Inhaltsverzeichnis
„Anfangsphasen in Gruppen“
Abschnitt Abschnittsthema
1. Einleitung 1
2. Definition des Anfangs. 2
3. Ängste, Erwartungen und Befürchtungen in der
Anfangsphase 4
3.1. Ängste und Erwartungen des Dozenten 5
3.2. Umgang des Dozenten mit Erwartungen und
Bef ürchtungen der Teilnehmer 6
4. Gruppenphasen 8
4.1. Das Forming 9
4.2. Das Storming 9
4.3. Das Norming 10
4.4. Das Performing 10
5. Ziele und Charakteristiken des Formings 11
5.1. Die Gruppe im Forming 12
5.2. Der Einzelne im Forming 13
6. Probleme und Komplikationen im Forming 15
7. Ratschläge und Hilfestellungen 16
7.1. Spiele in Anfangssituationen 18
8. Schlussfazit 20
9. Literatur 22
Jeder, der schon einmal mit einer Gruppe von Menschen zu tun gehabt hat, sei es als Gruppenmitglied oder auch als Gruppenleiter, der weiß, dass gerade das Entstehen und „in Gang kommen“ einer gewissen Gruppendynamik nicht immer einfach ist. Vor allem dann, wenn verschiedene Menschen unterschiedlichen Typs aufeinandertreffen und die anfängliche Kommunikation innerhalb der Gruppe nicht richtig funktioniert. Es treten dann häufig Fragen und Probleme auf, die selten bewusst von den Gruppenmitgliedern, und oft auch unbemerkt vom Gruppenleiter, im Raum schweben und so die Arbeitsatmosphäre beeinträchtigen und belasten. 1 Keiner ist bereit, diese Probleme offen anzusprechen, deshalb werden sie meist einfach verdrängt. Wird diese Problematik aber nicht erkannt und möglichst bald behoben, so wird häufig die Chance auf ein Miteinander der Gruppenmitglieder verspielt, und das Erreichen des angestrebten Gruppenziels verschenkt.
„Einige dieser Probleme finden sich [nämlich] fast in allen Gruppen. Ihre Kenntnis und die bewußte aktive Auseinandersetzung … ermöglicht - wenn schon nicht immer eine endgültige Lösung - so doch eine gewisse Erleichterung und Einsicht bei den Teilnehmern.“ 2 Woran aber liegt es genau, dass eine Gruppe nicht gleich von Anfang an effektiv miteinander arbeitet, und es im schlimmsten Fall auch passieren kann, dass sie sich, ohne das angestrebte Ziel zu erreichen, wieder auflöst?
Im Folgenden sollen hierfür zentrale Aspekte und mögliche Gründe aufgezeigt werden, um somit letztendlich auch Lösungsansätze und Vorschläge zur Verbesserung sogenannter Anfangssituationen geben zu können.
Doch zuerst wollen wir uns mit dem „Anfang“ allgemein beschäftigen.
1 Vgl. www.arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Anfangsprobleme.shtml
2 www.arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Anfangsprobleme.shtml S.1
1
Eine Volksweisheit, die sich hartnäckig in unseren Köpfen festgesetzt hat, besagt: „Aller Anfang ist schwer“ 3 . Doch was wird bei diesem aus menschlichen Erfahrungen entsprungenen Sprichwort unter „Anfang“ verstanden? Wie können wir den Anfang zeitlich greifen und ihn zu etwas machen, das wir somit besser benennen und verstehen können, wenn er uns anscheinend solche Probleme im alltäglichen Leben bereitet? Der Duden schlägt uns folgende Definition von „anfangen“ vor:
Es geht also um einen Neubeginn, den Start einer neuen Situation oder einer neuen Aufgabe. Aber gibt uns diese Erklärung auch Antwort auf die Frage, wann der Anfang beginnt und wann er endet? Geißler meint hierzu: „Es gibt für den Anfang des Anfangs keinen ´objektiv´ festlegbaren und benennbaren Zeitpunkt. Anfänge sind keine von den daran beteiligten Subjekten und deren Einstellungen und Stimmungen abzutrennenden Sachverhalte.“ 5 Jedoch bezogen auf das Arbeiten mit Gruppen in Lehr/Lern-situationen liegt es nahe, den Beginn der Veranstaltung, also das erstmalige Treffen der Beteiligten, als Anfang zu bezeichnen. Als Ende des Anfangs wird von Geißler „ … das Ende des Endes.“ 6 genannt. Da Entscheidungen und Regeln, die im Anfang getroffen und ausgehandelt
3 Geißler, 2002, S.8.
4 Vgl. Geißler, 2002, S.8, Zitat aus Duden Bd.7: Das Herkunftswörterbuch.
5 Geißler, 2002, S.48.
6 Geißler, 2002, S.48.
2
werden, meist Bestand bis zum Ende der Veranstaltung haben, kann man vom „Ende des Anfangs“ als „Ende des Endes“ sprechen. Ohne Anfang gäbe es kein Ende, so Geißler weiter. 7
Aber ist es gerechtfertigt, in bezug auf Arbeiten mit Gruppen von einem „Gruppenanfang“ zu sprechen, oder zollen wir dieser Phase mehr Rechenschaft, indem wir diesen Beginn lieber als „Anfangssituation“ bezeichnen?
