Inhalt:
1. Einleitung 3
2. Der Klientelismus 4
3. Der Begriff „Mafia“ 5
4. Das Bandenwesen 7
4.1. Die Mafia von Sizilien 9
4.2. Die Mafia von Neapel 12
5. Fazit 14
6. Literatur 15
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1. Einleitung
Was ist die Mafia? Dies zu erklären, wird das Thema dieser Ausarbeitung sein. Wobei gesagt werden muss, es wird der Versuch einer Erklärung sein. Denn die Mafia vollständig zu erklären und zu beschreiben würde weit über den Rahmen der Arbeit hinausgehen.
Vielmehr wird im ersten Teil diese Arbeit den Klientelismus deuten, mit dem das System der Mafia aufgebaut wurde, und der Begriff „Mafia“ näher erklärt. Also woher der Begriff stammt und wie er gedeutet werden kann. Im zweiten Teil wird es um die Geschichte des Bandenwesens gehen. Also wie die Banden entstanden, welche Umstände dabei eine Rolle spielten und wie sich die Banden organisierten. Auch wird erklärt, ob es schon vor der Herrschaft der Bourbonen ähnliche Organisationen oder private Truppen der Barone gab. Außerdem wird die Geschichte der Mafia von Sizilien und Neapel erläutert, wobei sich beide Organisationen sehr ähnlich sind und fast gleich entwickelten, nur die Entstehungsgründe sind verschieden.
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2. Der Klientelismus
Der Klientelismus war das bedeutendste Element in dieser Zeit 1 . Eine Definition ist: die Mächtigen sichern sich eine verlässliche Gefolgschaft und verschaffen dieser Gefolgschaft Vergünstigen bei staatlichen Stellen oder Geldern. Die Korruption ist mit diesem System eng verbunden. Weiterhin kann man sagen, es war eine „[...] weitgehend freiwillige, informelle, persönliche und asymmetrische Beziehung zwischen zwei Menschen, die über ungleichen Status, Macht und Ressourcen verfügen.“ 2 .
Der höher stehender Patron und die sich unterwerfende Klientel tauschen Güter, Dienstleistungen und Vergünstigungen aus. Daraus entsteht eine wechselseitige Verpflichtung und ein Abhängigkeitsverhältnis. Feudalherren verfügten über die Entscheidungsbefugnis, die auch in den privaten Bereich der Unterworfenen hineinreichte 3 . Die Patrone hatten die absolute Macht als Produktionsmittel diente dafür der landwirtschaftliche Boden. Sie verfügten außerdem über die nötigen Hilfsmittel und auch Zwangsmittel zur Durchsetzung der Macht 4 . Die Gewalt kann dabei nützlich sein. Allerdings sind die Religion, die Tradition und die kulturellen Werte und Normen aber stärker und bedeutender. Das Klientelsystem ist dort besonders erfolgreich, wo die Verwaltung nicht von Parteienpolitik entflochten ist 5 .
1 Peter Müller: „Freunde der Freunde“, S. 7.
2 Rudolf Lill: „Geschichte Italiens in der Neuzeit“, Darmstadt 1988, S. 22.
3 Peter Müller: „Freunde der Freunde“, S. 7.
Peer Schmidt: „Wahlen und Parlamente in Lateinamerika im 19. Jahrhundert“, S. 46 - 47.
4 Peter Müller: „Freunde der Freunde“, S. 8.
5 Peer Schmidt: „Wahlen und Parlamente in Lateinamerika im 19. Jahrhundert“, S. 47 - 49.
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3. Der Begriff „Mafia“
Zunächst müsste das Wort „mafia“ erklärt werden, denn es gibt mehrere Sachverhalte, die auf dieses Wort zutreffe n. Zum einen bedeutet es eine allgemeine Haltung gegenüber dem Staat und seinen Gesetzen zu haben. Diese Haltung muss keinen verbrecherischen Hintergrund haben. Vielmehr ist es eine gewisse Abneigung gegenüber den staatlichen Gemeinwesen zu haben. Ein mafioso verschafft sich bei seinen Privatstreitigkeiten einen gewissen Respekt und Sicherheit. Dies erlangt er durch die Schaffung, indem er sich einen Ruf aus Mut und Härte verschafft und diesen bei Meinungsverschiedenheiten verteidigt. Das wichtigste dabei ist die Einhaltung des Ehrenkodexes oder der omertà (Mannhaftigkeit, Ehrenmänner), wodurch die Denunzierung bei Behörden verboten war 6 . Der Verhaltenskodex verlangt von der Mafia: „die Notwendigkeit, ihren inneren Zusammenhalt zu erhalten, und die öffentliche Anerkennung ihrer Fähigkeiten, Schrecken zu verbreiten bei den potentiellen Konkurrenten und bei Spitzeln und Verrätern“. Allein die physische Präsenz soll schon abschrecken und ist so am effektivsten. Die Autorität wird gewahrt, in dem man jeden Angr iff auf das Prestige abwehrt und verteidigt. Ist man nicht in der Lage auf eine Beleidigung zu antworten, ist man entehrt und wird den Rest seines Lebens damit konfrontiert.
Der Mafia-Kodex ist eine festgelegte „Verhaltensregel, die sich immer leicht i n Gesellschaften ausbilden, die keine wirksame öffentliche Ordnung besitzen, oder auch in solchen Gesellschaften, deren Angehörige als gänzlich oder partiell feindlich oder als ignorant gegenüber wirklich wichtigen Angelegenheiten oder als beides ansehen“ 7 . Die Gemeinschaften waren selten anarchisch organisiert. Dabei gab es verschiedene miteinander konkurrierende Personen oder kleine Gruppen auf welche die Macht verteilt war. Hauptsächlich war die Macht auf lokale Schwerpunkte versammelt. Typisch hierfür war das Patronagesystem und die Vertreter, die Magnaten und Häuptlinge. Die Anführer der Gruppen hatten unter sich Gefolgsleute und Abhängige zum Schutz 8 . Die nächste Bedeutung des Wortes ist auf die Anwendung der Gefolgsleute (die niedrige Mafia) bezogen. Das
6 Eric John Hobsbawm: „Sozialrebellen“, S. 53.
Salvatore Lupo: „Die Geschichte der Mafia“, Düsseldorf 2002, S. 17.
7 Eric John Hobsbawm: „Sozialrebellen“, S. 53.
8 Eric John Hobsbawm: „Sozialrebellen“, S. 53.
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Arbeit zitieren:
Yvonne Rodenberg, 2005, Die Geschichte der Mafia bis 1900, München, GRIN Verlag GmbH
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