Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Anatomie und Physiologie der Wirbelsäule 4
2.1. Aufbau der Wirbelsäule 4
2.2. Der Wirbel als Bauelement 5
2.3. Die Wirbelkörperbänder 7
2.4. Die Beweglichkeit der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte 7
2.5. Funktion der Wirbelsäule 7
2.6. Die Umgebung der Wirbelsäule 8
2.6.1. Das Becken 8
2.6.2. Der Brustkorb 8
2.6.3 Der Schultergürtel 9
3. Die Wirkung der Beckenposition auf die Wirbelsäule 9
4. Die Muskulatur 10
4.1. Die Muskulatur des Beckengürtels und der Beine 11
4.1.1. Der Lenden-Darmbein-Muskel (M. iliopsoas) 11
4.1.2. Der Vierköpfige Oberschenkelmuskel (M.quadrizeps femoris) 12
4.1.3. Die Ischiocurale Muskulatur 13
4.1.4. Der große Gesäßmuskel (M. glutaeus maximus) 13
4.1.5. Der mittlere und kleine Gesäßmuskel (M. glutaeus medius und minimus) 14
4.2. Die Muskulatur des Rumpfes 15
4.2.1. Die Bauchmuskeln 15
4.2.1.1. Der Gerade Bauchmuskel (M. rectus abdominis) 16
4.2.1.2. Der Äußere Schräge Bauchmuskel (M. obliquus abdominis) 16
4.2.1.3. Der Innere Schräge Bauchmuskel (M: obliquus internus abdominis) 16
4.2.1.4. Der Quere Bauchmuskel (M: transversus abdominis) 16
4.2.2. Die Rückenmuskeln 17
4.2.2.1. Die Langen Rückenmuskeln 18
4.2.2.2. Die Mittellangen Rückenmuskeln 18
4.2.2.3. Die Kurzen Rückenmuskeln 18
4.2.2.4. Das Zusammenspiel der Rückenmuskulatur und die Konsequenz für
das Training zur Stabilisierung der Wirbelsäule 19
5. Koordination als Teildisziplin zur Stabilisierung der Wirbelsäule 21
5.1. Definition Koordination 21
5.1.1. Nach Müller, W. / Schwesig, R., 1999 21
5.1.2. Nach Jasper, B., 2002 21
5.2. Koordinatives Training 21
5.3. Koordinative Fähigkeiten nach Jasper 1998 21
5.3.1. Orientierungsfähigkeit 21
5.3.2. Differenzierungsfähigkeit 22
5.3.3. Gleichgewichtsfähigkeit 22
5.3.4. Reaktionsfähigkeit 22
5.3.5. Rhythmisierungsfähigkeit 22
5.3.6. Kopplungsfähigkeit 22
5.4. Netzwerk koordinativer Fähigkeiten modifiziert nach Hirtz 1985
(Die Säule 4/99) 23
5.5. Trainingsmethodik 23
5.6. Ziel des Trainings 24
6. Propriozeption 24
6.1. Definition 24
6.2. Propriozeptives Training 24
7. Praxisbeispiele 25
7.1. Therapiekreisel 25
7.1.1. Gewöhnung an das Trainingsgerät 25
7.1.2. Partnerstabilisationsübungen 26
7.1.3. Fangübungen 27
7.1.4. Jonglierübungen 27
7.1.5. Theraband-Übungen 28
7.1.6. Partnerübungen mit Theraband 29
7.2. Bodyblade 29
7.2.1. Übung 1 30
7.2.2. Übung 2 30
7.2.3. Übung 3 31
8. Fazit 32
9. Literaturliste 33
1. Einleitung
Eine bewusste Wahrnehmung der Körperbewegungen, der Körperhaltung und der Körperbelastung kann eine Grundlage zur Verbesserung der Wirbelsäuleposition und ihrer Stabilisation darstellen.
Diese These stellen wir bewusst an den Anfang unserer Ausarbeitung, da sie bereits unsere Präsentation sowie die anschließende Ausarbeitung geprägt hat. Die Auswahl der Literatur sowie der präsentierten Praxisbeispiele beziehen sich aus diesem Grund auch vornehmlich auf „die bewusste und unbewusste Verarbeitung afferenter Informationen über Gelenkstellung, -bewegung und -kraft durch das Zentralnervensystem“ (Rücken-Fit, 2002), auch Propriozeption genannt.
