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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung S 3
2. Die Rede S 4
3. Nationalsozialistische Propaganda unter dem Aspekt der Theatralisierung S 6
3.1. Inszenierung S 6
3.2. Verkörperung S 8
3.3. Performance S 9
3.4. Wahrnehmung S 10
4. Analyse einer Wahlkampfrede Adolf Hitlers S 11
4.1. Historische Einordnung und Auswahlmotivation S 11
4.2. Die Wahlkampfrede im Wortlaut S 11
4.3. Äußere Gegebenheiten S 15
4.4. Hitlers Rhetorik S 16
4.5. Hitlers Gestik S 18
4.6. Inhaltliche Analyse S 18
4.6.1. Einleitung S 18
4.6.2. Hauptteil S 20
4.6.3. Schluss S 21
5. Fazit S 22
6. Literaturverzeichnis S 23
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1. Einleitung
In der politischen Wissenschaft wird die Meinung vertreten, dass die zeitgenössische Psychologie genauso wie die Sozialwissenschaften dem Erfolg der nationalsozialistischen Ideologie ratlos gegenüberstanden und sich nicht dazu in der Lage zeigten, die Faszination großer Menschenmassen durch Symbole und die Inszenierung von politischem Handeln wissenschaftlich zu begründen. 1
In der vorliegenden Arbeit werde ich, anhand einer Wahlkampfrede Adolf Hitlers vom 27. Februar 1932, analysieren, welche Strategie bei den Führerreden Hitlers verwendet wurde und welche Wirkung sie erzielen konnten.
Meine Anfangshypothesen, dass die Führerreden eine zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Propaganda spielten und die rhetorischen Fähigkeiten Adolf Hitlers eine entscheidende Rolle spielten, werden im Folgenden einer Prüfung unterzogen.
Um das Phänomen des Nationalsozialismus jedoch angemessen verstehen zu können, sollen die rhetorischen Fähigkeiten Hitlers nicht losgelöst von den politischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen analysiert werden, sondern ich werde die Analyse der Führerreden in den Gesamtkontext des nationalsozialistischen Eventmanagements einrahmen. Damit werde ich der Tatsache gerecht, dass in der wissenschaftlichen Literatur davor gewarnt wird, eine ‚ heuristische Verengung des Untersuchungsgegenstands’ vorzunehmen, denn monokausale Sichtweisen dienen weder dazu dem Faschismus wissenschaftlich gerecht zu werden, noch der Sprache derer er sich bediente. Es gehört zu den häufigsten Fehlern in der Faschismusforschung, dass partikuläre Ereignisse als das Ganze ausgegeben werden. 2
Nachdem ich einleitend auf die Funktion der Rede im Allgemeinen eingehen werde, werde ich danach die nationalsozialistische Propaganda im Konkreten untersuchen um im weiteren Verlauf dieser Arbeit eine rhetorische und inhaltliche Analyse einer Wahlkampfrede Adolf Hitlers anzufertigen.
1 Vgl.: Volmert, Johannes: Politikerrede als kommunikatives Handlungsspiel, München 1989, S. 14.
2 Vgl.: Nill, Ulrich: Sprache der Gegenaufklärung. Zu Funktion und Wirkung der Rhetorik im
Nationalsozialismus. In: Rhetorik 16: Rhetorik im Nationalsozialismus, 1997, 1-8. S. 11ff.
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2. Die Rede
Als Rede wird gemeinhin eine monologische öffentliche Ansprache bezeichnet. Diese kann entweder frei, unter Zuhilfenahme von Stichpunkten oder anhand eines vollständig ausformulierten Textes gehalten werden. Im Gegensatz zum Referat, oder Vortrag dient die Rede nicht allein der sachlichen Belehrung eines Publikums, sondern versucht vor allem durch rhetorische Mittel zu überzeugen. Die Kunstlehre der Rede wird als Rhetorik bezeichnet, sie ist eine Art Anleitung zum Verfassen erfolgreicher Reden.
In der Antike unterschied man nach Anlass und Intention zwischen drei Formen der Rede. So kann die Gerichtsrede, mit der ein Anwalt anklagt oder verteidigt, als Prototyp aller Reden bezeichnet werden. Die epideiktische Rede dient als Mittel des Lobes oder des Tadels bei entsprechenden Anlässen, wie Festen oder Beerdigungen. Die Beratungsreden dienen zur Mahnung oder Warnung des Publikums und finden sich in politischen und religiösen Reden.
Die Geschichte der Rede fängt im 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung an, der Zeit des Niedergangs der Herrschaften in Syrakus bzw. Athen, mit den Schriften von Teisias und Korax.
