Der True Sale bei Asset Backed Securities aus Unternehmenssicht
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
Abk ürzungsverzeichnis 3
1. Einleitung. 4
2. Der True Sale. 5
2.1 Die Verbriefung 5
2.2 Struktur der Verbriefung 6
3. Bilanzielle und rechtliche Aspekte der True Sale Verbriefung 6
3.1 Rechtliche Aspekte. 7
3.2 Bilanzierung, Bewertung und steuerrechtliche Aspekte 8
4. Der True Sale bei Asset Backed Securities 11
4.1 Anforderungskriterien und das Prüfschema zur Ausbuchung finanzieller
Vermögenswerte 11
4.2 Continuing Involvement 16
5. Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis. 18
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Der True Sale bei Asset Backed Securities aus Unternehmenssicht
Abkürzungsverzeichnis
ABS Asset Backed Securities Abs. Absatz BGB Bürgerliches Gesetzbuch EStG Einkommensteuergesetz f. folgende ff. fortfolgende Gem. gemäß GewStG Gewerbesteuergesetz GoB Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung HGB Handelsgesetzbuch IAS International Accounting Standards IASB International Accounting Standards Board IDW Institut der Wirtschaftsprüfer IFRS International Financial Reporting Standard i. V. m. in Verbindung mit SPE Spezial Purpose Entity SPV Special Purpose Vehicle §§ Paragraphen WpHG Wertpapierhandelsgesetz
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Der True Sale bei Asset Backed Securities aus Unternehmenssicht
1. Einleitung
Eine wesentliche Entwicklung der letzten Jahre an internationalen Finanzmärkten hat der Einsatz von Asset Backed Securities (ABS) zur Unternehmensfinanzierung erfahren. Für Industrieunternehmen stehen die Reduzierung der Finanzierungskosten durch Zugang zum internationalen Kapitalmarkt und die Schaffung von Finanzierungsalternativen zur herkömmlichen Kreditfinanzierung im Vordergrund. 1 Grundgedanke dieses Finanzinstrumentes ist die Verbriefung ursprünglich nicht handelbarer Aktiva in fungible Wertpapiere. 2 Unter Asset Securitisation versteht man klassisch die Umwandlung von Cash-Flow generierenden vormals weitgehend illiquiden Aktiva (Assets) in handelbare Wertpapiere (Securities). Dazu werden zunächst ausgewählte Assets regresslos an eine eigens für die Transaktion gegründete Zweckgesellschaft 3 verkauft. D. h. die Forderungen werden regresslos, unter Überleitung des Bonitätsrisikos an das SPV übertragen (Zession, § 398 BGB). Diese wiederum finanziert den Kaufpreis durch Begebung von Wertpapieren im Kapitalmarkt, welche durch die Cash-Flow generierenden Assets besichert (Backed) sind. Anhand dieser Definition lassen sich die drei Hauptbeteiligten identifizieren. Zum einen der Forderungsveräußerer (Originator), die Zweckgesellschaft als Käufer der Forderungen und Emittent der Wertpapiere und natürlich die Investoren, die die Wertpapiere erwerben. 4 ABS werden zum Bilanz- und Steuermanagement des Unternehmens eingesetzt. Die Verwaltung der übertragenen Vermögensgüter wird durch den Originator im Auftrag der Zweckgesellschaft übernommen. Dabei wird die Änderung der Eigentumsverhältnisse, d. h. meist die Abtretung der Forderungen, grundsätzlich gegenüber den einzelnen Schuldnern des Originators nicht offen gelegt. 5 Hierin liegt ein wesentlicher Unterschied gegenüber dem ansonsten rechtlich artverwandten Factoring. Das sich darin zu ABS unterscheidet, dass die Forderungen als Sicherheit von kapitalmarktgängigen Wertpapieren dienen. ABS bedeuten also einen indirekten Kapitalmarktzugang für das Unternehmen.
1 Nicht zuletzt im Hinblick auf die neuen Eigenkapitalregeln im Rahmen von Basel II für Banken,
wonach d. Zinskonditionen bei der Vergabe von Krediten primär vom Rating d. Kreditnehmers abhängt
2 Vgl. Hartmann-Wendels/Pfingsten/Weber, Bankbetriebslehre, 3. überarbeitete Auflage 2004, S. 287 ff.
3 Die Zweckgesellschaft wird hierbei auch als Special Purpose Vehicle/Entity bezeichnet (SPV/SPE)
4 Braun, Hendryk: Klassifizierung von Asset Backed Securities, in: Gruber/Gruber/Braun (Hrsg.),
Praktiker Handbuch „Asset Backed Securities und Kreditderivate“, S. 61 ff.
