Inhaltsverzeichnis :
0. Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2. Soziale Ungleichheit und Soziale Differenzierung 3
3. Soziologische Armutsansätze 7
4. Kinderarmut 13
5. Zusammenfassung 17
6. Literaturverzeichnis 19
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1. Einleitung
„Armut in einem der reichsten Länder der Welt - das klingt paradox, entspricht aber der Situation in der BR. Die Armut im heutigen Deutschland ist nicht vergleichbar mit dem Massenelend, dass die Industrialisierung begleitete [...]. Wohlstandswachstum und Sozialstaat haben die Armut [...] verändert, aber sie haben sie nicht beseitigen können.“ 1
Das Thema Armut gehört zu dem Oberthema „Soziale Ungleichheit in Deutschland“, und das einleitende Zitat bringt dies sehr gut zum Ausdruck, dass die Armut der Bundesrepublik eine besondere Armut darstellt. Diese Hausarbeit versucht die Armut in Deutschland zu beschreiben, wobei zunächst die soziale Ungleichheit und die soziale Differenzierung näher erläutert werden. Diese Erklärungen werden im anschließenden Punkt von Hradil und Kreckel unterschiedlich differenziert und erklärt, so dass der Leser einen Einblick in die zwei verschiedene Ansichten der genannten Soziologen erhalten.
Des Weiteren wird auf soziologische Armutsansätze eingegangen und die empirische Ermittlung von Armut wird aufgezeigt. Diese Punkte sind sehr wichtig, da die Vorgehensweise, wie Armut gemeint und wann sie vorherrscht geklärt wird. Hierbei wird auch auf die Sozialhilfe eingegangen, die mit der Armut einhergeht.
Das Hauptaugenmerk meiner Arbeit liegt auf der Kinderarmut in Deutschland. Dieses Thema erscheint zunächst als nebensächlich, als kaum existent, jedoch ist dies ein ausgesprochen brisantes Thema. Ich habe mich in erster Linie mit den materiellen und emotionalen Aspekten beschäftigt, sowie dessen Hintergrundgeschichte und Auswirkungen.
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2. Soziale Ungleichheit und Soziale Differenzierung
In der Soziologie ist die Sozialstruktur sehr wichtig, da sie die Gliederung der Gesellschaft widerspiegelt. Rainer Geißler hat dies wie folgt ausgedrückt: „… Soziologen wenden den Strukturbegriff auf ihren spezifischen Forschungsgegen-stand an und sprechen von der „Struktur einer Gesellschaft“ oder einfacher von „Sozialstruktur".“
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Die damit verbundene Sozialstrukturanalyse untersucht die Wechselwirkungen und Zusammenhänge in einer Gesellschaft. Hierbei untergliedert sich die Sozialstruktur in soziale Ungleichheit und soziale Differenzierung, die einen
Schwerpunkt beim „Wandel des Schichtgefüges“ 3 darstellt und in Abbildung 1 graphisch dargestellt ist.
Wenn die beiden Begriffe näher erklärt werden sollen, kann dies am Besten mit einem Beispiel geschehen. In unserer Gesellschaft haben wir Arbeiter und Ingenieure, die ihren geregelten Arbeitstag haben. Es kann gesagt werden, dass beide ihrer gelernten Arbeit nachgehen, und somit einen Teil für die Gesellschaft leisten. Trotzdem herrscht eine Differenzierung der Löhne, da dies im gesellschaftlichen Konsens begründet ist. Dies ist eine soziale Differenzierung, da die Gesellschaft meint, dass der Ingenieur aus verschiedenen Gründen einen höheren Lohn erhalten müsste als der Arbeiter.
Dieser Sachverhalt ändert sich, wenn es darum geht das sich der Arbeiter und der Ingenieur für ein Haus interessieren, welches sie mieten wollen. An dieser Stelle setzt die soziale Ungleichheit ein. Der Ingenieur wird als Mieter bevorzugt, da er
1 vgl. Informationen zur politischen Bildung, 4. Quartal 2000. S.24.
2 vgl. Geißler, Rainer (2002): Die Sozialstruktur Deutschlands. Opladen, S.19-22.
