Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Definition von Freundschaft. 4
3 Sachanalyse 5
4 Didaktische Überlegungen 8
5 Lernziele der Unterrichtseinheit 11
6 Methodische Überlegungen. 12
7 Darstellung der Unterrichtseinheit 14
8 Schluss 18
Literaturverzeichnis 19
1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit zum Kinderroman „Neben mir ist noch Platz“ richtet ihren Blickpunkt auf die Thematik der Freundschaft.
Der Unterrichtseinheit liegt die Taschenbuchfassung von August 2004 zugrunde und ich gehe davon aus, dass die Lektüre als Klassensatz für jeden Schüler vorhanden ist. Die vorliegende Unterrichtseinheit ist für eine dritte Schulklasse konzipiert. Dies bietet sich vor allem deshalb an, weil die Hauptpersonen des Buches (Steffi und Aisha) auch etwa in dem gleichen Alter sind, wie die Schüler(innen) und so eine Identifikation mit diesen Personen für die Schüler etwas vereinfacht wird. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf die bevorstehende Auseinandersetzung mit den Gefühlen Aishas und Steffis in ihrer Freundschaft. Aus diesem Grund soll die Unterrichtseinheit auch so gestaltet werden, dass es den Schülern möglich ist auch ihre eigenen Gefühle/Gedanken und Empfindungen zu dem Buch und zu (der) Freundschaft (zwischen Aisha und Steffi) zu äußern und zu verarbeiten. Dies bietet sich in der Arbeitsform „Projektunterricht“ an, denn hier hat jeder Schüler einen individuellen Schwerpunkt und kann diesen relativ frei bestimmen und bearbeiten.
Der vorliegende Entwurf des Projektunterrichts ist sehr allgemein gehalten, weil sich, bedingt durch die weitgehend freie Arbeit der Kinder, nur eine ungenaue Richtung der Ergebnisse voraussagen lässt. Aus diesem Grund habe ich mich gegen konkrete Verlaufsplanungen entschieden. Bei der Planung der Unterrichtseinheit orientiere ich mich nicht streng am chronologischen Verlauf des Buches, da die Schüler das Buch erst während der Projektphase lesen werden. Nach Abschluss dieser Unterrichtseinheit sollen jedoch alle Schüler die gesamte Lektüre gelesen haben. Das Ergebnis sollte grob darin liegen, dass sie sich mit dem Autor Paul Maar, mit Aisha, Steffi und dem Libanon beschäftigt haben und so das Thema Freundschaft unter Berücksichtigung dieser erarbeiteten Aspekte näher beleuchten können.
2 Definition von Freundschaft
Form sozialer Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Partnern, die
besonders durch gegenseitige Anziehung (Sympathie) und ein Verhältnis
persönlichen Vertrauens bestimmt ist, in der Erfahrung gemeinsam erlebter
Lebensabschnitte wurzeln kann (z.B. der Schul- oder Studienzeit) und die im
Unterschied zu rein zweckbestimmten partnerschaftlichen Verbindungen auch
Hilfs- und Opferbereitschaft und freiwillige Verantwortung für den anderen
einschließt (Meyers Lexikonredaktion 2003, S. 2280).
Freundschaft hat sowohl soziologische als auch sozialpsychologische Bedeutung. Sie ist eine rein subjektiv wahrgenommene Beziehung zwischen Menschen, für die es keine feste wissenschaftliche Definition, zum Beispiel im Sinne einer wiederholbaren Messung der Stärke einer Freundschaft, gibt. Die Beteiligten dieser freundschaftlichen Beziehung werden „Freunde“ genannt.
