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Vorgelegt im Rahmen der Übung F6 “Methoden der Persönlichkeitspsychologie”
Ansprechpartner bei Nachfragen:
Raphaela Böhmer
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In unserem Referat beschäftigen wir uns mit der Methode der biographischen Analyse und deren Anwendung auf ein konkretes Beispiel. Nach einer kurzen Einführung in die Methode der biographischen Analyse wird der Begriff der Nekrophilie erläutert. Anschließend veranschaulichen wir die Methode anhand einer von Fromm durchgeführten biographischen Analyse Hitlers im Hinblick auf seinen nekrophilen Charakter.
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Die biographische Methode ist ein Forschungsinstrument, bei dem das “Subjekt” notwendigerweise umfassend in den Forschungsprozeß einbezogen wird (Bedeutung des Verhaltens im “Gesamtzusammenhang”).
Die Anwendung der biographischen Methode nennt man biographische Exploration. Unter Berücksichtigung der Gesichtspunkte - bedeutsame Entwicklungsabschnitte - Konstanz und Veränderung im Erleben und Verhalten - Abschnitte, die besonders positiv bzw. negativ empfunden wurden gelangt man zu einer subjektiven Gliederung des Lebenslaufes. Deshalb führt eine differentielle Entwicklungspsychologie mit den Bedingungsfaktoren Konstanz und Variabilität zu idiographischen und nomothetischen Forschungsprinzipien. Unter idiographischen Forschungsprinzipien versteht man die Erfassung der individuellen Welt durch differenzierte Aussagen, in denen das subjektive Erleben berücksichtigt wird, unter nomothetischen den Vergleich einzelner individueller Welten, da im Gegensatz zur z.B. Geschichtswissenschaft es nicht das Ziel ist, einzelne Lebensläufe in ihrer Einmaligkeit zu erfassen, sondern in ihnen gewisse Gemeinsamkeiten zu entdecken.
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Die Biographische Methode erfordert am Anfang jeder Exploration einen Einblick in das Begriffssystem des Individuums. Deshalb muß am Beginn eine Analyse der individuellen Interpretationsmuster vorgenommen werden.
Daraus entwickelt sich die Frage: Ist biographisches Material von verschiedenen Personen vergleichbar? Ist also qualitative Forschung überführbar in statistische Methoden? 0HWKRGLVFKHV9RUJHKHQXPHLQH%LRJUDSKLHGDU]XVWHOOHQ
Die Grundlagen, welche den methodischen Rahmen der Exploration bilden, sind: 1. Bemühung um möglichst natürliche Erfassung des Phänomens 2. ganzheitliche Sichtweise
3. dynamische Auffassung des menschlichen Lebenslaufes
Zu 1.: Weil die individuelle Welt eine “erlebte, gedeutete und aufgebaute” Welt ist, muß das Individuum seine Welt mit eigener Begrifflichkeit entfalten. Daraus folgt, daß der Untersucher sich anteilnehmend und verstehend dieser Welt zuwenden muß. Dies erfordert die voraussetzungslose Beobachtung des Verhaltens im natürlichen Kontext, aber auch die umfassende und wirklichkeitsgetreue Darstellung des Beobachteten. Daraus folgt die Entwicklung eines Kategorien- und Begriffsystems mit Konsequenzen für
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Zu 2.: Einzelne biographische Aspekte dürfen nicht herausgelöst aus dem Gesamtzusammenhang gesehen werden, weil das “Ganze” dem “Einzelnen” erst Sinn verleiht. Dies erfordert:
a) Suchen der “Leitidee”des Menschen: Wohin will die Existenz? b) Analyse der zentralen Anliegen (dynamische Kerngebiete) des Menschen. Dabei unterscheidet man zwischen bestimmten Kerngebieten des Ichs. DasSURVSHNWLYH ,FK
orientiert sich an Normen und Geboten, das LPSXOVLYH,FK an augenblicklichen Bedürfnissen und das SURSXOVLYHV,FK orientiert sein Handeln an dem, was dem Da sein Sinn verleiht.
Man stellt nun die Frage nach der Dominanz bestimmter Kerngebiete. c) Um welche Daseinsthemen, die ausgesprochen wichtig waren und deshalb das Da-
Zu 3.: Man muß die Person als Prozeß, als etwas Gewordenes sehen und nicht als etwas Statisches, Unveränderbares, also allgemein: Der Mensch ist als offene Möglichkeit zu verstehen. Die dynamische Auffassung des Lebenslaufes umfaßt die Bemühungen, verschiedene biographische Momente in Beziehung zu setzen. Dies führt zur Erkenntnis, daß Erleben und Verhalten biographisch verankert sind und in speziellen Situationen situative Anpassung des Individuums möglich ist. Deshalb muß immer die Frage gestellt bleiben, wie stark die Sichtweise in bezug auf die Biographie durch situative Einflüsse überformt ist.
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Auf dieser Grundlage betrachten wir im 3. Teil dieses Referates die angewandte Biographische Methode am Beispiel Hitler.
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Bei der Nekrophilie handelt es sich um die Liebe zum Toten (Griechisch: nekros = Tod). Sie ist traditionell unterteilt in 2 Arten, in die sexuelle Nekrophilie, die sich im Wunsch äußert, mit einer Leiche Geschlechtskontakt zu haben und in die nicht-sexuelle Nekrophilie. Diese Form der Nekrophilie geht mit dem Drang einher, sich in der Nähe von Leichen aufzuhalten, ihren verwesenden Geruch zu inhalieren und auch mit dem Bestreben, Leichen zerstückeln zu wollen, wobei hier auch gelegentlich Tiere als Lustobjekte herangezogen werden.
+DUWPXWYRQ+HQWLJ (1964) definiert Akte des sexuellen Kontaktes mit einer weiblichen Leiche, sexuelle Erregung beim Anblick einer weiblichen Leiche, das Sichangezogenfühlen von Leichen, Gräbern und von Gegenständen, die mit Gräbern im Zusammenhang stehen - etwa Grablichter oder Totenschädel, Akte der Zerstückelung von Leichen und die Begierde, Leichen oder etwas Verwestes anzufassen oder zu riechen als nekrophile Handlungen.
Er weist darauf hin, daß die Zahl der Nekrophilen deutlich höher ist, als allgemeinen angenommen wird.
Fromm hingegen betont, daß es noch eine zweite Form der Nekrophilie gibt, die nicht den traditionellen Definitionen entspricht und die demnach auch auf den ersten Blick nicht so abstoßend erscheint. Nekrophile Handlungen sind für ihn Handlungen reinen Zerstörungsdrangs. Nekrophilie läßt sich in diesem Sinne beschreiben als ´GDVOHLGHQVFKDIWOLFKH$QJH ]RJHQZHUGHQYRQDOOHPZDVWRWYHUPRGHUWYHUZHVWXQGNUDQNLVWVLHLVWGLH/HLGHQVFKDIW GDVZDVOHEHQGLJLVWLQHWZDV8QOHEHQGLJHVXP]XZDQGHOQ]X]HUVW|UHQXPGHU=HUVW|
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Arbeit zitieren:
Raphaela Böhmer, 1999, Die biographische Exploration am Beispiel: Hitler, ein Fall von Nekrophilie, München, GRIN Verlag GmbH
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