VORWORT
Basic Needs - ein Begriff, viele Definitionen, Ansätze und Theorien, wie ich schon bald bemerkte, als ich mit dem Studium der Literatur began. Es existieren viele Begriffsdefinitionen undüberschneidungen, sich widersprechende Theorien und unterschiedliche Bereiche, i n denen Basic Needs abgehandelt werden können.
Das Thema „Basic Needs“ kann in einem so breiten Spektrum betrachtet und untersucht werden, dass ich mich anfänglich zuerst einmal in der sehr vielfältigen und auswahlreichen Literatur, die sich mir Basic Needs auseinandersetzt, zurecht finden musste. Sich -auch innerhalb des Bereiches der Entwicklungssoziologie- auf einige wenige Themen, Schwerpunkte festzulegen, das war folglich nicht einfach. Die Schwerpunkte meiner Arbeit legte ich auf einige mir wichtig erscheinende Themen, die ich im Rahmen dieser Arbeit behandeln konnte. Die Arbeit hat somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Vollkommenheit, da der Rahmen dieser Arbeit sonst gespregt würde Bei der Auswahl und der schlussendlichen Festlegung der Themen war mir auch die Besprechung mit Frau Anita Glatt eine grosse Hilfe, der ich an dieser Stelle danken möchte.
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INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung
Die momentane Situation in den Entwicklungsländern
Kontextualisierung des Begriffs „Basic Needs“: Die Geschichte des Entwicklungskonzepts
Der Begriff „Basic Needs“
Verschiedene Theorien und unterschiedliche Gliederungsversuche innerhalb der Basic Needs
Weltweites Dilemma: Probleme bei der Basic Needs-Befriedigung
Basic Needs in Nigeria - ein Fallbeispiel
Nigerias (wirtschaftliche) Vorgeschichte
Genauere Analyse der Basic Needs-Sektoren in Nigeria
Eine mögliche Basic Needs-Strategie für Nigeria
Schlusswort
Bibliographie
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EINLEITUNG
Obwohl der weitverbreitete Begriff „Basic Needs“ in viele Wissenschaftsbereiche involviert ist, findet dessen Analyse in dieser Arbeit im Bereich der Entwicklungssoziologie statt. Diese Einschränkung minimiert das Spektrum schon beträchtlich und erleichtert eine klare Abgrenzung des Themas. Im weiteren bezieht sich der Begriff „Basic Needs“ in dieser Arbeit auf die „Human Needs“, d.h. auf die menschlichen Bedürfnisse.
Die Begriffe „Basic Needs“ (=Grundbedürfnisse), „Bedürfnisse“, „elementare Bedürfnisse“, und „menschliche Bedürfnisse“ werden in dieser Arbeit alle gleichgestellt behandelt.
Der Begriff „Basic Needs“ wird in Konzepten der Basic Needs-Befriedigung gebraucht, die
ihr Aufleben in den Anfängen der 70er Jahren feierten. Dort tauchte der Begriff „Basic Needs“ zum ersten Mal im Prinzip des Grundbedürfnisansatzes, welches das Ziel der Basic Needs-Befriedigung verfolgt, auf.
Der Aufbau der Arbeit soll dem Leser die Kontextualisierung des Begriffes zuerst erläutern, bevor auf den eigentlichen Begriff „Basic Needs“ eingegangen wird. Einige Gliederungsversuche innerhalb des Begriffes selbst und ein kurzer Abriss genereller Schwierigkeiten der Basic Needs-Befriedigungen gehen dem Fallbeispiel Nigerias voraus, welches dann zum Schluss der Arbeit den Begriff „Basic Needs“ in der Praxis veranschaulichen möchte.
Mit diesem abschliessenden Fallbeispiel möchte gezeigt werden, dass Praxis und Theorie -wie immer- zwei himmelweite Unterschiede sind und dass sich ausgeklügelte Theorien nicht immer mühelos auf die Realität übertragen lassen können.
