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Gliederung Seite
I. Einleitung 3
II. Der militärische Aspekt des Ostfeldzuges 5
1. Die Planung des Unternehmen Barbarossa 5
2. Das Scheitern des Russlandfeldzuges 7
III. Nationalsozialistische Vorstellungen 8
1. Hitlers eigentlicher Krieg 8
2. Hitlers Kriegsziele 9
IV. Kriegführung des „Dritten Reiches“ 12
1. Verbrecherische Befehle 12
2. Besatzungsterror 13
V. Schluss 15
VI. Anmerkungsverzeichnis 17
VII. Literaturverzeichnis 19
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- 3 - I.Einleitung
Der Angriff auf die Sowjetunion war der Anfang vom Ende Hitlers. Zwischen Berlin und Moskau starben mehr Menschen als an allen anderen Fronten im Zweiten Weltkrieg zusammen. Hitler persönlich hatte die Pläne für den Angriff auf die Sowjetunion umbenannt[1]: aus dem "Fall Fritz", wie ihn der Wehrmachtsführungsstab bezeichnet hatte, wurde der "Fall Barbarossa" - in Anspielung auf den deutschen Kaiser Friedrich I., der im 12. Jahrhundert einen Kreuzzug gegen die "Ungläubigen" angeführt hatte. Bis in den Sommer 1941 hinein erfüllte die Sowjetunion die Handelsvereinbarungen, die sie mit den Deutschen eingegangen war. Sie lieferte pünktlich Petroleum, Holz, Getreide, Baumwolle und viele andere Produkte, wie strategisch wichtige Metalle, nach Deutschland.[2] Aus welchen Beweggründen also beschloss Hitler die Sowjetunion anzugreifen? Gegen vier Uhr morgens, klingelte Schukow den sowjetischen Diktator aus dem Schlaf. Stalin wollte die Nachricht von der Invasion nicht glauben; in einer eilig anberaumten Sitzung kurz darauf behauptete er, der Angriff sei eine Provokation der deutschen Generale, welche den "Führer" in den Krieg zwingen wollten - "Hitler weiß sicher nichts davon".[3] Erst um sieben Uhr morgens stimmte er den Aufmarschbefehlen zu. Am 22. Juni 1941 eröffnete das Deutsche Reich auf breiter Front zwischen Ostsee und Karpaten den Krieg gegen die überraschte Sowjetunion. Die von der deutschen Führung und dem Oberbefehlshaber des Heeres Walther von Brauchitsch bis Herbst 1941 erwartete sowjetische Niederlage sollte Großbritannien zu einem Kompromissfrieden zwingen und die machtpolitische Grundlage für den kommenden Kampf um die Weltherrschaft gegen die USA bereiten. Anders als die militärische Ausschaltung Frankreichs im Westen war der Ostfeldzug von Beginn an als ideologischer Weltanschauungs- und rassistischer Vernichtungskrieg konzipiert. Dieser Krieg war Hitlers eigentlicher Krieg. Er gewann eine Höhere Notwendigkeit als der Krieg im Westen, da hier der Feind schlechthin anvisiert war: der Bolschewismus. Im Vordergrund standen die Eroberung von "Lebensraum", die wirtschaftliche Ausbeutung der eroberten Gebiete und der dort lebenden Menschen als Zwangsarbeiter sowie die rassische „Flurbereinigung“ im Osten. Die Ermordung der jüdischen Bevölkerung und der sowjetischen Führungsschicht waren von vornherein von Adolf Hitler vorgesehen, ebenso wie der Plan, etwa 30 Millionen Menschen in der Sowjetunion, durch eine brutale Besatzungspolitik, verhungern zu lassen.[4] Die dadurch freiwerdenden Nahrungsmittel waren zum größten Teil nicht für den Abtransport nach
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- 4 - Deutschland,sondern für die Versorgung des Ostheeres bestimmt, das immense Versorgungsschwierigkeiten hatte.
