I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. I
1. Einleitung. 1
2. Gegenstand der Textlinguistik 2
2.1. Texte als Untersuchungsgegenstand 2
2.2. Betrachtungsperspektiven von Texten 2
3. Angewandte Textlinguistik 4
3.1. Textlinguistik und Sprachdidaktik 4
3.1.1. Muttersprachendidaktik 6
3.1.1.1. Text linguistik und muttersprachliche Textproduktion. 6
3.1.1.2. Textlinguistik und muttersprachliche Lesekompetenz. 8
3.1.2. Fremdsprachendidaktik 9
3.1.2.1. Textlinguistik und fremdsprachliche Textproduktion. 10
3.1.2.2. Textlinguistik und fremdsprachliche Textrezeption 11
3.2. Weitere Anwendungsbereiche 13
3.2.1. Der Einfluss der Textlinguistik auf die Übersetzungswissenschaft
und die Kontrastive Linguistik 14
3.2.2. Textlinguistik und Literaturwissenschaft. 15
4. Ausblick 16
Quellenverzeichnis II
Einleitung 1
1. Einleitung
Jede wissenschaftliche Disziplin hat Bezugswissenschaften, aus denen sie für ihre eigenen Arbeit relevant erscheinende Analysegegenstände, Verfahren und Erkenntnisse 1 Mit Texten als Forschungsgegenstand beschäftigen sich zahlreiche Wissenentnimmt.
schaftsdisziplinen, um sie zu erhalten, weiterzugeben, zu deuten und um Erkenntnisse zu gewinnen, dabei haben die verschiedenen Bereiche unterschiedliche I nteressen an 2 So werden auch textlinguistische Überlegungen in ein interdisziplinäres Pro-Texten.
blemfeld integriert und für praxisorientierte Anwendungsbereiche, wie z.B. die Analyse von Pressetexten, Untersuchungen der Textplanung, und das Textverstehen von Nachrichten genutzt. Die Sprachdidaktik stellt einen weiteren, meiner Meinung nach sehr 3 wichtigen Anwendungsbereich der textlinguistischen Forschungserkenntnisse dar . Laut
Beaugrande und Dressler könnten die praktisch relevanten Verwendungen von Erkenntnissen der te xtlinguistischen Forschung einige Bücher füllen. Sie nennen die fo lgenden Gebiete als Bereiche in denen Texte entweder ein Untersuchungsobjekt oder ein Forschungsinstrument darstellen: Kognitionswissenschaft, Soziologie, Anthropol ogie, therapeutische Psychologie, Sprachtherapie, Literaturwissenschaft, Übersetzungswissenschaft, Kontrastive Linguistik, Fremdsprachendidaktik und Computerwissen- 4 schaft.
Die Textlinguistik kann laut Sowinski als eine theoretische Disziplin der Sprachwissenschaft. angesehen werden, der sich verschiedene Anwendungsbereiche zuordnen las- 5 DieseArbeit soll eisen. Er spricht von der sogenannten Angewandten Textlinguistik nen Einblick in einige Anwendungsmöglichkeiten textlinguistischer Forschungsergebnisse in ausgewählten Bereichen, insbesondere auf dem Gebiet der Sprachdidaktik geben.
1
Vgl. Hüllen, Fremdsprachendidaktik, 1988, S. 105
2
Vgl. Sowinski, Textlinguistik, 1983, S. 11
3
Vgl. Schoenke, Textlinguistik im deutschsprachigen Raum, 2000, S. 10
4
Vgl. Beaugrande/Dressler, Einführung, 1981, S.216
5
Vgl. Sowinski, Textlinguistik, 1983, S. 125
Gegenstand der Textlinguistik 2
2. Gegenstand der Textlinguistik
„Seit den 60er Jahren entwickelte sich die Textlinguistik zu einer relativ selbstständigen Disziplin und weitete sich zu einem interdisziplinären Forschungsfeld aus. Auch bei ganz verschiedenen Forschungsschwerpunkten stehen außer dem Text selbst Textko- 6 imMittelpunkt der Untersuchungen.“ 7 Auf dem Forschungsgebiet härenz und Textsorte
der Textlinguistik werden Strukturierungs- und Formulierungsvarianten von Textganz- 8 heiten untersucht und eigene Beschreibungsmodelle dafür entwickelt.
2.1. Texte als Untersuchungsgegenstand
Der Hauptuntersuchungsgegenstand dieser Überlegungen ist der Text selbst als komplexe Ganzheit mit seiner Oberflächenstrukturierung, z.B. durch kohäsive Beziehungen, Strukturierungs- und Formulierungsmuster und seiner Bedeutung. Texte sind in übergreifende Interaktionszusammenhänge eingebettet, z.B. die Einbindung von Texten in Diskurse. Sie sind von grundlegender Bedeutung für die Existenz menschlicher Gesellschaft, denn mit ihrer Hilfe können gesellschaftliche Beziehungen konstituiert werden. Heinemann und Viehweger sprechen von sprachlicher Kommunikation durch Texte und somit vom Text als einem „fundamentalen gesellschaftlichen Faktum“. Die Fähigkeit mit häufigen Textklassen aktiv bzw. passiv umgehen zu können ist daher Voraussetzung 9 dafür, dass jedes Mitglied einer Gesellschaft sprachlich kommunikativ tätig sein kann.