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DIE MOMENTANE SITUATION IN DEN
ENTWICKLUNGSLÄNDERN
In vielen Büchern steht geschrieben, dass sich in der Dritten Welt eine grauenhafte menschliche Tragödie ereignet, welche durch Armut und Hunger charakterisiert ist. Gemäss einer Studie des Jahres 1976 waren zu diesem Zeitpunkt 300 Millionen Menschen der Dritten Welt ohne Arbeit, eine halbe Million schwer unterernährt und mehr als eine Milliarde lebten in grösster Armut.
Wie in vielen Berichten der letzten Jahrzehnten nachzulesen ist, möchte man die Situation bis zum Jahr 2000 verändert haben. Roger Darling hat im „International Development Forum“ unter dem Titel „The Return to Valid Development Principals“ geschrieben, dass „bis zum Ende des Jahrhunderts die schlimmsten Aspekte der Weltarmut behoben sein könnten“ ( Trappe, 108).
Momentan leben wir im Jahre 2000 und können die Lage als nicht sonderlich verändert bezeichnen. Es wurde immer wieder festgestellt, dass das durchschnittliche Einkommen in vielen Dritt Weltländern seit Mitte der 70er Jahren stagnierend oder sogar rückläufig ist, was in einer Zunahme der Armut resultiert.
Viele Entwicklungsländer haben sich bis heute nicht von der Schuldenkrise erholen können, in welche sie wegen den weltwirtschaftlichen Turbulenzen stürzten.
Selten sind die Basic Needs der Entwicklungsländern befriedigt, was wir am Beispiel Nigerias in einem späteren Kapitel erfahren können.
Das Problem der Hungerstillung ist ein Faktum, welches noch immer aktuell und akut ist. Die Tatsache, dass die Menge der auf dieser W elt vorhandenen Nahrungsmitteln die gesamte Erdbevölkerung ernähren könnte, zeigt, dass das ganze unter anderem ein Problem der Verteilung und der Organisation ist.
Jedoch versucht die Entwicklungshilfe mit ihren Projekten und Unterstützungen die Basic Needs der in den Dritt Weltländern lebenden Menschen zu befriedigen, was ihr aber nur schrittweise und sehr langsam gelingt. Die Verbesserung der Basic Needs-Befriedigung geht in den ärmeren Entwicklungsländern noch langsamer voran als in den reicheren, so dass die Zielfunktion der Basic Needs-Befriedigung (physisches, mentales und soziales Wohlbefinden) nur langsam angestrebt werden kann.
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Um eines Tages dieses Ziel zu erreichen, müssen die Änderungen in den Dritt Weltländern umfänglich sein, da in beinahe allen Sektoren der Basic Needs Probleme existieren.
KONTEXTUALISIERUNG DES BEGRIFFS „BASIC NEEDS“:
DIE GESCHICHTE DES ENTWICKLUNGSKONZEPTS
Bevor in dieser Arbeit näher auf den Begriff „Basic Needs“ eingegangen wird, muss die Einbettung dieses Begriffes abgeklärt werden, damit der Begriff nicht im zusammenhangslosen Raum steht. In der Entwicklungssoziologie wird der Begriff „Basic Needs“ vorallem im Zusammenhang mit Entwicklungshilfe in den Entwicklungsländern benötigt. In den Dritt Weltländern hat die grundsätzliche Befriedigung der Basic Needs Priorität, da die Basic Needs und deren Sicherstellung den Grundstein des menschlichen Fortschritts konstituieren, auf welchem im weiteren aufgebaut werden kann. Für diese Sicherstellung wurden viele Entwicklungskonzepte entworfen. In den Jahren von 1950 bis ungefähr 1985 unterliefen die verschiedenen Entwicklungsmodelle einen strategischen Wandel, der somit auch einen Wandel des Basic Needs-Konzepts bewirkte. Damit das Basic Needs-Konzept nicht einfach im kontextlosen Raum steht, wird hier versucht die Einbettung, die strategische Orientierung und den Wandel der Entwicklungshilfe wiederzugeben. Innelhalb dieses Wandels lassen sich drei Strategien festmachen, an denen sich die Entwicklungshilfe orientieren soll oder kann.
