Inhalt
Abk ürzungsverzeichnis 3
Verzeichnis der Zeitungen und Zeitschriften 3
Abbildungsverzeichnis 4
Einleitung 5
1 Das Oligopol 6
1.1 Das Oligopol auf dem Mineralölmarkt 6
1.2 Arten von Oligopolen nach der Marktvollkommenheit 8
1.2.1 Markttransparenz und Reaktionsgeschwindigkeit 8
1.2.2 Untersuchung der Homogenitätsbedingungen 11
1.3 Vollkommenes Oligopol und gleichförmiges Verhalten 13
2 Der Wettbewerb 14
2.1 Das Preissystem in Deutschland 14
2.2 Preisunterschiede auf regionaler Basis 15
2.3 Preisverhalten und Konzentration in der Mineralölwirtschaft 16
Schlu ßbetrachtung 18
Glossar 19
Anhang 20
Literaturverzeichnis 23
2
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Bd. Band BMWi Bundesministerium für Wirtschaft Bzw. beziehungsweise d.h. das heißt Diss. Dissertation EBV Erdölbevorratungsverband Erw. erweitert f. (ff. ) folgende Seite(n) hrg. herausgegeben incl. inclusive MWV Mineralölwirtschaftsverband PF Preisführer PFS Preisführerschaft S. Seite u.a. und andere überarb. überarbeitet vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
Verzeichnis der Zeitungen und Zeitschriften
EID Erdöl-Informations-Dienst FAZ Frankfurter Allgemeine Hamburger Abendblatt JfNSt Jahrbuch für Nationalökonomie und Statistik Mineralölrundschau Neues Deutschland OEL Zeitschrift für die Mineralölwirtschaft Süddeut sche Zeitung WISU Das Wirtschaftstudium ZfE Zeitschrift für die Energiewirtschaft
3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Prozentuale Verteilung der Preisanteile im Kraftstoffpreis
Abbildung 2: Straßentankstellen in Deutschland per 1. Januar
4
Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Preispolitik der Mineralölunternehmen. Die Mineralölindustrie in der Bundesrepublik Deutschland ist ein typisches Beispiel für einen oligopolistisch strukturierten Markt. Ausgehend von der Definition eines Oligopols wird zunächst untersucht, inwieweit der Mineralölmarkt die oligopolistischen Merkmale erfüllt. Da die Mineralölindustrie aus einzelnen betriebswirtschaftlichen Stufen besteht, daneben mehrere Mineralölprodukte produziert und vertrieben werden, beschränken sich die Überlegungen auf den Bereich des Vertriebes von Vergaserkraftstoffen allgemein (keine Trennung von Dieselkraftstoff und Motorenbenzin).
Im nächsten Schritt soll anhand der Marktvollkommenheitskriterien die Frage geklärt werden, ob der Mineralölmarkt ein vollkommenes oder unvollkommenes Oligopol ist. Auf dieser Grundlage werden die Reaktionsweisen der Oligopolisten in beiden Marktformen dargestellt. Trotz der allgemeinen Schwierigkeit, die in der Realität stattfindenden Funktionsweisen in ein Modell einzupassen, soll die Abhandlung zeigen, inwieweit das Verhalten der Oligopolisten miteinander verflochten ist. Im Anschluß daran beschäftigt sich Kapitel 2 mit der Frage, ob auf dem deutschen Mineralölmarkt/Ta nkstellenmarkt ein marktgeleiteter Wettbewerb stattfindet. Dazu werden die Bedingungen des Preisystems in der Bundesrepublik und das Zustandekommen der regionalen Preisunterschiede dargestellt. Anschließend werden die wichtigsten Fragen dieser Arbeit, nämlich ob die Unternehmen der Mineralölindustrie kooperative Absprachen praktizieren oder ob der Preis ein Produkt des Marktwettbewerbes ist, abschließend geklärt.
5
1 Das Oligopol
1.1 Das Oligopol auf dem Mineralölmarkt
In der theoretischen Diskussion gibt es aufgrund der Vielzahl an Ökonomen, die sich mit der Oligopoltheorie beschäftigt haben 1 , keine „einheitliche Auffassung über die Reichweite oligopolistischer Märkte und oligopolistischen Wettbewerbs“ 2 . Von daher ist es schwierig, eine bestimmte Oligopolsituation in der Realität mit einer Definition sowie der entsprechenden Theorie zu beschreiben, weil die meisten Modellannahmen einen geringen Bezug zur Realität haben.
Dennoch ist die Grundlegung eines Oligopolmodells unabdingbare Voraussetzung für die systematische Analyse von Realität. Dabei ist die Qualität des Modells grundsätzlich von untergeordneter Bedeutung.
Ein oligopolistischer Markt liegt dann vor, „wenn sich das Angebot an bestimmten Waren oder Leistungen auf eine so geringe Anzahl von Anbietern verteilt, daß aufgrund der Höhe der einzelnen Marktanteile jeder Anbieter in der Lage ist, durch sein jeweiliges Verhalten spürbaren Einfluß auf das gesamte Marktgeschehen zu nehmen“ 3 .
