Kontinent: Asien
Gegend: Südliches Mesopotamien, später auch ganz Mesopotamien und Assyrien, sowie ein groer Teil Anatoliens
Volk: Ubaid, Ubaidian, Protoeuphratian, El Obeid, al-Ubaid
Epoche: Ubaid, Ubaidian, Proto-Euphratian
Religion: Nicht-Semiten (Schamanen)
Geschichte: Die Ubaid wanderten vom nördlichen Hochland (anderen Autoren nach, aus dem Südiran im Osten) in den Süden Mesopotamiens, der bis dahin unbewohnt, doch reich an Wasser, Palmenhainen, Fischen und Beutetieren, war. Laut Sir John Baker haben die Sumerer im allgemeinen auch eine starke physische Ähnlichkeit mit iranischen Völkern aus dem Osten. Sie sollen auch von den Samarran aus dem Süden (siehe weiter oben) abstammen, die bereits um 6.000 v.Chr. Bewässerungskanäle gebaut hatten. Diese wurden von den Ubaid deutlich verbessert und ausgebaut.
Um 5.500 v.Chr. begannen die Ubaid mit kleinen Bewässerungen und erhielten hohe Erträge. Die Bevölkerung stieg dabei parallel zur Ernte. Die See reichte zu dieser Zeit bis ins Landesinnere auf Grund des Tauwassers der letzten Eiszeit, und stieg mit einer hohen Geschwindigkeit von ca. 0,6 Meilen (1 Km) je 10 Jahre. 1
Zuerst gründeten die Ubaid Ur im heutigen Südirak. Um 4.000 v.Chr. erbauten sie einen Tempel für ihren männlichen Gott Enki in der Grostadt Eridu, die bereits 4.750 - 6.000 v.Chr. gegründet wurde und sich von 4.500 - 5.000 v.Chr. entwickelte. Doch der erste Tempel wurde bereits 5900 v. Chr. errichtet. 2 Eridu ist eine sumerische Anpassung von "Eri-dugga" - die "Gute Stadt", auch "die Stadt des Wassergottes Enki/Ea". Für die Sumerer war Eridu die "erste Stadt (auf Erden)". 3
Um 5.000 v.Chr. hörte der Meeresspiegel auf zu steigen. Damals lag die Mündung des Euphrat noch bei Ur. Noch heute zieht sich eine dünne, transgressive, marine Einheit (die Hammar Formation) ca. 250 km, vom Meer, bis in das untere mesopotamische Flachland, vor allem gefüllt mit Süwassersedimenten - heute, das Herz des Deltas. 4 Zwischen 5.000 und 3.000 v.Chr. wurde das Wetter dort trockner und Sand von der Arabischen Wüste wurde eingeflogen. Schlick versperrte die auslaufende Mündung und bildete groe Sümpfe.
Nordwestlich von El-Ubaid (Eridu) und Ur, lag Uruk (das biblische Erech). Diese Stadt hatte eine acht Kilometer lange Stadtmauer. Im 4. JT v.Chr. erbauten sie den Weißen Tempel auf einer künstlichen Erhebung. 5
Die Ubaid waren einst Siedler und Bauern und sprachen kein Sumerisch. Sie expandierten gen Norden im 5. JT v.Chr. und in die Berge Anatoliens. Dort vermischten sie sich mit den Bewohnern des Frühen Halaf(ian). Die Ubaid dominierten kulturell einen groen Teil Nord-