Freundschaft ist jedoch nicht nur individuell verschieden, sondern auch von der jeweiligen Kultur des Landes abhängig. Während zum Beispiel die Deutschen eher wenige und behutsam ausgewählte Menschen zu ihren „wahren“ Freunden zählen, haben gerade Südeuropäer, aber auch Nordamerikaner eine andere Auffassung von Freundschaft. Bei ihnen wird nicht selten schon eine gute Bekanntschaft als Freundschaft bezeichnet und ist weitaus weniger tiefgründig und langfristig (vgl. Wikipedia). Freundschaft lässt sich auch nach ihrer Intensität differenzieren. Die schwächste Form dieser zwischenmenschlichen Beziehung ist die Bekanntschaft. Bei ihr ist die Beziehung zwischen den Beteiligten nur oberflächlich und oftmals kennen sich die Beteiligten nur von wenigen Begegnungen. Voraussetzung, dass diese Beziehung als Bekanntschaft gilt ist, dass die Beteiligten dem Anderen gegenüber keine negativen Gefühle empfinden. Die mittlere Stufe ist die freundschaftliche Beziehung. Sie ist weitaus tiefgründiger und enger als die zuvor genannte Form der Bekanntschaft. Die höchste Stufe der „Freundschaft“ ist eine zwischenmenschliche Beziehung die sich noch als sehr viel enger, bedeutungsvoller und intensiver darstellt, die Liebe. Sie ist die innigste und längerfristigste Form der Freundschaft.
Jedoch gibt es auch innerhalb dieser Stufen wiederum Abstufungen. Innerhalb des Bekanntschaftskreises unterscheiden die Beteiligten meist noch zwischen entfernten Bekannten (mit denen sie meist weniger zu tun haben und welche sie eher selten treffen), guten Bekannten (diejenigen mit denen man sich regelmäßig trifft) und sehr guten
Bekannten (diejenigen, welche eigentlich zwischen den beiden Stufen Bekanntschaft und freundschaftliche Beziehung stehen). Innerhalb der Freundschaft unterscheidet man häufig zwischen guten Freunden (Beziehung ist zwar freundschaftlich aber nicht übermäßig eng) und besten Freunden. Jeder Mensch hat einen besten Freund/ eine beste Freundin, zu dem er ein besonders inniges und vertrauenswürdiges Verhältnis hat. Dies ist meist die Person der man (besonders im Kindesalter, aber auch noch im Erwachsenenalter) die (intimsten) Geheimnisse und Gefühle anvertraut. Diese Bezeichnung wird nur noch vom „Freund fürs Leben“ übertroffen bzw. ist dieser Form gleichgestellt. Diese Bezeichnung deutet eine sehr intensive und zugleich bedingungslose Bindung an, was jedoch auch für den/ die beste(n) Freund(in) gilt (vgl. Wikipedia). Daher scheint eine klare Differenzierung hier schwierig.
3 Sachanalyse
Das Buch „Neben mir ist noch Platz“ von Paul Maar wurde von ihm im Auftrag des Verlags modus vivendi geschrieben, der 1992 die Originalausgabe herausbrachte. Die vorliegende Ausgabe aus dem Jahr 2004 umfasst 47 Seiten. Die Illustrationen auf dem Buchumschlag und im Buch selbst sind von Verena Ballhaus erstellt worden. Der Autor Paul Maar wurde am 13. Dezember 1937 in Schweinfurt geboren. Nach dem frühen Tod seiner Mutter und nachdem sein Vater wieder geheiratet hatte, verbracht er seine Kindheit überwiegend bei seinem neuen „Großvater“ auf dem Land. Der Autor besuchte das Gymnasium in Schweinfurt und studierte nach dem Abitur an der Kunstakademie Stuttgart. Im Anschluss daran arbeitete Paul Maar als Bühnenbildner und Theaterfotograf am Fränkischen Theater Schloss Maßbach. Danach war er 10 Jahre Lehrer für Bildende Kunst. Seit 1976 ist Paul Maar als freier Autor und Illustrator tätig (Maar 1996).