Bis in die 60er Jahre war die Wachstums - und Modernisierungsstrategie das vorherrschende Konzept der Entwicklungshilfe. Die Mekmale dieser Strategie lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Es sollte ein Strukturwandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft vollzogen werden, was die materielle Armut der Entwicklungsländer abschaffen sollte.
2. Die Unterstützung des Exports sollte die Vorherrschaft des starken Importhandels schwächen. 3. Der Bildungs- und Gesundheitszustand der ArbeiterInnen sollte gefördert werden, was auf erste Anzeichen des Humankapitalansatzes deuten lässt.
4. Der Entwicklungsfortschritt wird an der Wachstumsrate des Bruttosozialprodukts gemessen.
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Diese Strategie ist in mehreren Punkten zu kritisieren. Sie musste sich unter anderem den Vorwurf anhören, dass sie sich -abgesehen von der generellen Vernachlässigung der Basic Needs- zu stark auf den Wirtschaftswachstum konzentriere.
Nur einige wenige warnten davon, dass eine solche Konzentration ein Zunehmen der Einkommens-und somit auch der Armutsunterschiede bewirken könnte.
Das erhoffte „Durchsickern des Wachstums“ (Kappel, 20) fand nicht statt, und das von wenigen prophezeite Ansteigen der Armut trotz Wirtschaftswachstum tratt ein. Die Einsicht, dass
„wir nicht die Aufgabe darin gesehen haben, die Armut abzuschaffen, sondern darin, bestimmte Werte von Durchschnittseinkommen zu erreichen“ (Kappel, 23), bewirkte in den Anfängen der 70er Jahren einen Umschwung und zog eine neue Strategie der direkten Armutsbekämpfung mit sich.
Die Strategie der direkte Armutsbekämpfung lässt sich in drei Teilphasen unterteilen. In den frühen 70er Jahren war die Verteilung cum Wachstum-Theorie aktuell, die in ihren Mittelpunkt die direkte Armutsbekämpfung stellte, die durch eine Umverteilung der Vermögenswerte erreicht werden sollte. Die (Um-)Verteilung des Landes war zum Beispiel ein verfolgter Ansatz. Da die Arbeitsleistung eines Arbeiters durch die Stärkung, bestenfalls Befriedigung der Basic Needs unterstützt wird, wurde der Humankapitalansatz (in der Wachstums - und Modernisierungsstrategie zuerst aufgetaucht) zum Grundbedürfnissansatz erweitert, der sich als zweite Phase der Strategie der direkten Armutsbekämpfung ausmachen lässt. Der Grundbedürfnissansatz ist quasi eine Weiterentwicklung der Verteilung cum Wachstum-Theorie und verfolgt als wichtigstes Ziel die Befriedigung der elementaren Grundbedürfnisse (Basic Needs).
Dieser auf nicht-monetäre Ziele konzentrierte Ansatz spezifiziert jene Güter, die den Armen eines Landes unbedingt zur Verfügung gestellt werden müssen, damit die Sicherstellung der Basic Needs-Befriedigung erfolgen kann.
Als Vorteile diese Ansatzes wurden immer wieder hervorgehoben (insbesondere von P. Streeten),
• dass er das Ziel eines erfüllten Lebens habe, da er die elementaren menschlichen Bedürfnisse befriedige,
• dass er „vom Abstrakten (Geld, Einkommen,etc.) zum Konkreten, vom Aggregat zum Spezifikum“ (Kappel , 26) übergehe,
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Arbeit zitieren:
Isabelle Fol, 2001, Basic Needs - Menschliche Grundbedürfnisse, München, GRIN Verlag GmbH
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