Doch die Wahrnehmung des Körpers setzt u. E. auch Kenntnisse über die Anatomie und Physiologie der Wirbelsäule sowie der sich ihr angrenzenden Umgebung voraus. So haben wir uns nicht nur mit der Anatomie der Wirbelsäule, sondern auch mit dem Brustkorb, dem Schultergürtel und natürlich dem Becken beschäftigt. Gerade das Becken beeinflusst die Stellung der Wirbelsäule. Die Veränderung der Beckenposition sowie das Wirken auf die Extremitäten haben wir im Kapitel 3 zu verdeutlichen versucht. Denkt man über funktionelle Überlegungen zur Verbesserung der Wirbelsäulenstabilität nach, so verbindet man damit in den meisten Fällen auch ein Training der an die Wirbelsäule ansetzenden Muskeln. Die Muskeln, die die Stellung und Stabilität der Wirbelsäule am meisten beeinflussen, haben wir im Kapitel 4 zusammengefasst und dabei auch das Zusammen- und Gegenspiel von Muskeln betrachtet. Im Kapitel 5 gehen wir auf die Koordination und das koordinative Training ein, bevor wir uns mit den koordinativen Fähigkeiten: Orientierung (Kapitel 5.3.1.), Differenzierung (Kapitel 5.3.2.), Gleichgewicht (Kapitel 5.3.3.), Reaktion (Kapitel 5.3.4.), Rhythmus (Kapitel 5.3.5.) und Kopplung (Kapitel 5.3.6.) beschäftigen. Nach dem propriozeptiven Training im Kapitel 6.2. befassen wir uns im Kapitel 7 mit einigen Praxisbeispielen. Hier gehen wir ausschließlich auf die bewusste und unbewusste Wahrnehmung des Körpers im Raum ein. Aus diesem Grund haben wir auch auf Übungen, die die so genannten „großen“ Muskeln speziell stärken, verzichtet. Die Koordination und das Zusammenspiel der Muskeln und Gelenke stellen wir in unseren Praxisbeispielen in den Vordergrund.
Der Therapiekreisel sowie das Theraband spielen in unseren funktionellen Überlegungen zur Verbesserung der Stabilität der Wirbelsäule die entscheidende Rolle.
2
2. Anatomie und Physiologie der Wirbelsäule
2.1. Aufbau der Wirbelsäule
“Die Wirbelsäule ist ein langes Ding, das den Rücken runterläuft. Oben sitzt mein Kopf und unten ich.“ (Spruch eines Kindes) (KEMPF,H.D., 1997)
Ganz so einfach kann man die Anatomie und Physiologie der Wirbelsäule sicherlich nicht wiedergeben. Die Aussage des Kindes verdeutlicht aber in hohem Maße die Bedeutung der Wirbelsäule als zentrales Achsorgan des Körpers. Dabei ist die Wirbelsäule einerseits statisch belastbar, z.B. bei längerem Stehen, andererseits kann man sie aber auch in hohem Maße drehen und beugen (wie z.B. beim Turnen). Diese verschiedenen Einsatzmöglichkeiten ziehen selbstverständlich Fragen nach sich, wie die Wirbelsäule aufgebaut ist, welche Gelenke an die Wirbelsäule grenzen sowie welche Muskelgruppen die Stabilität bzw. die Beweglichkeit der Wirbelsäule beeinflussen. “Die Wirbelsäule bildet das sogenannte Achsorgan des Rumpfes. Die freie Wirbelsäule ist vergleichbar mit einem gegliederten beweglichen Stab, der aus den Wirbeln, den Zwischenwirbeln oder Bandscheiben und den Bändern besteht.“(GEHRKE,T., 2000) Das Rückgrat besteht aus sieben Halswirbeln (Vertebra cervicalis), zwölf Brustwirbeln (Vertebra thoracica) sowie fünf Lendenwirbeln (Vertebra lumbalis). An dem beweglichen Teil der Wirbelsäule schließen sich nach unten das Kreuzbein und das Steißbein an. Das Kreuzbein und das Steißbein sind eine Verschmelzung von ursprünglich neun bis zehn Wirbeln.
