Die Theorie des Pragmatismus
von: Nadine Merten
Inhaltsverzeichnis
I Einführung
a) Ausgangslage S.1
b) Geschichte S.2
II Die pragmatische Methode und der Staat S.3
III Der Wahrheitsbegriff, Konfliktlösung S.5-9
IV Pragmatismus und Demokratietheorie S.9-10
V Zum Gemeinwohl S.10-11
VI Individuum und Gemeinschaft S.11-12
VII Religion S.12-14
VIII Zur Aktualität des Pragmatismus S.14-15
Bibliografie S.16
I. Einführung
„Was zunächst den Pragmatismus als Methode betrifft, so besteht sie in der Anweisung bei Fragen nach der Richtigkeit oder Falschheit von Gedanken, Überzeugungen oder Behauptungen auf die praktischen Konsequenzen zu achten, die mit dem jeweiligen Gedanken, Überzeugungen oder Behauptungen verbunden sind.“1
a) Ausgangslage
Zunächst einmal müssen wir uns den Ausgangspunkt der Theorie vor Augen halten, die Zeit, in der sie entstand: Nietzsche formuliert hintergründig und kompromisslos das kulturelle Unbehagen der Zeit der wissenschaftlichen und technischen Erfolge, der beschleunigten Industrialisierung, aber auch des Zerfalls sozialer Strukturen und der Einsicht in die Irrationalität der Welt. Zentrale politische Begriffe werden fragwürdig und beweisen sich als unhaltbar: Begriffe, wie etwa: Gemeinschaft, soziales Band, Tugend, Recht und politisches Handeln. 2 Zwei verschiedene Denkrichtungen versuchen auf diese veränderte Sachlage zu reagieren: Heideggers Seinsphilosophie ist eher auf die theoretische Reflektion, als auf das praktische Handeln bezogen.
Von Heidegger führt die Linie zum Neostrukturalismus und der französischen Philosophie der Pos t moderne, hier zu Michel Foucault, Jean- Francois Lyotard, Jacques Derrida und Jean Baudrillard. Da die Welt nach ihrem Denken u n endlich komplex ist, sei es eben auch unmöglich sie rational zu beherrschen. Man müsse ihr nachspüren, wenn man ihrer Komplexität gerecht werden will. Dieses neue Denken läutet einen Wandel im Denk en des 20. Jahrhunderts ein. Die andere Antwort nun, will ich hier näher beschrei ben. Sie ist die eher amerikanische Antwort auf die Frage nach dem Beherrschen oder zumindest Verstehen einer immer komplexer werdenden Welt. Sie wendet sich ebenso von allem Denken der rationalistischen Tradition ab, aber weniger nach theoretischen Reflektionen, sondern eben eher aus pragmatischer Sicht. Man will sich also nicht mehr auf nicht enden wollende heoretische Dispute einlass en, die sowieso nie zu einer Lösung kommen könnten und somit folgenlos blieben. Die Frage nach dem Zweck einer Handlung scheint wichtig. Der Pragmatismus wählt nicht den Weg ins Denken, in die Frage nach dem Seinsverständnis, er konzentriert sich auf fundamentale Ziele, also auf die Praxis, das pragmatische Handeln. Am Ende des 20. Jahrhunderts stehen also entweder die Hinwendungen zum Primat der Praxis oder eben hin zu r kritischen Reflektion. 3
b) Geschichte
Der Name Pragmatismus stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Handlung“, der Stamm ist derselbe, der heute unseren Wörtern „prakti sch“ und „Praxis“ zu Grunde liegt. Der pragmatische Ansatz hat zu d en meist diskutiert en philosophischen Bewegungen im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts gehört, sein beredt e ster und bekanntester Vertreter ist der Harvard- Professor William James (1842-19 10), mit dessen Ansichten ich mich hier hauptsächlich beschäftigten möchte. Zurück geht diese philosophische Richtung je doch auf die Arbeiten des am erikanischen Logikers, Mathematikers und Philosophen Charles S anders Peirce, der mit James befreundet war.
Peirce hat in einer kleinen, zunächst auch verkannten und unbedeutenden Schrift 4 , ein Verfahren vorgestellt, das es uns erlauben soll, die Bedeutung von Begriffen festzustellen. Danach ist es notwendig, auf die unter einen Begriff fallenden Objekte bestimmte Handlungen auszuüben, um die wahrnehmbar en Phänomene zu bestimmen, die dieser Handlung folgen. 5
[...]
1 Zitiert nach: HORSTMANN, Rolf- Peter: Vorbemerkung. In: JAMES, William: Was ist Pragmatismus?. Weinheim: Athenäum 1994, S.11.
2 SCHÖNHERR-MANN, Hans- Martin: Postmoderne Theorien des Politischen. München: Fink 1996, S. 11ff.
3 SCHÖNHERR-MANN, Hans- Martin: Postmoderne Theorien des Politischen. München: Fink 1996, S. 45ff.
4 Ein Aufsatz mit dem Titel „Wie wir unsere Ideen klar machen können“. PEIRCE, Charles Sanders: How to make our ideas clear. In: Popular Science Monthly 12 (1878), S. 286-302. Eine französische Übersetzung findet man in der Revue philosophique XLIII (1879),S. 39-57. Hier unter dem Titel „Comment rendre nos idées claires“.
5 HORSTMANN, Rolf- Peter: Vorwort. In: JAMES, William: „Was ist Pragmatismus?“. Weinheim: Athenäum 1994, S.10
Arbeit zitieren:
Nadine Merten, 2005, Die Theorie des Pragmatismus, München, GRIN Verlag GmbH
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