Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 1
2. Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit 2
3. Folgen der Schwarzarbeit auf makroökonomischer Ebene 3
3.1. Auswirkungen auf die Steuereinnahmen 4
3.2. Andere ausgewählte Wirkungen 5
4. Das neoklassisches Einkommen-Freizeit-Modell als Ausgangspunkt zur
Ursachen - und Wirkungsanalyse 7
4.1 Präferenzen und Restriktionen 8
4.2 Graphische Darstellung des Grundmodells 9
4.3 Erweitertes Grundmodell 10
5. Ursachen- und Wirkungsanalyse auf mikroökonomischer Ebene 11
5.1. Regelarbeitszeit und Arbeitszeitverkürzungen 11
5.2. Steuer- und Abgabenbelastung 14
5.3. Transferzahlungen 16
5.4. Regulierungsdichte auf dem Arbeitsmarkt 17
5.5. Steuermentalität und Steuermoral 18
6. Bekämpfungsbereitschaft 21
7. Zusammenfassung und Ausblick 22
Abkürzungsverzeichnis:
Abb. Abbildung
d. h. das heißt
EStG Einkommensteuergesetz
etc. et cetera
f. folgende
ff. fortfolgende
Mrd. Milliarden
MwSt Mehrwertsteuer
Staaten
ÖS Österreichische Schilling
S. Seite/Seiten
vgl. vergleiche
Symbolverzeichnis:
I 0-3 Indifferenzkurven 0-3
T Zeitbudget
T A Arbeitszeitanteil am Zeitbudget
T F Freizeitanteil am Zeitbudget
T F0 ausschließliche Verwendung der Zeit für Arbeit
T Fmax Freizeitmaximierung
T R Arbeitszeitrestriktion
T R35 Regelarbeitszeit von 35 Stunden
T R40 Regelarbeitszeit von 40 Stunden
U Nutzenfunktion
w Lohnsatz
w n Lohnsatz bei regulärem Nettolohn
w s Budgetgerade beim Schwarzarbeitslohn s
w ü Budgetgerade beim Überstundenlohn ü
Y Einkommen
Y n Einkommen bei regulärem Lohn
Abbildungsverzeichnis:
Abbildung 1: Struktur der Schwarzarbeit in Deutschland 3
Abbildung 2: Steuerausfälle durch Schwarzarbeit in Österreich
im Jahre 1997 5
Abbildung 5: Arbeitszeitverkürzung und Schwarzarbeit 12
Abbildung 6: Sozialhilfe im Einkommen-Freizeit-Modell 15
1. Einleitung
Etwa 17 Prozent des Bruttoinlandproduktes, das sind anders ausgedrückt rund 370 Milliarden Euro, beklagt der Staat an Mindereinnahmen derzeit jährlich durch Schwarzarbeit. 1 Der Umfang ist dabei in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, neben Deutschland auch in den restlichen OECD-Staaten. In Deutschland hat sich der Umfang allein in den letzten 20 Jahren verdoppelt und eine Eindämmung der
Expansion ist momentan nicht zu erkennen. 2 Zu diesem Thema werden in der Öffentlichkeit zwei wesentliche Standpunkte vertreten. Die eine Seite empfindet die Schattenwirtschaft als effizienteste Form des Wirtschaftens oder als Freiraum in einem Staat der als vollkommen überreguliert gilt. Die andere Seite betrachtet die damit verbundenen wirtschaftspolitischen Probleme wie Steuerhinterziehung, sinkende Einnahmen bei den Sozialversicherungen und Arbeitsplatzverluste. 3 In Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit kommt es wegen dieser differenzierten Standpunkte immer wieder zu kontroversen Diskussionen, die einerseits den Informationsbedarf und andererseits den Handlungsbedarf aufzeigen.
In der steuerberatenden Branche, in der ich tätig bin, ist die Schwarzarbeit stark verbreitet. 4 Interessant sind hier vor allem die Motive, die den Einzelnen dazu bewegen, schwarzarbeitend tätig zu werden. Die allgemeine Ursachenanalyse in Bezug auf die Schwarzarbeit ist daher Schwerpunkt dieser Hausarbeit. Zum Verständnis der Problematik, was unter Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft zu verstehen ist, werden zunächst die Begriffe definiert und dargestellt in welcher Wechselwirkung sie zueinander stehen. Anschließend werden als Ausgangspunkt die Folgen auf makroökonomischer Ebene erläutert. Ausführlich werden die fiskalischen Auswirkungen analysiert, andere werden nur kurz erwähnt. Nachdem die vorwiegend negativen Folgen aus gesamtwirtschaftlicher Sicht verdeutlicht sind, wird im Hauptteil geklärt, auf Grund welcher Einflussfaktoren die einzelnen Individuen gesetzeswidrig handeln, obwohl die meisten der negativen Auswirkungen der Öffentlichkeit bekannt sind.