5 Roventa/König, Asset Backed Securities, Eine neue Finanzierungsform für den Mittelstand, 2004, S. 3 f.
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Der True Sale bei Asset Backed Securities aus Unternehmenssicht
Ein weiterer Vorteil von ABS gegenüber traditionellen Refinanzierungsformen liegt unter anderem auch in ihren niedrigeren Zinskosten. 6
Die folgende Arbeit befasst sich mit dem True Sale bei Asset Backed Securities aus Unternehmenssicht und geht in Kapitel 2 auf die True Sale Verbriefung und ihre Struktur ein. Im weiteren Verlauf wird auf eine Darstellung der Grundstruktur von Asset Backed Securities verzichtet, da dies zu einer Überziehung des Rahmens der Ausarbeitung führen würde. Kapitel 3 betrachtet die bilanziellen und rechtlichen Aspekte, die für die Gestaltung einer True Sale Verbriefung von Bedeutung sind. Hierbei wird unter anderem die Frage behandelt, wann ein Forderungsverkauf rechtlich als Kauf (§ 433 BGB) und wann er als Darlehen (§ 607 BGB) zu qualifizieren ist. Den Abschluss des Kapitels bilden handels- und steuerbilanzrechtliche Fragen. In Kapitel 4 wird die True Sale Transaktion und ihre Anforderungskriterien anhand eines Prüfschemas nach IAS 39 dargestellt. Eine kurze Diskussion hinsichtlich der Einflussnahme des Instituts der Wirtschaftsprüfer stellt in Kapitel 5 die Schlussbetrachtung dar.
2. Der True Sale
Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit dem Wesen des True Sales und stellt den eigentlichen echten Forderungsverkauf kurz vor. Ein direkter Bezug wird in Kapitel 4 vorgenommen.
Die Verbriefung 7 2.1
Bei einem True Sale geht das Eigentum an den Forderungen inklusive des Kreditrisikos durch den Verkauf mit einhergehender Abtretung auf das SPV über. Dem Originator fließt der vereinbarte Kaufpreis an Finanzmitteln zu und wird durch die Emission von Wertpapiertranchen, die sich auf den Forderungspool beziehen, refinanziert. An True Sale Verbriefungen setzen Investoren und Rating-Agenturen hohe Anforderungen. 8 Das aus dem emittierten Wertpapieren resultierende Risiko darf nur aus dem zugrunde liegenden Forderungspool kommen und nicht aus anderen Quellen (z. B. ein Insolvenzrisiko) entstehen. Dazu müssen die Forderungen rechtlich vom Originator
6 Vgl. Roventa/König in Asset Backed Securities, Eine neue Finanzierungsform für den
Mittelstand, 2004, S. 3 ff.
7 Vgl. auch, Bär, Asset Securitisation, 1997, S. 86 ff.
8 Vgl. auch Büschgen/Everling, Handbuch Rating, S.96 ff.
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Der True Sale bei Asset Backed Securities aus Unternehmenssicht
getrennt werden. Dies bedingt, dass die SPV nicht in den Konsolidierungskreis 9 einzubeziehen ist. 10
2.2 Struktur der Verbriefung
Im Folgenden wird eine Klassifizierung der Verbriefungen anhand weiterer Strukturparameter vorgenommen. 11 Eine Unterscheidung kann nach der Ausgestaltung der SPV erfolgen. Bei Single Seller Strukturen werden die Forderungen von nur einem Originator generiert. Aus Kostengesichtspunkten werden aber die Forderungen unterschiedlicher Originatoren in so genannten Multi Seller Strukturen gebündelt. Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung ist z. B. die Art der verwendeten Sicherungsinstrumente. 12 Alternativ kann eine Klassifizierung auch nach den Mechanismen zur Zuteilung der Zahlungsströme auf die abgestuften Risiko-Positionen erfolgen. In diesem Zusammenhang werden ABS zwischen Pass-Through und Pay-Through-Strukturen unterschieden. Dem Pass-Through liegt ein Fondskonzept zugrunde, so dass die Investoren Miteigentumsanteile besitzen, die einem Fondsanteil sehr ähnlich sind. Die Zahlungen werden unmittelbar und ohne jegliches Management der Zahlungsströme weitergeleitet. Um das Risiko einer vorzeitigen Rückzahlung (Prepayment-Risiko) zu vermeiden, emittiert das SPV Pay-Throught-Struktur Anleihen zur Finanzierung der gekauften Forderungen. Die eingehenden Zahlungen werden gesammelt, strukturiert und erst dann an die Investoren weitergeleitet. Dieses Verfahren ist am europäischen Kapitalmarkt vorherrschend. 13
3. Bilanzielle und rechtliche Aspekte der True Sale Verbriefung
In der rechtlichen Ausgestaltung können maßgebliche Risiken von Asset Backed Transaktionen liegen. Hierzu zählen beispielsweise die Gewährleistung der
9 Die Gefahr der Konsolidierung stellt einen Schwerpunkt der Anforderungen und Voraussetzungen an
einen True Sale dar. Im weiteren Verlauf wird daher in Kapitel 4 näher auf die Konsolidierungspflicht
eingegangen.
10 Braun, Hendryk: Klassifizierung von Asset Backed Securities, in: Gruber/Gruber/Braun (Hrsg.),
Praktiker Handbuch „Asset Backed Securities und Kreditderivate“, S. 68
11 Nach den Vorgaben zur internationalen Konvergenz d. Kapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen
(Basel II) werden True Sale Strukturen auch als traditionelle Verbriefungen bezeichnet.
12 Die verschiedenen Maßnahmen der Besicherung z. B. Overcollateralization sollen hierbei nicht
gesondert erörtert werden, da sie prinzipiell in allen Strukturen vorkommen.
13 Braun/Schmidt: Qualitative und quantitative Faktoren bei der Analyse von Asset Backed Securities, in:
Gruber/Gruber/Braun (Hrsg.), Praktiker Handbuch „Asset Backed Securities u. Kreditderivate“, S. 191
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Arbeit zitieren:
Jens Christoph Schröder, 2005, True Sale bei Asset Backed Securities aus Unternehmenssicht, München, GRIN Verlag GmbH
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