1 WalterReinhold Warttig Mattfeld y de la Torre, M.A. Ed. Why a "naked" Adam in Eden ? 2005.
http://www.bibleorigins.net/EdenDatePalmGardenIraqHrouda.html. 21.08.05
2 Die Städte der Sumerer. http://swiki.hfbk-hamburg.de:8888/seminare/239. 21.08.05
3 The Catholic Encyclopedia, Volume II. Robert Appleton Company, 1907.
http://www.newadvent.org/cathen/02179b.htm. 21.08.05
4 Jean-Claude Plaziat, Woujdan R. Younis. The modern environments of Molluscs in southern
Mesopotamia, Iraq:
A guide to paleogeographical reconstructions of Quaternary fluvial, palustrine and marine deposits, 2005. http://paleopolis.rediris.es/cg/CG2005_A01/. 21.08.05
5 (wohl möglich der erste "Weltenberg" der Erde, der später auch in der Mythologie Ägyptens -
Heliopolis etc. - auftaucht)
Mesopotamiens 1.000 Jahre lang, expandierten von Saudi-Arabien bis Mossul im Norden des Irak, und herrschten insgesamt ca. 1.700 Jahre. 6
Weiter führende Informationen: Sie gaben den Flüssen des Zweistromlands die Namen ‘Tigris’ und ‘Euphrat’. Sie errichteten groe Dörfer und die ersten Tempel in Mesopotamien. Ihre Töpferei war grünlich und verziert mit geometrischen Designs in braun und schwarz, die Wellen und Wogen darstellen - wohl möglich das Urmeer aus Süwasser. Im Süden fertigten sie Sicheln aus gebranntem Lehm, während im Norden Stein und manchmal sogar Metall dazu verwendet wurde. Ihre Häuser waren aus Ziegelsteinen und einer Paste errichtet, und ziemlich gut eingerichtet. Ubaid I + II waren Zeitgenossen der nördlichen Halaf und der Samarra in den Bergen. 7
Altersbestimmungs-Grundlage: In Ur dauerte die Ubaid-Periode von ca. 5.500 (laut Swiki-Lexikon) - 4.000 v.Chr. Zwischen 5.300 - 4.500 v.Chr. expandierten sie gen Norden und ersetzten die anderen Kulturen dort. Allmählich verbreiteten sie sich auch über ganz Sumer und Assyrien, während sie sich im Süden weiter entwickelten. Insgesamt gibt es folgende Ubaidzeiten: Ubaid I, II, III, IV, ca. 5.600 - 3.900 v.Chr. 8
Vermutliches Alter: 5.900 - 7.600 Jahre
Kosmologie
Um 4.200 v.Chr. erfinden sie die Tierrunde (Animal Round), den Vorläufer der Sternenzeichen (Zodiac), um besser das Getreide und das Bier ernten bzw. herstellen zu können. 9 Im Unteren, südlichen Irak gaben sie den Toten kleine Statuetten bei. Diese waren schlank, elegant geformt, entblöt und normalerweise weiblich. Ihr Gesicht war langgezogen, wie eine Schnauze. Ihre Augen wurden mit kleinen elliptischen Ton-Pellets geformt ('coffee-bean' eyes). Ihre Köpfe mit dickem Teer bedeckt, wie ein gewundener Haarzopf. 10 In den Tafeln von Kharsag (Kharsag Tablets) werden sie als Götter mit schlangenförmigen Körpern, Köpfen bzw. Schlangenaugen beschrieben und wären Vorläufer der Anunnaki, oder Erbauergötter (building gods) der Sumerer und Akkadier. Sie stellen die Unterwelt dar. Ihr Kopf steht am Tor zur Unterwelt, unter dem Asterismus des Krebses (3 Sternchen im Dreieck). Vermutlich stellen die Idole auf den Tafeln Ereshkigal und Nergal (Erra) dar - sie entstanden noch vor dem Inanna-Mythos. Diese Idole konnten aber auch in der Überwelt und in der menschlichen Welt erscheinen. Daher gibt es insgesamt drei Welten. Nach diesem Vorbild erbauten bereits die ältesten Ubaid 0 in Tell el‘Oueili (Tell ‘Awayli) Häuser mit drei Räumen. 11 Somit gibt es eine Verbindung zwischen den Ubaid und der heiligen Zahl drei des Schamanismus des Alten Bön im Ur-Tibet.
Eine Terracottafigur aus Ur, ca. 4500 v.Chr., zeigt eine grazile Frau, die ein Baby stillt, während im Norden die Frauenfiguren extrem fettleibig (wie in der Vorzeit üblich) sind. Der Körper von Männer- und Frauenfiguren im Süden war teilweise tätowiert oder bemalt und hatten längliche Köpfe und hervorstehende Augen (reptiloides Aussehen, 'lizard' figurines). In einem Grab in Eridu findet sich eine männliche Figur aus gebranntem Ton, mit Verzierungen oder Tattoos über die ganze Schulter. 12 Während im Norden also noch die alte Gottesmutter verehrt wird, wird im Süden die Göttin zu einer menschenähnlichen Gestalt mit quasi reptiloiden Zügen (diese Art
6 Die Städte der Sumerer. http://swiki.hfbk-hamburg.de:8888/seminare/239. 21.08.05
7 Edzard, Dietz Otto: Geschichte Mesopotamiens, Beck, München 2004
Uhlig, Helmut: Die Sumerer, Lübbe, Bergisch-Gladbach 1992 Symbolism and Religion in the Ubaid.