Obwohl die Pläne für den Hungertod von "vielen 10 Millionen Menschen" schon in den Nürnberger Prozessen als Beweisdokumente vorlagen, dauerte es Jahrzehnte, bis die deutsche Geschichtsforschung den Vernichtungscharakter des Rußlandfeldzuges erörterte. Erst Ende der 70er Jahre wies Christian Streit in seiner Doktorarbeit zu sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand nach, dass es vor allem diese von der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Elite gewollte Hungerpolitik war, die in den ersten zwölf Monaten des Krieges zu zwei Millionen toten russischen Kriegsgefangenen führteim Durchschnitt 6000 täglich.[5] Obwohl in einigen Einzelstudien schon vorher die Bedeutung dieses Krieges im nationalsozialistischen Herrschaftssystem und seine verbrecherische Charakteristik teilweise herausgearbeitet wurden, dominierten bis dahin die traditionellen militärgeschichtlichen, nicht selten auch heroisierenden Darstellungen des Kriegsverlaufs. Da die Akten der Wehrmacht von den Siegermächten in den 70er Jahren in größerem Umfang zurückgegeben wurden, gelang es dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr in dem aus zehn Bänden bestehenden Werk "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" den Charakter des "Unternehmens Barbarossa" als Eroberungs-, Ausbeutungs- und Vernichtungskrieg umfassend zu erörtern. Kritisiert wird an dem über 1000seitigen Band 4 des Werkes die übertriebene Darstellung militärischer Details und die Vernachlässigung der Erörterung des Holocaust. Da sich die Frage stellt, was hinter der militärischen Front geschah, versucht die jüngere Geschichtsforschung, ebenso wie dieser Aufsatz, dem nachzugehen. In der Geschichtsschreibung der ehemaligen DDR wurde die Judenvernichtung im "Unternehmen Barbarossa" weitgehend ausgeblendet. Hier dominierte die sowjetische Imperialismus-und Monopolkapitalismustheorie.[6] Heroisierungstendenzen auf der einen Seite und teilweises Ausklammern der historischen Realität auf der anderen Seite beschreiben die Geschichtsschreibung des "Großen Vaterländischen Krieges". So werden das Ausmaß und die Ursachen der verheerenden Misserfolge im ersten Kriegsjahr ebenso vernachlässigt wie das Massensterben der eigenen Soldaten in deutscher Gefangenschaft fast völlig ausgeblendet wird. Es passt nicht zum Bild von der siegreichen Roten Armee.[7] Erst seit und nach Gorbatschow gerieten Themen wie der Terror im eigenen Land, die Folgen der rücksichtslosen Ausnutzung der sowjetischen Bevölkerung im Krieg oder auch die
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- 5 - Ausgrenzungund Unterdrückung heimkehrender Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangener ins Blickfeld der Öffentlichkeit.[8] Insgesamt betrachtet, kennzeichnet den aktuellen Forschungsstand eine weitgehende Aufarbeitung der Fakten zum Vernichtungskrieg. Dennoch gilt das résumé des Militärgeschichtsforschers Jürgen Förster von 1993 bis heute: "Obgleich unter Historikern eigentlich unstrittig ist, daß Krieg und Nationalsozialismus konstitutiv zusammengehören, orientieren sich neuere Gesamtdarstellungen des Dritten Reiches noch immer weit stärker an dessen sechs Friedensjahren als an der ebenso langen Kriegszeit", und dies "obwohl der Wille zum Krieg um Lebensraum, seine Verankerung im Bewußtsein der Deutschen durch geistige Mobilmachung, die rassische Sanierung des Volkes durch die ,Entfernung' der Juden und anderer ,Minderwertiger' sowie die soziale und wirtschaftliche Besserstellung der neuen deutschen Volksgemeinschaft auf Kosten der unterworfenen Völker in Europa schließlich den besonderen Charakter des Nationalsozialismus ausmachen."[9]
II. Der militärische Aspekt des Ostfeldzuges
1. Die Planung des Unternehmen Barbarossa
