzeption grundlegend zu revolutionieren. Die Gründer der Annales erhofften sich, die bis dato eher unterge-ordneten Sozialwissenschaften mit der etablierten Disziplin der Geschichtswissenschaft zu verknüpfen. Man strebte nach einer problemorientierten und analytischen Geschichtsschreibung, welche auch die Geschichte des menschlichen Handelns betrachtete (Burke 7). Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren diese Disziplinen getrennt. In Frankreich um die Jahrhundertwende etablierten sich in den Universitäten Fachbereiche wie Geographie, Psychologie, Soziologie und Ökonomie, welche es zwar bereits gegeben hatte, jedoch nicht autark. Der Grund für die Etablierung lag nicht zuletzt daran, dass das gemeine Volk sich zusehends für diese sozialen Wissenschaften interessierte.
Die Selbstbehauptung dieser wissenschaftlichen Interessengebiete wurde durch
eine starke gesellschaftliche Nachfrage und durch eine Anteilnahme am „Sozia-
len“ getragen, die weit über die Universität hinaus ging. (Revel 24)
Bevor die Schule der Annales die Geschichtsschreibung revolutionierte, wurde Geschichte fast ausschließlich in Berichtsform abgefasst, welche politische und militärische Ereignisse in den Vordergrund stellte. Die Annales richten sich daher in erster Linie gegen den so genannten „Historismus“ des 18. Jahrhunderts. Nach der Metho-
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de des Historismus sollen sämtliche Ereignisse für sich betrachtet und allein aus der Geschichte selbst erklärt werden. Interdisziplinarität ist ausgeschlossen.
Generell lässt sich die Schule der Annales in drei Generationen einteilen: Die erste Generation bildete sich um Bloch und Febvre in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bis etwa 1945. Diese Gruppe war noch relativ klein, eine „radikale und subve rsive Gruppe, die einen Guerillakrieg gegen die traditionelle Geschichtsschreibung, gegen die politische Geschichte und die Ereignisgeschichte führte“ (Burke 8). Die zweite Generation hatte Braudel als Vordenker, die dritte Generatio n bildete sich um Duby, Le Goff und Chartier. Jedoch werde ich mich auf die erste Generation beschränken, da das Bild von Geschichte von Marc Bloch im Vordergrund dieser Arbeit steht.
Der Vorreiter der Soziologie - Emile Durkheim - scheiterte mit seinem Versuch, diese als neue Wissenschaft zu etablieren, da zum einen die nötigen Gelder fehlten und man zum anderen nicht wusste, wie man die neue Wissenschaft organisieren sollte. Durkheim kritisierte die „Oberflächengeschichte“ der alten Geschichtsschreibung, da in keinem Fall die wahre Geschichte der einzelnen Nationen dargestellt wurde (Burke 13). Durkheim plante, sämtliche Sozialwissenschaften zu vereinigen, Henri Berr und Vidal de la Blanche hingegen schlugen vor, interdisziplinär zu arbeiten, wobei die Untersuchungsgegenstände auf gesellschaftliche Fragen und Probleme ausgeweitet werden sollten (Revel 25). Bloch und Febvre teilten die Ansicht von Berr und de la Blanche und nahmen die Soziologie und die übrigen Sozialwissenschaften als Teil der Geschichtswissenschaft, folglich als Sozialgeschichte. Bloch begründet dies folgendermaßen: „Historische Tatsachen sind wesentlich psychologische Tatsachen. Ihre Voraussetzungen haben sie also normalerweise in anderen psychologischen Ta tsachen.“ (Bloch 2002: 210). Lucien Febvre war ein Spezialist für
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Katrin Zielina, 2005, Die wundertätigen Könige - Das Geschichtsbild von Marc Bloch und der Schule der "Annales", Munich, GRIN Publishing GmbH
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Marc Bloch und 'Die wundertätigen Könige'
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