3 ebd.
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einen gut angesehenen Beruf in unserer Gesellschaft ausübt und er somit aus Prestigegründen Vorteile genießt. Somit kann festgestellt werden, dass die soziale Ungleichheit wie folgt erklärt werden kann. Die Gesellschaft ist bei der Meinungsbildung der ausschlaggebende Punkt, das Individuum selber hat keinen Einfluss. Somit kann die Grundannahme gemacht werden, dass die soziale Ungleichheit sich dadurch herausstellt, dass die Bevölkerung in verschiedenen Gruppierungen gegliedert ist und je nach Zugehörigkeit werden die Menschen mit Sozialkategorien und Lebensumständen verbunden. Dies soll nicht heißen, dass das Individuum abgewertet wird, sondern die Stellung in der Gesellschaft steht im Vordergrund. Das Ungleichgewicht bezieht sich auf die Verteilung bestimmter Güter, die als wertvoll angesehen werden. Wenn eine Person viele dieser Prestigegüter besitzt, desto besser sind seine Lebensbedingungen. Somit sind materieller Wohlstand, Macht, Prestige, Bildung, Gesundheit die Dimensionen der sozialen Ungleichheit. 4
Auch wenn der Artikel 3 im Grundgesetz besagt, „alle Menschen sind gleich vor dem Gesetz“, wird dies in unserer Gesellschaft nicht gelebt. Dies hat mit den unterschiedlichen sozial relevanten Merkmalen zu tun, wonach sich die Gesellschaft beeinflussen lässt. Reichtum ist ein Leitbild und hierzu zählen auch die Lebensbedingungen und das soziale Umfeld was jedem umgeben.
4 vgl. Hradil, Stefan (2001): Soziale Ungleichheiten Deutschland. Opladen, S.27-36.
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Vergleich von Hradil und Kreckel
Der Begriff der „Sozialen Ungleichheit“ wird von vielen Soziologen in verschiedenen Weisen definiert, so auch von Stefan Hradil und Reinhard Kreckel.
Dr. Stephan Hradil wurde 1946 in der Pfalz geboren und studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Slawischen Philologie an der Universität München. Seit 1991 ist er Professor für Soziologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Sozialstrukturanalyse, auch im internationalen Vergleich, soziale Ungleichheit, soziale Milieus und Lebensstile, Singles, Zukünftige Entwicklungstrends moderner Gesellschaften 5 .
Seine Definition lautet wie folgt: „Soziale Ungleichheit liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den „wertvollen Gütern“ einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten.“ 6 Die Definition von Hradil sagt somit aus, dass Menschen, wie zum Beispiel ein Personalchef ehr eine schöne Wohnung kaufen kann, als ein Maurer. Mit anderen Worten, die soziale Stellung spielt im gesellschaftlichen leben eine wichtige Rolle, wodurch ein Mensch Vorteile oder Nachteile erfährt. Somit kann gesagt werden, dass Hradil seine Definition kurz und knapp auf den Punkt bringt, Unklarheiten kommen nicht auf.
Dr. Reinhard Kreckel wurde 1940 geboren und studierte Soziologie, Geschichte, Philosophie in West-Berlin, Paris, Aix-en-Provence und München. Seit 1992 ist er Professor für Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 7 .
Seine Meinung über „Soziale Ungleichheit“ ist diese: „ Soziale Ungleichheit im weiteren Sinne liegt überall dort vor, wo die Möglichkeiten des Zugangs zu allgemein verfügbaren und erstrebenswerten sozialen Gütern und/oder zu sozialen Positionen, die mit ungleichen Macht- und/oder Interaktionsmöglichkeiten ausgestattet sind, dauerhafte Einschränkungen erfahren und dadurch die
5 vgl. Internet: www.uni-mainz.de/~hradil/
6 vgl. Hradil, Stefan (2001): Soziale Ungleichheiten Deutschland. Opladen, S.27-36
7 vgl. Internet: www.soziologie.uni-halle.de/kreckel/
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Arbeit zitieren:
Simone Hummert, 2004, Soziale Ungleichheit in Deutschland: Armut, München, GRIN Verlag GmbH
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