http://www.magdalenian.co.uk/symbolism%20and%20religion%20in%20Ubaid.htm. 21.08.05
8 RAOnline. Irak - Iraq - Mesopotamien, 2005. http://www.raonline.ch/pages/edu/st/iraq01g.html.
21.08.05
9 Trisected moon year. http://www.catshaman.com/12Indus/02Indussym3a.htm. 21.08.05
10 Dr. Dominique Collon. Mesopotamia, BBC, 2005.
http://www.bbc.co.uk/history/ancient/mesopotamia_gallery_02.shtml. 21.08.05
11 Lecture by Andrew Collins for the 15th Questing Conference at Conway Hall, red Lion
Square, London WC1, on Saturday, 3 November 2001.
12 Ubaid Culture. http://iraqipages.com/iraq_mesopotamia/ubaid_culture.htm. 21.08.05
von Tiermenschen finden wir auch im Alten Ägypten wieder, was eine Beziehung zwischen Ubaid und Ägypten nahelegt).
Der Orientforscher Sir Leonard Woolley denkt, die Ubaid glaubten an die Existenz reptiloider Wesen. Es seien chthonische Gottheiten (chthonic deities), Bewohner der Unterwelt. Da es keine Reptilien in der mittelöstlichen Mythologie gibt, könnten sie auch Schlangen darstellen -Vorgänger der sumerischen Unterweltgötter, wie Ningiszida, Herr des Guten Baumes (Lord of the Good Tree). 13 Die Götter trugen ferner Hörner auf dem Kopf, in Übereinstimmung mit dem Khyung, dem gehörnten Adlergott des Alten Bön (siehe weiter oben).Vermutlich war der Khyung einst nicht gehörnt, wurde es aber, im Kontakt mit dem orientalischen Stiergott aus dem Westen, vermutlich über Beziehungen der Ubaid mit Olmo (siehe weiter unten).
Die Ubaid verbinden somit zum ersten mal auf Erden die schamanische Geheimzahl Drei aus dem Himalaja (siehe Bön weiter oben) mit den Hörnern des Stieres aus dem Vorderen Orient. Diese beide Kulturen prallen in Mesopotamien aufeinander und erzeugen somit ein gewaltiges Potential, das die erste Hochkultur auf Erden entstehen lassen wird: die Sumerer. Die "reptiloiden" Figuren, stellen im Prinzip lediglich ein mongoloides Gesicht dar. Nicht Mongoloid sind die länglichen Köpfe, die sehr breiten Schultern und die runden Plättchen am Oberkörper der Figuren. Sehr breite Schultern bzw. eine weite Brust bekommt man typischer Weise aber auch im Himalaja auf groer Höhe, wenn man kaum noch atmen kann. Somit könnte das Prinzip "Bauch rein, Brust raus" aus dem Himalaja nach Mesopotamien importiert worden sein.
Einige Figuren der Ubaid tragen Szepter, die bereits in Mal'ta (siehe weiter oben) von den Schamanen verwendet wurden. Der längliche Kopf der Figuren stellt vermutlich nur eine Kopfbedeckung dar (auer bei einem saugenden Baby, das geburtsbedingt einen länglichen Kopf besitzt - somit wären diese Figuren zwar stilisiert, aber naturgetreu). Die männlichen Figuren haben ferner freistehende Geschlechtsorgane, während die Weiblichen einen sehr knappen Umhang tragen - so ähnlich wie später auch im antiken Griechenland.
Das mongoloide Aussehen und die extrem höhere Kultur der Ubaid aus dem Himalaja überzeugten sicherlich die steinzeitlichen Mesopotamier, ihre Kulturbringer zu sein. Zudem erscheinen später die Szepter der Schamanen auch bei den Pharaonen im Alten Ägypten, die ihre Augen mongoloid schminken, um erhabener zu erscheinen. Eine der erstaunlichsten parallelen zum Alten Ägypten sind die Pyramiden. Zwar bauten die Ubaid keine Pyramiden, wie in Ägypten, doch wenn man sich die Berge im Himalaja und im östlich angrenzenden Karakorum genau anschaut, stellt man verblüfft fest, dass viele von ihnen, wie etwa der o.g. heilige Kailasch, der Chenrezig, der Pumori, der Gasherbrum etc., oben am Gipfel praktisch eine quasi perfekte Pyramide darstellen. Wenn man vor diesen bis zu 8.000 Meter hohen Bergen steht, einem die Lungen vor Schmerz brennen und einem die Höhenkrankheit in die Knie zwingt, dann erscheinen diese Pyramiden - vor allem im Licht der auf. bzw. untergehenden Sonne - wie himmlische Symbole. Dieser starke Eindruck, den die alten Urtibeter sicherlich erhielten, sollte sich später auch in Ägypten in der Architektur als Pyramiden aus Stein wiederspiegeln.