Ausgehend von dieser Definition wird untersucht, inwiefern sic h der Mineralölmarkt als ein Oligopol klassifizieren läßt. Dabei sollen die Zahl der Anbieter und deren Marktanteile genauer betrachtet werden. Der Einfluß eines Oligopolisten auf den gesamten Markt wird im Laufe der Arbeit genauer bestimmt.
Die Zahl der Anbieter hängt von der Offenheit eines Marktes ab, insbesondere davon, ob Eintrittsbarrieren vorhanden sind. Diese können rechtlich- institutionellen bzw. ökonomischen Charakter haben. Sind die Marktzutrittsschranken niedrig, können potentielle Konkurrenten eher in den Markt eindringen. Die etablierten Unternehmen müssen demzufolge die Auswirkungen ihrer eigenen Aktionen, die Reaktionen der Konkurrenten sowie zusätzlich die der „Newcomer“ berücksichtigen. Besonders letztere sind schwierig einzuschätzen. 4
1 Vgl. dazu z.B. Simonis, B.; Die Aussagen der neueren Oligopolpreistheorie und ihre Bedeutung für die
Wettbewerbspolitik, Meisenheim am Glan, 1971, Abb. Systematik der wesentlichsten Oligopoltheorien, S.
26/27
2 ebd., S.4
3 Kühn, Klaus-Dieter; Abgestimmtes und sogenanntes bewußtes Parallelverhalten auf Oligopolmärkten:
Bedeutung, Unterscheidungsproblematik und Konsequenzen für die Wettbewerbspolitik, Verlag Harri Deutsch,
Zürich u.a., 1978, S. 5
4 ebd., S.19ff
6
Der Zugang zu dem Mineralölmarkt mit seinen verschiedenen Teilmärkten (z.B. nach Art der Produkte: Kraftstoffe, leichtes und schweres Heizöl, Rohbenzin, u.a. ) unterliegt keinen Einschränkungen. Doch die etablierten Unternehmen der Mineralölindustrie haben im Laufe der Zeit starke Vorteile im Bereich der Logistik und Kostendetermination erreicht. Da der Produktionssektor (Raffinerien) sehr kapitalintensiv arbeitet, müssen neue Unternehmen, die in den Markt eindringen wollen, kapitalstark sein und das notwendige technische Wissen mitbringen. 5 Die neuen Marktteilnehmer sparen das kapitalintensive Produktionssegment aus und werden vornehmlich im Vertrieb tätig. So kaufen die freien Importeure ihre i.d.R. fertigen Produkte auf den internationalen Ölmärkten, z.B. dem Rotterdamer Markt. Branchenfremde Anbieter, wie Supermärkte, beziehen ihren Kraftstoff häufig von inländischen Raffinerien.
Knecht 6 unterscheidet die Unternehmen der Mineralölindustrie in folgende Gruppen: - Tochtergesellschaften multinationaler Ölkonzerne, zu denen beispielsweise ESSO, Shell und BP gehören,
- Größere nationale Unternehmen, wie z.B. Veba und Wintershall ( beide sind Mütter von Aral zu 56% und 15 %),
- Tochtergesellschaften kleinerer US-Multis sowie ausländische, unter Staatseinfluß stehende Gesellschaften mit eigenen Raffineriekapazitäten in Deutschland, z.B. Elf, Conoco und - Unabhängige Importeure.
Die führenden Unternehmen auf dem deutschen Markt stammen überwiegend aus Tochtergesellschaften multinationaler Mineralölkonzerne, die, so Knecht 7 , gemeinsam die Rolle des Marktführers innehaben. Er bezeichnet sie als Oligopolgruppe, in der die Marktanteile relativ gleich hoch sind. Inwiefern eine Preisführerschaft vorliegt, ist in der weiteren Abhandlung noch zu klären.
Schürmann 8 spricht dagegen v on einem Teiloligopol 9 in der Mineralölbranche und führt zusätzliche Daten auf:
- Der Marktanteil der 1. Gruppe (Tochterunternehmen multinationaler Ölkonzerne) beträgt zusammen 50 %;
- Der Marktanteil der zweiten Gruppe beträgt rund 20%;
5 Knecht, T.; Gewinn und Leistung als Elemente des Wettbewerbs - Das Beispiel der Mineralölindustrie in der
Bundesrepublik Deutschland, Diss. 1979, Hamburg, a.a.O., S. 89
6 ebd. ; S.42
7 ebd., S.87
8 Schürmann, Dr. H. J.; Mineralölmarkt und Anbieterstrukturen: Plädoyer für den Schutz marktwirtschaftlicher
Elemente; In: OEL-Zeitschrift für die Mineralölwirtschaft, März 1977, S.68 ff.
9 siehe Definition im Glossar
7
Arbeit zitieren:
Dana Lüdtke, 2000, Preispolitik am Beispiel der Mineralölindustrie, München, GRIN Verlag GmbH
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