Im Gegensatz zu der statischen Betrachtung des „Anfangs“, bezeichnen Situationen immer ablaufende Prozesse, und nicht gegebene Tatbestände. Sie sind stets zielgerichtet. Wir sprechen beispielsweise von Situationen, wenn wir bestimmte Abschnitte unseres Lebens Revue passieren lassen, oder uns an bestimmte Ereignisse erinnern. Auch der Anfang in Gruppen kann als ein solch zeitlich strukturierter Abschnitt betrachtet werden. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass Situationen immer etwas Allgemeines, etwas schon fast Selbstverständliches haben, wie beispielsweise das Händeschütteln zur allgemeinen Begrüßung. Aber Situationen haben auch immer etwas Spezielles, etwas nicht Vorhersehbares und Überraschendes. Das liegt vor allem daran, dass die teilnehmenden Subjekte die Situation maßgeblich beeinflussen. Subjektive Bedingungen, wie Interesse oder Gefühle der Teilnehmer, und der objektive Rahmen, wie z.B. der Raum, die Lehr-/Lerneinheitsdauer oder auch die Lernstruktur, ergeben zusammen die Ganzheit einer Situation. Aber auch die in der Situation handelnden Personen gehören dazu, vor allem in unserer Anfangssituation. 8 „So sind Anfangssituationen für jeden Beteiligten besondere Situationen, d.h., Anfangssituationen sind jeweils auch je meine, deine Anfangssituationen.“ 9 Abschließend könnte man also in bezug auf Anfangsphasen in Gruppen die vorher erwähnte Volksweisheit ummünzen, und wie folgt auslegen: „Alle Anfangssituationen sind schwer.“
Doch warum erscheinen sie uns so schwer?
Warum beeinflusst ein Erfolg oder Misserfolg der Anfangsituation so
7 Vgl. Geißler, 2002, S.48.
8 Vgl. Geißler, 2002, S.49.
9 Geißler, 2002, S.49.
3
maßgeblich, wie sich das weitere Gruppen- und Arbeitsklima entwickelt und fortbesteht?
Warum hängt so viel von der Anfangssituation ab, und warum treten so viele Unbekannte auf, dass wir uns meist nervös, unruhig und angespannt vor einem Neuanfang fühlen?
Um dieses Problem näher zu beleuchten, würde ich gerne an Erfahrungen anknüpfen, die annähernd jeder schon einmal in seinem Leben gemacht hat. Betrachten wir hierfür den Beginn einer üblichen Erwachsenenbildungssituation. Man betritt den Raum und sieht meist nur fremde Gesichter. Auch der Dozent ist einem unbekannt. Nun beginnt man die Situation zu analysieren.
Jeder der Teilnehmer strukturiert so auf individuelle Weise seine Wahrnehmung der Gegebenheiten. Dabei spielen maßgeblich individuelle Vorerfahrungen und gesellschaftlich geprägte Erfahrungen eine Rolle. 11 Es wird entschieden, ob die vorliegende Situation eine Bedrohung darstellt, oder ob sie eher eine Chance darstellt. Ist sie für mich bekannt oder gänzlich neu? Das äußere Verhalten wird an die innere Entscheidung angepasst, und so wird die allgemein als gegeben angenommene Situation
10 Geißler, 2002, S.162.
11 siehe auch 7. Der Einzelne im Forming.
4
Arbeit zitieren:
Stefanie Heimann, 2004, Pädagogische Arbeit mit Gruppen - Anfangsphasen in Gruppen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kinder psychisch kranker Eltern
Die verschiedenen Sichtweisen ...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 33 Seiten
Ambivalenz und Funktion des Erzählers in E.T.A. Hoffmanns Märchen '...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Lernberatung im Rahmen von 'Selbstgesteuertem Lernen'
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Hausarbeit, 17 Seiten
Eine Einführung
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 42 Seiten
Beratung in der Weiterbildung - Beratungsansätze im Vergleich
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Seminararbeit, 36 Seiten
Die Lexik im "Cantar de Mio Cid"
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
Unterstützung psychisch kranker Eltern - ein Konzept für Aachen
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 97 Seiten
Einführung in mögliche Beratungsansätze und Anwendungsbeispiele in der...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Studienarbeit, 26 Seiten
Problemfelder und Konflikte von Kindern ausländischer Arbeitsmigranten...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Examensarbeit, 170 Seiten
Identitätsfindung junger türkischer Frauen unter Berücksichtigung migr...
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Hausarbeit, 63 Seiten
Erziehung in der Türkei und ihre Folgen für die Migration
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Alte Menschen gestern und heute - Zum Wandel der Altersbilder
Hausarbeit, 43 Seiten
Entwicklungsstufen moralischen...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Referat (Ausarbeitung), 19 Seiten
Sozialarbeit in Familien mit psychisch krankem Elternteil
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 87 Seiten
Stefanie Heimann hat den Text Pädagogische Arbeit mit Gruppen - Anfangsphasen in Gruppen veröffentlicht
Stefanie Heimann hat einen neuen Text hochgeladen
Pädagogische Arbeit als Beziehungsarbeit
Entwicklungsförderung benachte...
Elisabeth Kuck, Michael Maas, Marimar DelMonte, Birgit Parker, Gisela Steins
Pädagogische Arbeit im Offenen Kindergarten
Profile für Kitas und Kindergä...
Thomas Kühne, Gerhard Regel
Empirisches wissenschaftliches Arbeiten
Ein Studienbuch für die Bildun...
Jürg Aeppli, Luciano Gasser, Eveline Gutzwiller, Annette Tettenborn
Grundlagen der Arbeits- und Betriebspädagogik
Praxisleitfaden für die Umsetz...
Bernd Ott, Volker Grotensohn
Anleitung zu einem gelingenden...
Thomas Möbius, Sibylle Friedrich
0 Kommentare