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Inhalt
1. Einleitung 1
2. Die Fernsehserie 1
2.1 Definition 2
2.1 Geschichte der Soap Opera 3
3. Die „Lindenstraße“ 4
3.1 Dramaturgie 5
3.2 Themen 7
3.3 Realität 9
4. Fazit 10
5. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Ob Mutter Beimer, Else Kling oder Penner Harry - mehr als der Hälfte des deutschen Fernsehpublikums sind diese Namen so geläufig wie die ihrer eigenen Verwandten. Die Familienserie „Lindenstraße“ ist seit ihrer Erstausstrahlung am 8. Dezember 1985 ein fester Bestandteil der deutschen Fernsehlandschaft. Mit einer Laufzeit von mittlerweile zwanzig Jahren, mehr als eintausend Folgen und einem durchschnittlichen Marktanteil von zwanzig Prozent, schafft es die vom WDR produzierte Serie die Einschaltquoten konstant zu halten. Doch wie ist der Erfolg zu erklären? Warum hält sich gerade die „Lindenstraße“ über einen so langen Zeitraum, zumal in den letzten zehn Jahren diverse ähnliche Formate auf den Markt gebracht wurden? Wie kommt es, dass die anfangs von Kritikern eher skeptisch betrachtete Serie mittlerweile einen ähnlichen Status wie die Tagesschau im deutschen Fernsehen besitzt, und selbst im Rahmen von Wahlsondersendungen nicht ausfällt und ihren gewohnten Sendeplatz behält? Um mögliche Erklärungen für den Erfolg dieser Serie zu finden, wird der Hauptteil der Hausarbeit aus einer ausführlichen Analyse der „Lindenstraße“ bestehen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Untersuchung der Konzeption, der Themenauswahl und dem von Autor und Erfinder Hans W. Geißendörfer immer wieder geschaffenen Bezug zur Realität und zu aktuellen politischen Ereignissen. In diesem Zusammenhang wird außerdem der Aspekt b etrachtet, dass viele Zuschauer die Serie mit der Realität verwechseln, und beispielsweise die Schauspieler auf der Straße mit ihren Seriennamen ansprechen. Es wird versucht, Erklärungen für dieses Phänomen zu finden. Zuerst wird jedoch auf Fernsehserien im Allgemeinen eingegangen.
2. Die Fernsehserie
Serien zählen heute zum beliebtesten eigenständigen Genre des Fernsehens. Allein im deutschen Programm gibt es zurzeit über 50 Serien unterschiedlichster Art. Neben diversen US-
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Importen sind seit Anfang der neunziger Jahre auch immer
häufiger erfolgreiche deutsche Produktionen wie „Gute Zeiten schlechte Zeiten“, „Verbotene Liebe“ und „Unter uns“ sowohl bei den privaten als auch bei den öffentlich - rechtlichen Sendern im Programm zu finden.
Im Folgenden wird zuerst eine Definition des Bergriffes „Serie“ und ein Überblick über die unterschiedlichen Serien - Typen gegeben, um zeigen zu können, welchem Format die „Lindenstraße“ zuzuordnen ist.
2.1 Definition
Die Serie im Allgemeinen ist eine fiktionale Produktion, die auf
Fortsetzung hin produziert und konzipiert wird. In der Regel ist eine Reihe von festen Charakteren vorhanden, um deren Leben sich die Handlung entwickelt. 1
In Deutschland werden Serien in unterschiedliche Genres wie Krimiserie, Krankenhausserie oder Doku - Soap eingeteilt. Zu den beliebtesten Formaten im Fernsehen gehören die Familienserien und Soap Operas, um die es in dieser Arbeit auch vorwiegend gehen soll.