1 Vgl. Kreuzmann, S. (2004), Kabinettsbeschluss: Gesetz gegen Schwarzarbeit,
http://www.stern.de/campus-karriere/arbeit/index.html?id=520466&eid=519883.
2 Vgl. Schneider, F. (2000), S. 34.
3 Vgl. Enste, D. (2002), S. 1.
4 Lt. anonymer Umfrage an der FHW in Berlin, Fachbereich Steuer und Prüfungswesen 2002
Darauf aufbauend werden Ansätze gezeigt, die zur Eindämmung der Schwarzarbeit sinnvoll erscheinen. Schlussendlich wird die Frage, warum die Schwarzarbeit seitens des Staates unter Mitwirkung der Bevölkerung nicht mit vollem Einsatz bekämpft wird, näher betrachtet.
2. Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit
Über die Abgrenzung von Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit gibt es in der Literatur unter-schiedlichste Analysen und Definitionen. 5 In dieser Arbeit wird eine Abgrenzung nach dem Konzept der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfolgen, um den Vergleich des Umfangs der Schattenwirtschaft mit dem offiziellen Bruttoinlandsprodukt zu ermöglichen.
Danach existiert eine zweigeteilte Volkswirtschaft. Sie wird in einen offiziellen Sektor unterteilt, dessen Wertschöpfungen in das Bruttoinlandsprodukt eingehen und einen inoffiziellen Sektor, dessen Wertschöpfungen hingegen nicht erfasst werden. Im offiziellen Sektor werden sowohl die wirtschaftlichen Aktivitäten der öffentlichen sowie privaten Haushalte und Unternehmen summiert (soweit diese amtlich agieren/ besteuert werden).
Der inoffizielle Sektor, auch bezeichnet als Schattenwirtschaft im weiteren Sinne, beinhaltet die Selbstversorgungswirtschaft sowie die Schattenwirtschaft im engeren Sinne. Ersteres wird dabei nicht als Schwarzarbeit betrachtet, da es sich um die Deckung des Eigenbedarfs handelt (Do-it-yourself, Gefälligkeiten oder Nachbarschaftshilfen), die aufgrund der volkswirtschaft-lichen
Gesamtrechnungskonventionen nicht auszuweisen sind bzw. nicht erfasst werden können. Die Schattenwirtschaft im engeren Sinne hingegen umfasst Wertschöpfungen, die in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erfasst werden müssen, aber verheimlicht werden und somit nicht ins Bruttoinlandsprodukt eingehen können. Dazu zählen illegal ausgeführte Aktivitäten wie Drogenhandel und Diebstahl aber auch legale Tätigkeiten, die rechtswidrig ausgeführt werden. Letzteres, die so genannte „weiche“ Form der Schattenwirtschaft im engeren Sinne, ist die eigentliche Schwarzarbeit, die im Mittelpunkt der Arbeit steht. Betrachtet werden Arbeiter, die neben der regulären Hauptbeschäftigung Dienstleistungen oder Güter anbieten, ohne diese den zuständigen Behörden zu melden.
5 Vgl. Schneider, F. (2000), S. 5 ff.
Diese Vorgehensweise führt unter anderem zur Hinterziehung von fiskalischen und parafiskalischen Abgaben. Die illegalen Aktivitäten, wie Drogenhandel und Waffenschieberei werden im weiteren Verlauf nicht betrachtet. Gleiches gilt für die Selbstversorgungswirtschaft, die reine Steuerhinterziehung durch Finanztransaktionen oder Scheinfirmen sowie die freiwillige Arbeit für wohl-tätige Zwecke. 6
Die folgende Abbildung veranschaulicht in welchen Bereichen die Schwarzarbeit in Deutschland am häufigsten auftritt und unterstreicht gleichzeitig die erläuterte Definition.
Abb. 1: Struktur der Schwarzarbeit in Deutschland
Quelle: Schneider/Enste (2000)
3. Folgen der Schwarzarbeit auf makroökonomischer Ebene
Im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussionen zum Thema Schwarzarbeit stehen nach wie vor die vermeintlichen hohen Ausfälle bei den Steuereinnahmen. Aber auch andere Auswirkungen wie z.B. Ausfälle bei den Sozialversicherungen, Wettbewerbsverzerrung, Ressourcen-Verschwendung, Verringerung des Wirtschaftswachstums usw. werden behandelt. Andererseits bringt Schwarzarbeit Innovationspotential hervor und gibt Anstoß für Fortschritt und Entwicklung. In diesem Kapitel werden die wichtigsten negativen wie auch positiven Auswirkungen diskutiert.
6 Vgl. Enste, D.(2002), S. 6-14, Schneider, F. (2000), S. 5-10.
Arbeit zitieren:
Anne Rothkegel, 2004, Die Auswirkungen der Schattenwirtschaft auf die öffentlichen Finanzen, München, GRIN Verlag GmbH
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