Inhalt
1. EINLEITUNG 3
2. ENTSTEHUNG DES ZEICHENS
2.1 Der echte „007“ 3
2.2 Die Verbindung zu James Bond 4
2.3 Bedeutungszuordnungen durch Ian Fleming 4
3. DER ROMANHELD WIRD LEBENDIG
3.1 Vom Buch auf den Bildschirm,
vom Bildschirm auf die Leinwand 5
3.2 Die offizielle James Bond-Filmreihe 5
4. ERSCHEINUNGSFORMEN UND BEDEUTUNGEN DES ZEICHENS „007“
4.1 Das stilisierte 007-Logo 6
4.2 Symbolhaftigkeit des Zeichens 6
4.3 Bedeutungsaufladungen des Symbols „007“ 7
4.4 „007“ als Markenartikel 7
4.5 Weitere Bedeutungsaufladungen in anderen Kontexten
4.5.1 Die „Ian Fleming Foundation“ 8
4.5.2 Film TV 9
4.5.3 Andere Verwendungen 9
4.6 In satirischer Mission 10
4.7 Grafische Verfremdungen der „007“ 10
5. RESÜMEE 11
6. LITERATURVERZEICHNIS 12
Anhang
1 007 macht Schlagzeilen
2 Das erste Werbeplakat zu Bond 19 „Die Welt ist nicht genug“ (1999)
3 „007“-Merchandising
4 007 im Logo der „Ian Fleming Foundation“
5 007 in Werbebannern
6 Parodien im Magazin MAD
7 Beispiele für grafische Verfremdungen des „007“-Zeichens
2
1. Einleitung
007 - Zu dieser Zahlenkombination würde mehr als zwei Milliarden Kinobesuchern das Gleiche einfallen: James Bond. Die weltweite Popularität der Romanfigur ist seit fast 40 Jahren ungebrochen, die erfolgreichste Spielfilmreihe aller Zeiten wird in regelmäßigen Abständen fortgesetzt.
„When I`m asked to explain 007`s international popularity, I can only surmise that there is a little part of us that
emulates James Bond and his world. On a more obvious level, however, there is the inescapable fact that my
stepfather Cubby Broccoli and his partner Harry Saltzman - then later, Cubby alone - made it possible for one to
escape into an exotic world filled with larger-than-life characters, if only for a couple of hours.“ Michael G. Wilson, Produzent der James-Bond-Filme 1
„007“ ist durch die Beziehung zu Bond zum Zeichen geworden. Es ist ein Zeichen, das im Laufe der Jahre mit zahlreichen Assoziationen belegt wurde und sich als Marke international etabliert hat.
Aber wie ist es dazu gekommen? Wie ist dieses Zeichen entstanden? Warum hat Bond-Erfinder Ian Fleming seinen Agenten ausgerechnet mit „007“ bezeichnet?
Die vorliegende Arbeit wird diese Fragen zu klären versuchen und den Weg des Zeichens „007“ durch die verschiedenen Formen der medialen Populärkultur nachvollziehen. Das Quellenmaterial zum Thema „James Bond“ ist reichhaltig und besonders durch die Veröffentlichungen von Lee Pfeiffer und Dave Worrall sowie durch die neuen technischen Publikationsmöglicheiten des Internets beträchtlich erweitert worden. Die Informationen zum Ursprung des Zeichens „007“ waren bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch wenig verbreitet und demzufolge nicht ganz einfach zu recherchieren.
2. Entstehung des Zeichens 2.1 Der echte „007“
Bevor „007“ zum ersten Mal als Zeichen bezeichnet werden konnte, handelte es sich nur um drei gewöhnliche Ziffern, die in der unformatierten Kombination „007“ keinerlei symbolhafte Bedeutungsaufladung hatten.
Eine besondere Bedeutung konnte hier nur durch den speziellen Gebrauch der Ziffernkombination als fortlaufende Nummer zugewiesen werden, z.B. bei der Durchnummerierung von Hotelzimmern oder auf Autokennzeichen.
Um die Ziffernkombination mit der Romanfigur James Bond in Verbindung zu bringen, ist ein Blick zurück ins 16. Jahrhundert nötig.
