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Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Vorwort 2
2. Biographisches 3
3. Die Komödientheorie Dürrenmatts 4
4. Dürrenmatts Darstellung eines Helden 6
5. Eine kurze Inhaltsangabe der Physiker 8
6. Die Darstellung des Helden als mutigen Menschen in
D ürrenmatts Die Physiker 8
7. Literaturverzeichnis 14
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1.Vorwort
Friedrich Dürrenmatt war einer der erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahr-hunderts. Sein 1962 in Zürich uraufgeführtes Werk Die Physiker gehörte mehrere Jahre zu den meistgespielten Stücken im deutschsprachigen Raum. Der Erfolg gründete auf die wohl ungewöhnliche Form der Kritik an einem ernsthaften, die gesamte Welt betreffendem Problem, das ungewöhnlicher Weise in eine Komödie verpackt wurde. Normalerweise wäre bei einem derart bedeutungsvollen Thema von einer Abhandlung in Form der Tragödie auszugehen. Die Resonanz des Publikums gab dem eigenwilligen Stil Dürrenmatts jedoch Recht, dass die traditionelle Tragödie nicht mehr zeitgemäß sei und durch eine modernere Form, die der heutigen Zeit angepasster erscheint, ersetzt werden musste.
Dürrenmatt möchte mit seinem Werk auf die Verantwortung der Wissenschaft hinweisen. Es entstand zu einer Zeit der atomaren Bedrohung: Gerade als Die Physiker veröffentlicht werden, nimmt die Kubakrise ihren Lauf. Der Koreakrieg (1950-1953) ist noch nicht vergessen und bei uns in Deutschland wurde die Mauer gebaut. Zudem herrschte eine andauernde Konfrontation der Supermächte USA und Sowjetunion die sich einem Wettrüsten im Rahmen des Kalten Krieges unterzogen. Die Bedrohung eines Atomkrieges wuchs damit stetig. Der Abwurf der Atombombe in Hiroshima hat die Menschen hinzukommend in Angst und Schrecken versetzt, denn ihr Einsatz zog immense Folgen mit sich.
Sind es durch den Zerfall der ehemaligen Sowjetunion nicht mehr die Großmächte, die die Nutzung von Atombomben bedrohlich machen, treten die nationalistischen und fundamentalistischen Staaten nun in ihre Fußstapfen. Es kristallisiert sich jedoch generell mehr und mehr die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Menschheit heraus und damit bleibt die Frage Dürrenmatts überdies aktuell.
So stellt neben der atomaren Bedrohung ebenso die Weiterentwicklung in der Gentechnologie und die Möglichkeit des Klonens existenzielle Probleme der Erdbevölkerung dar, wobei auch die moralische Frage nicht außer Acht gelassen werden darf.
Dürrenmatt hat offensichtlich mit seiner Arbeit ein Thema zur Diskussion gestellt, dessen Problematik seit Jahren fortwährend besteht. Ebenso be-
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handelt er die Zweifelhaftigkeit des Umganges mit derartigen Problemen. Durch speziellen Einsatz von Mitteln und Figuren weist er zudem sichtlich auf die Angelegenheit hin, dass eine Kernfrage, die jeden Menschen unseres Systems betrifft, nur durch den Zusammenhalt und nicht auf „eigene Faust“ gelöst werden kann.
2. Biographisches
Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 in Konolfingen im Kanton Bern geboren. Seine Eltern, der protestantische Pfarrer Reinhold Dürrenmatt, sowie seine Mutter Hulda Dürrenmatt und die 1924 geborene Schwester Vroni lebten zunächst in diesem kleinen Dorf in der Schweiz. Erst 1935 siedelte die vierköpfige Familie nach Bern über.
Nachdem F. Dürrenmatt 1941 seine Reifeprüfung bestanden hatte, begann er nach einigen Überlegungen das Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft und Naturwissenschaft in Zürich und Bern. Ursprünglich wäre er gerne Maler geworden, folgte aber dem Wunsch seines Vaters das angegebene Studium zu bestreiten.