Ferner hat man in Mesopotamien an die 30 Ziggurats gefunden - die Vorläufer der ägyptischen Pyramiden. Sie liegen verstreut zwischen Mari und Tell-Brak im Nordwesten, und Dur-Sharrukin im Norden, und reichen bis nach Ur und Eridu im Süden, sowie nach Susa und Choga Zambil im Osten. Ziggurats waren bereits die ersten Ubaidtempel in Eridu am Ende des 5. JT v.Chr. und wurden bis in die Zeit der Seleucid im 3. Jh. v.Chr. gebaut. Der wohl bedeutendste Pyramidenbau ist der Turm zu Babel, der das Alte Testament zu Zeiten Babylons so sehr geprägt hat. 14 Um 2.000 v.Chr. hatten auch alle Anrainer diese Architektur übernommen 15 .
13 C. Leonard Woolley. The Sumerians, W. W. Norton & Company, 1965
14 Mallowan, M. 1965 Early Mesopotamia and Iran. New York: McGraw-Hill.
Mellaart, J. 1965 Earliest Civilizations of the Near East. New York: McGraw-Hill Woolley, L. 1939 Ur Excavations: The Ziggurat and Its Surroundings. New York: British Museum and University of Pennsylvania
15 Harlie Kay Gallatin, The Near East. From Ancient Sumer to Classical Greece. Offered in
Spring, 2000. Bolivar Campus.
Southwest Baptist University. http://www.sbuniv.edu/~hgallatin/hi3313gn20.html. 22.08.05
Somit ist es erwiesen, dass die ersten Pyramiden in Mesopotamien auftauchten und noch gebaut bzw. renoviert wurden als die ägyptischen Pyramiden schon längst am verfallen waren.
Kosmogonie
Enki und die Weltordnung
Das Mythos von Enki und der Weltordnung entstand in der frühesten Ubaid-I- bzw. Eriduphase, wo es noch keine Schrift gab und die Traditionen mündlich weiter gegeben wurden. Eridu, 11 Km südwestlich von Ur gelegen, war damals das Zentrum der Macht in Ubaid (Ursumer).
Etymologie von Enki: "en" bedeutet auf Tibetisch "flüchtig", "bisschen", "kurz(zeitig)"; und "ki" ist ein Suffix, das sich auch im sumerischen "Anunnaki" wieder findet, und auf Tibetisch "Schrei", "Ruf" bedeutet. Mit "ki ki" riefen die Tibeter z.B. die Götter an. Auch im Sumerischen bedeutet das Suffix "ki", das es sich um einen Gott handelt. "Enki" wäre somit, soviel wie "der (eilig) herbeigerufene (Gott)".
Etymologie von Eridu, Eri-dugga: "e" ist auf Tibetisch die Einleitung einer Frage bzw. "vielleicht". "ri" bedeutet "Berg (Meru)"; und "du" bedeutet "Ort". "ga" ist auf Tibetisch die Ausleitung einer Frage bzw. "alle (drei)". "Eridu" bedeutet im Tibetischen daher, soviel wie, "der Ort des (heiligen) Berges (Meru)" bzw. "der Ort der drei (heiligen) Berge". Es gibt somit eine enge Verwandtschaft zwischen dem Ubaidisch-Sumerischen und dem Ur-Tibetischen. Zudem sind beides Silbensprachen, d.h., sie bestehen nur aus Silben.
Wie wir oben bereits gesehen haben, erbauten die Ubaid im 4. JT v.Chr. den Weißen Tempel auf einer künstlichen Erhebung (wohl möglich der erste sog. "Weltenberg" der Erde, der später auch in der Mythologie Ägyptens - in Heliopolis etc. - auftaucht). Tatsächlich führten die Sumerer als erste den Bau von künstlichen Hügeln (Ziggurats) ein. Dieser Weltenberg erscheint zum ersten mal in Olmo Lungring, um dann in Mesopotamien und Ägypten wieder aufzutauchen, was wiederum ein erneutes Beispiel der engen Beziehung zwischen Sumer und dem Ur-Tibet ist.
