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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
S. 3
II. Hauptteil
1. Jugend und Aufstieg des Perikles 4-5
2. Ausbau der Demokratie 5-7
3. Opposition gegen Perikles 8-10
4. „In Wirklichkeit aber Herrschaft des ersten Mannes“? S.10-12
III. Schlussbemerkung 12
IV. Quellen- und Literaturverzeichnis
S 13
3
Einleitung
„So war es dem Namen nach Demokratie, in Wirklichkeit aber Herrschaft des ersten Mannes“ 1 . Diese abschließende Betrachtung von Thukydides über die Regierungs- und Lebenszeit des athenischen Politikers und Strategen Perikles beschreibt die Problematik wohl am Treffendsten. Darf die Schaffenszeit Perikles‘ mit der “Geburt der Demokratie“ gleichgesetzt werden, wie es so oft der Fall ist? War er wirklich der ideale Staatsmann, wie Thukydides ihn beschreibt und verteidigt? Oder hatte Perikles eine Tyrannis etabliert und das Volk willkürlich beherrscht, so wie es ihm seine Gegner vorwarfen?
Das überlieferte Periklesbild beruht zum Großteil auf dem Zeugnis des athenischen Geschichtsschreibers Thukydides, der dem Alkmeoniden in seinem Werk über den Peloponnesischen Krieg einen besonderen Stellenwert einräumt. Thukydides hat selbst in diesem Krieg mitgekämpft und sein Quellenwert ist prinzipiell sehr hoch einzuschätzen. Das Problem ist aber nun, dass der Nachwelt nur wenige weitere Quellen über Perikles zur Verfügung stehen, die unabhängig von Thukydides sind. An erster Stelle müssen hier die attischen Komödien genannt werden. Für die meisten Komödiendichter des 5. Jh. v. Chr. war Politik und Privatleben des Perikles stets ein dankbares Thema. Hierbei sind vor allem Kratinos, Hermippos und Aristophanes zu nennen, von denen teils noch ganze Werke erhalten sind, teils nur wenige Fragmente, die vor allem von Plutarch überliefert worden sind. Plutarch hat in seiner Reihe der Doppelbiographien einen Teil Perikles gewidmet. Auch wenn er eine Vielzahl von Quellen für seine Informationen herangezogen hat, hält er sich doch meistens sehr eng an die Darstellung des Thukydides. Plutarchs Quellenwert ist weitaus schwieriger zu beurteilen, zumal zwischen der Lebzeit Perikles‘ und Plutarchs Niederschrift mehr als sechs Jahrhunderte vergangen sind. Doch da Thukydides nur über die letzten Jahre des Wirkens von Perikles berichtet, kommt man für die Zeit seines politischen Aufstiegs nicht um eine Beschäftigung mit Plutarch herum.
Diese Arbeit soll zuerst einen Überblick über den politischen Aufstieg des Perikles sowie seine Reformen geben. Seine Außenpolitik und die Kriegsschuldfrage können hier allerdings nur sehr kurz behandelt werden. Schließlich soll die Frage bearbeitet werden, ob Perikles tatsächlich als ein Alleinherrscher bezeichnet werden kann.
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II.
1. Jugend und Aufstieg des Perikles
Perikles stammte sowohl von väterlicher als auch von mütterlicher Seite her aus sehr vornehmen attischen Geschlechtern und wurde um das Jahr 495 v. Chr. geboren. Seine Mutter Agariste gehörte dem berühmten Geschlecht der Alkmeoniden an, welches seit mehreren Generationen regelmäßig einige der wichtigsten Staatsmänner Athens stellte. Dieses Geschlecht war jedoch seit dem 7. Jh. v. Chr. mit einem Fluch beladen, was auf den sogenannten “kylonischen Frevel“ zurückging. Ein Mitglied des Alkmeonidengeschlechts soll einen Gottesfrevel schlimmster Art begangen haben, indem er Schutzsuchende in einem heiligen Tempel ermorden ließ 2 . Auch zwei Jahrhunderte später war dieses Ereignis noch nicht vergessen und wurde versuchsweise als politisches Druckmittel gegen Perikles verwandt. Sein Vater Xanthippos errang als Befehlshaber der athenischen Flotten in den Perserkriegen hohes Ansehen 3 . In seiner Jugend erhielt Perikles, wie es in Adelskreisen üblich war, eine umfassende Ausbildung. Als seine Lehrer in jungen Jahren nennt Plutarch Damon, der ihn in der Musik sowie der Staatskunst unterrichtete, und Zenon von Elea, der sich unter anderem mit Naturphilosophie beschäftigte. Vor allem aber prägte ihn der Umgang mit dem Philosophen Anaxagoras. Von ihm lernte er die Wertschätzung des Verstandes gegenüber dem Aberglauben sowie die Kunst der Rhetorik. Jener war es nach Plutarchs Zeugnis auch, der Perikles‘ „Charakter zur Würde und Vollkommenheit erzog“ 4 . Das erste Mal trat Perikles offiziell an die athenische Öffentlichkeit, als er 472 die Funktion des Choregen für das Theaterstück “Die Perser“ von Aischylos übernahm 5 . Danach trat er erst zehn Jahre später bei dem Prozess gegen den Strategen Kimon in Erscheinung, der von der demokratischen Opposition nach militärischen Rückschlägen wegen Bestechung angeklagt worden war. Einer der Ankläger auf Seiten dieser Opposition war nun Perikles. Plutarch berichtet, dass er bis dahin die Politik gemieden habe, aber im Krieg „ein tapferer Soldat“ gewesen sei. Dann aber habe er sich entschlossen „auf die Seite des Volkes zu treten“ und „die Partei der besitzlosen
1 Thuk. 2.65,9.
2 Zum “kylonischen Frevel“ siehe Thuk 1.126-127, zur Abstammung des Perikles auch Plutarch,
Perikles, 3.
3 Vgl. Carl W. Weber, Perikles. Das goldene Zeitalter von Athen, München 1985, S.67.
4 Plut. Perikl. 4-5.
5 Vgl. Weber, Perikles, 1985, S.96.
Arbeit zitieren:
Maike Berhorst, 2005, Perikles - Demokratie oder Herrschaft des ersten Mannes?, München, GRIN Verlag GmbH
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