Der britische Mathematiker, Philosoph und Astrologe Dr. John Dee, welcher von 1527 bis 1608 lebte, war ein persönlicher Berater der englischen Königin Elisabeth I.. Er war u.a. dafür verantwortlich, das am meisten glückverheißende Datum für die Krönung der Königin zu
1 Pfeiffer, Lee und Worrall, Dave, James Bond Essential, London 2000, S. 7.
3
bestimmen (15.1.1559), und er hatte sogar Einfluss auf die englische Kriegspolitik, indem er der britischen Kriegsflotte riet, der spanischen Armada, welche gerade im Begriff war, England anzugreifen, nicht entgegenzusegeln, da ein furchtbarer Sturm aufkommen würde. Tatsächlich ging die spanische Armada unter, während die Briten weitgehend verschont blieben 2 . Zwar hatte Dee sicher nicht die Funktion, die man heutzutage einem Geheimagenten zuschreiben würde, jedoch herrschte zwischen ihm und der Königin ein enges Vertrauensverhältnis, das oft Geheimhaltungsmaßnahmen erforderte. Dee nutzte für die schriftliche Kommunikation mit dem Königshof ein spezielles Signum, mit welchem er jeden
Brief versah, dessen Inhalt nur für die Königin bestimmt war. Dieses Signum bestand aus zwei Kreisen, welche rechts und oben von zwei miteinander verbundenen Strichen begrenzt wurden. Die Kreise repräsentierten Dees Augen als „geheime Augen der Queen“, die
umschließenden Balken bedeuteten soviel wie „under cover“, d.h. der Inhalt des Briefes war streng geheim und nur für die Augen der Queen bzw. die von Dr. Dee bestimmt. Die Balken werden als verlängerte Sieben gedeutet, welche für Dee eine heilige, geheimwissenschaftliche („kabbalistische“) und auch eine Glückszahl darstellte 3 .
2.2 Die Verbindung zu James Bond
Da das grafische Symbol der Ziffernfolge „007“ ähnelt, ergibt sich hieraus deren erste symbolhafte Bedeutungsaufladung im Zusammenhang mit der Figur James Bond 4 . Der Erfinder der Romanfigur und Autor der ersten James-Bond-Romane, Ian Fleming (1908-1964), arbeitete vor seiner Tätigkeit als Schriftsteller selbst für den britischen Marinegeheimdienst. Wie sein Romanheld so hatte auch Fleming den Status eines „Commanders“ 5 . Fleming hatte auf Grund seiner Tätigkeit für den britischen Geheimdienst tiefe Einblicke in die Geschichte desselben, und er hatte natürlich auch Kenntnis von John Dee und dem grafischen Zeichen „007“. Daher ist es nachvollziehbar, warum er seiner Figur James Bond daraufhin ausgerechnet diese Kenn-Nummer zuordnete.
2.3 Bedeutungszuordnungen durch Ian Fleming
Fleming veröffentlichte 1953 seinen ersten James-Bond-Roman mit dem Titel „Casino Royale“. Das Zeichen „007“ erhielt durch Fleming seine zweite Bedeutungsaufladung, indem er für seine Geschichten festlegte, dass Agenten, deren Kenn-Nummer mit einer „Doppel-Null“ beginnt, Mitglied der sogenannten „Double-0-Section“ des britischen Geheimdienstes „MI6“ seien und
2 vgl. Cooper, D.W. und Gerald, Lawrence, http://www.sirbacon.org/links/dblohseven.html, 28.2.2001.
3 vgl. Deacon, Richard, John Dee: Scientist, Geographer, Astrologer, Secret Agent to Elizabeth I., London 1968, zit. nach:
Cooper, D.W. und Gerald, Lawrence, http://www.sirbacon.org/links/dblohseven.html, 28.2.2001.
4 Holden, Clay, http://www.hexagonarchive.com/007.htm, 28.2.2001.
5 vgl. Pfeiffer und Worrall, 2000, S. 202 f.
4
eine Lizenz zum Töten haben 6 . Diese Erklärungen Flemings sind rein fiktional, der „MI6“ jedoch existiert 7 .
Schließlich kommt noch die Bedeutungsaufladung der eindeutigen Personenkennzeichnung hinzu. „007“ wurde zur Code-Bezeichnung für den fiktiven Geheimagenten Commander James Bond, d.h. für eine spezielle Person.
Das Zeichen „007“ und die Bezeichnung „James Bond“ hatten zunächst die gleiche Bedeutungsebene, d.h. wer 007 sagt, meinte James Bond und umgekehrt. Beide Titulierungen wurden zum Bezeichnen der Person gleichrangig verwendet. Lediglich James Bond spricht von sich nie selbst als „007“, er stellt sich immer mit „James Bond“ vor.
