Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz
Institut für Sportwissenschaft
Semesterzahl: 06
Einzigartigkeit der Gladiatur
von: Christian Bely
INHALT
EINLEITUNG 2
1 VERGLEICH FRUHER - HEUTE 2
1.1 MASSENSPORT 2
1.2 VEREINE UND ORGANISATIONEN 2
2 IST DIE GLADIATUR EIN SPORT? 3
3 DIE SCHWERATHLETIK 4
4 TURNIER - DUELL 6
5 AUßEREUROPÄISCHE ANALOGIEN 7
6 DER SPANISCHE STIERKAMPF 8
7 SADOMASOCHISMUS, VOYEURISMUS, ÄSTHETIZISMUS 9
8 HINRICHTUNGEN, GEWALT IN DEN MEDIEN 9
Einleitung
Filme wie «Quo vadis?», «Spartacus» oder «Gladiator» von dem amerikanischen Regisseur Ridley Scott bringen uns die Einzigartigkeit der Gladiatur mit all ihren Facetten etwas näher. …der gewaltige Innenraum des Colosseums, gefüllt mit Zehntausenden von Menschen, die in kollektiver Leidenschaft dem Drama in der Arena folgen, es lautstark kommentieren, ihrer Begeisterung, ihrem Unmut, ihren Forderungen Ausdruck geben wie ein anonymes vielköpfiges Monster.1 Demzufolge ist das Verhalten der Zuschauer ein interessanter Aspekt, und nicht zuletzt finden wir einige Parallelen zu den heutigen Sport- und Massenveranstaltungen.
1 VERGLEICH FRUHER - HEUTE
1.1 MASSENSPORT
Seit dem Untergang des römischen Reiches ist der Massensport des 19. und 20. Jahrhunderts wieder durchorganisiert und gehört „schon längst zu den prägendsten Elementen des ganzen Gesellschaftslebens.“2 Manche Züge dieses Spielbetriebs – und vielleicht auch seiner gesellschaftlich-politischen Funktion – erinnern lebhaft an heutige Verhältnisse. Bei aller Skepsis gegenüber vorschnellen Aktualisierungen: Was sich da an Emotionen bei den Zuschauern im Circus und im Amphitheater entlädt, findet bei den Autorennen, Fußballspielen und anderen Massensportarten unserer Tage auffällige Parallelen; …3
„Vereins- und Parteifanatismus, Sport als Religionsersatz, Gewaltausbrüche und Paniken,“4 waren in der römischen Antike ebenfalls schon bekannt. Ausschreitungen von Zuschauern gehörten damals wie heute zu den Nebenerscheinungen der Massenveranstaltungen. Zu eine der bekanntesten Zuschauerkrawalle gehörte aus dem Amphitheater in Pompeji aus dem Jahre 59 n. Chr. Die Folge dieser Ausschreitungen war eine zehnjährige Schließung des Amphitheaters durch einen kaiserlichen Erlass.5
1.2 VEREINE und ORGANISATIONEN
Wie in den meisten Stadien, besonders in Fußballstadien, Anhänger bzw. Fanclubs ihren Verein unterstützen, „so bildeten sich auch unter Zuschauern im Amphitheater Parteien für einzelne Gladiatorenarten.“6 Im Vergleich zu den Circusrennen gab es zwar keine durchorganisierten Vereine, jedoch verfügten populäre Gladiatoren über Scharen fanatischer Anhänger. Und nicht nur einzelne Gladiatoren wurden unterstützt, sondern auch bestimmte Waffengattungen.7 Die stärkste Rivalität bestand jahrhundertelang zwischen den Anhängern der Murmillionen und Samniten (»Großschildner«) und der thrakischen Gladiatoren (»Kleinschildner«).8 Bei solchen Verhältnissen fiel es auch den Kaisern nicht einfach, unparteiisch zu bleiben. So ließ z.B. Kaiser Domitian, ein Anhänger der Großschildner, nach Protesten eines Zuschauers diesen in der Arena einer Meute von wilden Hunden vorwerfen.9 Nach diesen Schilderungen stellt sich die Frage, in wie weit die Gladiatur als Sport bezeichnet werden kann.
2 IST DIE GLADIATUR EIN SPORT?
[...]
1 Junkelmann, Marcus: Das Spiel mit dem Tod. So kämpften Roms Gladiatoren. Mainz: Verlag Philipp von Zabern, 2000, S.12.
2 Junkelmann: Spiel, S .12.
3 Weeber, Karl -Wilhelm: Panem et cicenses: Massenunterhaltung als Politik im antiken Rom (= Zaberns Bildbände zur Archäologie, Bd. 15). Mainz: Verlag Philipp von Zabern, 1999, S.2.
4 Junkelmann: Spiel, S .12.
5 Junkelmann: Spiel, S .12.
6 Nyáry, Josef: Die Gladiatoren. Zum Töten erzogen, zum Sterben bestimmt. Düsseldorf und Wien: Econ Verlag, 1982, S.184.
7 Junkelmann: Spiel, S .12.
8 Nyáry: Gladiatoren, S.184.
9 Nyáry: Gladiatoren, S.184.
Arbeit zitieren:
Christian Bely, 2005, Einzigartigkeit der Gladiatur, München, GRIN Verlag GmbH
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