Auch der sumerische Wassergott Enki ähnelt Tönpa Shenrab Miwoche, dem heiligen Mann des Alten Bön, der vor ca. 18.000 Jahren in Olmo Lungring (Urtibet) geboren wurde, und dessen Mythos chronologisch perfekt in die hier erforschte Menschheitsgeschichte hineinpasst. Beide sind Übermenschen, die, die Menschen der jeweiligen Region führen und belehren. Auch passt Enki gut zur religiösen Figur der Groen Mutter Nord-Mesopotamiens und Anatoliens, denn er wird zu ihrem Sohn. Somit gelingt es den Ubaid den nördlichen Semiten ihre schamanistischen Glaubenselemente beizubringen, ohne dabei die alte Göttermutter zerstören zu müssen und eine eventuell negative Reaktion des Volkes zu entfachen.
Heute liegt das Land der Ubaid hauptsächlich im Südirak und in Kuwait als südlichste Enklave Mesopotamiens. Kuwait oder "Dawlat al Kuwayt" wurde im 16. Jh. von saudischen Clans wiederbesiedelt, die erneut vor dem Hunger flohen. Zuerst siedelten sie im heutigen Qatar, um dann aber auf der Insel De Chader ein Fort oder “Kut” zu bauen, das im 18. Jh. anfing zu wachsen. Der kuwaitische Familienforscher Dr. Bader Al-azemi behauptet daher: "The name, Kuwait, comes from the Arabic word 'Ku'”, meaning a castle."
Doch in Wirklichkeit ist zu bemerken, dass "Kuwait" und "Ubaid" ziemlich gut in der Schreibweise übereinstimmen. Der Ort "Al Ubaid" wurde nach einer alten Stätte Mesopotamiens benannt. 16 In Kuwait gibt es noch weitere sumerisch klingende Namen, wie die kleinen Inseln Qaruh, Umm al Maradim, und Umm an Namil. Der Klang "Kuwait" entstand daher vermutlich eher aus dem sumerischen "Ubaid" als aus einem modernen saudischen Wort.
Das Urmeer
16 Al-Ubaid. http://www.mnsu.edu/emuseum/archaeology/sites/middle_east/alubaid.html.
22.08.05
Das Urmeer oder Abzu (Apsu) (Untiefe, Abyss, unterirdisch) war ein Ozean voller Süwasser und wurde z.B. als schwarzes Loch auf Amuletten dargestellt, das aber auch den Eingang in die Unterwelt darstellte. Das Sinnbild des Urmeeres, aus dem alles entsprang, war die Groe Mutter. In Eridu gibt es einen Schrein Enkis, dem Sohn der Groen Mutter, der auch den Abzu darstellt. Im Abzu existieren, das Leben dominierende Kräfte. Es ist ein unmöglich zu verstehender, geheimer Ort ohne Untergrund. Ferner entdeckten die Ubaid in ihren Überlegungen, dass das Meereswasser über das Land in den Wolken transportiert wird, und dann in ober- und unterirdischen Flüssen wieder abfliet. 17
Etymologie von Abzu, Apsu: "Ab" bedeutet auf Sumerisch, "Vater", "alter Mann"; und "Zu",
"Weisheit", so dass "Abzu", "der Vater der Weisheit" zu sein scheint. "ab" bedeutet auf Tibetisch, "taub vor Kälte", "Kälte", "nehmen", "zu" ist die "82", und "su", "wer", "der", "jeder".
Keine der beiden Sprachen gibt ein eindeutiges Resultat im weitesten Sinne von "Urmeer". Lediglich im Tibetischen scheint es sich um einen "kalten" Ort zu handeln - vermeintlich einer, der kalten Seen auf dem tibetischen Hochplateau (in einer Anzahl von 82?). "ab su" wäre auf Tibetisch soviel wie "der Kalte (Urozean)", was dem Sinn schon ein wenig näher kommt.
Enki ist der Herrscher der Erde (auf Sumerisch: "En" = "Herrscher", "Ki" = Erde) 18 (auf Tibetisch: "der (eilig) Herbeigerufene", wie oben erwähnt). Beide Interpretationen passen gut zum Bild des Enki, der von den Ubaid, eilig aus Olmo Lungring herbeigerufen wurde, um die Mesopotamier zu überzeugen, er sei der Sohn der GroEen Mutter.