3. Der Romanheld wird lebendig 3.1 Vom Buch auf den Bildschirm, vom Bildschirm auf die Leinwand Am 21.10.1954 wechselte das Zeichen „007“ zum ersten Mal das Medium. An diesem Tag strahlte der amerikanische Sender CBS im Rahmen der Sendereihe „Climax Mystery Theater“ die erste Bond-Fernsehverfilmung aus. Sie basierte auf Flemings erstem Roman und hatte den gleichen Titel: „Casino Royale“. In den Hauptrollen dieser 50-minütigen Live-Sendung (!) spielten Barry Nelson, Linda Christian und Peter Lorre 8 . Der „Casino Royale“-Stoff wurde 1967 erneut aufgegriffen und zu einer Komödie umgearbeitet. Es spielten u.a. Peter Sellers, Ursula Andress, David Niven und Woody Allen. Der Film lief im Kino und war kommerziell recht erfolgreich 9 . Er zählt jedoch nicht zu den „offiziellen“ Bond-Filmen. 3.2 Die offizielle James-Bond-Filmreihe
Die Rechte für die Verfilmung sämtlicher Bond-Romane, außer „Casino Royale“ liegen bei Albert R. Broccolis „EON Productions“. Die von EON produzierten Filme gelten als die offizielle James-Bond-Filmreihe. Demnach hatte 007 am 5. Oktober 1962 mit „Dr. No“ Kinopremiere 10 .
Durch offensives Marketing und den permanenten Gebrauch des Zeichens „007“ in den weltweit vertriebenen Bond-Filmen wurde selbiges immer öfter mit der Romanfigur James Bond verbunden.
6 vgl. Ian Fleming Foundation, http://www.ianfleming.org/mkkbb/afjbfaq/1.shtml, 28.2.2001.
7 vgl. Kane, Thomas M., Gurps Espionage : The Secret World of Assassins, Spies and Counterspies, (o.O.) 1992, zit. nach:
http://www.universalexports.net/00RealMI6.html, 28.2.2001.
8 vgl. Last, Kimberly, http://www.mcs.net/~klast/www/cr54.html, 28.2.2001.
9 vgl. Pfeiffer und Worrall, 2000, S. 212
10 vgl. ebd., S. 13
5
4. Erscheinungsformen und Bedeutungen des Zeichens „007“ 4.1 Das stilisierte 007-Logo
Auch das Film-Symbol „007“ war in erster Linie, basierend auf
den Vorgaben von Ian Fleming, die Geheimdienstbezeichnung für den Agenten James Bond.
Im Jahre 1962, zeitgleich mit der Premiere des ersten Bond-
Kinofilms, entwickelte David Chasman, damals Marketing-Chef der Filmvertriebsfirma UNITED ARTISTS, das 007-Logo, welches bis heute verwendet wird und im Laufe der Jahrzehnte nur leicht verändert wurde 11 . Das Logo ist seit 1962 als Marke der Produktions- und Vertriebsfirmen der Bond-Filme urheberrechtlich geschützt und darf demzufolge ausschließlich von diesen Firmen genutzt werden 12 .
Durch die grafische Kombination der Ziffernfolge „007“ mit einer abstrahierten Pistole wird eine eindeutige Zuordnung des 007-Film-Logos mit James Bond und speziell mit den Bond-Filmen von EON erreicht.
Zur Verdeutlichung des Unterschieds zwischen dem grafischen Symbol und der unformatierten Zahlenkombination soll folgendes Beispiel dienen: 3429007106200 3429 106200
Betrachtet man die linke Zahlenkolonne, wird man wohl kaum an eine Romanfigur namens James Bond denken. Schaut man sich die zweite Zifferfolge an, welche zwar die gleichen Ziffern enthält, deren Formatierung jedoch minimal verändert ist, denkt man unweigerlich an Bond. Zu dem unformatierten Zeichen „007“ kam ein grafisches Zeichen hinzu.
4.2 Symbolhaftigkeit des Zeichens
Sowohl das „007“-Geheimzeichen aus dem 16. Jahrhundert als auch das 1962 entwickelte Filmlogo sind immer Symbole gewesen, da beide von Anfang an auf Konventionen begründet waren. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass es sich bei dem Siegelzeichen um eine Konvention zwischen lediglich zwei Menschen, namentlich der britischen Königin und Dr. John Dee, gehandelt hat, während das Film-Logo durch Marketing-Prozesse binnen kürzester Zeit einem weltweiten Medienpublikum bekannt gemacht wurde.
11 vgl. Grant, Red, http://members.nbci.com/artofbond/drno.htm, 28.2.2001.
12 vgl. Pfeiffer und Worrall, 2000, S. 4
6
Arbeit zitieren:
B.A. Mario Müller, 2001, Das Zeichen 007 - Zeichenentstehung in der medialen Populärkultur, München, GRIN Verlag GmbH
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