Die Wirbelsäule wird demnach in vier Abschnitte unterteilt. Die Halswirbelsäule (HWS), die Brustwirbelsäule (BWS), die Lendenwirbelsäule (LWS) und das Kreuzbein, das sich an die LWS anschließt und mit dem Ilio-Sacral-Gelenk die Verbindungsstelle zum Becken darstellt und als großflächige Knochenplatte verschiedenen Muskeln Ansatzfläche bietet.
“Zwischen den Wirbeln liegt eine Faserknorpelscheibe (Anulus fibrosus) mit einem weichen Kern in der Mitte (Nucleus pulposus). Scheibe und Kern bilden zusammen eine Art Stoßdämpfer und werden Zwischenwirbel- oder Bandscheibe genannt.“ (WIRHED, R., 1984)
Neben den Zwischenwirbelscheiben sind auch noch Bandstrukturen, das vordere Längsband (Lig. Longitudinale anterius) und das hintere Längsband (Lig. Longitudinale posterius), als passive Halteelemente und Muskeln als aktive Halteelemente mit der Wirbelsäule verbunden.
Durch die unterschiedliche Stellung der Wirbelgelenke in den einzelnen Abschnitten erhält die Wirbelsäule eine (Doppel-) S-förmige Schwingung und kann so Belastungen, Stöße und Verwringungen abfedern und ausgleichen. Die Krümmungen in den jeweiligen Wirbelsäuleabschnitten heißen nach der jeweiligen Krümmungsrichtung entweder Lordose (Krümmung nach vorne im Bereich der Halswirbelsäule (1. - 6. Halswirbel) und der Lendenwirbelsäule (10. Brustwirbel - 5. Lendenwirbel)) oder Kyphose (Krümmung nach hinten in der Brustwirbelsäule (7. Halswirbel - 9. Brustwirbel) und im Bereich des Kreuzbeines (Sakralkyhose)).
2.2. Der Wirbel als Bauelement
Den größten Teil des Wirbels macht der zylinderförmige Wirbelkörper aus. Entsprechend der nach unten zunehmenden Last nehmen die Wirbelkörper auch in der Größe nach unten hin zu. Die freien Wirbel sind mit einer Ausnahme, dem Atlas, alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: 1. Wirbelkörper (Corpus vertebrae) 2. Wirbelbogen (Arcus vertebrae) 3. Wirbelloch (Foramen vertebrale) 4. Querfortsatz (Processus transversus) 5. Dornfortsatz (Processus spinosus) 6. Gelenkfortsatz (Processus articularis)
4
Vom Wirbelkörper (1) gehen zwei nach hinten gerichtete Wirbelbogen ab (2). Beide umschließen gemeinsam das Wirbelloch (3). Die Gesamtheit aller zylinderförmig übereinander gereihten Wirbellöcher bildet den Wirbelkanal. Dieser knöcherne Kanal bietet Schutz für das darin verlaufene Rückenmark. An jedem Wirbelbogen gehen sieben Knochenfortsätze ab. Zwei seitlich liegende paarige Querfortsätze (4) und ein nach hinten gerichteter, fühlbarer Dornfortsatz (5) dienen als Ansatzpunkt und als Hebel für die tiefe Rückenmuskulatur. Jeweils zwei obere und zwei untere Gelenkfortsätze (6) bilden eine gelenkige Verbindung (Wirbelgelenk) zu den Gelenkfortsätzen des darüber und darunter liegenden Wirbels. Die Neigung der Gelenkflächen an den Gelenkfortsätzen bestimmt, wie beweglich der jeweilige Wirbelsäulenabschnitt ist.
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Arbeit zitieren:
Johannes Beckering, Jens Beintken, 2003, Funktionelle Überlegungen zur Optimierung der Stabilisationsfähigkeit der Wirbelsäule, München, GRIN Verlag GmbH
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