Enki wird öfters auch "Lugal" genannt (auf Sumerisch: "Lu" = "Mann", "Gal" = "gro"), manchmal auch in Fischgestalt erscheinend - d.h., im Wasser lebend - also, ein "groEer (Fisch)-Mann". 19 Auf Tibetisch bedeutet "lu", soviel wie "mystisch", "Asket" und "gal", "wichtig", "fundamental". Demnach wäre Lugal auf Tibetisch soviel wie "der wichtige Asket" (bzw. "-Prophet" usw.). In beiden Sprachen ergibt Lugal einen Sinn, im Tibetischen ist der Sinn jedoch mehr religiöser Natur als im Sumerischen. Zudem fällt auf, dass "Gal" auf Sumerisch "gro" bedeutet. Genau das Gegenteil von "en" auf Tibetisch, das "flüchtig","klein" bedeutet (siehe oben) - vielleicht als spätere Reaktion der Ubaid, um zu verhindern, dass man Enki als einen, eher "kleinen, flüchtigen Gott" verstünde.
Enki ist der Groe Mann des Himmels und der Erde, der Groe Strom, der Vater. Er war auch der Groe Drache von Eridu. Enki wurde von der Groen Mutter und ihrer eigenen Kreaturdem wilden Stier - erzeugt. 20 Somit wurden die Hörner des Stieres sicherlich zum Symbol der Götter, wie oben erwähnt.
Enki wurde von Enlil - dem Groen Berg 21 bzw. dem Himmelsgott - geehrt. Auf Sumerisch bedeutet "En" = "der erste", "Herrscher"; "lil" = "Luftraum", "Lüfte", also der "Herrscher der Lüfte". Enki wurde von der heiligen An - dem sumerischen Himmel - geliebt. 22
Nach dem Originalmythos der Ubaid, pflanzte der Prinz (Sumerisch: "mèš", "miš" = "junger Mann", "Prinz"; Hetittisch: "meš" = "Einwohner") Enki als Erster Mensch einen Baum im Abzu, der über alles Land hinausragte. Sein Schatten füllte den ganzen Himmel und die Erde wie eine Weinrebe, die sich über das Land zieht. 23 Dieser erste Baum, oder Weltenbaum, wie er in späteren Mythologien (z.B. in der germanischen Edda) genannt wird, ist das Sinnbild für den Garten Eden - der erste Garten - dessen Wurzeln genau hier beginnen.
17 Abzu. AncientNearEastNet.
http://www.ancientneareast.net/religion_mesopotamian/cosmology/abzu.html. 22.08.05
18 Enki. http://covenantofbabylon.250free.com/EnkiPage.html. 22.08.05
19 Enki. http://www.jelder.com/pagan/Enki.htm. 22.08.05
20 Enki. http://www.gatewaystobabylon.com/gods/lords/lordenki.html. 22.08.05
21 Der Groe Berg erinnert uns an den heiligen Berg Tise in Ur-Tibet.
22 Enlil. http://covenantofbabylon.250free.com/EnlilPage.html. 22.08.05
23 First myths about Creation and World Order. http://www.catshaman.com/13comp/0tree.htm.
22.08.05
Das sumerische "mes" bedeutet auf Tibetisch "(Vor)vater", "Feuer" und ist eine alte Form von "myes". Die Übereinstimmung des tibetischen Vorvaters mit dem sumerischen Prinzen (der Prinz ist der Vorvater der Menschen) ist verblüffend nach so vielen Tausenden von Jahren, und sicherlich ein Zeugnis der engen Verwandtschaft beider Sprachen. Weiterhin bedeutet "pa lags", "Vater"; und "a ma", "mo" soviel wie "weiblich", "Mutter". Dass die Namen "Papa" und "Mama" aus dem Himalaja gekommen sind, scheint hier offensichtlich und deutet auf eine Brücke zwischen Ur-Tibet und der westlichen Kultur - vermutlich Mesopotamien.
Das Urmeer, der Urvater und der Weltenbaum bilden daher wahrscheinlich zusammen das vierzehnte übertragene Glaubenselement auf Erden, vermutlich von den Ubaid vor 7.600 Jahren, in Mesopotamien. Dabei wird, wie erwähnt, hier der Grundstein für das Mythos des Paradieses gelegt, das im Prinzip mit dem Weltenbaum identisch ist: Beide werden vom Urvater angelegt und dieser Urvater ist Enki, der offensichtlich eine Kopie des Urvaters Tonpa Shenrab Miwoche des Alten Böns ist, dessen Mythos ca. 10.500 Jahre älter ist als Enki.