Die Soap Opera ist eine fortlaufende Serie mit offenen Folgen und wird regelmäßig entweder wöchentlich oder täglich zu einer festgelegten, gleich bleibenden Zeit ausgestrahlt. Die einzelnen Folgen bestehen aus mindestens zwei gleichgewichtigen Handlungssträngen, die abwechselnd gezeigt und teilweise miteinander verknüpft werden. 2 Die Soap ist auf Unendlichkeit hin konzipiert, und wird demzufolge auch als Langzeitserie bezeichnet. Die einzelnen Folgen haben keinen Anfang und kein Ende, die Geschichten sind im Gegensatz zum Film nicht komplex oder kompliziert. Dadurch kann der Zuschauer jederzeit einsteigen und findet sich schnell in der Handlung zurecht. Um die Spannung aufrechtzuerhalten und den Zuschauer zum Einschalten der nächsten Folge zu bewegen, wird als Stilmittel
1
Vgl. Knut Hickethier: Die Fernsehserie und das Serielle des Fernsehens, in: Werner Faulstich, Jens Flemming,
Otfried Hoppe, Peter Stein, Dieter Stein Kultur Medien Kommunikation: Lüneburger Beiträge zur
Kulturwissenschaft 2. Lüneburg 1991, S.8.
2 Vgl. Gerlinde Frey-Vor: Langzeitserien im deutschen und britischen Fernsehen. Lindenstraße und East Enders
im interkulturellen Vergleich. Berlin 1996, S. 18.
5
der „Cliffhanger“ eingesetzt. In der Regel endet demnach eine
Episode der Serie mit einem besonders dramatischen Ereignis. Die Handlung bricht mittendrin ab und wird erst in der nächsten Folge aufgelöst.
2.2 Geschichte der Soap Opera
Als Vorläufer der heutigen Fernsehserie wird die amerikanische
Radio - Soap - Opera angesehen. Diese wurde um 1930 täglich etwa fünfzehn Minuten lang im Hörfunk gesendet, und war hauptsächlich für Hausfrauen gedacht, die neben ihrer Arbeit in der Küche zuhörten. Die Finanzierung dieser Serien übernahmen Firmen für Haushaltswaren, die sie als Werbeträger für Waschpulver und A nderes nutzten. Seife, Waschmittel und Lebensmittel bildeten somit die Hauptthemen der Radio-Serie. Dadurch wurde der heute verbreitete Name „Soap Opera“ geprägt.
Von 1940 an etablierten sich Soaps in den USA auch im Fernsehen. Anfangs waren diese Serien ebenfalls nur für Hausfrauen konzipiert, es folgten jedoch schnell Produktionen für eine breitere Zielgruppe mit einem vielfältigeren Themenspektrum. Seit dem gehören Soaps zum festen Bestandteil des amerikanischen Fernsehens. In Deutschland wurden ab den fünfziger Jahren immer häufiger Serien im Fernsehen gesendet. Zunächst aus den USA eingekauft, später auch eigens produziert, wurden sie beim Publikum immer beliebter.
Die erste in Deutschland produzierte Serie „Unsere Nachbarn heute Abend (Familie Schölermann)“ wurde von 1954 bis 1960 ausgestrahlt. Hauptsächlich ging es um die Familie, die in einer heilen und schönen Welt dargestellt wurde. Es folgten weitere Serien dieser Art, die jedoch alle auf eine bestimmte Zahl von Folgen begrenzt waren. 3 Somit zählten sie nicht zu den zu dieser Ze it in Amerika schon weit verbreiteten oben definierten Langzeitfernsehserien. 4
3
Vgl.Jürgen Wilke: Mediengeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 1999, S.260 ff.
4 Vgl. Gerlinde Frey-Vor: Langzeitserien im deutschen und britischen Fernsehen. Lindenstraße und East Enders
im interkulturellen Vergleich. Berlin 1996, S. 44ff.
Arbeit zitieren:
Annika Hoffmann, 2005, 20 Jahre Lindenstraße. Der Erfolg einer Familienserie im deutschen Fernsehen., München, GRIN Verlag GmbH
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