Das Elternhaus, beziehungsweise der christliche Glaube des Vaters scheinen Friedrichs Jugend nicht signifikant geprägt zu haben. Viel eher kommt es einem so vor als hätte sein Großvater Ulrich Dürrenmatt ein „militantkonservativer Berner Groß- und Nationalrat“ 1 die Vorbildfunktion für ihn eingenommen. Friedrich durfte diesen durch dessen frühen Tod zwar nie persönlich kennen lernen, soll mit den Spottgedichten des kirchlich andersdenkenden aber freilich gut vertraut gewesen sein. Ulrich Dürrenmatts dichterischen Werke gegen die Beamtenherrschaft beziehungsweise Kleinigkeitskrämerei hatten ihm selbst einmal eine zehntägige Haftstrafe eingebracht. Im Jahre 1946 heiratete Friedrich Dürrenmatt seine erste Frau, die Schauspielerin Lotti Geißler und zog mit ihr nach Basel. Ein Jahr später wird sein erstes Drama Es steht geschrieben in Zürich uraufgeführt, in dessen Folge es unverzüglich zu einem Theaterskandal komm. Das Stück zeigt „fromme, getreu dem Evangelium lebende Bürger“ 2 , die „einem religiösen Scharlatan in die Hände fallen“ 3 und wirft damit mehr Fragen auf, als dass es Antworten gibt.
1 Knapp 1980. S.2
2 Zirbs 1998. S.105
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Nach Romulus der Große (1948) schaffte Dürrenmatt mit dem Kriminalroman Der Richter und sein Henker (1950/51) und dem Drama Die Ehe des Herrn Mississippi (Uraufführung 1952) seinen absoluten Durchbruch. Zuvor musste Dürrenmatt aufgrund seiner misslichen finanziellen Lage als Graphiker und Zeichner, später auch als Theaterkritiker und Kabarett-Texter arbeiten. Durch den Richter und sein Henker der in mehreren Fortsetzungen in „Der Schweizerische Beobachter“ erschienen ist, und einigen Aufträgen von Rundfunkanstalten, verringerten sich sogleich seine Geldsorgen. Es folgt der Umzug nach Neuchâtel, dem von da an festen Wohnsitz der inzwischen fünfköpfigen Familie.
1956 wurde Friedrich Dürrenmatt mit seiner Komödie Der Besuch der alten Dame weltberühmt. Das 1961 entstandene und im Februar 1962 uraufgeführte Werk Die Physiker, ist der Theatererfolg der Spielsaison von 1962/63 und das lange Zeit meistgespielte Stück im deutschsprachigen Raum. Dürrenmatt überarbeitete im Laufe seines Lebens einige seiner Arbeiten, wie beispielsweise aus seinem ersten Werk Es wird geschrieben, 1967 Die Wiedertäufer werden. Für sein umfangreiches Schaffen, in dessen Zentrum das Drama und Theater, beziehungsweise die groteske Komödie stand, erhielt er diverse Auszeichnungen.
Am 14. Dezember 1990 erliegt Friedrich Dürrenmatt in seinem Haus in Neuchâtel einem Herzinfarkt.
3. Die Komödientheorie Dürrenmatts
Friedrich Dürrenmatt stellte sich selbst die Frage, ob sich die heutige Welt noch mit der Dramatik Schillers gestalten lassen würde. 4 Er verneint diese Erkundung mit der Argumentation, dass sich mit dem Fortschreiten der Zeit und damit der Veränderung der Welt, ebenfalls die Darstellungsform der Dramatik ändern muss.
Bei Friedrich Schiller konnte man die Welt, die er in seinen Werken erschaffen hatte, noch mit der damaligen Realität vergleichen. Die heutige Zeit ist jedoch anders. Früher war die Macht noch sichtbar, mittlerweile hat sie sich als undurchsichtig entfaltet. Der Staat ist „unüberschaubar, anonym, bürokratisch
3 Zirbs 1998. S.105
4 vgl. Dürrenmatt 1980. S.59
Arbeit zitieren:
Sina Raphael, 2005, Die Darstellung des Helden als mutigen Menschen in Friedrich Dürrenmatts 'Die Physiker', München, GRIN Verlag GmbH
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