Es ist zwar schwer sich einen Süwasserozean vorzustellen, da es einen "Ozean aus Süwasser" in Mesopotamien nicht gibt und niemals gegeben hat. Doch dann fand sich in der Paläoklimatologie die Lösung: David Montgomery (Universität von Washington) und sein Team berichteten 2004 auf dem Herbsttreffen der Geophysikalischen Vereinigung von Amerika in San Francisco, dass es auf den Höhenlagen des Himalajas bis vor gut tausend Jahren riesige Seen gab. Dort gibt es den Fluss Tsangpo, der durch das Gebirge auf einer mittleren Höhe von ca. 4.000 Metern fließt, und somit der höchste Flulauf der Welt ist. Er wendet sich in Ost-Tibet (dem ehemaligen Olmo Lungring) gen Süden, wo er die Berge in einer tiefen Schlucht, hin zum bengalischen Tiefland, durchquert. Dabei stürzt das Wasser in nur 200 Kilometern Länge, über 2.300 Meter in die Tiefe hinab. Dort nennt er sich Brahmaputra und mündet sanft im Golf von Bengalen.
In diesem Durchbruchstal (Tsangpo-Schlucht) bilden starke Regen- und Schneefälle des aufkommenden Monsuns immer wieder, zusammen mit Gletschern des Himalaja, riesige Eisdämme, die den Tsangpo stauen. Auf diese Weise bildeten sich abwechselnd drei bis vier größere Seen, die diesbezügliche Markierungen in den Felsvorsprüngen verursacht haben. Der größte und letzte dieser Seen bildete sich vor ungefähr 10.000 Jahren, war ca. 670 m tief, enthielt an die 40 mal so viel Wasser wie der Bodensee. Ein kleinerer, jüngerer See, bildete dann vor ca. 1.000 Jahren wahrscheinlich eine natürliche Grenze zwischen Tibet und China. Als die ihn eindämmende Barriere zwischen 600 und 900 n.Chr. brach, stürzte eine große Flutwelle in das indische Tiefland hinab. 24
Die groen Süwasserseen auf dem Himalaja waren somit vermutlich der Ursprung des sumerischen Mythos eines Urmeeres. Keine andere geologische Formation würde dazu passen. Das "Urmeer" hat es also wirklich einmal gegeben: Und zwar bildete es sich zuletzt um 8.000 v.Chr. - der Abzu -, passt somit sogar gut in den Zeitrahmen der Ubaid (5.600 - 3.900 v.Chr.), die kurze Zeit später plötzlich in Mesopotamien auftauchten. Die Ubaid wanderten wahrscheinlich aus dem tibetischen Hochplateau herab nach Mesopotamien und brachten dabei ihre schamanistische Vorstellung eines Urmeeres aus Süwasser - wobei sie immer wieder betonten, dass es aus Süwasser war. Dort trafen sie auf religiöse Semiten, die, die Göttermutter anbeteten, und schafften es offensichtlich ihnen ihre eigenen - damals viel weiter entwickelten - Vorstellungen einzuprägen.
Es gab zudem eine abnormale Klimarückschlagsphase - die sog. jüngere Dryaszeit bzw. Dryas III - (10.750 - 9.600 v. Chr.), die um 9.620 v.Chr. durch die plötzlich einsetzende holozäne Erwärmung beendet wurde. Die Abkühlung und die Wiedererwärmung sei sehr schnell
24 Vince Stricherz. Historic Himalayan ice dams created huge lakes, mammoth floods. News and Information from the University of Washington, Dec. 13, 2004. http://www.uwnews.org/article.asp?articleID=6906. 23.08.05
Vince Stricherz. Evidence of ancient lakes seen in the Himalayas, University Week - Vol. 22, No. 11
vonstatten gegangen. 25 Die Wiedererwärmung geschieht ungefähr zur selben Zeit, wie das Entstehen des letzten groen Süwassersees auf dem Himalaja. Etwas später tauchen die Ubaid in Mesopotamien auf. Vermutlich trocknete der See wegen der Wiedererwärmung endgültig aus und zwang die oder einige der Ubaid von Olmo auszuziehen. Die Landwirtschaft und die Technik der Bewässerung brachten sie gleich mit, denn diese betrieben sie bereits oben auf dem Tibetischen Hochplateau mit dem Wasser der Seen und der Schmelze. Dabei können wir die Lineare Verbreitungsgeschwindigkeit wie folgt bemessen:
Von Olmo Lungring (vor 10.000 - 11.000 Jahren) nach Südmesopotamien (vor 7.600 Jahren) = 2.400 - 3.400 Jahre. Distanz Olmo Lungring - Südmesopotamien = ca. 3.438 km Lineare Verbreitungsgeschwindigkeit = 1.011 - 1.433 km pro 1.000 Jahre.