Bereits in seiner Schulzeit hat Paul Maar gerne geschrieben und gemalt, unter anderem für eine Schülerzeitung. Durch Geschichten, die er immer wieder seinen Kindern erzählte, kam er zum Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern. Viele seiner Bücher wurden mit den verschiedensten Literaturpreisen ausgezeichnet. So wurde „Neben mir ist noch Platz“ 1994 mit einem Listenplatz zum Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach zum Buch des Monats gekürt (Maar 1996).
Maar schrieb „Neben mir ist noch Platz“ als Reaktion auf die fremdenfeindlichen Anschläge in Hoyerswerda, Mölln, Rostock und Solingen. Als Hintergrund wählte der Autor den seit 1975 bis in die frühen 90er Jahre herrschenden Bürgerkrieg im Libanon. In den Geschehnissen des Buches wird dieser Krieg jedoch nur angedeutet (z.B. S. 13 „Weil dort Kampf ist.“). Man erfährt beim Lesen nichts über die Ursachen oder den Verlauf des Krieges. Allerdings werden im Buch die Ermordung von Aischas Onkel (S. 13) und die drohende Verhaftung des Vaters (S. 13) genannt. Hieraus ergaben sich auch die Fluchtgründe für Aishas Familie nach Deutschland
(www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/70401.pdf).
Dieses Buch gehört zur Gattung der Kinder- und Jugendliteratur (KJL). Diese umfasst jene Schrifttümer, die extra für Kinder und Jugendliche verfasst wurden und bei denen dies durch Titel, Vorwort, im Text oder eine bestimmte Reihenzugehörigkeit erkenntlich wird. Auch diverse Erwachsenenliteratur wurde von Kindern und Jugendlichen gelesen, bevor diese überhaupt als KJL bestätigt wurde (z.B. „Robinson Crusoe“) und es entstanden eigene Ausgaben, Überarbeitungen und Neubearbeitungen speziell für die jungen Leser(innen). Die Adaption (bzw. die assimilative Anpassung) ist eines der Grundprinzipien der KJL, sie soll den jungen Lesern die Möglichkeit einer Identifikation bieten (Schweikle 1990, S. 236).
Aisha ist mit ihren Eltern aus dem Libanon nach Deutschland geflohen. Sie wird von ihren Mitschülern jedoch kaum beachtet und wird zur Außenseiterin. Sogar Steffi bekundet erst nachdem Aisha ihr geholfen hat, Interesse an der Neuen. Sie gehen in die gleiche Klasse und wohnen in der gleichen Straße. Nachdem Steffi einmal nach dem Sportunterricht in der Umkleidekabine eingeschlossen war und Aisha den Hausmeister geholt hat, der sie befreit, freunden die beiden sich an. Zwischen den beiden entwickelt sich zwar eine sehr enge Freundschaft, aber immer wieder haben die beiden Probleme zu überwinden. Diese Probleme resultieren meist aus der Unwissenheit beider Seiten. So bezeichnen Steffis Eltern Aisha und ihren Bruder als verwöhnt, als diese bei einem gemeinsamen Grilltag ihre Würstchen und Graubrote nicht essen (S. 19 f.). Auch Aishas Erscheinen in ständiger Begleitung ihres Bruders Jussuf stößt bei Steffi auf Abneigung. Andererseits muss auch Steffi sich erst an die Gewohnheiten der muslimischen Familie gewöhnen, als sie in der darauf folgenden Woche bei Aishas Familie eingeladen ist. Während Aishas Familie sich noch um Integration in die neue Gesellschaft bemüht, werden die Bewohner des Ausländerwohnheimes, in welchem Aisha wohnt, von Ausländerfeindlichkeit ereilt. In einer nächtlichen Aktion wird das Wohnheim Ziel eines Anschlags, bei dem alle Fenster
Arbeit zitieren:
Sabrina Engelke, 2005, Planung einer Unterrichtseinheit zu Paul Maars Kinder- und Jugendbuch 'Neben mir ist noch Platz' - die Begegnung mit dem Thema Freundschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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