Die Neuordnung führte zu Konflikten von öffentlichem Interesse, die vor auserwähltem Publikum gelöst werden sollten. Mit dem Niedergang der Demokratie in Griechenland geht auch die Redekultur zunächst unter. In der römischen Republik waren es vor allem Cicero und Quintilian, welche umfassende rhetorische Erziehungsprogramme entwarfen. Hier spielten vor allem Tugend, Allgemeinbildung und Kenntnis stilistischer Mittel eine große Rolle. Der Redner soll zugleich beweisen, einnehmen und unterhalten. Das Ende der römischen Republik führt wiederum zu einem Nischendasein der Rede, die Fernwirkung Ciceros und Quintilians reicht jedoch bis in die Neuzeit.
Mit dem Kirchenvater Augustinus wird die Kunst der Rhetorik auch für die christliche Heilslehre wichtig. Sie dient nicht nur der Bibelauslegung, sondern auch der Überzeugungsarbeit der geistlichen Rede, der Predigt. Die Rhetorik war bis in das 18. Jahrhundert Teil des Bildungssystems. Auch der Meisterredner Martin Luther verweist auf die Wichtigkeit der einfachen Rede in der Gemeinde. Viele wichtige Schriftsteller des 18. Jahrhunderts stehen ebenfalls in der christlichen Redetradition. So beispielsweise Christoph Martin Wieland und zuletzt Johann Wolfgang Goethe.
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Mit der französischen Revolution gewinnt die politische Rede, auch in Deutschland, wieder an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert fächert sich die Rhetorik auf und ist in allen Bereichen öffentlichen Lebens wirksam. So in der Werbung und den Medien. Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Propaganda wird die Argumentationskunst verkürzt. Die Rhetorik soll sachliche Argumente weniger erhöhen als von ihrem Fehlen ablenken.
Generell dient die öffentliche Rede in der parlamentarischen Demokratie weniger der Überzeugung, als der nachträglichen Legitimierung von schon getroffenen oder feststehenden Entscheidungen. In der Wirtschaft findet sich die Rhetorik zunehmend in zweifelhafter und verkürzter Form wieder, etwa als Verkaufstraining für Manager.
In den Massenmedien unserer Zeit spielen lange Reden nur noch zu besonderen Anlässen, wie der Neujahrsansprache des Bundeskanzlers, eine Rolle. Selbst im Rundfunk ist die Sprechzeit inzwischen so stark begrenzt, dass lange Reden nicht mehr ins Format passen. 3
3 Vgl.: Kühn, Heinz: Die Kunst der politischen Rede, Düsseldorf und Wien 1985, S. 11ff.
und http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/washeisst/rede.htm (am 22.08.2005)
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3. Nationalsozialistische Propaganda unter dem Aspekt der
Theatralisierung
Im Folgenden wird versucht, das Phänomen Nationalsozialismus, unter besonderer Berücksichtigung der Reden Adolf Hitlers unter dem Aspekt der Theatralisierung, zu erörtern, um Erkenntnisse zur massensuggestiven Wirkungsweise des nationalsozialistischen Systems zu erhalten.
Es werden vier Schwerpunkte ausdifferenziert, die sich unter den Begriff Theatralität fassen lassen. Diese sind die Inszenierung, die Verkörperung, die Performance sowie die Wahrnehmung. 4
Diese vier Aspekte bestimmen den Begriff der Theatralität. Dabei wird selbstverständlich von einem Theaterbegriff ausgegangen, welcher nicht nur die Gesamtheit der Materialien und Zeichensysteme umfasst die in einer Theateraufführung zu Tage treten. Theatralität wird hier außerhalb des Rahmens und der Reichweite des Theaters klassifiziert. Dazu zählen hier auch das Recht, die Religion und die Politik. Der Begriff der Theatralität avanciert zu einer kulturwissenschaftlichen Grundkategorie, die sich als heuristische Analysekategorie zur Beschreibung von politischen Phänomenen trefflich eignet.
3.1. Inszenierung
Der Begriff der Inszenierung ist aus dem Theaterbereich übernommen worden in dem inszenierte Stücke eine Konvention darstellen, nach der das Publikum eine künstlerische Darbietung rezipiert. 5 Diese Form der Inszenierung ist verabredet und muss hier keine Beachtung finden.
Neben dieser Inszenierung aus dem Theaterbereich gibt es Inszenierungen, deren suggerierte Absicht es ist, als etwas nicht Inszeniertes zu erscheinen. Diese sind auf Suggestion, Faszination und Emotionalisierung ausgerichtet, um eine entsprechende Resonanz beim Publikum zu erreichen. Wenn in der politischen Berichterstattung von Inszenierung die Rede 4 Vgl.: Fischer-Lichte, Erika: Inszenierung und Theatralität. In: Willems, Herbert / Jurga, Martin (Hg.):
Inszenierungsgesellschaft. Ein Einführendes Handbuch. Opladen und Wiesbaden 1998, S. 86.
5 Vgl.: Schicha, Christian / Brosda, Carsten (Hg.): Politikvermittlung in Unterhaltungsformaten.
Medieninszenierungen zwischen Popularität und Populismus. Münster 2002.S. xxx
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Daniel Gollasch, 2005, Die Führerrede im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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