Dieser Wert liegt im Mittelfeld der oben für die Steinzeit kalkulierten Werte. Die Ubaid hatten es daher offenbar nicht besonders eilig und konnten zwischendurch auch in Indien, Afghanistan, Pakistan und Iran hinterlassen, wie wir weiter oben gesehen haben. Es gab also keine gezielte Auswanderung von Olmo nach Mesopotamien, sondern die Ubaid probierten von Indien bis zum Zweistromland alles aus, gründeten ihre neue Kultur aber in Mesopotamien, da sie hier vermutlich die besten Bedingungen vorfanden (quasi menschenleeres Land, fruchtbarer Boden, Wasser etc.).
Den bisher endgültigen Beweis für den tibetischen Ursprung der Ubaid liefert der Name Tibet selber. Denn auf Tibetisch bedeutet "ti" = "wei", "Wasser", "Eis"; und "be" = "Baum"; "be ta" = "Kokospalme", "immergrüner Baum". Somit wäre der Tibet, das Land, wo der Baum im Wasser gepflanzt wurde und stimmt somit mit dem sumerischen Mythos von Enki und dem Weltenbaum überein, indem "Enki einen immergrünen Baum inmitten des Groen Süßwassersees pflanzte. Und er brachte den Menschen die Kultur und das Wissen. Und so wurden Olmo, Tibet und Sumer Eins.
Alles deutet letztendlich darauf hin, dass die Ubaid aus dem tibetischen Hochplateau stammten und von dort bereits den Mythos von Enki und dem Baum mitbrachten, bzw. ihn an die semitische Religion anpassten, um somit in Harmonie über die Semiten zu regieren.
Weitere Quellen: Hans J. Nissen, Charles Keith Maisels, Henri Frankfort, Guillermo Algaze, Robert McCormick, Andrew Collins, Dan Winter, Andrew Collins, Isabel Prieto González, University of Alabama at Birmingham
25 Marc De Bie & Jean-Paul Caspar. a Federmesser Camp on the Meuse River Bank, Instituut
voor het Archeologisch Patrimonium & Leuven University Press, 2000. 2 Volumes (225 pp & 265 pp)
Citation du texte:
Dr. Carlos Calvet, 2005, Versunkene Kulturen der Welt: von 6.000 bis 2.500 v. Chr., Munich, Editeur GRIN GmbH (SARL)
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Das Fegefeuer im Wandel der Zeit
Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
Exposé écrit pour un séminaire / cours, 17 Pages
Über die Kontroverse um ein wi...
Ethnologie / Anthropologie Culturelle
Exposé écrit pour un séminaire / cours, 16 Pages
Von der Geheimzahl Sieben zur Mythologie
Histoire - Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
Travail de recherche, 49 Pages
Strömungen im Islam: Sunniten, Schiiten, Ismaeliten und Drusen
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Zwischen Wahrheit und Aussöhnung: Wiedergutmachung
Ethnologie / Anthropologie Culturelle
Dossier / Article / Fiche de lecture, 8 Pages
Arthur Wassilian a commenté le texte Versunkene Kulturen der Welt: von 6.000 bis 2.500 v. Chr.
Carlos Calvet's texte Versunkene Kulturen der Welt: von 6.000 bis 2.500 v. Chr. est maintenant disponible sur le marché du livre
Carlos Calvet a publié le texte Versunkene Kulturen der Welt: von 6.000 bis 2.500 v. Chr.
Kinder in den Kulturen der Welt
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Arthur Wassilian
die sumerer das sind die vorvahren der modernen armenier,die sumerische hieroglyphen kann mann nur mit der armenischen sprache übersetzen dass beweisen viele armenische wissenschaftler,ist auch nicht schwer zu übersetzen wen man armenisch kann.Die sumerer stammen aus artmenien das beweisen die übersetzungen...Danke
le Monday, July 26, 2010-