1940 geriet das Deutsche Reich militärisch in eine Sackgasse, als England nicht zum politischen Einlenken zu bewegen war und der Angriff auf die britischen Inseln aufgrund der verlorenen Luftschlacht scheiterte. In einem langfristigen Abnutzungskrieg mit Großbritannien, dem voraussichtlichen Kriegsgegner USA und mit dem unsicheren, ideologisch feindlichen Verbündeten Sowjetunion im Rücken konnte Deutschland aus Sicht der NS-Führung nicht bestehen. Geostrategisch und wirtschaftlich blieb nur ein Angriff auf die UdSSR. Er sollte dem Reich eine unangreifbare Festung im Osten und die für einen langen Krieg zwingend benötigten sowjetischen Rohstoffe und Nahrungsmittel verschaffen, Großbritannien dadurch möglichst zum Frieden zwingen und die deutsche Hegemonie in Europa sicherstellen. Für diese Hegemonie wäre es ohnehin erforderlich gewesen, beide Gegner zu überwältigen. Eine gewaltsame Inbesitznahme Nordafrikas und des Nahen Ostens schied aus, weil damit weder diese Gegner besiegt noch die deutschen Rohstoff-und Nahrungsmittelprobleme gelöst worden wären. Demzufolge schlossen die Ziele des Krieges gegen die Sowjetunion auch wirtschaftliche Motive mit ein. Gerade Hitler, dem oft rein ideologische Motive zugeschrieben werden, argumentierte mit der Sicherung der Erzzufuhren aus Skandinavien und den rumänischen Ölfeldern, bestand entgegen den Schwerpunkten vieler Generale auf einer Eroberung der ukrainischen Getreidefelder, des
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- 6 - Donezbeckensund später der Ölquellen am Kaukasus. Der Wehrmacht standen für den ”Kreuzzug Europas gegen den Bolschewismus” 153 Divisionen mit knapp über drei Millionen Soldaten, 3.350 Panzern und 600.000 Motorfahrzeugen zur Verfügung. Hinzu kamen 600.000 Soldaten aus den verbündeten Staaten Rumänien, Ungarn, Finnland, Slowakei und Italien.[10] Der Aufmarschplan sah drei Heeresgruppen vor, die zunächst übers Baltikum nach Leningrad, über Smolensk nach Moskau sowie in die Ukraine vorstoßen sollten, auf Wunsch Hitlers mit der Option, wenn notwendig Kräfte der Heeresgruppe Mitte auf den Nord- und Südflügel einschwenken zu lassen. In erster Linie deshalb, weil die Heeresgruppe Mitte die stärkste Gruppierung mit ungefähr der Hälfte der deutschen Kräfte war. Hitler war es wichtig die großen Industriereviere, die Ölbasis und andere Wirtschaftszentren in die Hand zu bekommen und damit gleichzeitig die vitale Kraft des Gegners zu schwächen. Daher entsprach es Hitlers Vorstellungen Leningrad und die Ukraine mit starken Flügeln zu erobern, um sich erst dann Moskau zuzuwenden. Der Chef des Generalstabes Halder konnte seinen Plan eines einzigen gigantischen Sichelschnitts von Ostpreussen über das südliche Baltikum und Moskau nach Südrussland nicht durchsetzen, da Hitler nie den Glauben geteilt hatte, eine große Schlacht vor oder um Moskau könne die Gesamtentscheidung erzwingen. Der deutsche Angriff auf das Territorium der Sowjetunion war geprägt von schnellen, raumgreifenden Panzerdurchbrüchen in den Rücken sowjetischer Verbände, die durch nachrückende Infanterie abgesichert und von der Luftwaffe taktisch unterstützt wurden. Das Prinzip der „verbundenen Waffen“, das sich in den vorangegangenen Feldzügen bewährt hatte, wurde hier weiter perfektioniert. Diese Taktik führte dazu, daß in mehreren Kesselschlachten bis zum Jahresende 1941 mehr als drei Millionen Rotarmisten in deutsche Gefangenschaft gerieten. Auch die Ausschaltung eines Großteils der sowjetischen Luftwaffe in den ersten Tagen nach dem Überfall am 22. Juni gilt nach militärischen Gesichtspunkten als beispielhaft. Die deutsche Besatzung bezweckte unter anderem eine radikale Einschränkung des Konsums der sowjetischen Bevölkerung, um deutlich mehr für das Reich und die Wehrmacht „herauszuholen“. Hinzu kamen Produktionsrückgänge, die sich, wie den deutschen Strategen bewusst war, aus Kriegsbedingungen, Zerstörungen und zum Beispiel durch die Umleitung des Mineralöls aus der sowjetischen Landwirtschaft in die deutsche Kriegsmaschinerie ergeben würden.
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Arbeit zitieren:
Robert Matzdorf, 2002, Unternehmen Barbarossa, München, GRIN Verlag GmbH
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