2.2. Betrachtungsperspektiven von Texten
Der Untersuchungsgegenstand Text wird in der Literatur aus grammatischen, semantischen, kognitiven und pragmatisch-kommunikativen Perspektiven betrachtet. In den meisten Grammatikdarstellungen werden Texte als linguistische Einheiten ignoriert, da deren interaktionales Funktionieren schwer in Regeln zu fassen ist. Jeder Text besteht zwar aus grammatischen Elementen, die auch notwendig zum Textverstehen sind, aber das Wesen von Texten ist nicht auf grammatische Phänomene zurückführbar. Bedeutungen und Informationen, die durch Wörter, Sätze und Texte transponiert werden, sind wichtiger als grammatische Strukturen. Die Bedeutungen von Wörtern werden vom Re- 6
Ausführliche Erläuterungen zu den Begriffen Text, Textkohärenz, Textsorte in: Beaugrande/Dressler,
Einführung in die Textlinguistik, 1981, S. 1-14
7
Schoenke, Textlinguistik, 2000, S. 123
8
Vgl. Heinemann/Viehweger, Textlinguistik Einführung, 1991, S.15f
9
Vgl. Heinemann/Viehweger, Textlinguistik Einführung, 1991, S. 18
Gegenstand der Textlinguistik 3
zipienten identifiziert und kontextuiert. Sie sind beim Erfassen von Satzinhalten von wichtiger Bedeutung; diese wiederum sind zu Teil-Text -Bedeutungen gebündelt. Ein Text ist dann vom Rezipienten verstanden, wenn er den inneren Zusammenhang der Teil-Text -Bedeutungen und somit das Textthema und den Textsinn erschlossen hat. Ohne semantische Bedeutungen wären Texte ohne Sinn, aber Texte bestehen nicht nur aus semantischen Aspekten, denn Texte von gleicher Form und Bedeutung können in der praktischen Kommunikation in unterschiedlichen Weisen funktionieren. Somit we rden die pragmatisch-kommunikativen Basisfaktoren als grundlegend für Texte in jeder Beziehung angesehen. Jedem Text liegt ein kommunikativer Anlass bzw. eine Kommunikationsaufgabe zugrunde. Die spezifische Intention, die durch einen an einen Partner gerichteten Text realisiert werden soll, ergibt sich aus der Motivation des Handelnden. Von entscheidender Bedeutung für das Zustandekommen von Textstrukturen und Text-formulierungen ist also die pragmatische Eingebettetheit von Texten. Kognitive Faktoren spielen bei der Konstitution und der Interpretation von Texten zwar auch eine Rolle, aber dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich die Textlinguistik mit neuronalen Grundlagen der Kognition sowie mit Prozessen der Speicherung und Aktivierung von Kenntnissystemen befassen müsste. Diese Fragestellungen sind Gegenstand der kog- 10 nitiven Linguistik und der kognitiven Psychologie.
10 Vgl. Heinemann/Heinemann, Grundlagen, 2002, S. 242-246
Angewandte Textlinguistik 4
3. Angewandte Textlinguistik
Lange Zeit wurden linguistische Theorien und Modelle erstellt, um abstrakte inne rsprachliche Überlegungen zur Beschreibung von Sprachstrukturen zu erstellen. Zu selten wurde gefragt, ob und wie diese Theorien und Modelle für andere Wissenschaftsdisziplinen genutzt werden bzw. ob und wie sie zur Entwicklung sprachlicher Fertigkei- 11 Sogibt es, neben den verschiedenen theoten in der Gesellschaft beitragen können.
retischen Bereichen der Sprachwissenschaft Disziplinen, die die Erkenntnisse der theoretischen Sprachwissenschaft in bestimmten linguistischen Anwendungsbereichen zugrunde legen und auf ihre Anwendbarkeit hin untersuchen. Auch dem Bereich der Textlinguistik können verschiedene Anwendungsbereiche zugeordnet werden. Sowinski 12 spricht hier von der sogenannten Angewandten Textlinguistik.
Auf dem Gebiet der angewandten Textlinguistik stehen vor allem didaktische Probleme im Vordergrund So werden in den Bereichen der Sprachdidaktik, also der schulischen Vermittlung von Mutter- und Fremdsprache, Ergebnisse aus der textlinguistischen Forschung genutzt. Als einige weitere Anwendungsgebiete, auf die die Textlinguistik Einfluss nimmt, werden bei Brinker/Antos/Heinemann/Sager folgende genannt: Übersetzungswissenschaft, kontrastive Linguistik, Informatik, Bibliothekswissenschaft, Journalismus, Ratgeberliteratur, praktische Verständlichkeitsforschung, und Informationswesen. Zusätzlich dazu erwähnen Beaugrande/Dressler noch die Kognitionswissenschaft, 13 die Soziologie und Anthropologie.
3.1. Textlinguistik und Sprachdidaktik
Die Sprachdidaktik wird, wie bereits erwähnt, in der Literatur als eines der wichtigsten Anwendungsgebiete der textlinguistischen Forschung angesehen, denn obwohl wir unser Wissen aus verschiedenen Quellen beziehen, wird der Großteil unseres Wissens durch Texte erworben. Texte sind für den Unterricht also von großer Bedeutung. Alle rdings müssen sie für den Einsatz im Unterricht nach bestimmten Grundsätzen gestaltet sein und auch pädagogische Prinzipien erfüllen. Im Sprachunterricht werden Texte eingesetzt, um vor allem die Sprachkompetenz, sowohl die grammatische als auch die kommunikative Kompetenz, zu fördern. Dafür werden einmal authentische Texte, die für
11
Vgl.Beaugrande/Dressler, Einführung, 1981, S.216
12
Vgl.Sowinski, Textlinguistik, 1983, S. 125
13
Vgl.Beaugrande/Dressler, Einführung, 1981, S. 216
Arbeit zitieren:
Nadja Hennig, 2005, Sprachdidaktik als ein Anwendungsbereich der Textlinguistik, München, GRIN Verlag GmbH
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